ZU sehen sind zwei Frauenfüße auf einer Handtuchrolle, daneben ein Pediküre-Set, Zehentrenner und Nagellack.
© Getty Images

Fußnägel schneiden: Das sollten Sie wissen

Zu kurz, zu schräg, mit stehen gelassenem seitlichen Sporn … Beim Kürzen der Zehennägel kann man einiges falsch machen. Hier erfahren Sie, welche Folgen das haben kann und wie Sie die Fußnägel richtig schneiden.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Mögliche Folgen falscher Nagelpflege

Kann ja wohl nicht so schlimm sein, wenn die Nägel mal zu kurz geraten – schließlich wachsen sie wieder nach ... oder? Doch gerade wenn Fußnägel nach falschem Schneiden wieder länger werden, entstehen schnell Probleme. Und das kommt so:

  • Wenn Sie den Zehennagel an den Ecken zu kurz schneiden, wölbt sich dort die Haut über den Nagel.
  • Der wachsende Nagel dringt nun immer weiter in die vorgewölbte Haut ein und verletzt sie dabei.

Fehler beim Schneiden der Fußnägel fördern also eingewachsene Zehennägel. Am häufigsten passiert das am großen Zeh. Die Folgen sind mehr als unangenehm.

Die durch den einwachsenden Fußnagel verursachte Hautverletzung entzündet sich. Diese Entzündung macht sich deutlich bemerkbar: Der betroffene Bereich ist gerötet, geschwollen, fühlt sich wärmer an und tut weh. Er kann auch nässen, bluten oder eitern und unangenehm riechen – vor allem, wenn Bakterien in die Wunde gelangt sind.

Achtung: Wenn Sie sich an der Stelle zu schaffen machen, um die Beschwerden zu verringern oder den Fußnagel zu säubern, richten Sie womöglich noch mehr Schaden an.

Mit der Zeit kann sich rund um die Entzündung neues Gewebe bilden, das den Fußnagel überwuchert. Wegen seiner feinkörnigen Oberfläche bezeichnet man dieses Gewebe auch als Granulationsgewebe (lat. granulum = Körnchen).

Ohne die richtige Behandlung kann sich die bakterielle Entzündung bis in tiefere Hautschichten und in das darunterliegende Gewebe ausbreiten: Das bezeichnen Fachleute als Phlegmone. Im Extremfall können sich sogar Knochen und Knochenmark entzünden: Dann liegt eine Osteomyelitis vor.

Lesetipp: Eingewachsener Zehennagel? Das können Sie tun!

Eingewachsene Zehennägel sind weit verbreitet. Wenn Sie Ihre Fußnägel immer richtig schneiden, haben Sie aber gute Chancen, von dem Problem verschont zu bleiben.

Fußnägel richtig schneiden: So geht's

Sie können Nagelschere, -zange oder -knipser verwenden, um Ihre Fußnägel zu schneiden, oder auch eine Nagelfeile nehmen: Hauptsache, Sie kommen mit Ihrem Werkzeug gut klar und beachten bei der Nagelpflege die folgenden Tipps.

Fußnägel nicht abrunden

Achten Sie darauf, dass Sie die Fußnägel gerade abschneiden. Abgerundete Nagelecken oder eine spitz zulaufende Nagelform erhöhen das Risiko für eingewachsene Zehennägel. Wenn die Nagelecken zu spitz sind, sodass sie Kratzspuren hinterlassen oder an den Socken hängen bleiben, können Sie sie leicht anfeilen.

Nägel nicht zu kurz schneiden

Lassen Sie die Fußnägel beim Schneiden so lang, dass sie etwa bis zur Zehenkuppe reichen. Die Nagelecken sollten dabei frei auf dem seitlichen Hautrand aufliegen und nach vorne über das Hautniveau wachsen.

Lesetipp: Ist eine falsche Ernährung schuld an weißen Flecken auf den Fingernägeln?

Wenn Sie Hilfe brauchen

Manchen Menschen fällt es schwer, die Fußnägel selber zu schneiden. Etwa, weil sie ihre Füße kaum mit den Händen erreichen oder die Nagelschere nicht sicher handhaben können. Dann ist es ratsam, sich helfen zu lassen.

Wenn Sie nur die Fußnägel schneiden und die Füße pflegen lassen möchten, können Sie sich für eine kosmetische Fußpflege (Pediküre) entscheiden. Die Kosten dafür müssen Sie allerdings selber tragen.

Haben Sie krankhafte Veränderungen an den Füßen (wie eingewachsene Nägel oder Fußpilz) oder andere gesundheitliche Probleme (wie Diabetes oder Rheuma), kommt für Sie womöglich eine medizinische Fußpflege (Podologie) auf Rezept infrage. Sprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber.

Achtung: Nicht alle Fußpflegerinnen und Fußpfleger erfüllen professionelle und hygienische Standards. Denn kosmetische Fußpflege kann grundsätzlich jede Person ohne Ausbildung frei ausüben – und sie sogar als medizinische Fußpflege anbieten. Ausgebildete Fachkräfte erkennen Sie an der Bezeichnung medizinische Fußpflegerin beziehungsweise medizinischer Fußpfleger (Podologin/Podologe).