Ein Vogel am Fenster, dazu Farbstreifen
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So gefährlich ist LSD wirklich

Vor laufender Kamera LSD nehmen und den Rausch einem Millionenpublikum präsentieren – das hat der Reporter Jenke von Wilmsdorff in einer TV-Sendung gewagt. Von Wilmsdorff blieb während seines Experiments die ganze Zeit unter ärztlicher Aufsicht. Und das zu Recht: Denn das hoch wirksame LSD birgt viele Gefahren. Sie reichen vom "Horrortrip" über Unfälle bis hin zu einer anhaltenden Psychose.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

So gefährlich ist LSD wirklich

Die Entdeckung der berauschenden LSD-Wirkung beruht auf einem Zufall: Der Schweizer Albert Hofmann experimentiert im Jahr 1943 mit einer Substanz. Dabei geraten kleinste Mengen in seinen Körper – und plötzlich verfällt Hofmann in einen heftigen Rausch. Vermutlich ist er der Erste, der jemals einen LSD-Rausch erlebt hat.

Tückisch: Schon geringste Mengen LSD reichen aus, um in einen Rausch zu verfallen. Bereits ab 25 Mikrogramm kann ein intensiver Rausch entstehen – das sind gerade einmal 0,000025 Gramm. Damit wirkt LSD etwa 4.000 Mal stärker als das Halluzinogen Mescalin, das bis zur Entdeckung des LSD als stärkste psychoaktive Substanz galt.

Was ist LSD?

Lysergsäurediethylamid, kurz LSD, stammt aus der Sporenkapsel eines bestimmten Pilzes (Claviceps purpurea). Diese Sporenkapsel nennt man auch Mutterkorn. Der Pilz lebt auf Getreideähren wie etwa Roggen. LSD kann jedoch auch künstlich gewonnen werden.

LSD zählt zu den Halluzinogenen: Sie verändern die Wahrnehmung von Raum und Zeit und das Erkennungsvermögen – ähnlich wie bei einer Psychose wie der Schizophrenie.

LSD hat viele Namen: Es ist auch unter der Bezeichnung "Acid" bekannt. Und auch, wer von "Pappen", "Trips", "Sheets" oder "Mikros" spricht, könnte damit LSD meinen.

So wirkt LSD

Wie LSD nach der Einnahme wirkt, kann man nicht sicher vorhersagen. Etwa eine halbe Stunde nach dem Konsum beginnt der Rausch. Kleinere Mengen führen in der Regel zur Euphorie, zu starken Glücksgefühlen. Die Konsumenten müssen unkontrolliert lachen, ohne dass es einen ersichtlichen Grund dafür gibt. Allerdings kann die Stimmung auch rasch "kippen".

Höhere Dosen sind mit Halluzinationen verbunden. Dabei verändert sich die räumliche und zeitliche Wahrnehmung: Zum Beispiel sehen die Konsumenten Personen, die gar nicht da sind oder sie hören Musik, die nur in ihrem Kopf existiert. Farben und Formen verändern sich, vor dem Auge entstehen bunte Muster. Objekte bewegen sich plötzlich oder sie verschwimmen ineinander. Geräusche sind lauter, die Zeit vergeht schneller oder langsamer als normal. Es entsteht das Gefühl, besonders kreativ zu sein. Und auch körperlich macht sich das LSD bemerkbar: Puls, Blutdruck und Körpertemperatur steigen, die Pupillen werden weit. Zudem kann das ICH-Erleben beeinträchtigt sein: Der eigene Körper oder die Umwelt erscheinen dabei merkwürdig fremd und verzerrt. Diese Empfindungen können sehr beängstigend sein. Nach etwa 6 bis 8 Stunden ist der Rausch vorbei.

Wie gefährlich ist LSD?

Schon nach einer einmaligen Einnahme kann LSD gefährlich werden. Zu Vergiftungen kommt es zwar in der Regel nicht – dafür lauern andere Gefahren:

  • Unfälle: Durch die massiven Sinnestäuschungen, die beim Rausch entstehen (z.B. das Gefühl, fliegen zu können), kann es zur Selbstüberschätzung kommen – und zu Unfällen.
  • Horrortrip: Anstatt Hochgefühle zu bekommen, kann LSD auch das Gegenteil bewirken. Beim Horrortrip machen die Betroffenen über Stunden Angst und Panik durch, bis hin zur Todesangst.
  • Psychische Probleme: Bei einigen Personen besteht die Gefahr, dass der Rausch sie überfordert. Sie leiden anschließend unter psychischen Problemen, weil sie das Erlebte nicht verarbeiten können.
  • Psychosen: Personen, die entsprechend veranlagt sind, können nach der Einnahme von LSD eine Psychose entwickeln.

Fazit: Auch, wenn ein Rausch für so manche verlockend klingen mag – die Gefahren, die LSD birgt, sollte man nicht unterschätzen!