Das Bild zeigt eine Frau mit geschlossenen Augen.
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Unterlidstraffung (Blepharoplastik der Unterlider)

Eine Unterlidstraffung bietet sich an, wenn Betroffene ausgeprägte Tränensäcke haben und sich durch diese in ihrem Wohlbefinden und Selbstbewusstsein stark beeinträchtig fühlen. Lesen Sie, wie der Eingriff abläuft und mit welchen Kosten und Risiken zu rechnen ist.

Allgemeines

Eine Unterlidstraffung (Blepharoplastik der Unterlider) kann helfen, das Gesicht jünger und frischer aussehen zu lassen. Sie kann sinnvoll sein, wenn Betroffene ausgeprägte Tränensäcke haben und sich durch diese in ihrem Wohlbefinden stark beeinträchtig fühlen. Denn durch Tränensäcke kann das Gesicht unglücklich und müde wirken, selbst wenn man sich ganz anders fühlt.

Der Eingriff dauert nicht lange und gilt als relativ unkompliziert. Während der Operation nimmt der Chirurg oder die Chirurgin vom Unterlid Hautanteile sowie Teile der Muskelfasern und des Fettgewebes weg, sofern ein Hautüberschuss die Tränensäcke hervorruft. Eine andere Ursache für Tränensäcke ist zu viel Fettgewebe im Unterlid (z. B. durch einen Vorfall des Augenhöhlenfettgewebes).

Dann ist es möglich, die Unterlidstraffung so vorzunehmen, dass keine sichtbaren Narben entstehen: Der Chirurg oder die Chirurgin entnimmt in solch einem Fall das überflüssige Fettgewebe über die Innenseite des Unterlids. Bei manchen Betroffenen liegt auch eine Kombination beider Ursache vor – also eine Hautüberschuss und zu viel Fettgewebe.

Ergebnis und Voraussetzungen

Ergebnis

Als Ergebnis einer Unterlidstraffung (Blepharoplastik der Unterlider) wirkt Ihr Gesicht jünger, wacher und frischer. Die Unterlider sind straff und weitgehend faltenfrei. Beim Lachen können sich trotzdem Fältchen auf den Unterlidern zeigen – solche Lachfältchen wirken auf andere jedoch sympathisch und stören selten. Unterhalb der Wimpern des Unterlids bleiben nach der Unterlidstraffung kaum sichtbare Narben zurück. In den ersten Wochen nach der Operation sind diese noch rötlich gefärbt und etwas auffälliger, verblassen aber mit der Zeit immer mehr. Nach drei bis vier Monaten sind sie in der Regel nicht mehr sichtbar.

Voraussetzungen

Eine Unterlidstraffung kann durchgeführt werden, wenn die Tränensäcke folgende Ursachen haben:

  • einen Hautüberschuss im Bereich der Unterlider
  • vorgewölbtes Augenhöhlenfettgewebe
  • eine Kombination aus Hautüberschuss und vorgewölbtem Augenhöhlenfettgewebe

Vor einer Unterlidstraffung ist zu klären, ob alle gesundheitlichen Voraussetzungen für die Operation bestehen. Liegen Augenerkrankungen vor (z. B. trockene Augen) oder neurologische Erkrankungen, ist von einer Operation möglicherweise abzusehen.

Wenigstens eine Woche, besser noch zwei Wochen vor der Unterlidstraffung sollten Raucherinnen und Raucher das Rauchen einstellen, um die spätere Wundheilung nicht zu behindern. Auch Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen (wie z. B. der Wirkstoff Acetylsalicylsäure) sollten acht bis zehn Tage vor der Operation nicht mehr eingenommen werden, da diese Blutungen nach der Operation fördern können. Wer allerdings auf ärztlichen Rat hin Blutgerinnungshemmer zur Thromboseprophylaxe einnimmt (z. B. den Wirkstoff Phenprocoumon), sollte die Arzneimittel nicht eigenmächtig absetzen, sondern dies vorher mit dem behandelnden Arzt besprechen. Er kann gegebenenfalls ein anderes Medikament verschreiben.

Operation

Eine Unterlidstraffung (Blepharoplastik der Unterlider) lässt sich mit örtlicher Betäubung des Unterlidbereiches oder in Vollnarkose durchführen. Wie der Chirurg oder die Chirurgin während einer Unterlidstraffung genau vorgeht, entscheidet sich danach, welche Ursache den Tränensäcken zugrundeliegt.

Ist die Ursache ein Hautüberschuss im Unterlidbereich, schneidet der Arzt oder die Ärztin während der Operation die überschüssige Haut unterhalb der Wimpern des Unterlids heraus. Gleichzeitig entfernt er diejenigen Bereiche an Muskelfasern und Bindegewebe (sowie möglicherweise Fettgewebe), die zu viel sind.

Führt dagegen ausschließlich vorgewölbtes Augenhöhlenfettgewebe zu den Tränensäcken, wird das Unterlid von der Innenseite her aufgeschnitten und das Fettpolster entfernt. Der Schnitt bleibt dadurch unsichtbar.

Eine Unterlidstraffung ist relativ schnell durchgeführt – circa eine Stunde benötigt der Operateur oder die Operateurin für beide Unterlider. Nach der Operation sollten Betroffene noch etwa zwei bis vier Stunden in der Klinik verbleiben und unter ärztlicher Aufsicht ruhen.

Heilungsprozess

Etwa zwei bis vier Stunden nach der Unterlidstraffung (Blepharoplastik der Unterlider) können Sie sich in der Regel schon abholen und nach Hause fahren lassen. Bei manchen Patienten und Patientinnen empfiehlt sich ein Klinikaufenthalt bis zum nächsten Tag, wenn Komplikationen zu befürchten sind.

Die ersten drei Tage sind die Augen geschwollen und die Lider schmerzen leicht. Es kann sein, dass Sie die Augen in den anfangs nicht richtig schließen können. Leider kommen Sie bei diesem Eingriff auch um "Veilchen" nicht herum. Diese verschwinden jedoch innerhalb von zwei Wochen und sind in der Zwischenzeit leicht hinter einer dunklen Sonnenbrille zu verstecken. In den ersten zwei Tagen können Sie die Augen leicht kühlen, so schwellen die Augen schneller ab und die Veilchen verblassen rascher.

Nach der Operation sollten Sie auf folgende Dinge achten, um den Heilungsprozess zu unterstützen:

  • Lagern Sie in den ersten Tagen den Kopf/Oberkörper beim Schlafen etwas höher.
  • Verzichten Sie bis zehn Tage nach der Unterlidstraffung auf Make-up, Cremes, Waschen mit Seife und Kontaktlinsen.
  • Reiben Sie sich nicht die Augen, solange die Fäden noch nicht gezogen sind
  • Vermeiden Sie in den ersten 14 Tagen körperliche Anstrengungen oder Bewegungen, die den Blutdruck steigern (wie Bücken) sowie Sport und Sauna die ersten drei bis vier Wochen.
  • Schützen Sie sich die folgenden drei Monate vor starker Sonnenstrahlung.

Verlauf

Das verjüngende Ergebnis einer Unterlidstraffung (Blepharoplastik der Unterlider) bleibt Ihnen durchschnittlich für zehn Jahre erhalten. Danach ist eine erneute Straffung der Unterlider möglich, erhöht jedoch die Gefahr von Komplikationen, wie etwa, dass zu viel Haut entfernt wird und die Augen nicht mehr richtig schließen.

Komplikationen

Auch wenn es sich bei der Unterlidstraffung um einen eher unkomplizierten Eingriff handelt, kann es durch den Eingriff in seltenen Fällen dennoch zu Komplikationen kommen, wie zum Beispiel:

  • Durch den Schnitt am Lidrand des Unterlids kann der Wimpernkranz Schaden nehmen.
  • Entnimmt der Arzt oder die Ärztin zu viel Haut, schließt das Lid nicht mehr exakt. Die Folge kann ein "Triefauge" (sog. Ektropium) sein, das zu Problemen mit der Augenfeuchtigkeit führt.
  • In den ersten Stunden nach der Unterlidstraffung können Blutungen auftreten.
  • Der spitze äußere Augenwinkel kann eine rundliche Form annehmen.
  • Das Ergebnis kann asymmetrisch ausfallen.

Den richtigen Arzt finden

Bevor Sie eine Unterlidstraffung (Blepharoplastik der Unterlider) durchführen lassen, müssen Sie den richtigen Arzt oder die richtige Ärztin für diesen Eingriff finden. Lassen Sie bei der Wahl des Schönheitschirurgen besondere Sorgfalt walten – denn das Können, die Erfahrung und das ästhetische Empfinden des jeweiligen Chirurgen oder der Chirurgin beeinflussen das Ergebnis der Unterlidstraffung ganz entscheidend.

Achten Sie darauf, dass der von Ihnen gewählte Arzt oder die Ärztin entsprechende Qualifikationen im Fachbereich Plastische und Ästhetische Chirurgie hat. Alternativ kommen aber auch Dermatologen, Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte oder Augenärzte infrage, die in einer zweijährigen Weiterbildung entsprechende Kenntnisse erworben haben. Diese erworbene Zusatzqualifikation erkennen Sie daran, dass der Arzt oder die Ärztin den Zusatz Plastische Operationen im Titel führt. Informationen zu Fachärzten und -ärztinnen erhalten Sie auch bei den verschiedenen Fachgesellschaften und -vereinigungen, wie zum Beispiel

  • der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC),
  • der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) oder
  • der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. (GÄCD).

Kosten und Alternativen

Für eine Unterlidstraffung (Blepharoplastik der Unterlider) müssen Sie mit Kosten von etwa 2.000 Euro rechnen. Die Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten in der Regel nicht.

Haben Sie weniger Probleme mit den Tränensäcken, sondern eher mit dunklen Augenringen, können Sie auch mit geschicktem Make-up und kosmetischen Produkten Abhilfe schaffen – fragen Sie am besten einen Kosmetiker oder eine Kosmetikerin danach.