Eine junge Frau betrachtet sich kritisch im Spiegel.
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Schönheits-OP-Selbstcheck

Viele Menschen entscheiden sich für eine Schönheitsoperation, um vermeintliche "Problemzonen" loszuwerden. Ein solcher Eingriff sollte gut überlegt sein – genau wie das Motiv, aus dem Sie sich operieren lassen möchten. Unser Selbstcheck hilft Ihnen dabei, Ihre Gedanken zu reflektieren.

Allgemeines

Bei manchen Menschen bewirken schon kleine äußere Veränderungen innere Wunder. Auch wenn die eigentlich Korrektur den Mitmenschen sogar verborgen bleibt. Die meisten Patienten*Patientinnen fühlen sich nach einer Schönheits-OP einfach selbstsicherer. Und das wirkt positiv auf Beziehungen und Leistungsfähigkeit.

Doch leider gilt das nicht für alle Fälle. Denn manchmal ist die Entscheidung für einen chirurgischen Eingriff auch das sichtbare Zeichen eines psychischen Krankheitsbilds, der so genannten Dysmorphophobie (engl: body dysmorphic disorder). In diesem Fall hilft eine Schönheitsoperationen nicht weiter.

Schönheits-OP – ja oder nein

Die Grenzen zwischen einem sehr kritischen, aber gesunden Blick auf das eigene Äußere und krankhafter Dysmorphophobie sind fließend. Der Schönheits-OP-Selbstcheck kann Ihnen zeigen, ob Ihr Wunsch nach einer Veränderung Ihres Äußeren gesunden Motiven entspringt oder einer irrationalen Selbstwahrnehmung, die vielmehr aus dem Druck entsteht, dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen. Beantworten Sie jede der Fragen ehrlich und schonungslos, bevor Sie Ihre Überlegung in die Tat umsetzen. Die Auswertung finden Sie im Anschluss an die Fragen.

  • Vergleichen Sie oft Ihr eigenes Aussehen mit dem Aussehen anderer? Mustern Sie andere Personen häufig?
  • Überprüfen Sie häufig Ihr Aussehen im Spiegel oder meiden Sie den Blick dort hinein gänzlich?
  • Tarnen Sie Ihre vermeintlichen Schwachstellen (z. B. Nase, Haut, Mund) sehr stark durch Kleidung, Make-up, vorgehaltene Hand oder gebückte Haltung?
  • Lassen Sie sich Ihre Schwachstelle von anderen bestätigen? Wollen Sie andere Menschen von der Unattraktivität dieser Stellen überzeugen und ärgern Sie sich, wenn diese das nicht so sehen?
  • Kümmern Sie sich sehr stark um Ihr Äußeres, z. B. durch ständiges Schminken oder Haare kämmen?
  • Schenken Sie Ihrem als unattraktiv empfundenen Körperteil viel Aufmerksamkeit?
  • Nehmen Sie oft Maß an Ihrem ungeliebten Körperteil und lesen Sie viel über ihn?
  • Treiben Sie exzessiv Sport? Sind Sie ständig auf Diät?
  • Nehmen Sie Medikamente wie z. B. Anabolika, um muskulöser zu werden und um Fett zu verlieren?
  • Meiden Sie Situationen, in denen Ihr Makel den Blicken anderer ausgesetzt ist, wie z. B. das Schwimmen?
  • Bewegen Sie sich wegen Ihres Makels ängstlich und unsicher in der Gesellschaft?

Das Ergebnis

Wenn Sie einer oder mehrerer der Fragen zugestimmt haben, könnte eine Störung Ihrer Körperwahrnehmung vorliegen. Dann sollten Sie vor einer Schönheitsoperation mit psychologischer Hilfe abklären, ob Sie an einer gestörten Selbstwahrnehmung leiden. Ist dies der Fall, kann Ihnen mit einer Psychotherapie oder Verhaltenstherapie deutlich besser geholfen werden als mit einer Schönheits-OP.

Wenn Sie keine der obigen Fragen bejaht haben, sollten Sie sich vor einem Klinikbesuch trotzdem die folgenden Fragen stellen und ebenfalls ehrlich beantworten:

  • Was genau stört Sie an Ihrem Körper?
  • Was genau soll geändert werden?
  • Warum wollen Sie es ändern? Für Sie selbst, den*die Partner*in, den Beruf, Ihr Auftreten?
  • Wollen Sie aussehen wie früher? Nehmen Sie in beiden Fällen Fotos mit zur ärztlichen Vorbesprechung.
  • Könnten Sie die psychischen und finanziellen Konsequenzen einer misslungenen Schönheitsoperation verkraften?