Man sieht den Körper einer Frau in Unterwäsche auf einem Hocker.
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Oberschenkel­straffung

Durch den normalen Alterungsprozess oder durch Übergewicht mit anschließender rascher Gewichtsabnahme können die Oberschenkel ihr straffes Aussehen verlieren, sodass sich einige Menschen für einen chirurgischen Eingriff entscheiden. Lesen Sie, wie eine Oberschenkelstraffung abläuft und mit welchen Kosten und Risiken sie einhergeht.

Allgemeines

Mit einer Oberschenkelstraffung lassen sich überschüssige Haut und Fettgewebe an den Oberschenkeln entfernen und Körperproportionen verbessern. Die Operation ist ein größerer Eingriff, der etwa zwei bis vier Stunden dauert. Danach muss der Patient oder die Patientin noch für bis zu zehn Tage in der Klinik bleiben. Insgesamt ist nach der OP mit einer Erholungsphase von etwa vier Wochen zu rechnen; arbeitsfähig ist man in der Regel schon wieder nach etwa zwei bis drei Wochen.

Wenn Sie eine Oberschenkelstraffung planen, sollten Sie vorab ausreichend Urlaub einplanen, denn eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kann für rein kosmetische Eingriffe nicht ausgestellt werden.

Eine andere Bezeichnung für die Oberschenkelstraffung ist Dermolipektomie der Oberschenkel.

Ziel

Ziel einer Oberschenkelstraffung ist es, das Aussehen der Oberschenkel zu verschönern und zu verjüngen. Die Haut ist nach der OP straffer als zuvor, die "Orangenhaut" kaum noch sichtbar und die Beine wirken schlanker. Allerdings bleiben sichtbare Narben zurück.

Voraussetzungen

Bevor Sie den Entschluss zu einer Oberschenkelstraffung fassen, sollten Sie versuchen, die als Problemzone empfundenen Körperbereiche ohne Operation optisch zu verbessern, zum Beispiel durch:

  • Sport und Bewegung
  • gesundes Abnehmen
  • verstärkte Hautpflege
  • kaltes Abduschen der Beine, um die Durchblutung zu fördern

All diese Maßnahmen wirken sich zudem günstig auf eine operative Oberschenkelstraffung aus. Insbesondere bei vorhandenem Übergewicht sollten Sie vor der Operation versuchen, abzunehmen. Je besser Ihnen dies gelingt, umso positiver wirkt sich dies auf das Endergebnis der Operation aus.

Um den operativen Eingriff vornehmen zu können, sollten Sie außerdem folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Ist abzusehen, dass die geplante Oberschenkelstraffung ein sehr großer Eingriff wird, spenden Sie drei bis sechs Wochen davor Blut für Ihre Operation (für eine eventuell notwendige Bluttransfusion).
  • Liegen Hautentzündungen vor, lassen Sie diese vorab durch einen Hautarzt behandeln.
  • Nehmen Sie 10 bis 14 Tage vor der Operation keine Medikamente mit Wirkstoffen mehr ein, die die Blutgerinnung hemmen (z. B. Acetylsalicylsäure), da diese Blutungen nach der OP fördern können. Falls Sie regelmäßig Wirkstoffe wie Phenprocoumon einnehmen (z. B. zur Thromboseprophylaxe), die ebenfalls die Blutgerinnung hemmen, setzen Sie diese jedoch nicht eigenmächtig ab, sondern klären Sie dies vorher ärztlich ab. Der Arzt oder die Ärztin kann entscheiden, ob der Wechsel auf ein anderes Medikament möglich ist.
  • Verzichten Sie vor der OP auf alkoholische Getränke und Schlafmittel.
  • Als Raucher oder Raucherin sollten Sie circa eine Woche vor der Oberschenkelstraffung mit dem Rauchen aufhören, da dies die Wundheilung stören kann.

Vor der Operation findet ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin statt. Hier werden Ihre Beweggründe für den Eingriff sowie mögliche Alternativen zur Oberschenkelstraffung und der Operationsverlauf thematisiert. In Zuge dessen wird man Sie auch über potenzielle Risiken und Komplikationen aufklären.

Operation

Für die Oberschenkelstraffung markiert und desinfiziert der Arzt oder die Ärztin kurz vor der Operation diejenigen Hautbereiche an den Beinen, die entfernt werden sollen. Dies erfolgt im Stehen. Der Eingriff selbst erfolgt meist in Vollnarkose. Während der Operation entfernt der Arzt oder die Ärztin die geplanten Hautbereiche sowie darunter liegendes Fettgewebe. Ob bei dieser Gelegenheit auch eine Fettabsaugung zum Einsatz kommen kann, kann im Vorfeld besprochen werden.

Lesetipp: Schönheits-OP – das sind die Risiken

Für die Operation schneidet der Chirurg oder die Chirurgin in der Regel die Haut am Ansatz des Oberschenkels von der Leiste in Richtung Schritt bis zur Gesäßfalte ein. Ist die Haut sehr erschlafft, wird die Haut zusätzlich an der Innenseite der Oberschenkel vom Beinansatz bis zum Knie eingeschnitten.

Nachdem alle überschüssige Haut entfernt wurde, vernäht der Chirurg oder die Chirurgin die Wundränder und strafft dabei die verbliebene Haut der Oberschenkel. Drainagen in der Wunde stellen sicher, dass sich Wundsekrete oder Blutergüsse im Wundbereich nicht stauen, sondern abfließen können. Zum Abschluss werden die Beine bandagiert. Insgesamt dauert der operative Eingriff circa zwei bis vier Stunden.

Nach der OP

Nach der Oberschenkelstraffung müssen Sie abhängig von der Größe des Eingriffs in der Regel noch für drei bis zehn Tage stationär in der Klinik bleiben. Nach dem Erwachen aus der Vollnarkose treten Schmerzen auf, gegen die Schmerzmittel helfen. Um einer Thrombose vorzubeugen, müssen Sie in den ersten vier bis sechs Wochen nach der OP Thrombosestrümpfe oder Kompressionswäsche tragen; eventuell verabreicht der Arzt oder die Ärztin Ihnen zusätzlich auch den Wirkstoff Heparin zur Blutverdünnung.

Spezielle Muskelübungen fördern die Heilungsprozesse, da sie die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gewebes verbessern. Lassen Sie sich solche Übungen in der Klinik zeigen. Nach der OP sind die Beine zunächst geschwollen. Bis die Schwellungen langsam abklingen, vergehen circa zwei Wochen. Sie können die Wundheilung fördern, indem Sie die Haut mit Wund- und Heilsalbe pflegen (z. B. mit dem Wirkstoff Dexpanthenol). Je nachdem, was für Fäden verwendet wurden, lösen sich diese entweder von selbst auf oder werden nach drei bis sechs Wochen gezogen.

In den ersten sechs bis acht Wochen sollten Sie sich körperlich schonen und keine ruckartigen Bewegungen machen, um die Wundnähte nicht zu überlasten. In der Regel können Sie jedoch bereits zwei bis drei Wochen nach der OP wieder Ihrer Arbeit nachgehen. Auf körperliche Belastung sollten Sie in den ersten fünf bis sechs Wochen jedoch verzichten und danach auch nur langsam und vorsichtig mit Sport beginnen.

Verlauf

Die Narben einer Oberschenkelstraffung verblassen im Durchschnitt nach 6 bis 18 Monaten. Im Idealfall hält das Ergebnis einer Oberschenkelstraffung – also schlanke, feste Oberschenkel – acht bis zehn Jahre an. Sie können die Dauer des Ergebnisses durch ein gezieltes Training der Beinmuskulatur positiv beeinflussen.

Komplikationen

Eine Oberschenkelstraffung ist ein operatives Verfahren, bei dem Komplikationen nicht auszuschließen sind. Zwar ist das Risiko vergleichsweise gering. Dennnoch handelt es sich bei dieser Operation um einen größeren Eingriff, bei dem eine Wundfläche entsteht. Im Verlauf einer Oberschenkelstraffung kann es daher zu folgenden Komplikationen kommen:

  • Kommt es während der Operation zu größeren Blutverlusten, müssen diese ausgeglichen werden (z. B. durch Infusion, Bluttransfusion).
  • Sehr selten bilden sich Blutgerinnsel, die die Gefäße verschließen (Thrombose, Embolie).
  • Wundheilungsstörungen können das Narbenergebnis nachteilig beeinflussen. Unschöne Narben können jedoch in der Regel später noch operativ verbessert werden. Daneben kann es aber auch zu Nachblutungen und Infektionen kommen.
  • Manchmal entstehen Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle.

Den richtigen Arzt finden

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um für eine Oberschenkelstraffung den richtigen Arzt oder die richtige Ärztin zu finden. Denn das Können, die Erfahrung und das ästhetische Empfinden des jeweiligen Chirurgen oder der Chirurgin beeinflussen das Ergebnis der Oberlidstraffung ganz entscheidend. Es ist deshalb wichtig, bei der Auswahl besondere Sorgfalt walten zu lassen.

Lesetipp: So finden Sie die richtige Klinik

Wählen Sie einen Arzt oder eine Ärztin mit der Bezeichnung Facharzt bzw. Fachärztin für Plastische Chirurgie beziehungsweise für Plastische und Ästhetische Chirurgie tragen. Informationen hierzu erhalten Sie auch bei den verschiedenen Fachgesellschaften und -vereinigungen, wie zum Beispiel

  • der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC),
  • der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) oder
  • der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. (GÄCD).

Kosten und Alternativen

Für eine Oberschenkelstraffung müssen Sie mit Kosten von etwa 6.000 Euro rechnen. Die Krankenkasse übernimmt in der Regel keine Kosten.

Wenn Sie Ihre Oberschenkel anstatt durch eine Operation mit alternativen Methoden optisch verschönern möchten, können Sie versuchen, das Aussehen mit Sport und ausgewogener Ernährung zu verbessern.

Lesetipp: Kampf den Krampfadern

Eine optische Korrektur erlauben auch Kompressionsstrümpfe. Diese können allerdings als störend empfunden werden, weil sie nicht besonders "schön" aussehen und nicht sehr angenehm zu tragen sind.