Man sieht die Augenpartie einer Frau.
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Oberlidstraffung (Blepharoplastik der Oberlider)

Die Oberlidstraffung ist eine der häufigsten Schönheitsoperationen überhaupt. Ziel des Eingriffs ist die Straffung der oberen Augenpartie – entweder aus ästhetischen Gründen, oder weil das Sichtfeld eingeschränkt ist, etwa aufgrund von Schlupflidern. Lesen Sie hier, wie die Oberlidstraffung abläuft und mit welchen Kosten und Risiken sie einhergeht.

Allgemeines

Die Oberlidstraffung (Blepharoplastik der Oberlider) zählt weltweit und auch hierzulande zu den häufigsten Schönheitsoperationen. Wer Schlupflider hat fühlt sich oft unwohl damit, da die Augen dadurch in der Regel einen müden oder traurigen Ausdruck bekommen. Die Oberlidstraffung ist eine operative Möglichkeit, die Augen wieder jünger und strahlender aussehen zu lassen.

Neben ästhetischen Gründen kann eine Oberlidstraffung aber auch aus medizinischen Gründen erfolgen, etwa, wenn durch den Hautüberschuss das Sichtfeld eingeschränkt ist. Dann übernimmt die Krankenkasse unter Umständen die Kosten. Die Oberlidstraffung ist ein vergleichsweise kleiner Eingriff, der sich ambulant durchführen lässt und bei fachgerechter Ausführung relativ wenige Risiken birgt.

Ziele und Voraussetzungen

Ziele

Nach einer Oberlidstraffung (Blepharoplastik der Oberlider) kommen die Augen wieder voll zur Geltung, weil die herabhängenden Oberlider sie nicht mehr verdecken. Krähenfüße und Lachfalten verschwinden, oder sind wenigstens stark vermindert. Läuft alles gut, sehen Sie nach dem Eingriff um einige Jahre jünger aus. Aber: Das Straffen hinterlässt feine Narben, die allerdings unauffällig in der Lidfurche verschwinden.

Voraussetzungen

Eine Oberlidstraffung kann durchgeführt werden, wenn der "müde Blick" durch Schlupflider beziehungsweise einen Überschuss an erschlaffter Haut entsteht und nicht durch herabgesunkene Brauen (hier sprechen Ärzte von Pseudoschlupflid). Ist letzteres die Ursache, ist ein Stirnlifting sinnvoller. Sind sowohl Brauen als auch Lider abgesunken, kommt ein kombinierter Eingriff infrage, wobei zuerst die Brauen geliftet werden sollten.

Lassen Sie sich vor einer kosmetischen Augenoperation gründlich untersuchen – sowohl augenärztlich als auch internistisch. So kann festgestellt werden, ob nichts gegen die Oberlidstraffung spricht. Haben Sie trockene Augen oder neurologische Erkrankungen, welche die Augenbeweglichkeit einschränken, sollte nicht kosmetisch operiert werden.

Da Rauchen die Wundheilung behindern kann, sollte circa eine Woche vor der Operation darauf verzichtet werden. Auf Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen (z. B. mit Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure), sollten Sie acht bis zehn Tage vor dem Eingriff verzichteten, um Blutungen nach der Operation nicht zu fördern. Nehmen Sie regelmäßig Wirkstoffe wie Phenprocoumon ein (z. B. zur Thromboseprophylaxe), die ebenfalls die Blutgerinnung hemmen, setzen Sie diese bitte nicht einfach ab, sondern besprechen Sie sich vorher mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Ärztin – er oder sie kann entscheiden, ob der Wechsel auf ein anderes Medikament möglich ist.

Operation

Eine Oberlidstraffung (Blepharoplastik der Oberlider) erfolgt meist ambulant. Sie erhalten für die Operation in der Regel Beruhigungsmittel und werden örtlich betäubt. Dafür werden Betäubungsmittel unter die Oberlidhaut gespritzt. Soll während der Operation gleichzeitig eine Ober- und Unterlidstraffung vorgenommen werden oder wenn Sie ausgeprägte Ängste haben, kommt auch eine Vollnarkose infrage. Grundsätzlich wird eine Vollnarkose bei dieser Operation jedoch eher in Ausnahmefällen eingesetzt.

Nach der Hautdesinfektion zeichnet der Arzt oder die Ärztin auf der Haut die gewünschte Lidfurchenhöhe ein und markiert den Hautüberschuss. Bei der Oberlidstraffung wird in mehreren Arbeitsschritten parallel an beiden Augen gearbeitet. Ist die zuvor angezeichnete Haut eingeschnitten und ellipsenförmig entfernt, hebt der Arzt oder die Ärztin den Lidmuskel an und entfernt eventuell vorhandenes Fettgewebe. Dann wird die Wunde durch eine Naht verschlossen und mit keinen Pflastern verbunden.

Heilungsverlauf

Die ambulante Oberlidstraffung (Blepharoplastik der Oberlider) dauert etwa 60 bis 90 Minuten. Es empfiehlt sich, danach mindestens zwei bis drei Stunden unter ärztlicher Kontrolle zu bleiben und anschließend in Begleitung nach Hause zu fahren. Gehören Sie zur Gruppe der Risikopatienten, werden Sie einen Tag (oder eine Nacht) zur Beobachtung in der Klinik bleiben müssen.

Das unvermeidbare "blaue Auge" strahlt ungefähr zwei Wochen – so lange sollten Sie auch keine Kontaktlinsen tragen. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sich nach der Operation ein bis zwei Wochen Urlaub zu nehmen. Vor allem in den ersten drei Tagen nach der Operation sollten Sie sich schonen:

  • Bücken Sie sich möglichst nicht.
  • Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper.
  • Kühlen Sie die Augen.
  • Verzichten Sie aufs Lesen und Fernsehen.

Als Raucher oder Raucherin sollten Sie nach der Operation zudem mindestens eine Woche lang darauf verzichten, um die Wundheilungsprozesse nicht zu behindern.

Die Fäden zieht der Arzt oder die Ärztin in der Regel nach 5 bis 7 Tagen (beim Laserschnitt nach 12 bis 14 Tagen). Bis die Fäden gezogen werden, sollten Sie auf Waschen mit Seife, Cremes, Salben und Make-up verzichten. Nach circa 10 Tagen sind Sie in der Regel wieder voll belastbar und können wieder arbeiten.

Komplikationen

Das Ergebnis der Oberlidstraffung (Blepharoplastik der Oberlider) hält in der Regel ungefähr zehn Jahre. Erschlafft das Gewebe dann erneut, ist eine weitere Oberlidstraffung möglich, steigert jedoch das Risiko, dass die Lider nicht mehr vollständig schließen.

Komplikationen

Auch wenn es sich bei der Oberlidstraffung um einen eher unkomplizierten Eingriff handelt, kann es im Verlauf des Eingriffs in seltenen Fällen zu Komplikationen kommen:

  • In sehr seltenen Fällen kann eine falsch gesetzte Betäubungsspritze zur Erblindung führen.
  • In den ersten Stunden nach der Operation können Blutungen auftreten.
  • Wurde die Tränendrüse beschädigt oder zu viel Haut entfernt und die Augen schließen nicht mehr vollständig, trocknet die Hornhaut aus, was sich durch folgende Beschwerden bemerkbar macht:
    • Fremdkörpergefühl im Auge
    • Augenbrennen
    • Lesen fällt schwer
  • Wurde der Lidhebermuskel beschädigt, kann es zu einer Lidsenkung und Verengung der Lidspalte kommen.
  • Die Lidfurche kann asymmetrisch, zu hoch oder zu niedrig, angesetzt sein.
  • Wenn zu viel Fett entfernt wurde, wirkt das Gesicht hohläugig.
  • In den Augenwinkeln an der Nase können sich Narbenwülste bilden.

Schwellungen und Blutergüsse sind dagegen im Verlauf einer Oberlidstraffung unvermeidlich.

Den richtigen Arzt/die richtige Ärztin finden

Ehe Sie eine Oberlidstraffung (Blepharoplastik der Oberlider) durchführen lassen, gilt es, einen passenden Arzt oder eine Ärztin für diesen Eingriff zu finden. Bei der Wahl des Schönheitschirurgen sollten Sie besondere Sorgfalt walten lassen, da das Können, die Erfahrung und das ästhetische Empfinden des jeweiligen Chirurgen oder der Chirurgin das Ergebnis der Oberlidstraffung ganz entscheidend beeinflussen.

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Achten Sie darauf, dass der von Ihnen gewählte Arzt oder die Ärztin entsprechende Qualifikationen im Fachbereich Plastische und Ästhetische Chirurgie hat. Alternativ kommen aber auch Dermatologen, Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte oder Augenärzte infrage, die in einer zweijährigen Weiterbildung entsprechende Kenntnisse erworben haben. Diese erworbene Zusatzqualifikation erkennen Sie daran, dass der Arzt oder die Ärztin den Zusatz Plastische Operationen im Titel führt. Informationen zu Fachärzten und -ärztinnen erhalten Sie auch bei den verschiedenen Fachgesellschaften und -vereinigungen, wie zum Beispiel

  • der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC),
  • der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) oder
  • der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. (GÄCD).

Kosten und Alternativen

Bei einer Oberlidstraffung (Blepharoplastik der Oberlider) kommen Kosten von etwa 1.200 bis 2.000 Euro auf Sie zu. Wenn der Hautüberschuss groß ist und das Sichtfeld extrem beeinflusst, trägt die Krankenkasse unter Umständen die Kosten. Hierüber sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin sprechen. Er oder sie wird Sie beraten und Sie bei Ihrem Antrag auf Kostenübernahme unterstützen.

Oberlidstraffung ohne OP?

Inzwischen gibt es auch die Möglichkeit, die Augenlider minimalinvasiv straffen zu lassen, etwa mithilfe eines "Plasma Pens". Dabei werden die Lider mit einer Creme betäubt. Der Eingriff dauert etwa 15-30 Minuten. Die Lidstraffung mit dem Plasma Pen (Plasmage) ist ab rund 300 Euro pro Sitzung möglich.

Auch eine spezielle Schminktechnik für Schlupflider kann das Auge größer erscheinen lassen – Kosmetiker und Kosmetikerinnen kennen die Tricks. Dort können Sie sich beraten lassen.