Ein Mann unterzieht sich einem Facelift (Facelifting).
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Facelift (Facelifting)

Ein Facelift dient der Gesichtsverjüngung. Dabei können Patienten zwischen verschiedenen Verfahren wählen. Lesen Sie, welche Möglichkeiten des Facelifts es gibt und mit welchen Kosten und Risiken die Eingriffe verbunden sind.

Allgemeines

An der Gesichtsalterung sind verschiedene Faktoren beteiligt: Die Haut verliert vor allem an Elastizität, die Gesichtsmuskulatur erschlafft, die Gesichtsknochen büßen an Volumen und Stabilität ein und das Unterhautfettgewebe verteilt sich zunehmend ungleichmäßig im Gesicht. Es entsteht der Eindruck, im älter werdenden Gesicht sei zu viel Haut vorhanden, die der Schwerkraft folgend nach unten sackt. Ein Facelift korrigiert diesen Eindruck. Der natürliche Alterungsprozess des Gesichts geht nach dem Facelifting jedoch unvermindert weiter.

Die durch das Facelifting erreichte Gesichtsverjüngung bleibt aber während des fortschreitenden Alterungsprozesses bestehen. Außerdem besteht grundsätzlich die Möglichkeit, sich mehrfach einem Facelifting zu unterziehen: Etwa alle zehn Jahre kann man sein Gesicht liften lassen.

Wie ein Facelift im Einzelnen abläuft, ist individuell sehr unterschiedlich. Entscheidend ist unter anderem, welchen Bereich im Gesicht das Facelifting verjüngen soll – es sind folgende Varianten möglich (einzeln oder miteinander kombiniert):

  • Stirnlifting: Straffung der Stirn, Anhebung der Augenbrauen und Glättung der "Zornesfalten"
  • Schläfenlifting: Straffung der Augenpartie durch ein Lifting an den Schläfen
  • Halslifting: Straffung des Halses
  • Wangenlifting: Anhebung der Wangen
  • Erweiterte Halsstraffung: Lifting des Halses bei gleichzeitiger Entfernung von Kinnfett (Doppelkinn)

Auch die Tiefe der beim Facelift einbezogenen Gewebsschichten variiert: Die ersten kleinen Alterungszeichen im Bereich der Wangen und Schläfen können Chirurgen oder Chirurginnen durch reine Straffung der obersten Hautschicht verschwinden lassen. Ansonsten besteht das Facelifting in einem mehrschichtigen Anheben von Fett- und Bindegewebe sowie der Haut- und Gesichtsmuskulatur nach oben. Damit Gesichtsausdruck, Mimik und Lachen nach dem Gesichtslifting unverändert sind und das das Gesicht nicht maskenhaft aussieht, ist es wichtig, nicht rigoros alle Fältchen zu glätten.

Wie jede andere Operation ist auch ein Facelift mit gewissen Risiken verbunden, die sowohl während des Eingriffs als auch danach auftreten können. Darüber hinaus ist es nicht möglich, ein Facelifting rückgängig zu machen – das Ergebnis der Gesichtsstraffung bleibt also dauerhaft bestehen. Es ist daher ratsam, genau abzuwägen, ob (und wenn ja, in welchem Alter) man sein Gesicht straffen lassen möchte.

Geeigneten Arzt finden

Vor dem Facelift (Facelifting) heißt es, einen Arzt oder eine Ärztin für den Eingriff zu finden. Hier ist besondere Sorgfalt geboten, da das Ergebnis der Gesichtsstraffung maßgeblich von Können, Erfahrung und ästhetischem Empfinden des gewählten Chirurgen oder der Chirurgin abhängt.

Voraussetzung ist, dass es sich um einen Facharzt oder eine Fachärztin für plastische und ästhetische Chirurgie handelt. Alternativ kommen für ein Facelift auch jemand aus dem Hals-Nasen-Ohren-Bereich oder aus der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie infrage, sofern er oder sie über die entsprechenden Zusatzqualifikationen und entsprechenden Erfahrungen verfügt.

Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Arzt oder einer Ärztin für das Facelift finden Sie bei den jeweiligen Fachgesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC), der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) oder der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. (GÄCD) – dort können Sie nähere Informationen einholen.

Vorher

Ein Facelift (Facelifting) kann wie jeder operative Eingriff mit Risiken und Komplikationen einhergehen. Im Vorfeld sind daher einige Fragen zu klären, um Ihr individuelles Operationsrisiko einzuschätzen. So fragt der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin in einem Vorgespräch zum Beispiel,

  • ob irgendwelche Vorerkrankungen vorliegen,
  • ob Ihre Neigung zu Blutungen nach leichten Verletzungen erhöht ist,
  • ob Sie schnell blaue Flecke bilden oder
  • ob Sie vorhaben, in naher Zukunft Ihr Gewicht zu reduzieren.

Daneben ist es bei einem geplanten Facelift wichtig, dass Sie sich vorher allgemeinärztlich untersuchen lassen, wobei auch die notwendigen Laboruntersuchungen, die Blutdruckkontrolle und ein EKG (Elektrokardiographie) zu empfehlen sind.

Außerdem kann die Einnahme von Medikamenten, welche die Blutgerinnung hemmen, ein Operationsrisiko bedeuten: So können zum Beispiel Mittel gegen Rheuma oder Acetylsalicylsäure das Risiko für Blutungen nach dem Facelift erhöhen. Darum ist es wichtig, vorher – etwa zwei bis drei Wochen vor der Operation – solche Mittel nicht mehr einzunehmen.

Halten Sie aber vorher unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin! Wenn Sie zum Beispiel Gerinnungshemmer zur Thrombosephrophylaxe einnehmen (z. B. den Wirkstoff Phenprocoumon), ist es wichtig, dass Sie Sie diesen keinesfalls eigenmächtig absetzen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Sie vor dem Facelift gegebenenfalls auf ein anderes Medikament umstellen.

Da für Raucher das Risiko von Komplikationen bei einem Facelift deutlich erhöht ist, ist es ratsam, spätestens vier Wochen vorher auf Zigaretten zu verzichten. Auch Alkohol und Schlafmittel sind vor einem Facelifting weitgehend zu meiden.

Zusätzlich empfiehlt es sich, die Haut vor dem Facelift kosmetisch behandeln zu lassen. Ein weiterer Tipp zur Vorbereitung auf das Facelifting lautet, sich vorher die Haare ein wenig wachsen zu lassen, wenn Sie sie sonst kurz tragen: So können Sie Operationsnarben nach dem Facelifting besser verbergen.

Operation

Das "große" Facelift

Beim großen Facelift (Rhytidektomie) handelt es sich um eine umfangreiche Operation, die grundsätzlich mit einem Klinikaufenthalt verbunden ist. Der Eingriff findet unter Vollnarkose oder unter örtlicher Betäubung statt und dauert – je nach Operationstechnik und Umfang der Gesichtsstraffung – rund drei bis fünf Stunden.

Erst wenn Sie keine Schmerzen mehr verspüren, werden die für das Facelift nötigen Schnitte vorgenommen – so, wie vor der Operation mit Ihnen abgestimmt und vor dem Spiegel demonstriert. Je nach Facelifting unterscheidet sich der Schnittverlauf. Grundsätzlich gilt: Entlang des gewählten Schnittverlaufs wird die Haut vom darunter liegenden Unterhautgewebe gelöst und gestrafft. Dabei wird versucht, die Schnitte möglichst versteckt zu setzen, etwa über dem Haaransatz bis hinter die Ohren.

Heutzutage kommt das sogenannte SMAS-Facelifting ("Superfizielles Muskolo-Aponeurotisches System") zum Einsatz: Dabei handelt es sich um eine moderne Technik, bei der die obere Hautschicht vorsichtig ausgestrichen, gekürzt und fixiert wird. Durch dieses Vorgehen soll ein maskenhaftes Ergebnis vermieden werden, die Mimik soll möglichst beibehalten werden.

Eine gängige Methode: Das Fadenlifting

Das Fadenlifting ist eine beliebte Methode, die in der Regel ambulant und in lokaler Betäubung durchgeführt wird. Dieser Eingriff dauert nur rund 30 bis 60 Minuten.

Dabei hebt der Operateur oder die Operateurin erschlaffte Mimikmuskulatur sowie abgesunkenes Fett- und Bindegewebe an und verankert es durch hauchdünne Fäden an ihrem ursprünglichen Platz. Hierzu wird eine spezielle Nadel verwendet. Am Ende des Eingriffs werden die Wundränder mit versenkten Nähten verschlossen, die in der Haut verborgen und somit später unsichtbar sind. Sie lösen sich – anders als beim großen Facelift – selbstständig auf.

Weitere Facelift-Methoden:

Um leichte Zeichen der Alterung durch ein Facelift zu korrigieren, ist eine größere Operation nicht unbedingt nötig: Vor allem an der Stirn, im Wangenbereich und im Bereich der Augen werden zum Teil auch andere Techniken eingesetzt, etwa

  • die Schlüsselloch-Technik: eine minimal-invasive Methode, bei der die zum Lifting nötigen Schnitte deutlich kleiner ausfallen,
  • die Laserbehandlung: diese Behandlung hinterlässt keine Narben und die individuellen Gesichtszüge bleiben erhalten,
  • die Fillerbehandlung: hier wird Hyaluronsäure unter die Falten gespritzt. Nachteil: Der Effekt hält nur rund 18 Monate an, dann muss nachgespritzt werden,
  • die Faltenunterspritzung mit Eigenfett,
  • die Gesichtsstraffung mit Ultraschall,
  • das Minilifting: hier werden nur Teilbereiche des Gesichts behandelt.

Ziel

Beim Facelift (Facelifting) besteht das Ziel darin, das Erscheinungsbild des Gesichts zu verjüngen. Mithilfe der Operation lässt sich verloren gegangene Elastizität in Haut und Unterhautgewebe korrigieren, vor allem im Wangenbereich (sogenannte Bäckchen). Das Ergebnis nach einem Facelift ist ein frischeres und jugendlicheres Aussehen. Im Durchschnitt hat eine Gesichtsstraffung einen Verjüngungseffekt von ungefähr zehn Jahren. Der Vorher-Nachher-Effekt hängt maßgeblich von dem Können, der Erfahrung und dem ästhetischen Empfinden des Operateurs oder der Operateurin ab.

Den Alterungsprozess können Sie durch eine Gesichtsverjüngung allerdings nicht verlangsamen oder gar stoppen – das Facelift korrigiert nur die sichtbaren Folgen der Alterung. Die Operation hat auch kein völlig faltenfreies Gesicht zum Ziel: Kleine Fältchen bleiben nach dem Facelifting weiterhin sichtbar – würden auch sie konsequent gestrafft und geglättet, entstünde eine maskenhafte, starre Mimik. Trotzdem hat das Lifting des Gesichts eine verjüngende Wirkung, die auch während des fortschreitenden Alterungsprozesses bestehen bleibt.

Wie schnell Ihr Gesicht nach dem Facelift altert, hängt unter anderem von den individuellen Anlagen und der Beschaffenheit Ihres Gesichtsgewebes ab. Sie können nach der Operation aber auch aktiv dazu beitragen, Ihre Hautalterung zu verlangsamen: Dieses Ziel erreichen Sie durch entsprechende Gewohnheiten und Lebensumstände – dazu zählen zum Beispiel

Wenn Sie irgendwann mit Ihrem Aussehen nicht mehr zufrieden sind, können Sie Ihr Gesicht auch erneut straffen lassen: Ein Facelifting kann man etwa alle zehn Jahre wiederholen.

Aber: Ein Facelift können Sie nicht rückgängig machen – das Ergebnis der Operation bleibt also dauerhaft bestehen. Hat das Facelifting sein Ziel in Ihren Augen verfehlt, sind allerdings eventuell Nachkorrekturen möglich. Dies ist sinnvoll und zum Teil notwendig: Beispielsweise können Sie eine überschießende Narbenbildung im Nackenbereich nach etwa einem halben Jahr korrigieren lassen.

Nach der Operation

Nach einem Facelift (Facelifting) ist die Haut gespannt und geschwollen. Außerdem bilden sich nach der Operation Blutergüsse im Bereich der Wangen sowie unter dem Kinn. Wegen der gespannten Haut fühlt sich das gesamte Gesicht taub an.

Die durch das Facelift bedingten Schwellungen sind in den ersten beiden Tagen nach der Operation am deutlichsten ausgeprägt. Nach zwei bis drei Wochen klingen sie – ebenso wie die operationsbedingten Blutergüsse – fast vollständig ab. In seltenen Fällen sind infolge der Gesichtsstraffung die Nerven der Gesichtshaut und Gesichtsmuskeln geschädigt. Nach Ablauf mehrerer Wochen bis Monate ist dieser Schaden aber wieder von selbst behoben – bleibende Nervenschädigungen sind beim Facelifting sehr selten.

Grundsätzlich ist es bei jedem Facelift sinnvoll, sich in den ersten fünf bis sieben Tagen nach der Operation völlige Ruhe zu gönnen. Während dieser Zeit ist es ratsam, keine Cremes oder Salben auf die Haut aufzutragen. Acht Tage nach dem Facelifting können Sie in der Regel wie gewohnt duschen. Auch Make-up können Sie dann nach ärztlicher Rücksprache wieder auflegen.

Heilungsprozess

Beim Facelift (Facelifting) kann die Heilungsdauer nach der Operation unterschiedlich ausfallen: Der Heilungsprozess hängt unter anderem von der individuellen Veranlagung und dem Ausmaß des Eingriffs ab. Das endgültige Ergebnis der Gesichtsstraffung ist je nach deren Ausmaß erst nach einigen Monaten zu sehen.

In jedem Fall ist im Anschluss an das Facelift eine ambulante Nachsorge notwendig: Diese dient der Pflege des durch die Operation strapazierten Gesichtsbereichs und unterstützt den Heilungsprozess. Nach dem Facelifting auftretende Infektionen lassen sich dabei gezielt behandeln. Deren mögliche Folgen – wie beispielsweise eine breitere Narbenbildung – können Sie durch einen erneuten, kleinen Eingriff beseitigen lassen.

Nach dem Facelift ist auch eine professionelle kosmetische Nachbehandlung der Haut sinnvoll, da sie den Heilungsprozess vorantreiben kann. Eine gezielte Massage, die Lymphstauungen im Gesicht beseitigt (sog. Lymphdrainage), ist nach der Operation ebenso hilfreich.

Daneben können Sie selbst nach dem Facelift den Heilungsprozess unterstützen: So ist es ratsam, während der ersten vier Wochen nach der Operation auf Zigaretten zu verzichten. Gleiches gilt für blutverdünnende Medikamente (z. B. Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure). Das verringert das Risiko von Wundheilungsstörungen (sog. Wundrandnekrosen) und Nachblutungen. Außerdem empfiehlt es sich, nach einem Facelifting das Sonnenlicht für eine Dauer von vier Wochen zu meiden. Falls Sie sich dennoch der Sonne aussetzen, ist es wichtig, dass Sie für ausreichenden Sonnenschutz (d. h. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor) sorgen.

Kosten

Wie hoch bei einem Facelift (Facelifting) die Kosten ausfallen, lässt sich nicht genau sagen. Denn bei einer Gesichtsstraffung hängen die Preise stark von der Art des gewählten Eingriffs ab. Die ungefähren Kosten kann der behandelnde Facharzt oder die Fachärztin für plastische und ästhetische Chirurgie erst nach einem eingehenden Beratungsgespräch abschätzen.

Die für das Facelift anfallenden Kosten sind – ebenso wie bei allen anderen ästhetischen Eingriffen – aus eigener Tasche zu zahlen. Die Krankenkassen übernehmen bei einem Facelifting die Kosten nur unter Umständen, wenn der geplante Eingriff medizinisch begründet (sprich: krankheitsbedingt) ist. Auch die Frage nach der Kostenübernahme lässt sich im Gespräch individuell klären.