Ein Chirurg hält mit einer Patientin Rücksprache zu einer Brustvergrößerung und zeigt ihr die Implantate.
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Brustvergrößerung (Mammaaugmentation)

Das Thema Brustvergrößerung (Mammaaugmentation) hat in den letzten Jahrzehnten enorm an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Frauen lassen sich Implantate einsetzen. Lesen Sie hier, wie eine Brustvergrößerung abläuft und mit welchen Kosten und gesundheitlichen Risiken sie einhergeht.

Allgemeines

Die Motive für eine Brustvergrößerung (Mammaaugmentation) können unterschiedlich sein. So sehen einige Frauen darin zum Beispiel eine Möglichkeit, ihr Selbstbewusstsein und ihr Selbstwertgefühl zu steigern. Manchmal gibt es aber auch medizinische Gründe für eine Brustvergrößerung, etwa, wenn ein Busen deutlich kleiner als der andere ist und dies zu einem Ungleichgewicht führt, das orthopädische Folgen nach sich zieht. Auch Frauen, die ihre Brüste durch eine Amputation, etwa aufgrund von Brustkrebs, verloren haben, entscheiden sich mitunter zu einer Operation.

Unabhängig von den individuell unterschiedlichen Motiven ist klar: Entscheidet sich eine Frau für eine Brustvergrößerung, dann findet sie heutzutage in der Schönheitschirurgie gute Bedingungen für eine Brust-OP vor.

Die Kosten für eine rein ästhetische, das heißt medizinisch nicht notwendige Brustvergrößerung müssen dabei in der Regel aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Im Gegenzug wird die Patientin mit modernen Techniken der plastischen und ästhetischen Chirurgie sowie stets weiterentwickelten Materialien (etwa neue Generationen von Silikon-Brustimplantaten) behandelt. Sie ermöglichen es, den Busen mit guten Ergebnissen zu verändern.

Trotzdem sollte klar sein: Wie jede andere Operation auch birgt eine Brustvergrößerung gewisse Risiken und führt im ungünstigen Fall zu Komplikationen. Da eine Brust-OP häufig ein rein kosmetischer und damit ein medizinisch nicht notwendiger Eingriff ist, gilt es, das Für und Wider bei der Entscheidung genau abzuwägen.

Dies ist eng mit der Frage verknüpft, ob die Unzufriedenheit mit der eigenen Brust tatsächlich groß genug ist, um einen Eingriff zu rechtfertigen. Denn die Meinungen zur Größe des Busens und dem Thema Brustvergrößerung gehen weit auseinander. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Manche Frauen und Männer sehen in einer großen Brust das Symbol für einen attraktiven und sinnlichen Frauenkörper, andere messen dieser Frage wenig Bedeutung zu oder bevorzugen eher "normal-große" oder "kleine" Brüste.

Dazu kommt, dass es keine einheitliche Definition für eine große Brust gibt. Vielmehr beeinflussen eine Reihe von Faktoren Aussehen und Größe der Brust: Körpergröße, Statur, Gewicht, Haltung und Muskulatur der jeweiligen Frau bestimmen mit, wie ihre Brüste im Verhältnis zum Körper wirken.

Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Eingriff: Wählen Sie einen qualifizierten Arzt oder eine Ärztin. Hier ist besondere Sorgfalt geboten, da das Ergebnis einer Brustvergrößerung maßgeblich von Können, Erfahrung und ästhetischem Empfinden des gewählten Chirurgen oder der Chirurgin abhängt.

Lesetipp: So finden Sie die richtige Klinik

Ein erster Anhaltspunkt für die Qualität eines Arztes oder einer Ärztin ist eine in Deutschland erworbene Bezeichnung als "Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie". Zudem sollte der infrage kommende Arzt oder die Ärztin einer einschlägigen Fachgesellschaft wie etwa der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) oder der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) angehören.

Voraussetzungen und Ziele

Der Begriff "Brustvergrößerung" fasst alle Maßnahmen zusammen, die im Ergebnis das Volumen der Brust vergrößern und somit ihre Form verändern.

In den meisten Fällen werden die Brüste mithilfe von Brustimplantaten ("Silikonkissen") vergrößert. Ziel einer Brustvergrößerung sind hierzulande meist vergrößerte, straffe, volle und möglichst symmetrische Brüste, die nicht als "Silikonbusen" zu erkennen sind.

Im Idealfall macht eine Brustvergrößerung die behandelte Frau zufriedener und hilft ihr, ein besseres Verhältnis zu ihrem Körper zu entwickeln. Allerdings dürfen die durch Idealbilder geprägten Erwartungen an eine Brust-OP nicht zu groß sein. Wer realistisch einschätzt, welches Ergebnis möglich ist, beugt Enttäuschungen vor.

Über das subjektive Gefühl "Ich habe eine zu kleine Brust" hinaus unterziehen sich Frauen vorwiegend aus einem der folgenden Gründe einer kosmetischen Brustvergrößerung:

  • anlagebedingt zu kleine Brüste im Verhältnis zu Körpergröße und -gewicht (Fachbegriffe: Mammahypoplasie, Mikromastie)
  • unterschiedlich große Brüste (Asymmetrie)
  • Brustschrumpfung (Mammainvolution) mit Hautüberschuss und/oder veränderter Brustform nach Schwangerschaft oder Stillzeit
  • anlagebedingte Fehlform der Brüste: z. B. Schlauchbrüste (tubuläre Brüste)
  • als Rekonstruktion nach Amputation durch beispielsweise Brustkrebs
  • Brusterschlaffung (Fachbegriffe: Mastoptose, Mammaptose): z. B. nach starkem Gewichtsverlust (Abnehmen) oder wenn die Brüste altersbedingt erschlaffen

Brustschrumpfung, Schlauchbrüste und Brusterschlaffung behandelt der Chirurg unter Umständen mit einer kombinierten Operation aus Brustvergrößerung und Bruststraffung.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Brustvergrößerungen mit körpereigenem Gewebe und solchen mit künstlichen Brustimplantaten.

Für kosmetische Brustvergrößerungen eignet sich die Methode mit körpereigenem Gewebe weniger, da die Operation sehr aufwendig ist. Zumeist vergrößert der Chirurg oder die Chirurgin die Brüste in Absprache mit der Frau mittels künstlicher Brustimplantate.

Was spricht gegen eine Brustvergrößerung?

In der Mehrzahl der Fälle liegt kein medizinischer Grund und damit auch keine medizinische Notwendigkeit für eine Brustvergrößerung vor. Vielmehr entscheiden sich Frauen aus ästhetischen Gründen für eine Brust-OP. Hier sieht der Gesetzgeber eine "schonungslose Aufklärung" vor. Der Arzt oder die Ärztin wird daher die eigentlichen Motive für die Operation besonders eingehend erfragen und die Frau über alle Aspekte – insbesondere die Risiken – des Eingriffs informieren.

Dies gilt vor allem für sehr junge Frauen. Der Chirurg oder die Chirurgin wird ihnen im Gespräch erläutern, dass das Körperwachstum zum Zeitpunkt der Operation abgeschlossen sein sollte. Auch Themen wie Familienplanung und Stillen kommen zur Sprache. Wollen Minderjährige sich trotzdem operieren lassen, so müssen die gesetzlichen Vertreter – in der Regel die Eltern – schriftlich ihr Einverständnis erklären.

Entscheidet sich eine Frau für eine Brustvergrößerung, muss der behandelnde Arzt oder die Ärztin im Beratungsgespräch insbesondere mögliche persönliche Probleme oder psychische Störungen als Ursache für die Entscheidung ausschließen. Denn manchmal wünscht nicht die Frau selbst den Eingriff – stattdessen steckt der Wunsch des Partners hinter dem Anliegen, eine Brust-OP vornehmen zu lassen. In einem solchen Fall würde der Eingriff abgelehnt werden.

Erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Brustvergrößerung?

Auch wenn das familiäre Brustkrebsrisiko und damit das eigene Brustkrebsrisiko potenziell erhöht sind, gilt es, die Vor- und Nachteile einer gewünschten operativen Brustvergrößerung besonders sorgfältig abzuwägen. Der Grund: Durch Brustimplantate ist das Drüsengewebe der Brust bei der Röntgenuntersuchung der Brüste (Mammographie) teilweise schlechter zu erkennen. Ärzte können so auffällige Veränderungen leichter übersehen als ohne die Brustimplantate. Der Arzt oder die Ärztin fragt die Patientin daher gezielt nach möglichen Risikofaktoren, die auf ein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, hindeuten. Das Brustkrebsrisiko selbst steigt nach aktuellem Kenntnisstand durch ein Brustimplantat jedoch nicht.

Außerdem gibt es weitere Erkrankungen, die eine Brustvergrößerung ausschließen oder gegen den Eingriff sprechen:

Brustimplantate

Brustimplantate gehören zu den Medizinprodukten und unterliegen deswegen dem Medizinproduktegesetz. Sie müssen besonders strenge Anforderungen an Qualität und Sicherheit erfüllen. Brustimplantate werden daher besonders intensiv und umfangreich geprüft. In jedem Fall muss das verwendete Implantat eine CE-Kennzeichnung (Conformité Européenne) tragen – sie belegt, dass das Implantat den europäischen Anforderungen an Qualität und Sicherheit standhält.

Brustimplantate können rund oder tropfenförmig sein, außerdem gibt es sie in unterschiedlichen Größen. Sie sind meist mit einem dieser Materialien gefüllt:

  • Silikongel
  • Kochsalzlösung
  • Hydrogel

Die Hülle der Brustimplantate ist entweder glatt oder angeraut (texturiert) und besteht in der Regel aus weichem Silikon. Silikon ist eine gummiartige Substanz, die aus Silizium hergestellt wird. Implantate mit glattwandiger Oberfläche sind weicher und sollen "gefühlsechter" sein als solche mit angerauter Oberfläche. Eine mögliche Komplikation ist die verhärtende Kapselbildung (sog. Kapselfibrose). Sie tritt bei Brustimplantaten mit glatter Hülle häufiger auf als bei Implantaten mit rau strukturierter Hülle. Chirurgen raten daher meist zur angerauten Form.

Silikongel

Die Füllung der Brustimplantate besteht – entsprechend dem heutigen Standard in Deutschland – aus Silikongel. Hinsichtlich der Sicherheit von Silikongel kommen immer wieder Diskussionen auf. Grundsätzlich gilt: Je zähflüssiger das enthaltene Silikongel, desto größer die Sicherheit. Der Grund: Gelangt Silikon ins Gewebe, so kann das zu örtlichen Komplikationen führen. Dies gilt umso mehr für dünnflüssiges Silikongel.

Neuere Implantate sind deswegen in der Regel mit hochvernetztem, sogenanntem kohäsivem Silikongel gefüllt, das dickflüssiger ist als herkömmliches Silikongel. Der Vorteil: Falls doch einmal ein Silikonimplantat platzt und das Gel ausläuft, verteilt es sich nicht so weit im umgebenden Gewebe. Prinzipiell ist bei modernen, anatomisch geformten Implantaten die Gefahr äußerst gering, dass sie auslaufen oder frühzeitig ihre Form verändern.

Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Tragen eines Silikon-Brustimplantats und anderen Erkrankungen – wie etwa Autoimmunerkrankungen oder Brustkrebs – ist bis heute nicht nachweisbar. Ebenfalls fehlen Belege dafür, dass Mütter mit Silikonimplantaten beim Stillen ihrem Kind schaden könnten.

Kochsalzlösung

Kochsalzlösung ist das ungefährlichste, körperfremde Füllmaterial für Brustimplantate. Falls doch einmal Kochsalzlösung austritt, dann nimmt das umgebende Gewebe sie problemlos auf. In den USA verwendet man auch aus diesem Grund vorzugsweise Brustimplantate mit Kochsalzlösung. Allerdings verringert sich ihr Volumen Laufe der Zeit (sog. Deflation) und die verbleibende Flüssigkeit kann dann gluckern. Im Vergleich zu den mit Silikongel gefüllten Implantaten fühlen sich die mit Kochsalzlösung gefüllten Kissen außerdem weniger natürlich an.

Hydrogel

Bei Brustimplantaten, die mit Hydrogel gefüllt sind, zeigt sich vermehrt folgendes Phänomen: Trotz einer unversehrten Hülle tritt in geringen Mengen Füllmaterial aus. Umgekehrt kann auch Gewebeflüssigkeit in das Implantat eindringen und es vergrößern. Für Füllmaterialien aus Hydrogel liegen darüber hinaus noch keine Langzeituntersuchungen zur Verträglichkeit vor.

Weitere Methoden

Seltener kommt bei einer Brustvergrößerung eine sogenannte Dehnungsprothese oder eine Expanderprothese zum Einsatz.

Dehnungsprothesen setzt der Arzt oder die Ärztin ein, nachdem er das Brustgewebe entfernt hat. Er füllt die Prothese schrittweise mit steriler Kochsalzlösung. Dies dehnt die Haut vor und schafft Platz für das endgültige Implantat. Expanderprothesen sind Brustimplantate mit zwei Hüllen: Sie enthalten neben einem Gelkern auch ein mit Kochsalzlösung füllbares Fach. Ihr Vorteil: Sie wird aufgedehnt und muss nicht ausgetauscht werden. Folglich entfällt für die so behandelte Frau eine zweite Brust-OP.

Brustimplantate dienen nicht nur rein kosmetischen Zwecken wie bei der ästhetischen Brustvergrößerung, sie kommen auch in folgenden Situationen zum Einsatz:

  • Um die Brust wieder aufzubauen, wenn Brustkrebs oder eine Verletzung zu einer Teilentfernung der Brust geführt haben (rekonstruktiver chirurgischer Eingriff).
  • Um anlagebedingt fehlendes Brustdrüsengewebe (Mamma-Aplasie) aufzubauen.

Form und Größe

Das Zusammenspiel verschiedener Faktoren bestimmt, welche Größe und Form das Brustimplantat haben sollte:

  • Körpergröße
  • Form des Brustkorbs
  • Menge des vorhandenen Brustgewebes
  • Dehnbarkeit und Beschaffenheit der Brusthaut
  • Zustand der Brustdrüsen

Das Volumen der Kissen reicht von etwa 80 bis circa 800 Millilitern. Häufig entscheidet sich die behandelte Frau in Absprache mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin für Brustimplantate mit einer Größe zwischen 200 und 350 Millilitern – 200 Milliliter entsprechen dabei etwa einer Cup-Größe. Allgemeingültige Zahlen gibt es aber nicht: Je nach Figur und Statur der Frau kann ein solches Volumen deutlich zu groß oder zu klein sein. Eine individuelle Beratung ist daher besonders wichtig.

Jede Frau, die sich die Brust mit Implantaten vergrößern lässt, erhält einen Implantatpass mit den folgenden Informationen:

  • den Tag der Operation,
  • die Größe und Form der Implantate sowie
  • die verwendete OP-Technik.

Operation

Eine Brustvergrößerung dauert etwa ein bis zwei Stunden. Meist findet sie unter Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) statt. Manche Kliniken bieten aber auch eine Brustvergrößerung in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) an.

Um mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, ist es ratsam, eine entsprechend ausgestattete Klinik zu wählen. Die Nachbehandlung in der Klinik dauert etwa ein bis drei Tage.

Sobald Größe und Material der Brustimplantate feststehen, gilt es noch zwei Dinge vor einer Brustvergrößerung zu entscheiden:

  1. OP-Methode: Lage des Implantats auf oder unter dem Brustmuskel
  2. Schnitttechnik

OP-Methode: Lage des Implantats

Bei einer Brustvergrößerung kann das Brustimplantat entweder unter dem Brustmuskel oder zwischen Brustmuskel und Brustdrüse platziert werden. Vor allem Dicke und Beschaffenheit des Drüsen- und Weichteilgewebes sowie Form und Größe der Brüste beeinflussen die Entscheidung für die geeignete Operationsmethode. Beide Methoden bieten dabei unterschiedliche Vor- und Nachteile:

Lage des Implantats unter dem Brustmuskel

Vorteile:

  • Das Implantat kann kaum verrutschen.
  • Es liegt gut geschützt unter Gewebe und Muskulatur.
  • Bei schlanken Frauen mit kleiner Brust ist es schlechter zu sehen und zu tasten und somit weniger auffällig.
  • Die Lage des Implantats unter dem Brustmuskel erleichtert es, Brustkrebs bei einer Röntgenaufnahme der Brust (Mammographie) frühzeitig zu erkennen.
  • Die Brustdrüse bleibt unversehrt.

Nachteile:

  • Bei dieser Methode wird mehrfach in den Brustmuskel geschnitten – das kann die Beweglichkeit der Arme einschränken.

Lage des Implantats auf dem Brustmuskel

Vorteile:

  • Die Brüste erhalten eine sehr natürliche Form und behalten ihre natürliche Beweglichkeit.
  • Die Brustimplantate stören weniger, wenn die Trägerin Sport treibt. Der Grund: Sie verändern beim Anspannen der Brustmuskeln weder ihre Lage noch bewegen sie sich mit.
  • Nach der Operation schmerzt und spannt die operierte Brust weniger.
  • Mit dem Alter senken sich die Implantate gemeinsam mit der Brust ab.

Nachteile:

  • Bei schlanken Frauen zeichnen sich die Brustimplantate deutlicher ab.
  • Eventuell erschwert das Implantat, ein Röntgenbild der Brust zu beurteilen.

Schnitttechnik

Der Chirurg oder die Chirurgin setzt die Brustimplantate entweder über einen Schnitt in der Brustfalte (Brustumschlagsfalte), einen Schnitt in der Achselhöhle (axillär) oder über einen Schnitt am Rande der Brustwarze entlang des Brustwarzenhofs ein. Auch über den Bauchnabel ist eine Brustvergrößerung möglich, dieser Eingriff ist jedoch eher selten. Die Wahl des Zugangs richtet sich vor allem nach Form und Größe der Brüste, Durchmesser des Vorhofs der Brustwarzen, Füllmaterial und erwünschtem Volumen des Brustimplantats.

Bei allen Methoden wird die Haut sowie das darunterliegende Fettgewebe durchtrennt. Dann wird eine Art Tasche gebildet, in die das Implantat eingesetzt wird. Sobald das Implantat richtig platziert ist, vernäht der Chirurg oder die Chirurgin die Schnitte und klebt sterile Pflaster über die Nähte.

Brustumschlagsfalte (infra- oder submammär):

Ein etwa drei bis sechs Zentimeter langer Schnitt in der unter der Brust gelegenen Falte gilt als sicherster Zugang. Diese Schnitttechnik bietet eine gute Übersicht und erleichtert es, zu operieren und Blutungen zu stillen. Ein möglicher, langfristiger Nachteil für die Patientin: Auf dem Rücken liegend sind aus der Nähe Narben sichtbar. Sie werden in seltenen Fällen sehr wulstig und damit unschön.

Achselhöhle (axillär):

Die Länge des Schnitts entspricht in etwa der Schnittlänge in der Brustumschlagsfalte. Der Zugang über die Achselhöhle ist sehr anspruchsvoll, da er weniger übersichtlich ist. Der Weg bis zu der Stelle, wo das Brustimplantat liegen soll, ist zudem recht weit entfernt. Die verhältnismäßig große Entfernung erschwert es dem Arzt oder der Ärztin, die Taschen für die Implantate gleichmäßig zu formen. Vorteil: Narben, die ein Achselschnitt hinterlässt, sind im Gegensatz zu Schnitten in der Brustumschlagsfalte später von vorne nicht zu erkennen. Hebt die Frau allerdings ihre Arme, dann sind Narben mitunter zu sehen.

Brustwarzenhof (periareolär):

Ein Schnitt im Bereich der Brustwarze – entlang des Brustwarzenhofs – kommt nur dann infrage, wenn der Chirurg oder die Chirurgin kleine Brustimplantate oder leere, später mit Kochsalzlösung befüllbare Kissen einsetzt. Der Zugang ist eng und bietet schlechtere Sichtverhältnisse als die anderen beiden Schnitttechniken. Außerdem werden sensible Nerven und Drüsengewebe durchtrennt. Er öffnet unter Umständen Milchgänge, die sich infizieren können. Eindeutiger Vorteil der Methode: Die entstehende Narbe ist kaum sichtbar.

Heilungsprozess

Einen Tag nach der Brustvergrößerung vergewissert sich der Chirurg oder die Chirurgin, ob die Brustimplantate tatsächlich an der richtigen Position sitzen. Dabei werden Brüste und Achseln auf eventuelle Hautverfärbungen, Empfindungsstörungen, Schwellungen und Blutergüsse untersucht. In der Regel verschwindet ein Großteil der Beschwerden in den ersten Wochen nach der OP. Falls nach der OP feine Schläuche (Drainagen) im Gebiet der Wunde eingelegt worden sein, dann verbleiben sie dort für ein bis zwei Tage. Eine Drainage sorgt dafür, dass das Blut besser abfließt.

Die Operationsnähte bestehen entweder aus nicht-auflösbaren Fäden, die nach etwa 10 bis 14 Tagen gezogen werden, oder aus Fäden, die sich selbst nach gewisser Zeit auflösen. Sobald der Arzt oder die Ärztin den ersten Verband abgenommen hat, sorgt ein spezieller BH dafür, dass sich die Brüste möglichst wenig bewegen und gut gepolstert sind. So unterstützt er den Heilungsverlauf. Diesen BH trägt die behandelte Frau für mindestens sechs Wochen.

Während der ersten Tage nach der Brustvergrößerung können die Wunden schmerzen, wenn die Frau die Arme bewegt. Außerdem können sich die Brüste gespannt anfühlen. Meist ist der operierte Bereich noch einige Wochen nach der Brustvergrößerung angeschwollen. Alle Beschwerden sollten jedoch während des Heilungsprozesses abklingen.

Wer diesen Prozess positiv beeinflussen möchte, der sollte sich für einen gewissen Zeitraum nach der Operation Urlaub nehmen. Grundsätzlich gilt es, sich für die Dauer von mindestens sechs Wochen nach dem Eingriff ausreichend Ruhe zu gönnen und sich körperlich zu schonen. Schwere körperliche Arbeit verbietet sich für den Zeitraum von etwa acht Wochen nach der Brust-OP.

Verlauf

Eine Brustvergrößerung verläuft meist ohne Probleme oder Spätfolgen. Geduld ist dennoch gefragt: Das endgültige Ergebnis der Brustvergrößerung lässt sich meist erst nach einigen Monaten abschließend beurteilen.

Im ungünstigen Fall zieht eine Brustvergrößerung weitere chirurgische Eingriffe nach sich. Der Grund: Eingesetzte Brustimplantate nutzen sich ab und können altern und fehlerhaft werden. Zusätzlich können äußere Einwirkungen wie ein Schlag auf die Brust, ein Unfall oder ein Sturz das Brustimplantat schädigen. Wie lang die Lebensdauer im Einzelfall ist, lässt sich nicht vorhersagen, es gibt durchaus Beispiele, dass Implantate mehrere Jahrzehnte gut überstehen und kein weiterer Eingriff nötig ist.

Ist ein Implantat beschädigt, gibt es zwei Herangehensweisen:

  1. Das alte Brustimplantat wird gegen ein neues ausgetauscht.
  2. Das Brustimplantat wird ersatzlos entfernt. Dann ist meist eine Bruststraffung nötig.

Komplikationen

Treten bei einer Brustvergrößerung Komplikationen auf, dann hängen sie entweder direkt mit der Operation zusammen oder entwickeln sich längerfristig als Folge der Brustimplantate.

Mögliche Komplikationen im Zusammenhang mit einer Brustvergrößerung sind:

  • Blutungen und Nachblutungen
  • Infektionen
  • Wundheilungsstörungen
  • Gewebsnekrosen (absterbendes Gewebe)

Nach der Operation können die Brustwarzen kurzzeitig oder auf Dauer weniger empfindlich sein. Wurden die Brustwarzen bei der Operation versetzt, kann die Frau möglicherweise nicht mehr stillen.

Wie jede andere Operation hinterlässt auch eine Brustvergrößerung Narben. Bei den meisten Frauen verblassen sie im Laufe der Zeit. Da das Brustgewebe generell eher zu Narbenwucherungen neigt als anderes Gewebe im Körper, entwickeln sich in seltenen Fällen unschöne, wulstig aussehende Narben (überschießende Narbenbildung).

Kapselfibrose (verhärtende Kapselbildung)

Eine sogenannte Kapselfibrose ist die häufigste Komplikation einer Brustvergrößerung mit Brustimplantaten. Die Ursache: Der Körper erkennt die Brustimplantate als körperfremd und reagiert entsprechend: Er umgibt sie mit einer Kapsel aus Bindegewebe. In der Regel ist diese Kapsel zart und weich. Verdickt, verhärtet und schrumpft die Kapsel, führt das im ungünstigen Fall dazu, dass es schmerzt, dass sich das Implantat verlagert oder sich die Brust verformt und einzieht. Dann liegt eine sogenannte Kapselfibrose vor. Sie entsteht nach unterschiedlich langer Zeit und kann mehr oder weniger stark ausgeprägt sein.

Bei rund vier von 100 Frauen hat sich zwei Jahre nach der Brustvergrößerung eine Kapselfibrose entwickelt, bei rund 15 von 100 Frauen innerhalb von zehn Jahren nach der OP. Frauen, die eine Strahlenbehandlung erhalten haben, haben ein erhöhtes Risiko für eine Kapselfibrose. Nur bei wenigen Frauen prägt sich die Kapselfibrose so schwerwiegend aus, dass das Brustimplantat entfernt oder ausgetauscht werden muss. Nach einer Korrektur kann erneut eine Kapselverhärtung auftreten. In manchen Fällen wird empfohlen, das Implantat ersatzlos zu entfernen. Dank moderner Implantate mit verbesserten Eigenschaften der Silikonhülle tritt die Kapselfibrose jedoch immer seltener auf.

Weitere Komplikationen einer Brustvergrößerung durch Brustimplantate können sein:

  • Die Implantathülle zeigt Risse.
  • Füllmaterial tritt aus dem Implantat ins umliegende Gewebe aus.
  • Flüssigkeit fließt aus dem umliegenden Gewebe in das Implantat ein.
  • Infektionen treten auf (z.B. durch Bakterien).
  • Das Implantat verrutscht innerhalb der Brusttasche.
  • Kalziumablagerungen treten auf.
  • Die Wundheilung verzögert sich.

Treten dauerhaft Komplikationen auf, dann muss in der Regel erneut operiert werden. Bei schweren Komplikationen ist in sehr seltenen Fällen eine Amputation der Brust notwendig. Sie schützt die Frau beispielsweise vor einem weiteren Umgreifen einer Infektion, die sich zuvor in der Brust entwickelt hat.

Achtung: Falls sich plötzlich Volumen, Form, Konsistenz, Farbe oder Temperatur der Brust verändern, müssen Sie die Ursache unverzüglich mit Ihrem Operateur oder Ihrer Operateurin abklären.

Implantate und Brustkrebsrisiko

Brustimplantate erhöhen das Brustkrebsrisiko nach derzeitigem Wissen nicht. Aber: Wer Brustimplantate trägt, erschwert dem Arzt, einen möglicherweise vorhandenen Tumor durch eine Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie) zu erkennen. Zusätzliche Untersuchungen mit Ultraschall und eventuell auch einer Magnetresonanztomographie (MRT) können nötig werden.

Kosten und Alternativen

Für die eigentliche Brustvergrößerung liegen die Kosten bei mindestens 3.500 Euro. Da bei der Brust-OP ebenfalls Kosten für Materialien, Narkose und die Folgebehandlung in der Klinik anfallen, liegen bei einer Brustvergrößerung die Kosten insgesamt zwischen 5.000 und 6.000 Euro. Wird die Brust zusätzlich gestrafft, dann sind die Kosten deutlich höher.

Wer übernimmt die Kosten für eine Brustvergrößerung?

Das kommt darauf an, warum Brustimplantate eingesetzt werden: Erfolgt die Implantation aus medizinischen Gründen (z.B. Wiederherstellung der Brust nach Krebsoperation), übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten in Höhe der vertraglich vereinbarten Vergütungssätze. Voraussetzung ist, dass die Operation in einer von den Krankenkassen zugelassenen Einrichtung erfolgt. Entscheidet sich die Frau aus ästhetischen Gründen für eine solche Brust-OP, trägt sie die entstehenden Kosten selbst. In jedem Falle ist es ratsam, die Kostenübernahme vorab zu klären. Treten nach einer ästhetischen Brustvergrößerung Komplikationen auf, muss die Frau auch dafür die Kosten selbst tragen. Dies kann mitunter sehr teuer werden.

Alternativen zur Operation

Viele Frauen wünschen sich eine natürliche Brustvergrößerung – ganz ohne Operation. Für schlanke Frauen ist die einfachste und natürlichste Art der Brustvergrößerung eine Gewichtszunahme. Das hilft allerdings nicht immer: Bei manchen Frauen ändert sich die Größe der Brust nicht wesentlich, wenn sie zunehmen.

Für sie und alle anderen Frauen, die mit ihrer Brustgröße nicht zufrieden sind, gibt es verschiedene Tricks, den Busen ins rechte Licht zu rücken. Als Grundregel gilt: Stehen Sie zu Ihren Brüsten! Frauen, die selbstbewusst auftreten und auch eine vermeintliche kleine Brust mit Stolz präsentieren, strahlen Zufriedenheit aus und wirken attraktiver. Mit diesen Hilfsmitteln können Sie zusätzlich die Attraktivität Ihres Busens unterstreichen, wenn Sie das Bedürfnis danach verspüren:

  • Push-up-BH (führt optisch zu mehr Volumen)
  • BH-Einlagen
  • Sport: Brustmuskeltraining kann indirekt die Brüste formen. Der Grund: Die Brustdrüse liegt auf dem kleinen und großen Brustmuskel.
  • Eine gute Haltung (Schultern zurück, Brustbein raus)
  • Hautpflege für ein schönes Dekolleté
  • Klebefolien: Sie sorgen dafür, dass alles gut sitzt.

Injektionen mit Eigenfett oder Hyaluronsäure werden ebenfalls angeboten. Während Eigenfett durchaus längerfristig gute Resultate zeigt, muss bei Hyaluronsäure immer wieder nachgespritzt werden, um Form und Größe der Brust zu erhalten.