Das Bild zeigt den dicken Bauch eines Mannes.
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Bodylift

Wer extremes Übergewicht hatte und durch Gewichtsabnahme endlich sein Zielgewicht erreicht, hat manchmal ein Problem: Denn durch das starke Übergewicht können die Bindegewebsstrukturen der Haut so überdehnt worden sein, dass sie möglicherweise beim Abnehmen nicht mitschrumpft. Stattdessen bleibt die überflüssige Haut oft in Form von großen Lappen zurück. In solchen Fällen bietet ein Bodylift eine gute Möglichkeit, wieder eine annehmbare Körperkontur zu erhalten.

Allgemeines

Für Betroffene ist solch ein Zustand oft in mehrfacher Weise belastend. Denn obwohl die löbliche Entscheidung zur Gewichtsverringerung zum Erfolg geführt hat, ist der Körper durch die verbleibenden Hautlappen, die zum Teil tannenbaumartig am Körper herabhängen, beinah entstellt. Das ist für viele Betroffene psychisch sehr belastend. Gleichzeitig können die Hautlappen zu gesundheitlichen Problemen führen: Unter den Lappen bilden sich mitunter Pilzinfektionen und die Haut scheuert sich darunter manchmal schmerzhaft wund. Auch die Beweglichkeit kann durch die Hautlappen eingeschränkt sein. In solchen Fällen ist ein Bodylift deutlich mehr als ein kosmetischer Eingriff – er verhilft vielmehr dazu, den Leidensdruck aufzulösen und wieder ein normales Leben führen zu können. Denn er kann in einem einzigen Eingriff gleich drei Körperregionen wieder straffen: Bauch, Gesäß und Oberschenkel.

Der Bodylift ist ein großer operativer Eingriff, bei dem eine gürtelförmige Narbe um die Körpermitte zurückbleibt. Betroffene erhalten durch die Methode wieder eine Taille und normale Körperkonturen.

Für den Eingriff und die Erholungszeit danach sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Da eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für die Operation nicht ausgestellt werden kann, müssen Sie rechtzeitig Urlaub einplanen. Ist der Eingriff nicht nur kosmetischer Natur, besteht unter Umständen die Chance, dass sich die Krankenkasse an den Kosten der Operation ganz oder teilweise beteiligt.

Ziele

Ziel eines Bodylifts ist es, extreme Hautüberschüsse chirurgisch zu entfernen, die in der Regel die Folge einer starken Gewichtsabnahme sind und sich auch durch Sport oder kosmetische Behandlungen nicht mehr straffen lassen. Beim Bodylift wird die Haut von Bauch, Oberschenkeln und Gesäß in einer einzigen großen Operation gestrafft. Dadurch erhält der Betroffene eine neue Körperkontur und eine erkennbare Taille.

Gesundheitliche Probleme durch die überhängenden Hautlappen, wie Hautpilze, aber auch die psychische Belastung, durch die große und auch ersehnte Gewichtsabnahme einen unansehnlichen Körper bekommen zu haben, lassen sich so in den Griff bekommen.

Vor der OP

Für die Durchführung eines Bodylifts müssen Sie vor der OP auf einige Dinge achten, wie zum Beispiel:

  • Haben Sie bei Ihrer Gewichtsverringerung das Ziel noch nicht ganz erreicht, sollten Sie versuchen, dieses unbedingt vor der OP zu erreichen. Ihr erreichtes Gewicht sollte außerdem sechs Monate vor der OP nicht mehr schwanken.
  • Lassen Sie Ihren Gesundheitszustand vor dem Bodylift checken. Lassen Sie die Operation nur durchführen, wenn Sie gesundheitlich nicht beeinträchtigt sind.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Schönheitschirurgen über mögliche Risiken und Komplikationen des Bodylifts aufklären.
  • Verzichten Sie vor der OP auf Schlafmittel und Alkohol.
  • Stellen Sie mindestens eine Woche vor dem Bodylift das Rauchen ein, denn Rauchen kann die Wundheilung nachteilig beeinflussen.
  • Nehmen Sie 10 bis 14 Tage vor der Operation keine Medikamente mehr ein, welche die Blutgerinnung hemmen (z.B. Acetylsalicylsäure), da diese Blutungen nach der OP fördern können. Müssen Sie regelmäßig Wirkstoffe wie Phenprocoumon einnehmen (z.B. zur Thromboseprophylaxe), die ebenfalls die Blutgerinnung hemmen, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, ob der Wechsel auf ein anderes Medikament möglich ist.

Operation

Vor dem Bodylift markiert der Arzt am stehenden Patienten, welche Hautbereiche zu viel sind und wie der geplante Schnittverlauf ist. Für den chirurgischen Eingriff ist eine Vollnarkose notwendig. Während der Operation schneidet der Chirurg auf der Höhe des Beinansatzes einmal rund um den Körper: vom Oberschenkel zur Leiste bogenförmig über den Beckenkamm und von dort unterhalb der Gesäßfalte über den anderen Oberschenkel, sodass sich der Schnitt kreisförmig schließt. Ein zweiter Schnitt verläuft am Bauch einmal um die Taille herum.

Anschließend strafft der Chirurg die Haut, indem er sie an den Beinen hochzieht, und entfernt überflüssiges Haut- und Fettgewebe. Auch Gesäß und Bauchdecke werden neu geformt, sodass wieder eine Taille erkennbar ist. Eine Bodylift-Operation dauert in der Regel vier bis sechs Stunden.

Nach der OP

Ein Bodylift ist ein großer operativer Eingriff. Nach der OP müssen Sie deshalb noch bis zu sechs Tagen stationär in der Klinik bleiben. Bis Sie sich vollständig von dem Eingriff erholen, vergehen in der Regel zwei bis drei Monate. Arbeitsfähig sind Sie nach durchschnittlich zwei bis vier Wochen wieder, Sport und schwere körperliche Anstrengungen sollten Sie in den ersten vier bis acht Wochen nach der OP jedoch vermeiden. Auch danach sollten Sie mit Sport erst vorsichtig wieder anfangen.

In den ersten Tagen müssen Sie mit Schmerzen rechnen, gegen die jedoch Schmerzmittel helfen. Die Fäden zieht der Arzt meist nach etwa zwei bis drei Wochen. In den ersten sechs bis acht Wochen müssen Sie wahrscheinlich ein Kompressionsmieder tragen, um das Abschwellen zu unterstützen; innerhalb von drei bis sechs Monaten klingen die Schwellungen dann vollständig ab. Nach etwa einem halben Jahr sehen Sie auch das endgültige Ergebnis des Bodylifts. Zurück bleibt eine sichtbare Narbe rund um den Körper.

Verlauf

Das Ergebnis eines Bodylifts hält durchschnittlich zehn Jahre. Sie können die Dauer des Ergebnisses durch eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung positiv beeinflussen.

Komplikationen

Wie bei jeder Operation kann es auch beim Bodylift zu Komplikationen kommen, wie zum Beispiel:

  • Der Bodylift ist ein großer operativer Eingriff, bei dem es zu Blutverlusten kommen kann. Bluttransfusionen können diese ausgleichen. Fragen Sie Ihren Arzt, ob eine Eigenblutspende vor der OP sinnvoll ist.
  • Es können Wundinfektionen auftreten, die sich jedoch behandeln lassen.
  • In einigen Fällen kann es zu Wundheilungsstörungen kommen, die sich nachteilig auf die Narbenbildung auswirken. Dies lässt sich in der Regel jedoch nachträglich noch korrigieren.

Den richtigen Arzt finden

Wie bei anderen Schönheitsoperationen auch sollten Sie sich genügend Zeit lassen, um den richtigen Arzt für einen Bodylift zu finden. Denn das Ergebnis des Bodylifts entscheidet sich neben dem ästhetischen Empfinden des Chirurgen vor allem auch danach, wie gut und wie erfahren er ist. Lassen Sie deshalb bei der Wahl des Schönheitschirurgen besondere Sorgfalt walten.

Der gewählte Arzt sollte die Bezeichnung Facharzt für Plastische Chirurgie beziehungsweise Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie tragen. Informationen zu Fachärzten erhalten Sie auch bei den verschiedenen Fachgesellschaften und -vereinigungen, wie zum Beispiel

  • der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC),
  • der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) o
  • der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. (GÄCD).

Kosten und Alternativen

Für einen Bodylift müssen Sie mit Kosten von etwa 8.000 bis 12.000 Euro rechnen, dazu kommen die Krankenhauskosten für ungefähr eine Woche. Ist der Eingriff rein kosmetischer Natur, übernehmen die Krankenkassen in der Regel keine Kosten. Anders sieht es unter Umständen aus, wenn durch die Hautüberschüsse gesundheitliche Beeinträchtigungen entstehen. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Arzt beraten.

Um die Hautlappen nach einer massiven Gewichtsabnahme zu entfernen oder optisch zu verbessern, gibt es im Grunde keine andere Alternative als eine chirurgische Lösung. Das extrem überdehnte Gewebe lässt sich durch Sport oft kaum oder gar nicht straffen. Der lappige Hautüberschuss kann bestenfalls unter Miederwäsche versteckt werden, was für Betroffene auf Dauer ein nicht zufriedenstellender Zustand ist.