Eine Frau in Sport-BH misst ihren Bauchumfang.
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Bauchdecken­straffung (Abdominoplastik)

Nach einer Gewichtsabnahme oder Schwangerschaft bleibt im Bauchbereich häufig überschüssige Haut zurück. Diese kann operativ entfernt werden – mithilfe einer Bauchdeckenstraffung. Lesen Sie hier, wie der Eingriff abläuft und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

Allgemeines

Eine Bauchdeckenstraffung kommt vor allem aus zwei Gründen in Betracht: Zum einen müssen beispielsweise viele Menschen nach einem starken Gewichtsverlust feststellen, dass zwar der Bauchspeck weg ist, die Haut am Bauch aber schlaff herunterhängt und manchmal sogar Falten wirft. Auch mit gezieltem Bauchtraining bekommen manche diese Hautüberschüsse am Bauch nicht weg – die einzige Möglichkeit, sie loszuwerden, besteht dann darin, mithilfe der Abdominoplastik den Bauch straffen zu lassen.

Zum anderen können aufgrund einer Schwangerschaft Hautüberschüsse entstehen, die sich nur durch eine Bauchstraffung entfernen lassen.

Wenn die Bauchdeckenstraffung optimal gelingt, erscheint der Bauch wieder flach – und die Haut liegt straff über dem Bindegewebe. Allerdings ist jede Bauchstraffung ein großer operativer Eingriff, bei dem Narben zurückbleiben. Nach einer Oberbauchstraffung ist eine große Narbe zwischen den Beckenknochen deutlich sichtbar, während sie nach einer Unterbauchstraffung eventuell teils von den Schamhaaren verdeckt ist.

Große Hautüberschüsse durch eine Bauchdeckenstraffung zu entfernen, dient aber nicht nur ästhetischen Gesichtspunkten: Die überflüssigen Hautlappen können auch Hautprobleme verursachen. Unter dem Hautlappen können sich zum Beispiel Pilzinfektionen oder (durch die dauernde Reibung) Geschwüre entwickeln.

Es ist ratsam, sich für die Bauchdeckenstraffung mindestens 14 Tage Urlaub zu nehmen, damit der Eingriff sowie die Nachbehandlung stressfrei ablaufen können. Erste leichte sportliche Aktivitäten sind in der Regel zwei Wochen nach der Abdominoplastik wieder möglich.

Wer sich einer Bauchdeckenstraffung unterziehen möchte, kann sich an Fachärzte und -ärztinnen für Chirurgie, Frauenheilkunde (Gynäkologie) oder Plastische Chirurgie wenden. In Deutschland führen in den meisten Fällen Plastische Chirurgen und Chirurginnen die Abdominoplastik aus.

Voraussetzungen

Eine Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik) kommt unter folgenden Voraussetzungen in Betracht:

  1. Bei Frauen, deren Bindegewebe und Haut nach einer oder mehreren Schwangerschaften deutlich schlaff geworden ist. Diese Veränderungen bilden sich häufig auch durch Diäten oder Training nicht mehr zurück.
  2. Bei Menschen, die stark an Gewicht verloren und schlicht zu viel Haut und Bindegewebe haben.
  3. Bei Menschen, die wegen Übergewicht eine sogenannte Fettschürze ausgebildet haben. In solchen Fällen ist das Bindegewebe zerrissen und der Bauch hängt wie eine Schürze. Dies ist nur operativ zu entfernen.

Dem Zweck, Fett im Bauchbereich zu entfernen und so Übergewicht zu verringern, dient die Bauchstraffung jedoch nicht. Wenn Sie Übergewicht haben, sind vor einer Bauchdeckenstraffung als Voraussetzungen geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um abzunehmen: Geeignet sind vor allem eine gesunde Ernährung in Verbindung mit Sport. Während der Abdominoplastik besteht eventuell die Möglichkeit, verbliebene Fettpolster durch eine Fettabsaugung beseitigen zu lassen.

Wie jeder operative Eingriff ist auch die Bauchdeckenstraffung eine Belastung für den Körper. Deshalb sind einige gesundheitliche Voraussetzungen zu erfüllen, wenn Sie sich den Bauch straffen lassen möchten:

  • Wenn es zum Beispiel bei der Operation zu einem Blutverlust kommt, kann ein gesunder Organismus diesen ohne große Probleme ausgleichen. Da Ihre Belastbarkeit während der Operation beispielsweise durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung verringert sein kann, ist es nötig, diese vorher behandeln zu lassen.
  • Ist Ihre Lungenfunktion oder Darmentleerung gestört, ist von einer Bauchstraffung ganz abzuraten, weil die Bauchhöhle nach dem Eingriff verkleinert ist.
  • Auch für Menschen mit Diabetes (Zuckerkrankheit) ist eine Bauchdeckenstraffung nicht zu empfehlen, denn: Durch die Operation entstehen sehr große Wundflächen, die ein gut funktionierendes Immunsystem nötig machen – Diabetiker haben jedoch in der Regel ein geschwächtes Immunsystem.

Operation

Die Bauchdeckenstraffung ist eine große Operation, die in der Regel unter Vollnarkose stattfindet und he nach Größe der Fettschürze etwa ein bis drei Stunden dauert.

Die Bauchdeckenstraffung besteht darin, überflüssige Haut und Unterhautfettgewebe wegzuschneiden und die Haut straff zu ziehen. Zu Beginn der Operation setzt der Arzt oder die Ärztin einen langen Hautschnitt, der knapp oberhalb der Schambehaarung verlaufend vom einen zum anderen Beckenknochen reicht. Zusätzlich wird der Nabel mit einem kleinen kreisrunden Schnitt vom umliegenden Gewebe befreit. Bei einer teilweisen Abdominoplastik ist der Schnitt wesentlich kleiner – eventuell ist es dann auch möglich, auf die Umschneidung des Nabels zu verzichten.

Der nächste Schritt der Operation besteht darin, die Haut von der Bauchwand bis oben an die Rippen abzuheben, um die Bauchmuskulatur freizulegen. Die geraden Bauchmuskeln werden in der Mitte einander angenähert, gestrafft sie und in der neuen Position befestigt. So sorgt die Bauchdeckenstraffung für eine festere Bauchwand mit Verschmälerung der Taille.

Den freigelegten Hautbereich zieht der Arzt oder die Ärztin dann nach unten und entfernt überschüssige Haut. Der nunmehr verdeckte Nabel erhält ein neues kleines Loch und wird festgenäht. Bevor die Wundränder vernäht werden, legt der Operateur oder die Operateurin außerdem sogenannte Drainageschläuche ein, damit sich ansammelnde Gewebsflüssigkeit und Blutreste nach außen gelangen können.

Nach der Operation

Bei einer Bauchdeckenstraffung ist mit einem Krankenhausaufenthalt von etwa ein bis vier Tagen nach der Operation zu rechnen. Je nach individuellen Umständen (z. B. nach der Entfernung einer großen Fettschürze) können auch bis zu zehn Tage Nachbehandlung in der Klinik nötig sein.

Da die Bauchdeckenstraffung ein schwerwiegender Eingriff ist, sind nach der Operation einige Verhaltensregeln zu beachten: So ist es wichtig, im Anschluss an die Abdominoplastik einen Tag lang strenge Bettruhe einzuhalten und unbedingt extreme Bewegungen zu vermeiden. Starkes Beugen oder Strecken sind also erst einmal tabu. Um die Operationswunde zusätzlich zu entlasten, ist eine unter die Knie gelegte Rolle hilfreich. Damit die Bauchstraffung das gewünschte Ergebnis zeigt, ist es außerdem wichtig, ein elastisches Mieder anzulegen, das tagsüber und nachts zu tragen ist.

In der ersten Zeit nach der Bauchdeckenstraffung spüren Sie wahrscheinlich einen Wundschmerz, gegen den Sie Schmerzmittel bekommen können. Außerdem entstehen nach der Operation typischerweise Schwellungen und Blutergüsse, die sich aber innerhalb von wenigen Tagen zurückbilden. Um das Risiko für Blutgerinnsel beziehungsweise Gefäßverschlüsse (Thrombosen) zu verringern, ist bei einer Abdominoplastik eine Thrombosephrophylaxe wichtig: Hierzu erhalten Sie Thrombosestrümpfe oder auch Medikamente.

Nach etwa zwei Tagen kann man die bei der Bauchdeckenstraffung gelegten Drainagen entfernen. Etwa sieben Tage nach der Operation bekommen Sie die Fäden um den Bauchnabel herum gezogen, die restlichen Fäden etwa nach 14 Tagen. Nach Entfernung der Fäden ist eine Kontrolle der Operationswunde nach 6 Wochen sowie eine weitere nach 3 Monaten notwendig.

Für die Bauchdeckenstraffung ist es sinnvoll, sich etwa 14 Tage Urlaub zu nehmen. Besteht Ihr Job vor allem aus körperlicher Arbeit, sind etwa 21 Tage empfehlenswert. Etwa 14 Tage nach der Operation können Sie sich bereits wieder leicht sportlich betätigen, zum Beispiel Rad fahren oder schwimmen. Nach ungefähr sechs Wochen dürfen Sie wieder Joggen und körperlich arbeiten. Bis Sie voll belastbar sind und die schützende Miederwäsche nicht mehr Tag und Nacht zu tragen brauchen, dauert es allerdings ungefähr drei Monate. Entsprechend sollten Sie auch mit Krafttraining mindestens drei Monate nach der Abdominoplastik warten.

Verlauf

Die Bauchdeckenstraffung ist ein großer operativer Eingriff, in dessen Verlauf die typischen Operationskomplikationen – wie starke Blutverluste und Wundinfektionen – auftreten können. Wenn die Wundheilung gestört ist, können die bei jeder Bauchstraffung entstehenden Narben besonders deutlich ausgeprägt sein.

Möglicherweise ist die Haut im Narbenbereich nach der Bauchdeckenstraffung gefühllos. Im Verlauf der folgenden zwölf Monate gibt sich dies jedoch meist wieder. Nur in seltenen Fällen kommt es bei der Abdominoplastik zu einer Nervenschädigung: In dem Fall können Taubheitsgefühle in der Bauchdecke bestehen bleiben, die zuweilen sogar bis in die Beine ausstrahlen.

Ist die Haut nach der Bauchdeckenstraffung zu straff gespannt, kann der Zug auf der Haut monatelang Schmerzen verursachen und zu Durchblutungsstörungen führen. Im Extremfall stirbt dadurch das Gewebe ab. Dieses Risiko besteht auch im Bereich der Wundränder oder bei einem versetzten Nabel. Außerdem kann die Naht nach einer Bauchdeckenstraffung ganz oder in Teilen reißen. Dies kann schon passieren, wenn Sie im Verlauf der Heilung stark husten müssen. Aber auch wenn seit der Abdominoplastik Jahre vergangen sind, kann sich die Naht noch öffnen, sodass Sie sich erneut operieren lassen müssen.

Auch operativ gestraffte Haut erschlafft mit der Zeit erneut. Bis dahin vergehen jedoch in der Regel Jahre, in denen Sie sich über das Ergebnis Ihrer Bauchdeckenstraffung freuen können. Außerdem können Sie den weiteren Verlauf selbst beeinflussen: Sie haben länger etwas von Ihrem gestrafften Bauch, wenn Sie gezielt trainieren und sich gesund ernähren – denn: Starke Gewichtsschwankungen können den Erfolg der Bauchstraffung schnell zunichte machen. Zwar ist dann grundsätzlich eine erneute Abdominoplastik möglich – die meisten Fachärzte und -ärztinnen raten allerdings davon ab, sich den Bauch mehrfach straffen zu lassen, da das Operationsrisiko bei wiederholtem Eingriff erhöht ist.

Kosten

Bei einer Bauchdeckenstraffung ist mit Kosten in Höhe von etwa 4.000 bis 7.000 Euro zu rechnen. Die Kostenhöhe variiert zum Beispiel abhängig davon, welche Operationsmethode zum Einsatz kommt und wie lange Sie insgesamt im Krankenhaus bleiben müssen. In der Regel müssen Sie die Bauchstraffung selbst bezahlen. Ihre Krankenkasse beteiligt sich gegebenenfalls auf Antrag. Haben Sie eine große Fettschürze, unter der es zu krankhaften Hautveränderungen gekommen ist, ist die Chance auf eine Kostenübernahme wahrscheinlicher.

Um die für die Bauchdeckenstraffung anfallenden Kosten besser einschätzen zu können, ist Folgendes wichtig: Stellen Sie beim Behandlungsvertrag mit dem Plastischen Chirurgen oder Chirurgin Ihrer Wahl sicher, dass möglicherweise notwendige Nachbehandlungen mit eingeschlossen sind. Denn seit der Gesundheitsreform 2006 übernehmen Krankenkassen im Allgemeinen keine Kosten für sogenannte "selbst verschuldete Erkrankungen". Zu diesen zählen die Krankenkassen auch Komplikationen nach einer Abdominoplastik, die aus rein ästhetischen Gründen erfolgte.