Das Bild zeigt eine Maus neben einem Marmeladenglas.
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Vorratsschädlinge

Vorratsschädlinge sind Schädlinge, die an Nahrungsmittelvorräten Schäden anrichten, indem sie die Nahrungsmittel fressen und/oder sie durch Verschmutzung ungenießbar machen. Neben den Vorratsschädlingen unterscheidet man drei weitere Gruppen von Schädlingen: die Lästlinge, die Materialschädlinge und die Gesundheitsschädlinge.

Allgemeines

Allerdings kann es zwischen den verschiedenen Schädlingsgruppen zu Überschneidungen kommen: So können beispielsweise manche Vorratsschädlinge auch Materialschäden oder Gesundheitsschäden verursachen. Als Schädlinge gelten im Allgemeinen Tiere aus der Gruppe der Gliederfüßler (bzw. Arthropoden) – wie die Insekten und Spinnentiere. Andere Tiere können zwar auch Vorräte und Materialien schädigen oder Krankheitserreger auf den Menschen übertragen – mit dem Begriff Schädlinge sind sie jedoch meist nicht gemeint: So gehören beispielsweise Mäuse und Ratten, die bekanntlich massive Schäden an Vorräten anrichten können, zur Kategorie der Schadnager.

Vertreter aus der Gruppe der Spinnentiere, die Vorräte befallen und verderben, sind die Vorratsmilben. Zu den Insekten, die als Vorratsschädlinge auftreten, gehören verschiedene Motten und Käfer. Sie oder ihre Larven fressen und verschmutzen die unterschiedlichsten Vorräte wie Getreide, Gewürze, Nüsse und Backwaren.

Die am weitesten verbreiteten Vorratsschädlinge sind die Lebensmittelmotte und der Lebensmittelkäfer: Getreidemotten, Mehlmotten, Kornmotten und Dörrobstmotten sowie Mehlkäfer, Brotkäfer und Kornkäfer reduzieren nicht nur die Nahrungsvorräte, sondern verunreinigen sie auch durch Kot, Gespinste und Sekret. Darum sind befallene Lebensmittel aus hygienischen Gründen nicht mehr zum Verzehr geeignet.

Vorratsschädlinge können Lebensmittel, Genussmittel sowie Futtermittel während der Lagerung sowie beim Transport befallen. So können die Schädlinge zum Beispiel in lebensmittelverarbeitenden Betrieben auch wirtschaftlich einen hohen Schaden anrichten. Wenn Vorratsschädlinge die heimische Küche befallen, kann dies im Extremfall bedeuten, dass man all seine Vorräte entsorgen muss.

Lebensmittelmotten

Bestimmte Motten in der Küche können lästige Vorratsschädlinge sein: die Lebensmittelmotten. Auf den Vorderflügeln haben Lebensmittelmotten gezackte Querstreifen in blau, braun oder kupferrot auf grauem Grund. Die hinteren Flügel sind gleichmäßig grau. Die Flügelspannweite beträgt maximal 25 Millimeter. Die weißlichen Raupen sind etwa 15 Millimeter lang. In einem Jahr können sich zwei bis vier Generationen von Lebensmittelmotten entwickeln.

Lebensmittelmotten gehören wie alle Motten zur Insektenordnung der Schmetterlinge. Die Larven dieser Vorratsschädlinge leben aber in Mehl, Getreide, Nüssen, Hülsenfrüchten, Dörrobst und Schokolade. Das Weibchen der Mehlmotte beispielsweise legt bis zu 200 Eier – genug, um von Mehlmotten befallene Vorräte vollständig ungenießbar zu machen.

Erkennungszeichen bei Befall

Vorratsschädlinge wie die Lebensmittelmotten können beträchtliche Schäden an Nahrungsvorräten anrichten. Daher ist es wichtig, auf Erkennungszeichen zu achten, um bei Befall schnell reagieren zu können. So können Verklumpungen in Lebensmitteln wie Mehl oder Müsli auf Lebensmittelmotten hinweisen: Hierfür sind die Larven der Lebensmittelmotten (die Raupen) verantwortlich, die in Gespinsten leben. Diese Gespinste zeigen sich durch verklumpte Teile mit pelzigem Aussehen.

Lebensmittelkäfer

Lebensmittelmotten sind nicht die einzigen Vorratsschädlinge, die Getreide befallen: Auch manche Lebensmittelkäfer – wie Mehlkäfer, Brotkäfer und Kornkäfer – können Getreide befallen. Spezielle Käferarten bevorzugen aber auch Fleischwaren, Käse, Gewürze, Kräuter, Tee und Kaffeebohnen oder Tabak .

Maßnahmen bei Befall durch Vorratsschädlinge

Wenn Vorratsschädlinge wie Lebensmittelkäfer und Lebensmittelmotten in der Wohnung (v.a. in der Küche) auftauchen, sind zu deren Bekämpfung verschiedene Maßnahmen wirksam. Bei einem Befall durch Vorratsschädlinge – und teils auch vorbeugend – ist Folgendes hilfreich:

  • Legen Sie keine zu großen Vorräte an: Je länger Mehl, Müsli, Trockentierfutter und so weiter lagern, desto größer ist die Gefahr, dass Vorratsschädlinge die Vorräte befallen!
  • Vorratsdosen oder angebrochene Packungen sollten Sie nie offen stehen lassen – verwahren Sie Ihre Vorräte stattdessen gut in luftdichten Behältern aus Blech, Glas oder Kunststoff.
  • Lagern Sie Vorräte immer kühl und trocken. Viele Motten und Käfer sind kälteempfindlich.
  • Bringen Sie Fliegengitter an den Fenstern an: Diese verhindern den Zuflug von Motten und Käfern.
  • Insektenstrips oder -papier in Vorratskammern halten Lebensmittelmotten ab.
  • Pheromonfallen bestehen aus Sexuallockstoffen, welche die männlichen Vorratsschädlinge anlocken und töten. Und ohne Männchen können die Weibchen keine neuen Eier legen. Pheromonfallen eignen sich besonders zum Schutz der Vorräte bei längerer Abwesenheit. Öffnen Sie beim Einsatz solcher Fallen die Fenster allerdings nur, wenn Fliegengitter vorhanden sind, sonst locken die Sexuallockstoffe zusätzlich vorbeischwirrende Männchen von draußen an.
  • Befallene Vorräte sollten Sie als Erstes vollständig in Mülltonnen außerhalb des Hauses entsorgen. Im Zweifel ist es ratsam, eher großzügig wegzuwerfen, als Vorräte zu behalten, die eventuell durch Vorratsschädlinge verunreinigt sind – denn dann bekommen Sie den Befall nie in den Griff!
  • Den Schrank, in dem sich die befallenen Vorräte befanden, sollten Sie mit der Fugendüse des Staubsaugers gründlich aussaugen, feucht (nicht nass) auswischen und anschließend gut abtrocknen. Ecken, Ritzen und Bohrlöcher am besten mit einem Haartrockner erhitzen: Die Hitze tötet auch eventuell noch vorhandene Eier ab. (Vorsicht bei empfindlicher Oberflächenbeschichtung der Möbel!)
  • Beim Vorgehen gegen Lebensmittelmotten und Lebensmittelkäfer ist Geduld erforderlich, denn: In Vorratsschränken und in unmittelbarer Nähe von Lebensmitteln sollten zur Bekämpfung der Vorratsschädlinge keine Insektensprays zum Einsatz kommen. Spezielle Insektenstrips geben den Wirkstoff in geringer Dosierung über einen Zeitraum von mehreren Monaten ab.