Man sieht ein Großraumbüro mit mehreren Menschen.
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Trockene Luft im Büro: Kann die Gesundheit belasten

Nicht nur im Winter kann die Luft trocken sein – im Büro und auch an anderen Arbeitsplätzen ist die Luftfeuchtigkeit oft ganzjährig zu niedrig. Das kann auf Dauer anstrengend sein.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Trockene Luft im Büro: Kann die Gesundheit belasten

Trockene Luft im Büro empfinden gut 80 Prozent der Beschäftigten als störend, so ein Studienergebnis zum Raumklima. Das beruht nicht nur auf subjektivem Empfinden – tatsächlich kann eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit das Wohlbefinden und die Gesundheit beeinträchtigen. Ursache für die zu trockene Luft in Büroräumen sind häufig die vorhandenen Elektrogeräte – vor allem in Kombination mit Lüftungs- oder Klimaanlagen, Heizungen oder Sonneneinstrahlung.

Wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit im Büro sein?

Idealerweise sollte die Luftfeuchtigkeit in Büroräumen bei 20 Grad Celsius zwischen 40 bis 60 Prozent betragen. In vielen Büros liegt sie jedoch deutlich unter 40 Prozent.

Woran merkt man, dass die Luft zu trocken ist?

Ob die Luft im Büro zu trocken ist, lässt sich zum einen ganz einfach mit einem sogenannten Hygrometer messen. Diese sind zum Beispiel oft in digitalen Wetterstation enthalten. Zum anderen kann dauerhaft trockene Luft verschiedene Beschwerden auslösen.

Mögliche Anzeichen sind zum Beispiel:

Welche negativen Folgen hat zu trockene Luft?

Trockene Schleimhäute

Ist die Luft ständig zu trocken, beeinträchtigt das unter anderem die Funktion der Schleimhäute (z.B. in Nase, Mund und Rachen). Die Schleimhäute der oberen Atemwege spielen eine wichtige Rolle für die körpereigene Abwehr. Sie helfen dabei, Krankheitserreger zu bekämpfen, indem sie diese abtransportieren. Das klappt jedoch nur, wenn die Schleimhäute feucht genug sind. Um das zu gewährleisten, sollte die Luftfeuchtigkeit wenigstens bei 30 Prozent – besser noch bei 45 Prozent liegen. Bei trockener Luft kann es häufiger zu Infekten kommen.

Ansteckungsrisiko steigt

Die Infektanfälligkeit steigt außerdem noch dadurch, dass manche Krankheitserreger sich in trockener Luft besonders gut halten. Grippeviren etwa überdauern in trockener Luft länger und können sich schneller und weiter verbreiten. Beträgt die relative Luftfeuchte 20 bis 35 Prozent, ist das Risiko, sich mit Grippe anzustecken, beispielsweise dreimal so hoch wie bei 50 Prozent Luftfeuchtigkeit.

Probleme mit der Stimme

Zu trockene Luft kann außerdem dazu beitragen, dass sich Stimmstörungen entwickeln – insbesondere bei Berufen, in denen viel gesprochen wird. Mögliche Folgen sind ständiges Räuspern und Heiserkeit. Aus diesem Grund empfiehlt das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz solchen Berufsgruppen eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 40 Prozent.

Tränenfilm trocknet weg

Bei trockener Luft steigt auch das Risiko für trockene Augen , da der Tränenfilm rascher wegtrocknet. Dadurch kann der normalerweise geschlossene Tränenfilm aufreißen und zu Beschwerden führen. Das gilt umso mehr, wenn Betroffene am Bildschirm arbeiten. Denn wer auf einen Bildschirm schaut, blinzelt deutlich seltener, wodurch der Tränenfilm länger der trockenen Luft ausgesetzt ist und keine neue Tränenflüssigkeit auf dem Auge verteilt werden kann.

Hautschutz leidet

Daneben beeinträchtigt zu trockene Luft die Schutzfunktion der Haut. Vor allem bei Menschen, die unter Hauterkrankungen leiden, die ohnehin mit trockener Haut einhergehen (wie Neurodermitis oder Schuppenflechte), kann das die Beschwerden verstärken.

Was hilft, wenn die Luft im Büro zu trocken ist?

Wenn die Luft im Büro zu trocken ist, gibt es ein paar Maßnahmen, die helfen:

  • Ausreichend trinken, damit die Schleimhäute feucht genug bleiben
  • Luftbefeuchter einsetzen
  • Klimaanlagen anschaffen, die auch die Luftfeuchtigkeit regulieren
  • Im Winter ist die Luft ohnehin trockener, umso mehr, wenn noch geheizt wird. Im Winter sollten Sie:
    • Regelmäßig lüften: Bei ständig gekippten Fenstern entweicht sonst zusätzlich Luftfeuchtigkeit nach außen.
    • Richtig heizenWird zu stark geheizt, kann die Luftfeuchtigkeit sinken. Ideal ist eine Raumtemperatur von 20 bis 22 Grad Celsius.

Häufig wird empfohlen, Topfpflanzen aufzustellen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Das hilft jedoch nur bedingt. Pflanzen geben in der Regel nicht genug Feuchtigkeit ab, um die Luftfeuchtigkeit ausreichend und dauerhaft zu erhöhen (außer vielleicht, man legt sich im Büro einen kleinen Dschungel zu).

Was der Gesetzgeber sagt

Laut Arbeitsstättenverordnung kennzeichnen folgende Faktoren ein gutes Raumklima:

  • Raumtemperatur: 20 bis 24 Grad Celsius
  • relative Luftfeuchtigkeit: 30 bis 70 Prozent
  • maximale Luftgeschwindigkeit: 0,1 Meter pro Minute

Eine gesetzlich verbindliche Mindestluftfeuchte ist jedoch nicht festgelegt.