Das Bild zeigt eine Hand mit einem Schmetterling.
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Insekten

Insekten (Kerbtiere) gehören wie die Spinnentiere zu den Gliederfüßern (Arthropoden). Die meisten Insekten sind sehr nützlich, einige jedoch lästig oder sogar gefährlich für den Menschen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Insekten – nützlich, lästig oder sogar gefährlich?

Manche Insektenarten können den Menschen beißen und stechen, was nicht nur unangenehm, sondern auch ein Gesundheitsrisiko sein kann. Denn stechende und blutsaugende Insekten können sowohl Allergien auslösen als auch (als sog. Hygiene- bzw. Gesundheitsschädlinge) zahlreiche Krankheiten übertragen. Darüber hinaus zerstören einige Insekten (sog. Vorratsschädlinge und Materialschädlinge) Nahrungsmittel, Kleidung, Polsterwaren oder Möbel.

Zum Schutz vor Gesundheits- und Sachschäden ist es also wichtig, bestimmte Insekten abzuwehren oder zu bekämpfen. Jedes Insekt pauschal als Ungeziefer zu betrachten, ist jedoch unsinnig. Denn umgekehrt gilt: Insekten und Spinnentiere bilden einen wichtigen Teil des natürlichen Kreislaufs!

Insekten erfüllen in der Natur vielfältige Funktionen. Eine wichtige Rolle spielen sie bei der Bestäubung von Pflanzen: Zigtausende Arten von Wildbienen und viele andere Insekten (wie Fliegen, Schmetterlinge und Käfer) bestäuben nicht nur Wildpflanzen, sondern auch Kulturpflanzen – zum Beispiel viele Obst- und Gemüsesorten, Kräuter und Gewürzpflanzen.

Damit leisten die Insekten einen großen Beitrag zur Ernährung anderer Tiere – und zur Ernährung des Menschen: Weltweit hängt rund ein Drittel der Nahrungsproduktion von der Pflanzenbestäubung durch Insekten ab. Außerdem sind Insekten wichtig für die Arzneimittel- und Textilproduktion, da viele Arzneipflanzen und andere Nutzpflanzen wie beispielsweise Baumwolle ebenfalls insektenbestäubt sind.

Daneben dienen auch Insekten selbst anderen Tieren als Nahrung, halten den Bestand von Schädlingen im Zaum und so weiter. Außerdem gefallen manche Insekten durch ihre Schönheit – wie zum Beispiel die Schmetterlinge. Eine Welt ohne Insekten wäre also auch für den Menschen weniger lebenswert, wenn nicht gar unmöglich. Umso wichtiger ist es, sich genau über ungebetene Gäste zu informieren: Welches Insekt ist nützlich und schützenswert, welches richtet Schäden an? Und wie lassen sich Insekten sinnvoll bekämpfen?

Einteilung der Insekten anhand der Art des angerichteten Schadens

Je nachdem, ob Insekten (Kerbtiere) nur lästig sind, Vorrats- oder Materialschäden anrichten oder sogar gefährlich für die Gesundheit sind, erfolgt eine Einteilung in verschiedene Gruppen. Insekten anhand der Art des angerichteten Schadens einzuteilen, ist vor allem wichtig, um festzustellen, ob Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung nötig sind und wie diese aussehen müssen.

Hierzu muss man die Insekten allerdings erst einmal die Insekten bestimmen, was in Anbetracht ihrer Anzahl ein beachtliches Unterfangen ist: Mit etwa 1.000.000 verschiedenen Insektenarten machen sie grob die Hälfte aller offiziell beschriebenen oder definierten Arten von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen aus – und bilden somit die größte Organismengruppe der Welt.

Nach der Einteilung der Insekten in nützliche Tiere und solche, die Gesundheits- und Sachschäden verursachen können, unterscheiden sich Letztere (sog. Ungeziefer) zunächst einmal darin, ob es fleucht (also fliegt) oder kreucht (also kriecht, krabbelt oder springt), wie der Volksmund sagt. Fliegende Insekten und Krabbeltiere, die als Schädlinge gelten, lassen sich nach der Art des Schadens, den sie anrichten, in vier Gruppen unterteilen:

Allerdings sind bei dieser Einteilung der Insekten anhand der Art des angerichteten Schadens die Grenzen zwischen den einzelnen Gruppen fließend: Viele Vorrats- und Materialschädlinge können zugleich Gesundheitsschädlinge sein.

Allgemeine Ratschläge zur Ungeziefervorbeugung

Insekten loszuwerden ist in der Regel schwieriger, als einem Befall vorzubeugen. Sorgen Sie daher dafür, dass Insekten, die nicht nützlich, sondern lästig oder sogar gefährlich sind, Ihr Zuhause gar nicht erst heimsuchen. Wenn Sie folgende allgemeine Ratschläge zur Ungeziefervorbeugung beachten, können Sie dem Ungeziefer das Leben im Haus erschweren beziehungsweise dafür sorgen, dass sich diese Insektenarten unwohl fühlen und nicht ausbreiten:

  • Fliegengitter vor den Fenstern anbringen: So können Sie Zuflug und Zuwanderung von Schädlingen verhindern oder erschweren. Halten Sie zudem Schränke geschlossen.
  • Schlupflöcher vermeiden: Dann finden Insekten keine ungestörten Verstecke. Hohlräume, Risse und Ritzen in Wänden und so weiter sollten Sie soweit möglich versiegeln und abdichten.
  • Auf Sauberkeit achten: Staubsaugen beziehungsweise putzen Sie Böden, Teppiche, Polstermöbel regelmäßig und reinigen Sie auch Schlafstätten regelmäßig.
  • Ungezieferecht ausgerüstete Textilien kaufen: Dies stellt eine Möglichkeit zur Abwehr von Insekten dar, die Kleidung, Polsterwaren oder Möbel zerstören (sog. Materialschädlinge). Achten Sie beim Kauf von Textilien (v.a. bei Heimtextilien) darauf, dass diese motten- und käferecht ausgerüstet sind. Diese Ausrüstung bietet dauerhaften Schutz. Ungezieferecht ausgerüstete Textilien tragen in der Regel einen entsprechenden Hinweis.
  • Textilien und Kleidung richtig lagern: Waschen oder reinigen Sie Textilien und Kleidung, bevor Sie sie lagern, und bewahren Sie sie möglichst in Kleidersäcken verschlossen und kühl auf. Legen Sie Mottenstreifen aus, deren Geruch Kleidermotten abschreckt. Lavendel und Zedernholz können Motten ebenfalls abwehren, helfen aber nicht gegen die Mottenlarven.
  • Regelmäßig lüften: Ungeziefer hat es oft am liebsten warm, muffig, stickig und dunkel. Lüften vertreibt sie! Auch Feuchtigkeit in der Wohnung und im Keller sollten Sie durch regelmäßiges Lüften (kurzer Durchzug) vermeiden.
  • Insekten nicht durch Nahrung anlocken: Offen herumstehende Lebensmittel ziehen Ungeziefer an. Bewahren Sie sie also immer in luftdichten, fest verschlossenen Dosen oder Behältern auf (das gilt auch für Tierfutter) und sorgen Sie in der Küche, in der Speisekammer und in Lebensmittelschränken oder -regalen für Sauberkeit. Mülleimer und Abfalltüten sollten Sie vor allem in der warmen Jahreszeit möglichst häufig entsorgen.
  • Bei Haustieren Befall vermeiden: Die Lagerstätten von Haustieren sind ebenfalls regelmäßig gründlich zu säubern. Statten Sie außerdem Hunde mit Ungeziefer-Halsbändern aus oder lassen Sie Katzen und Hunde regelmäßig durch den Tierarzt entflohen.

Biotonne

Die süßen Düfte faulender Gemüse- und Obstreste locken vor allem bei warmen Temperaturen alle möglichen kriechenden und fliegenden Insekten an. Allgemeine Ratschläge zur Ungeziefervorbeugung umfassen daher auch Tipps zum Umgang mit der Biotonne: Ein wenig Sägemehl, Hobelspäne, Sand oder Biotonnenpulver zum Abdecken und Aufsaugen der Feuchtigkeit im Bio-Abfall schafft Abhilfe.

Tipp für Gartenfreunde

Die allgemeinen Ratschläge zur Ungeziefervorbeugung lassen sich noch durch einen Tipp für Gartenfreunde ergänzen: Mücken legen ihre Eier im Wasser ab. Um die Vermehrung dieser Insekten in Ihrer Regentonne zu verhindern, sollten Sie deshalb die Tonne regelmäßig (am besten alle zehn Tage) bis zum Grund reinigen oder gut zudecken. Wenn Sie einen Gartenteich haben, bieten sich außerdem Fische als Mückenschutz an: Fische ernähren sich von Mückenlarven und helfen – im Teich angesiedelt – die Mückenschwärme im Sommer zu reduzieren.

Allergie bei Insektenstich

Manche Insekten (wie Mücken, Flöhe und Wanzen) ernähren sich von Blut. Wespen, Hornissen und Bienen hingegen stechen nur zur Verteidigung: Wenn sich diese Insekten nicht angegriffen fühlen, stechen sie auch nicht. Umsichtiges Verhalten bietet jedoch keinen 100-prozentigen Schutz vor Insektenstichen. Wer keine Allergie hat, muss bei einem Insektenstich also in der Regel keine besondere Maßnahmen ergreifen.

Ganz anders ist das bei einer Allergie gegen Insekten: Bei einem Insektenstich besteht für Menschen, die auf Insekten beziehungsweise deren Gift allergisch reagieren, ein Gesundheitsrisiko. Wer sehr starke Reaktionen auf Insektenstiche bei sich beobachtet hat, sollte daher mit einem Arzt darüber sprechen. Liegt eine sogenannte Insektengiftallergie vor, ist es wichtig, gewisse Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. In einigen Fällen kann eine Hyposensibilisierung helfen.