Das Bild zeigt eine junge Frau, die auf ihr Handy starrt.
© iStock

7 Krankheiten, die durch das Smartphone ausgelöst werden

Der Handywecker klingelt. Die 18-jährige Svenja macht das, was wahrscheinlich die meisten machen, sobald sie wach geworden sind: Sie schaut auf ihr Handy, das praktischerweise nur einen Handgriff entfernt auf ihrem Nachttisch thront.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Die 7 häufigsten Handy-Krankheiten: iPhone-Schulter, WhatsAppitis & Co.

27 neue Nachrichten – innerhalb der letzten sechs Stunden. Die gilt es erstmal zu beantworten. Etwa eine halbe Stunde später geht sie an den Frühstückstisch und lädt ein Foto von ihrem frisch gepressten Orangensaft bei Instagram hoch. Hashtag "#healthybreakfast", schließlich muss man sich ja mitteilen.

Auf dem Weg in die Innenstadt tippt Svenja fast unentwegt auf ihrem Smartphone herum. Und damit ist sie nicht die einzige. Mittlerweile gibt es sogar eine eigene Bezeichnung für die Menschen der "Generation Kopf unten": Smombie, eine Kombination aus Smartphone und Zombie.

Den ständigen Griff zum Handy hat die Evolution allerdings nicht eingeplant. Die Dauernutzung kann krank machen, warnen Ärzte. Zum Beispiel, weil sich die jungen Erwachsenen durch das Handy im Dauerstress befinden. Ständig erreichbar, sofort reagieren – kommunikative Inkontinenz sozusagen.

Doch Stress ist nur eine von vielen möglichen Folgen für die Gesundheit. Hier stellen wir Ihnen sieben typische Handykrankheiten vor!

Typische Handykrankheiten

7. iPhone-Schulter

Um ein Bild oder ein Video im Breitbildformat anschauen zu können, drehen viele ihr Smartphone um 90 Grad und halten es mit beiden Händen vor ihr Gesicht. Dabei werden die Schultern nach vorne gezogen. Auf Dauer kann solch eine verkrampfte Haltung zu Verspannungen und Schulterschmerzenführen.

6. Konzentrationsstörungen

Gerade bei Kindern unter 13 Jahren kann die intensive Nutzung digitaler Medien (z.B. das Smartphone der Eltern) zu Entwicklungsstörungen führen, so das Ergebnis der Blikk-Medien-Studie 2017.

Bei der Untersuchung mit mehr als 5.000 Teilnehmern konnten die Forscher feststellen, dass Kinder unter 13 Jahren, die täglich länger als eine Stunde digitale Medien nutzen,

Ein Smartphone-Verbot ist dennoch nicht zwingend sinnvoll. Kinderärzte und andere Experten der Blikk-Studie haben vielmehr die Hoffnung, dass in Zukunft der richtige Umgang mit digitalen Medien in die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder mit aufgenommen wird.

5. Kurzsichtigkeit

Unsere Gesellschaft starrt inzwischen täglich für mehrere Stunden auf irgendeine Art Bildschirm. Das bekommen vor allem unsere Augen zu spüren. Nicht nur dass sie trocken werden und brennen – auch das Risiko für Kurzsichtigkeit steigt bei intensiver Smartphone-Nutzung.

Der Hauptgrund dafür ist die permanente Naharbeit. „Während Normalsichtige Zeitungen, Zeitschriften und Bücher etwa 40 bis 50 Zentimeter vom Auge weg halten, liegt dieser Abstand bei Smartphones meist bei weniger als 30 Zentimetern", erklärt Prof. Focke Ziemssen, Augenarzt an der Universitätsklinik Tübingen.

4. Nomophobie: Bloß nicht ohne mein Smartphone!

Können Sie sich vorstellen, für eine Woche in den Urlaub zu fahren – ohne Ihr Handy? Für Nomophobiker wäre dies ein echter Alptraum!

Der Begriff Nomophobie hat sich als Abkürzung für „No-Mobile-Phone-Phobia“ eingebürgert. Dieser Begriff beschreibt die Angst davor, über das Smartphone nicht erreichbar zu sein.

Die Betroffenen zeigen regelrechte Entzugserscheinungen wie Nervosität, Stress, Angst oder sogar Panik, wenn sie das Handy mal nicht dabei haben. Darüber hinaus schauen Nomophobiker oft auch regelmäßig auf ihr Smartphone, ohne sich dessen bewusst zu sein.

3. Schlafstörungen

Studien zeigen: Wer ständig auf sein Smartphone schaut, schläft schlechter! Dafür kommen insbesondere zwei Ursachen infrage.

Zum einen hemmt das blaue Licht des Handydisplays die Ausschüttung von Melatonin. Diess Hormon ist dafür verantwortlich, dass wir bei Dunkelheit müde werden. Sinkt der Melatoninspiegel im Körper, können wir schlechter einschlafen.

Zum anderen ist man bei der Nutzung des Smartphones geistig-emotional sehr viel aktiver, als wenn man beispielsweise ein Buch liest. Vor allem wenn man das Handy mit ins Bett nimmt, fällt man schnell in eine Art Bereitschaftsmodus. Dadurch ist der Schlaf viel weniger erholsam.

2. WhatsAppitis. Oder: der Handy-Daumen

Im Jahre 2014 war im Fachmagazin "The Lancet“ von einem neuen Krankheitsbild zu lesen: Diagnose "WhatsAppitis". Die spanische Ärztin Ines Fernandez-Guerrero hat diesen Begriff erfunden, nachdem eine junge Frau nach Weihnachten mit einer Sehnenscheidenentzündung beider Daumen in die Sprechstunde der Ärztin gekommen war. Ursache: zu viel Handy.

Die Patientin hatte über die Feiertage so intensiv den Nachrichtendienst WhatsApp genutzt, dass sich die Sehnenscheiden der Daumen mit der Zeit abgenutzt und entzündet hatten – ähnlich wie bei einem Mausarm.

1. Handy-Nacken

Wer beim Stehen und Gehen ständig aufs Smartphone starrt, überbeansprucht seine Nackenmuskulatur. Muskelverspannungen sowie Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich sind die Folge. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hin.

Je weiter der Kopf nach vorn geneigt wird, desto stärker ist die Belastung. Beim Blick auf das Handy senkt man den Kopf oft um über 45 Grad. Statt der vier bis sechs Kilogramm Kopfgewicht wirken dann Kräfte von über 20 Kilogramm auf Nacken und Rücken.

„Weil die meisten Menschen im alltäglichen Leben außerdem nicht aufrecht sitzen, sondern auf ihrem Stuhl herumlümmeln, wird es noch einmal schlimmer“, sagt Professor Fritz Niethard von der DGOU.

Unser Tipp: Einfach mal abschalten!

Das Smartphone ist ohne Zweifel ein praktischer Begleiter, mit dem man jederzeit „mal eben schnell“ etwas im Internet recherchieren kann. Aber es ist kein Lebenselixier! Gerade Fußgänger sollten zu ihrer eigenen Sicherheit den Blick vom Bildschirm abwenden und stattdessen auf den Straßenverkehr achten.

Zwingen Sie sich zu Handypausen und tippen Sie nicht ständig auf Ihrem Smartphone herum. Erklären Sie zum Beispiel die Toilette, das Schlafzimmer und die Küche zur handyfreien Zone.

Darüber hinaus gilt: Abstand halten! Achten Sie darauf, dass Sie mit Ihrem Gesicht nicht vor dem Smartphone kleben, sondern halten Sie einen Mindestabstand von circa 30 Zentimeter ein.