Man sieht den Blütenstand von Riesenbärenklau.
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Vorsicht, Verbrennungen! Warum man Riesenbärenklau nicht zu nahe kommen sollte

Wer auf Riesenbärenklau trifft, sollte besser Abstand halten – insbesondere während der Blütezeit in den Monaten Juni bis Juli. Denn die Absonderungen der riesigen Staude können in Verbindung mit Sonnenlicht zu schweren Verbrennungen führen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Verbrennungsgefahr

Der harmlos aussehende Riesenbärenklau (auch Herkulesstaude genannt) beeindruckt auf den ersten Blick vor allem durch seine Größe: Bis zu vier Meter hoch kann der Doldenblütler werden. Doch die bis auf ihre Größe unscheinbare Pflanze hat es in sich.

Warum ist Riesenbärenklau gefährlich?

Der Pflanzensaft des Riesenbärenklaus enthält Stoffe, die auf der Haut in Kombination mit Sonnenlicht zu schlimmen Verbrennungen führen: sogenannte Furanocumarine (kurz: Furocumarine). Deshalb sollte man Riesenbärenklau niemals ohne Schutzmaßnahmen abbrechen oder abschneiden.

Aber nicht nur der Pflanzensaft ist beim Riesenbärenklau riskant. Manchmal genügt schon allein der Kontakt zu den Blättern. Während der Blütezeit zwischen Juni und Juli kann sogar einfaches Vorbeistreifen an den Blütendolden ausreichen, um Verbrennungen hervorzurufen.

Welche Symptome treten nach Kontakt zu Riesenbärenklau auf?

Wer Riesenbärenklau zu nahegekommen ist, also etwa Pflanzensaft auf die Haut bekommen hat oder zu dicht an den Blüten vorbeigestreift ist, wird nicht sofort Beschwerden verspüren. Erst in Verbindung mit der UV-Strahlung im Tageslicht kommt es durch eine phototoxische Reaktion zu den Hautverbrennungen. Und auch dann kann es noch einige Stunden – manchmal auch länger – dauern, bis sich Beschwerden zeigen.

Zu den ersten Symptomen zählen brennende und juckende Hautrötungen. Später zeigen sich an den betroffenen Stellen entzündliche Hautreaktionen, die mit Rötungen und Hautbläschen einhergehen und in den ersten 3 Tagen schlimmer werden. Die Bläschen und Rötungen können dabei solche Ausmaße annehmen, dass sie Verbrennungen dritten Grades ähneln.

Diese Beschwerden gehen außerdem mit Juckreiz und vor allem brennenden Schmerzen einher, welche einige Tage anhalten und sehr belasten können. Öffnen sich die Hautbläschen oder werden geöffnet, besteht die Gefahr einer Wundinfektion.

Meist lassen die Beschwerden nach, sobald die Hautbläschen eingetrocknet sind. Nach etwa 1 bis 4 Wochen heilen die Verbrennungen schließlich ab. Die betroffene Hautstelle bleibt meist noch längere Zeit verfärbt. Bis sie sich vollständig erholt, können einige Monate vergehen.

Wenn die Haut nach dem Kontakt zu Riesenbärenklau nur wenig Sonnenlicht ausgesetzt war, sehen die Symptome manchmal etwas anders aus. In diesem Fall fehlen zum Teil entzündliche Reaktionen wie Haurötungen oder Bläschenbildung, ebenso Juckreiz und Schmerzen. Stattdessen bilden sich nach etwa 1 bis 2 Wochen Hautverfärbungen an den Kontaktstellen.

Verbrennungen durch Riesenbärenklau: Was hilft

Verbrennungen durch Riesenbärenklau lassen sich nicht ursächlich behandeln. Man kann jedoch versuchen, die Beschwerden zu lindern. Hierzu eignen sich vor allem Cremes oder Lotionen mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Glukokortikoide. Diese werden auf die betroffenen Hautregionen aufgetragen und wirken entzündungshemmend. In schweren Fällen kann es notwendig sein, die Wirkstoffe in Form von Tabletten einzunehmen.

Was tun, wenn man Kontakt zu Riesenbärenklau hatte?

Wer schnell genug handelt, kann nach einem Riesenbärenklau-Kontakt möglicherweise Schlimmeres vermeiden. Hier einige Tipps:

  • Waschen Sie die betroffenen Hautstellen sofort gründlich mit Wasser und Seife.
  • Setzen Sie die Hautbereiche keinesfalls der Sonne aus – mindestens die nächsten zwei Tage lang.
  • Je nach Ausmaß und insbesondere bei Kindern sollten Sie die Haustellen einem Arzt zeigen.

Wie sieht Riesenbärenklau aus?

Riesenbärenklau zählt zu den Doldenblütlern und ist auch unter dem Namen Herkulesstaude bekannt. Die wissenschaftliche Bezeichnung lautet Heracleum mantegazzianum. Auffällig an den Pflanzen ist vor allem ihre Größe, die zwischen ein und vier Metern liegen kann. Außer im Bereich des Blütenstands ist der gefurchte, teils rot gefleckte Stängel behaart. In Bodennähe können die Stängel einen Durchmesser von bis zu zehn Zentimetern erreichen.

Die Riesenbärenklau-Blätter erreichen eine Länge von bis zu zwei Metern. Die fiedrigen Blätter sind mehrteilig und am äußeren Rand gezähnt. Auf der Blattunterseite finden sich kurze Haare.

Der Blütenstand besteht aus meist weißen (manchmal rosafarbenen) Doppeldolden, die einen Durchmesser von bis zu einem halben Meter haben können.

Auch mit Vorsicht zu behandeln: Wiesenbärenklau

Zwar ruft er nicht ganz so extreme Reaktionen hervor wie der Riesenbärenklau, dennoch ist auch der kleinere Wiesenbärenklau (Heracleum sphondylium) mit Vorsicht zu behandeln. Denn auch hier enthält der Pflanzensaft Furocumarine. Wiesenbärenklau erreicht eine Größe von einem halben bis anderthalb Metern und ähnelt ansonsten im Aussehen seinem großen Bruder, dem Riesenbärenklau.