Ein Glas Apfelsaft auf einem Holztisch im Freien, daneben liegen zwei Äpfel.
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Ist das noch vegetarisch? Klarer Apfelsaft durch tierische Gelatine

Apfelsaft, Apfelnektar oder Apfelschorle gibt es in unzähligen Varianten und von diversen Anbietern auf dem Markt – und wer auf tierische Produkte verzichtet, greift in der Regel bedenkenlos zu. Doch nun meldet sich der Verein foodwatch e.V. mit Kritik: Ein aktueller Marktcheck hat ergeben, dass viele klare Apfelgetränke bei der Verarbeitung mit tierischer Gelatine geklärt wurden. Im Durchschnitt war jedes Dritte der getesteten Produkte betroffen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Ist das noch vegetarisch? Klarer Apfelsaft durch tierische Gelatine

In seiner Analyse untersuchte foodwatch das Sortiment der drei größten Lebensmitteleinzelhändler Lidl, Edeka und REWE. Das Ergebnis: Bei 7 von 17 Apfelsäften / Nektaren konnte der Verein nachweisen – oder zumindest nicht ausschließen –, dass sie mithilfe von Schweine- oder Rindergelatine produziert wurden. Ähnlich sieht es bei den getesteten Apfelschorlen aus, hier waren 5 von 15 Produkten betroffen.

Warum Gelatine?

Um aus einem naturtrüben Saft einen klaren Apfelsaft herzustellen, setzen viele Hersteller dem Produkt zunächst Gelatine zu, an die sich die Trübstoffe haften. In einem zweiten Schritt wird die Gelatine samt der Trübstoffe wieder herausgefiltert. Das Ergebnis ist ein klarer Saft. Im Endprodukt ist die Gelatine nicht mehr nachweisbar – und nach dem Gesetz muss der Einsatz von Gelatine in diesem Fall auch nicht auf der Flasche gekennzeichnet sein.

Aber: Wer einen Apfelsaft und somit ein vermeintlich rein pflanzliches Getränk kauft, würde in der Regel nicht vermuten, dass er mithilfe von tierischen Bestandteilen hergestellt wurde, so foodwatch. Problematisch sei dies vor allem für Verbraucher, die tierische Zusätze oder Hilfsstoffe aus verschiedensten Gründen ablehnen. Hierzu zählen etwa strenge Vegetarier und Veganer, aber auch Personen, die aus religiöser Überzeugung keine Produkte konsumieren, die Schweinefleisch enthalten oder damit in Berührung gekommen sind. Sie könnten sich aufgrund der fehlenden Kennzeichnungspflicht nicht bewusst für oder gegen ein Produkt entscheiden.

Welche Produkte enthalten Gelatine – und welche nicht?

Unter den betroffenen Getränken befinden sich sowohl solche von Markenherstellern als auch die Eigenmarken der Handelskonzerne. Dazu zählen etwa die Bioschorle der REWE-Eigenmarke, der klare Apfelsaft der Marke Albi und die Schorlen von Adelholzener und Lichtenauer. Die meisten Produkte wurden mit Schweinegelatine hergestellt.

Es gibt aber auch positive Beispiele: Frei von tierischer Gelatine sind etwa die Apfelsäfte von Valensina, Pfanner oder beckers bester. Als Alternative zur Gelatine setzen die Hersteller auf eine spezielle mechanische Filterungstechnik, die Ultrafiltration. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, mit Erbsengelatine zu arbeiten, was einige Hersteller bereits tun oder planen.