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Kiefergelenk

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  • Kiefergelenk

    Hallo,

    mir ist bei der zahnärztlichen Behandlung das Kiefergelenk ausgehakt. Der Zahnarzt musste ihn wieder hinbiegen, damit ich den Mund wieder zubekommen konnte. Vor einigen Jahren ist das schon öfter mal passiert. Seitdem ist mir auch aufgefallen, dass das Gelenk bei Bewegung knackt.

    Passiert das öfter mal und kann man daran was machen?

    Danke und LG
    Emily

  • RE: Kiefergelenk


    Das passiert sicher nicht ohne Grund, Emily.

    Das Knacken ist ein Leitsymptom. Dabei ist es wichtig, wann das Knacken auftritt: initial (am Anfang der Öffnungsbewegung) oder terminal (am Ende der Bewegung).

    Das initiale Knacken kommt dadurch, dass das Kiefergelenksköpfchen des Unterkiefers bei geschlossenem Mund hinter und nicht auf dem Diskus (eine Art Bandscheibe zwischen Kiefergelenksköpfchen und Pfanne des Oberkiefers) liegt, also erst auf ihn "Aufspringen" muss. Das gibt ein knackendes Geräusch.

    Beim ternminalen Knacken springt es am Ende der Öffnungsbewegung vom Diskus runter und liegt dann vor dem Diskus, was zur Folge hat, dass man den Mund nicht mehr schließen kann (es federt).

    Sie müssen unbedingst mit Ihrem Zahnarzt darüber sprechen. Eventuell kann eine Ausbissschiene helfen. Ganz wichtig ist, den Mund nicht maximal zu öffnen, d.h. insbesondere beim herzhaften Gähnen den Unterkiefer mit der Hand von der maximalen Öffnung abzuhalten.

    Eine gute Übung um die Muskulatur zu stärken, die den Diskus nach hinten zieht:

    Zunge hoch an den Gaumen, dann ganz nach hinten, und dann den Mund öffenen und schließen,.

    Herzliche Grüße

    Osswald
    www.tarzahn.de

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    • RE: Kiefergelenk


      Hallo,

      dann habe ich wohl so ein terminales Knacken...
      Ist die genannte Übung immer gut - egal ob es ein "initiales" oder "terminales" Knacken ist?

      LG
      Emily

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      • RE: Kiefergelenk


        Diese Übung hilft bei (nahezu) allen Problemen mit dem Kiefergelenk, weil sie:

        a) die Muskeln stärkt (ihren Grund-Tonus erhöht), die die Mundöffnung bewirken, also hilft, den wesentlich stärkeren Mundschließern paroli zu bieten

        b) die Muskeln stärkt die den Unterkiefer nach hinten ziehen und bei der Maximalöffnung somit stabilisieren, und damit verhindern, dass der Unterkiefer soweit nach vorne kann, dass er vom Diskus runter springt

        c) die Muskeln in der "richtigen" (retralen, zentrischen) Position des Unterkiefers trainiert

        d) auch die Bänder und Muskeln stärkt, die am Diskus angreifen und diesen in die richtige Position ziehen

        Genau so wichtig scheint mir aber auch, maximale Mundöffnungen, wie sie beim unkontrollierten Gähnen passieren, zu vermeiden, indem man den Unterkiefer beim Gähnen abstützt und die maximale Öffnung unterbindet.

        Zusätzlich ist möglicherweise eine adjustierte Aufbisschiene angezeigt.

        Gute Besserung

        Osswald
        www.tarzahn.de

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        • RE: Kiefergelenk


          Ähnliches Problem, nur ist es bei mir ein initiales Knacken im rechten Kiefergelenk.

          Zahlt die Krankenkasse (gesetzlich) so eine Ausbißschiene?

          Im linken Kiefer habe ich eine andere Erscheinung beim Öffnen des Kiefers: im linken Ohr ist dort dann ein Gefühl ähnlich wie beim Druckausgleich (fliegen, Pass fahren etc). Woran kann denn das liegen? Welcher Arzt wäre dafür zuständig?

          Wäre um fachmännische Antwort sehr froh, denn rechts Knacken und links Pfloppen ist echt sehr nervig!

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          • RE: Kiefergelenk


            Durch Knirschen und Pressen (schlechte Gewohnheiten) können diese Beschwerden erklärt werden und eine adjustierte Aufbisschiene kann möglicherweise die richtige Therapie sein, HerzAss.

            Es kann aber auch sein, dass natürliche oder iatrogene (im Zuge einer Behandlung wie zB. Zahnersatz gesetzte) Früh- und Fehlkontakte und/oder Gleithindernisse gegeben sind, die eingeschliffen, d.h. beseitigt werden müssen.

            Im Prinzip bezahlt die Krankenkasse solche Schienen. Das Problem dabei ist, dass wir ja heute alle Budgets haben, d. h. ein bestimmtes Behandlungsvolumen nicht überschreiten dürfen. Überschreiten wir dieses, zahlen wir das Geld zurück, stellen also nicht nur unsere Arbeitskraft, unsere technische Ausstattung und unser Personal kostenlos zu Verfügung, sondern bezahlen auch noch die Laborkosten für die Schiene aus eigener Tasche.

            Ein weiters Problem ist, dass viele Zahnärzte den Biss zur Herstellung einer solchen Schiene registrieren (vermessen) und die Schiene auf Modellen herstellen, die in einem sogenannten Artikulator montiert sind. Das ist eine reine Privatleistung. Ich denke also schon, dass Sie mit Kosten rechnen müssen.

            Viel Erfolg

            Osswald
            www.tarzahn.de

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            • RE: Kiefergelenk


              Vielen Dank für Ihre Antwort!

              Ich werde mal mit meinem Zahnarzt sprechen.

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