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Zahnfleischtransplantation

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  • Zahnfleischtransplantation

    Durch eine jahrelange Fehl- (bzw. Nicht-) Behandlung meines vorherigen Zahnarztes, habe ich im Alter von 26 Jahren eine weit fortgeschrittenen Paradontose. Durch diverse professionelle Zahnreinigungen und eine Paradontosebehandlung in mehreren Sitzungen hat sich meine Taschentiefe von 6 und 7 mm auf 4 mm verbessert.

    Nichtsdestotrotz empfiehlt mir mein Zahnarzt, in absehbarer Zeit (ca. ein Jahr) eine Zahnfleischtransplantation an den Schneidezähnen im Unterkiefer vorzunehmen. Dort ist kein bakterieller Befall (mehr), aber die Zahnwurzel bis zum weichen Gewebe freigelegt. Für mich ist dies weniger ein ästhetisches als ein gesundheitliches Problem. Ich habe große Angst, die Zähne zu verlieren.

    Nun meine Frage zur Zahnfleischtransplantation: Ist dies ein Eingriff, dessen Erfolg von Dauer ist? Wie riskant ist die Operation? Wie hoch sind die Kosten üblicherweise? Mein Zahnarzt sprach von etwa 350 Euro für die beiden Vorderzähne, mit Bindegewebetransplantation. Wenn ein weiterer Backenzahn mitgemacht würde, der nicht gefährdet ist, aber unschön aussieht, käme ich auf etwa 500 Euro bei einer ambulanten Operation. Sind das realistische, normale Preise? Ich bin übrigens Kassenpatientin.

    Noch eine Frage: Wann ist ein Knochenaufbau sinnvoll? Von dieser Möglichkeit hat mein Zahnarzt mir bisher noch nichts erzählt. Wie teuer ist so etwas?

  • RE: Zahnfleischtransplantation


    Schwierige Frage, Karius, an der die Grenzen der Beratung von Patienten über das Internet deutlich werden. Das mag auch erklären helfen, warum ich solange mit einer Antwort gezögert habe.

    Der Preis für diese Leistung ist in Ordnung, wenn die Erwartung erfüllt wird, die jemand als Ergebnis eines solchen Eingriffs erwartet.

    Das Ergebnis wird aber bei Erfolg lediglich in einer ästhetischen Verbesserung liegen, mehr ist nicht drin. Eine Verbesserung der Chancen auf langfristigen Zahnerhalt ist damit nicht verbunden. Die Erwartungen, die Sie mit der Operation verbinden, scheinen mir in diesem Sinne möglicherweise anders geartet zu sein.

    Das entzündungsfreie Zahnfleisch liegt dem Knochen flach, blassrosa und straff auf. Wenn also das Zahnfelsich weg ist, bedeutet das, dass der Knochen weg ist. Den bekommen Sie in diesem Bereich (nur äußere, der Lippe zugewandte dünne Knochenlamelle) auch nicht mehr hin. Höchstens mit sehr aufwendigen Knochen-Augmentationsverfahren, die aber in diesem Bereich kaum sichere Vorhersagen ermöglichen.

    Entscheidend für den Halt dieser Zähne ist der Knochen, der sich zwischen den Zähnen befindet. Die äußere Knochenlamelle ist nicht so entscheidend, es sei denn, der Verlust ist extrem, d.h. dass große Teile der Wurzel offen liegen.

    Wichtig ist, genau abzuklären wo denn genau Knochenverlust eingetreten ist. Das ist ohne Röntgenbild nicht einzuschätzen. Der Verlust von Teilen der äußeren Knochenlamelle ist mit fortschreitender Jugend verbreitet (lange Zähne) und in der Regel nicht besonders beunruhigend, wenn er auf diesen äußeren Bereich beschränkt ist.

    Parodontitis ist sicher nicht die Häufigste Ursache, wenn der Verlust auf diesen Bereich beschränkt ist, insbesondere wenn man jung ist. Da kommen eher Früh- und Fehlkontakte in Frage und/oder schlechte Gewohnheiten (Knirschen, Pressen, usw.).

    Wichtig ist, die Ursachen zunächst eindeutig zu erkennen und zu beseitigen. Anonsten ist die Gefahr groß, dass der ästhetische Gewinn nicht von sehr langer Dauer ist.

    Herzliche Grüße

    Osswald
    www.tarzahn.de

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    • RE: Zahnfleischtransplantation


      Vielen Dank für Ihre Antwort, Herr Oswald. Ich dachte schon, Sie hätten mich vergessen.

      Dass eine medizinische Beratung im Internet Grenzen hat und nicht als Nonplusultra angesehen werden sollte, ist mir durchaus bewusst. Es ging mir darum, eine unabhängige (Experten-) Meinung zu dem Thema zu hören. Unabhängig auch deshalb, weil Sie an mir kein Geld verdienen, wie die behandelnden Ärzte und deshalb nichts davon haben, mir dringend zu einer Operation zu raten.

      Meine größte Angst ist nach wie vor der Zahnverlust, was in meinem Alter wohl verständlich ist. Wenn diese Zahnfleischttransplantation allerdings nur ästhetischen Zwecken dient, wie Sie sagen, dann kann ich sie mir tatsächlich sparen.

      Ein Röntgenbild wurde zu Beginn der Behandlung im Herbst letzten Jahres gemacht. Die Begründung für die Zahnfleischtransplantation war auch, dass dadurch die empfindliche, weiche Wurzel des Zahnes, die zum größten Teil freiliegt, vor Bakterien geschützt wird und die Zugkräfte, die vom weichen Gewebe ausgehend auf den Zahn wirken, vermindert werden.

      Ich werde mir auf jeden Fall eine zweite (bzw. dritte) Meinung bei einem Spezialisten vor Ort einholen, den ich über die Deutsche Gesellschaft für Paradontologie ausfindig gemacht habe.

      Vielen Dank trotzdem noch einmal für ihre Erklärungen.

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      • RE: Zahnfleischtransplantation


        Möglicherweise reden wir auch ein wenig aneinander vorbei, Karius.

        Wenn Sie jetzt schreiben, dass Zug verhindert werden soll, so schildern Sie eine andere Situation. Damit kann eigentlich nur gemeint sein, dass das Zahnfleisch dem Knochen folgend so weit verloren gegangen ist, dass kaum noch "attached Gingiva" (unverschiebliches Zahnfleisch) vorhanden ist, dass also die von den Weichgeweben (Umschlagsfalte) inserierenden Bänder dirketen Zug auf den Zahnfleischrand ausüben. In diesem Falle ist sehr wohl eine Operation angezeigt, nämlich die Verbreiterung des unverschieblichen Zahnfleischanteils. Diesen Eingriff nenn man "Vestibuloplastik" und es kann dazu in machen Fällen auch eine Zahnfleischtransplantation sinnvoll und notwendig sein.

        Ich hatte Ihre Schilderung primär so verstanden, dass es lediglich um die Abdeckung frei liegender Zahnanteile ginge.

        Viel Erfolg und Grüße

        Osswald

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        • RE: Zahnfleischtransplantation


          Hallo Herr Osswald,

          vielleicht habe ich mich als Laie missverständlich ausgedrückt. Wenn ich meinen Zahnarzt richtig verstanden habe, handelt es sich um das "Phänomen", das sie im zweiten Beitrag beschrieben haben.

          Dann stellt sich mir aber nach wie vor die Frage, ob diese "Vestibuloplastik" überhaupt sinnvoll ist, OHNE den Knochen aufzubauen. Wissen Sie da etwas zu?

          Und noch eine vorausschauende Frage: Wie werden fehlende Schneidezähne ersetzt, wenn man sich keine Implantate leisten kann? Funktionieren Brücken an dieser Stelle?

          Entschuldigung, wenn ich Sie so mit Fragen löchere. Antworten Sie einfach nicht mehr, wenn es Ihnen zu viel wird. ;-)

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          • RE: Zahnfleischtransplantation


            Sicher ist eine Massnahme sinnvoll, die die "attached gingiva" (das unverscheibliche Zahnfleisch) verbreitert, um den Zahnfleischrand vom Zug der dort angreifenden Bänder zu entlasten. Diese Entlastung beugt chronischen Zahnfleischentzündungen vor und damit dem weiteren Knochenabbau. Eine reine Vestibulumplastik (ohne Zahnfleischtransplantation zur Deckeung von frei liegenden Zahnhälsen) ist übrigens eine Kassenleistung.

            Wenn rechts und links von einer Lücke ausreichend stabile Pfeilerzähne stehen, ist eine Brücke immer eine gute Alternative zu Implantaten. Es handelt sich schließlich um eine sehr bewährte Methode mit ausgezeichneter Langzeiterfahrung,

            Viele Grüße

            Osswald
            www.tarzahn.de

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