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Wurzelspitzenresektion

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  • Wurzelspitzenresektion

    Hallo,

    ich habe einen toten Zahn im Oberkiefer, der immer wieder Probleme macht. Ich war deswegen beim Zahnarzt und der meinte, er würde eine Wurzelspitzenresektion durchführen wollen. Jetzt habe ich mich aber mal im Internet bisschen informiert und bin total verunsichert, weil vielerort davon abgeraten wird. Den toten Zahn einfach zu ziehen, hat sich mein Zahnarzt schlichtweg geweigert. Welche Möglichkeiten gibt es noch zur Behandlung bzw. was sollte man wirklich von einer solchen Resektion halten?

  • RE: Wurzelspitzenresektion


    Keine leichte Frage, Marike.

    Es muss ja einen Grund haben, warum ein Zahn, der bereits wurzelgefüllt ist, sich wieder entzündet.

    Der Grund dafür liegt in der Mehrzahl der Fälle an Keimen, die bei der ursprünglichen Behandlung belassen wurden (unvollständige Desinfektion)und sich in der Zwischenzeit vermehrt haben, wodurch die Entzündung wieder aufflammt (wir nennen das "Exazerbation"), wenn die Abwehr aus welchem Grund auch immer nicht mehr in der Lage ist, den Prozess in Schach zu halten.

    Eine Wurzelspitzenresektion kann in solchen Fällen (langfristig) erfolgreich sein, muss es aber nicht, die Chancen liegen bei ca. 50% in Deutschland. In den unerfolgreichen Fällen ist der Zahn nach der Operation für eine gewisse Zeit ruhig, und dann geht es, meist in Verbindung mit einer Fistel, wieder von vorn los. Ist ja auch eigentlich kein Wunder, weil durch die Resektion zwar die Entzündung im Knochen und in den Wurzelspitzen geheilt wird, nicht aber die Keime in der restlichen Wurzel -also das eigentliche Problem- beseitigt werden. Die vermehren sich halt weiter und wenn die Abwehr wieder nicht mehr in der Lage ist.....

    Wenn Ihr Zahnarzt sich weigert, den Zahn zu ziehen, dann ist das schon einmal ein gutes Zeichen dafür, dass es nicht so schlimm sein kann. Ich denke, Sie sollten seinen Rat befolgen und einen Versuch machen, den Zahn zu erhalten. Mit Zähnen muss man geizig sein, weil man nur maximal 32 zu verlieren hat.

    Eine weitere Möglichkeit mit größeren Chancen auf Langzeit-Erfolg, wenn es technisch machbar ist, besteht in einer Revision der alten Wurzelbehandlung. Diese wird entfernt, der Zahn neu (und weiter) aufbereitet, anschließend mit einem potenten Desinfektionsmittel sehr sorgfältig desinfiziert bis er völlig beschwerdefrei udn keimfrei ist, und dann erneut wurzelgefüllt.

    Falls er auch nach Revison unter der Desinfektion nicht beschwerdefrei wird, weil es nicht gelingt, die Entzündung im Knochen auf diese Weise über die Wurzelkanäle auszuheilen, wird er resiziert und unter Sicht während des Eingriffs gefüllt und die abgeschnittenen Wurzeln von unten ("retrograd") verschlossen. Damit ist sowohl die Entzündung im Knochen und in der Wurzelspitze geheilt als auch der Inhalt der Wurzel keimfrei gemacht, was die Chancen auf entgültige Ausheilung stark erhöht.

    Viel Erfolg

    Osswald
    www.tarzahn.de

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    • RE: Wurzelspitzenresektion


      danke für die umfassende antwort )

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