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Becken- und Beinvenenthrombose beidseits heilbar?

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  • Becken- und Beinvenenthrombose beidseits heilbar?

    Hallo,
    ich erlitt vor Jahren tiefe Becken- und Beinvenenthrombosen beidseits. Die gesamte Vena Cava ist ebenfalls verschlossen. ich bin erst 32 Jahre alt und leide sehr unter dieser Erkrankung. Mit den damals verabreichten Lysetherapien konnten diese Verschlüsse jedoch nicht mehr aufgelöst werden. Nun nehme ich seit Jahren blutverdünnende Medikamente und trage Kompressionsstrumpfhosen. Meine Frage, kann man diese Erkrankung auf irgendeiner Weise noch heilen, bessern oder gar operieren? Ich habe mal davon gehört, dass es ein bestimmtes Laserverfahren dafür gibt, jedoch wird nur bei lebensbedrohlichen Situationen damit operiert. Gibt es sonst Möglichkeiten?
    Ich freue mich über jeden Beitrag und über alle Tipps von Ihnen.

  • RE: Becken- und Beinvenenthrombose beidseits heilb


    Hallo,

    mir sind keine operativen Verfahren bekannt, die in einem solchen Fall eingesetzt werden. Operationen werden allenfalls zur Abwendung von Komplikationen dieser Thrombose eingesetzt.

    Ich kann aber nicht erkennen, wo Dein eigentliches Problem ist. Wenn es die blutverdŸnnenden Medikamente sind, die Dich belasten, so wŠre zu fragen: Was fŸr Probleme machen sie Dir? Denn - so sieht es auf den ersten Blick aus - Du wirst Sie Dein Leben lang brauchen.
    Wenn es die Strumpfhose ist, so ist zu fragen, welche Stauungsprobleme Du hast und danach wŠre zu entscheiden, welche Kompressionsart Du brauchst. Zugegeben, nach einer solch ausgedehnten Thrombose ist in der Regel eine Hose erforderlich, aber das kann man letztlich nur nach einer Doppler-Duplexuntersuchung wirklich sagen und man braucht dazu Deine Angaben Ÿber das Ausma§ der Stauung und z.B. ob Deine Gehstrecke reduziert ist. Wei§t Du denn Ÿberhaupt, wie Deine GefŠ§e heute aussehen? Welche tiefe Venen offen sind und welche Venen ggf. als Kollateralen eingesprungen sind?

    Meine Erfahrung zeigt, dass man alle Ma§nahmen immer erst dann wirklich von ganzem Herzen durchfŸhrt, wenn man ihren Sinn verstanden hat. Ich glaube, eine grŸndliche Untersuchung mit Besprechung aller mšglichen Konsequenzen und der Mšglichkeiten, Komplikationen zu verhindern, wŸrde Dir gut tun. Wenn Du nicht wei§t, wohin Du gehen sollst, dann mail mir Deine Adresse, damit ich Dir helfen kann. Meine E-Mail: ive?gammelsdorf.net

    Alles Gute
    Ive Schaaf

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    • RE: Becken- und Beinvenenthrombose beidseits heilb


      Hallo Frau Dr. Schaaf,

      vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, meine Frage zu beantworten.
      Im Prinzip sind es die Strumpfhosen und die Medikamente die mich einfach stören. Ich kann mich einfach nicht mit der Tatsache abfinden, dass ich ein Leben lang Medikamente einnehmen muß und mein Leben lang diese Kompressionsstrumpfhosen tragen muss. Ich habe gehofft, dass es vielleicht doch noch eine Möglichkeit gibt, die verschlossenen Venen wieder durchgängig zu machen. Dadurch würden sich die sehr ausgeprägten Kollateralen Umgehungskreißläufe wieder zurückbilden und ich könnte vielleicht wieder annähernd das Leben führen, welches ich vor meiner Krankheit gelebt habe. Ich bin durch das Tragen der Kompressionsstrumpfhose natürlich was meine Kleidung angeht sehr eingeschränkt, auch wenn ich diese Strumpfhosen in allen Modefarben besitze. Im Hochsommer zu kurzen Hosen oder Sandalen finde ich sie dann doch unmöglich. Desweiteren macht mir die Durchblutung im Beckenbereich große Probleme. Bedingt durch diese schlechte durchblutung bin ich bis heute Kinderlos geblieben, was natürlich in meinem Alter ganz schön an die Substanz geht. Desweiteren leide ich in letzter Zeit immer wieder unter schweren Venenentzündungen, die teilweise stätionär behandelt werden müssen. Beruflich bin ich ebenfalls sehr eingeschränkt, ich kann nicht mehr längere Zeit sitzen oder stehen, weil ich sonst sofort neue Venenentzündungen bekomme. Abends habe ich trotz Kompressionsstrumpfhose Wassereinlagerungen in den unteren Extremitäten.

      Ich könnte nun mit meinen Aufzählungen fortfahren, aber Sie können sich als Expertin sicherlich vorstellen was so eine Erkrankung nach sich zieht.

      Für jeden hilfreichen Rat bin ich sehr dankbar.

      Ich bedanke mich für Bemühungen Frau Dr. Schaaf.

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      • RE: Becken- und Beinvenenthrombose beidseits heilb


        Hallo,

        wie wŠre es, wenn wir positiv nach vorne blicken und versuchen, uns mit den Dingen zu beschŠftigen, die sich mšglicherweise bessern lassen?

        Hier ein paar VorschlŠge:

        Man kann versuchen, den Kšrper dazu zu bringen, Kollateralen in den Muskeln zu bilden. Da sind sie nicht sichtbar, solche Kollateralen haben funktionierende Klappen und machen - wenn es gut geht - langfristig ziemlich beschwerdfrei. Denn so wie es aussieht (nach dem, was ich jetzt gelesen habe), bist Du erheblich durch stšrende Kollateralen und eine deutlich reduzierte LeistungsfŠhigkeit eingeschrŠnkt.

        Mein Vorschlag ist nicht (durch Studien) wissenschaftlich abgesichert, aber meiner Erfahrung nach erfolgversprechend.
        1. Du musst die Kompression so weit erhšhen, dass es nicht mehr zu einer Schwellung kommt, egal, was Du tust. Das gelingt mit StrŸmpfen nach Ma§ der Klasse III oder IV. Das ist aber Šu§erst stressig, daher mein Vorschlag: Zieh Ÿber Deine jetzige Hose noch ein paar StrŸmpfe und zwar KniestrŸmpfe, wenn die Schwellung nur den Unterschenkel betrifft. Dieser Kniestrumpf in Kompressionsklasse II addiert sich zur KompressionsstŠrke der Hose, so dass das Bein schlank bleiben sollte - den ganzen Tag.
        2. Wenn das geschafft ist, mach bitte tŠglich mindestens ein-, besser zweimal ein Gehtraining. Das geht so, dass Du flott spazieren gehst bis die Beine anfangen zu spannen/Schmerzen/sich prall zu fŸhlen, was immer es auch ist. Du wei§t schon, wie sich Deine Beine melden. Bleib stehen, bis die Beschwerden wieder weg sind und dann das Ganze von vorn. Mach die Pause, wenn die Beschwerden kommen, nicht erst, wenn sie schon stark sind. Erwarte keine Wunder, aber eine Besserung innerhalb von drei, spŠtestens sechs Monaten. Und dann schreib bitte noch mal.
        Noch wichtig: Damit Du erkennen kannst, ob Du Fortschritte machst, notier bitte heute, wie weit Du ohne Schmerzen gehen kannst, wie lange Du sitzen, etc. kannst, was immer es auch ist, was heute nicht klappt. Schau die Liste in drei Monaten das nŠchste Mal an.

        Bis dann
        Dr. Ive Schaaf

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