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Thrombose und die Folgen

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  • Thrombose und die Folgen

    Hallo Frau Schaar,
    ich hätte da noch eine Frage:-)

    Seit Juli habe ich nach einem Muskel- Faserriss eine Thrombose in der Wade (bis ins Knie), nehme Marcumar und außerdem wurde bei mir Faktor V. festgestellt. Wie es aussieht habe ich im Januar meine letzte Untersuchung und kann dann Marcumar absetzen. Strumpf soll ich bei sitzender Tätigkeit weiter tragen.
    Die Thrombose hat sich bei mir nicht aufgelöst, sondern festgesetzt. Die Durchblutung ist zwar besser geworden, aber meine Ärztin meinte, da würde sich jetzt wohl nicht mehr viel ändern, das Blut sucht sich ja seinen Weg. Und das sei relativ häufig, dass der Pfropf bleibt.
    Nun meine Frage: wie hoch ist das Risiko- besonders mit Faktor V- dass sich genau an dieser Stelle- noch mal ein Gerinnsel entwickelt?
    Ist das jetzt schlecht, dass es sich nicht aufgelöst hat? Hab ein bißchen Angst, dass ich jetzt in Zukunft ständig auf der Hut sein muss........

    Lieben Dank!


  • Re: Thrombose und die Folgen


    Sie hatten eine sogenannte 2-Etagen-Thrombose . Und sie haben eine sogenannte " Thrombophilie " als ein ererbten Gerinnungsdefekt .Dieser ist häufig, ca.8% der Bevölkerung haben den.Frage : erkundigen sie sich, ob er hetero-odr homozygot ererbt ist ? Also haben sie es von einem Elternteil geerbt (= heterozygot) oder von beiden (= homozygot) .
    Das Risiko ist höher eine neue Thrombose zu bekommen , aber es gibt immer mehr Hinweise , das es selten zu einer 2.Thrombose kommt .
    Also hier ist noch nicht alles sicher bekannt.
    Sie haben jedoch an der Stelle ein etwas höheres Risiko , da die Venenwände nicht mehr so glatt sind .
    Ist es schlecht...Thrombus nicht aufgelöst? :
    Hauptsache die Kniekehlenvene ist nicht völlig verschlossen.
    Aber da kann sich noch viel Gutes tun: die Rekanalisation ist nióch lange nicht abgeschlossen , es kann noch mehr aufgehen; aus diesem Grund auch Ko.strümpfe streng tragen , dadurch erhöhen sie den venösen Rückfluss und es kann sich noch mehr auflösen . Wir haben das in unserer Klinik schon 8 Jahre nach der Thrombose gesehen : sogenannte " Spontanrekanalisation " .
    Keine Angst , damit könne sie gut leben-gelegentlich vom Phlebologen kontrollieren lassen .
    Und bei neuen Wadendruckschmerzen :sofort zum Venenspezialisten - allein um ihnen die Angst vor einer neuen Thrombose zu nehmen .
    Alles Gute
    Ihr Ullrich Katz

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    • Re: Thrombose und die Folgen


      Wichtig wäre noch , ihre Kinder (? ) zu überprüfen , ob die den Gerinnungsdefekt geerbt haben ? Bei Töchtern müssten man dann sehr vorsichtig mit der Pille sein- man sollte sie dann nicht nehmen .Da sonst das Risiko eine Thrombose zu bekommen ca.40x höher ist bei heterozygotem Faktor V Mangel .
      Homozygot und Pille wäre das Risiko viel höher , bis zu 200 fach .
      Wenn sie noch nie ne Thrombose hatten , wäre das Risiko eine Thrombose zu bekommen , mit heterozygotem Faktor V Mangel ca.8x höher .
      Aber bedenken sie , jeder Unterschenkel-Gips hat genau so ein Risiko...
      LG.Ullrich Katz

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      • Re: Thrombose und die Folgen


        Vielen Dank für die nette Antwort!

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        • Re: Thrombose und die Folgen


          Ob sich der Thrombus auflöst oder nicht, weiß man jetzt noch nicht, Die Reparaturarbeiten sind noch voll im Gange, denn es ist ja noch kein Jahr her seit der TVT.
          Wenn der Körper einen Abschnitt verschlossen lässt, muss das nicht schlimm sein, sondern kann sogar besser sein als ein Venenabschnitt, der wieder eröffnet wurde. Das funktionelle Ergebnis zählt, denn die Funktion bestimmt Ihre Langzeitprognose. Wie gesagt ist nach einem Jahr mit dem vorläufigen Endergebnis zu rechnen. Bis dahin können Sie mit guter Kompression und täglich 20 Minuten flottem Gehen viel dazu beitragen, dass alles gut wird. Auf den Strumpf sollten Sie übrigens nach Maßgabe Ihres Befundes verzichten und nicht weil ein halbes Jahr vorbei ist. Meine Empfehlung wäre, das konkret bei der Kontrolle nach einem halben Jahr zu besprechen.

          Ihr Risiko ist jetzt lebenslang erhöht im Vergleich zu Menschen, die nie eine TVT hatten und Menschen, die keine Faktor V Mutation haben, aber das muss nicht heißen, dass Sie jemals wieder eine TVT bekommen. Viel wichtiger als Ihre Risikofaktoren ist, dass Sie wissen, wie man sich vor einer TVT schützt. Ausführliche Tipps dazu schicke ich Ihnen per privater Nachricht. Im Grund geht es darum, zu verstehen, wann die Thrombosegefahr steigt und sich dann "klug" zu verhalten.

          Nicht vergessen: Kinder testen lassen und sich auch in deren Sinne schlau zu machen!

          Alles Gute!

          Dr. Schaaf

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          • Re: Thrombose und die Folgen


            Hallo Frau Dr. Schaaf,
            danke für die ausführliche Antwort.
            Ich versuche, soweit es geht, alle Risikofaktoren auszuschalten. Viel Bewegung, kein Rauchen und keine Pille mehr etc.
            NOCH habe ich keine Kinder, habe allerdings schon den Wunsch in den nächsten Jahren und bin mir schon im Klaren, dass das wohl kein Spaziergang wird.....aber naja. Meine Ärztin ist sehr nett und meinte: immer positiv denken, dann geht auch alles gut:-)

            Danke noch mal für die netten Antworten im letzten halben Jahr, das hat mir in einigen "leicht panischen" Situationen sehr geholfen. Ein tolles Forum!

            Liebe Grüße
            Schapuschi

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            • Re: Thrombose und die Folgen


              Immer gerne...

              alles Gute!

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