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Gehtraining

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  • Gehtraining

    Hallo Frau Dr. Schaaf,

    ich (4 Wochen TVT) habe mir Ihren Rat auf www.thrombose-info.de zu Herzen genommen und gehe seit Freitag erfolgreich taeglich zwei Male eine Strecke von ca. 1km - allerdings noch langsam und mit einer Kruecke um etwas Last vom Bein zu nehmen.

    Heute bin ich nun wieder ungewollt in die Schmerzgrenze gelaufen, habe danach recherchiert und bin in diesem Thread gelandet.

    Mich interessiert zunaechst, ob ich auf "Volumen" oder "Intensitaet" trainieren sollte. Ich kann mir bei bestem Willen nicht vorstellen, dass ich aktuell auch nur 5 oder 10 Minuten schnell und komplett ohne Kruecke gehen kann. Sollte ich dann trotzdem die Karten auf den Tisch legen und einfach ohne Kruecke gehen so weit moeglich, und riskieren, dass ich sehr oft in die Schmerzgrenze reinlaufe? Waere das nicht auch wiederum schaedlich? Oder ist es fuer den Anfang OK, die Belastung etwas niedriger zu halten?

    Vielen Dank!


  • Re: Gehtraining


    Am Anfang kurz treten, aber oft.

    Trainieren ist gut, aber nur so viel wie geht. Es braucht seine Zeit und jeder muss mit einer anderen Trainingsstrecke beginnen.

    Es ist nicht schlimm, mal in den Schmerz hinein zu laufen, aber man sollte es nicht vorsätzlich tun.

    Sinn des Gehtrainings ist es, den Körper dazu zu bringen, sich so optimal wie möglich um die Reparaturprozesse zu kümmern. Das schaffen Sie mit einer Belastung bis an die Schmerzgrenze. Und die Reparatur ist dann Schwerarbeit für den Körper. Also nicht wundern, wenn Sie abends total geschafft sind!

    Wenn Sie Krücken brauchen, dann nehmen Sie sie. Gegen Krücken ist nichts zu sagen, wenn nur BITTE (Arzt fragen) der Fuß mitläuft, also die Muskeln bewegt werden. Wenn Sie gar nicht belasten dürfen, lassen Sie sich von der Krankengymnastik isometrisches Muskeltraining erklären.

    Noch Fragen ?

    Dr. Schaaf

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    • Re: Gehtraining


      Danke, das macht mir erstmal etwas Mut!

      Was mir allerdings sehr grosse Sorgen macht, ist, dass mich eine Ueberschreitung der Schmerzgrenze immer ziemlich zurueck wirft. Gestern morgen hatte ich wieder Schmerzen (die kommen meist ohne Ankuendigung sofort sehr stark) und konnte dann den Rest des Tages nur noch im Schneckentempo gehen.

      Heute sah es nach dem Aufstehen wieder etwas besser aus, aber nach mehreren kurzen, vorsichtigen Gaengen zieht und zwickt es bei Belastung trotzdem wieder ansatzweise. Waere es dann falsch, mal einen Tag nur im Bett zu bleiben? Spiele schon mit dem Gedanken, 1-2 Tage Urlaub zu nehmen, oder die 2. Kruecke wieder zur Hilfe zu nehmen (ja, ich benutze nur eine um das Bein moeglichst realistisch zu bewegen. Der Fuss geht auch mit)

      Die Kruecken habe ich mir selbst verschrieben, die Aerzte (3 verschiedene - Orthopaede, Kardiologe, Hausarzt) haben das nur zur Kenntnis genommen und nicht weiter kommentiert. Ohne geht es einfach nicht.

      Ansonsten interessiert mich noch, wie schlimm Sitzen trotz Kompressionsstrumpf und Marcumar ist? Ich gehe wieder zur Arbeit, bin dort 8 Stunden im Buero. Ich stehe ca. 1 Mal pro Stunde auf und gehe ein kleines Stueck. Wechsle ansonsten Bein hochlegen mit normalem Sitzen ab. Nur Hochlegen geht auch nicht dauerhaft.

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      • Re: Gehtraining


        Also benutzen Sie die Krücken wegen der TVT?

        Wie ausgedehnt ist denn Ihre TVT und wie war der bisherige Verlauf?

        Dr. Schaaf

        Kommentar



        • Re: Gehtraining


          Ich habe mir von meinem Vater Kruecken geliehen nachdem die Schmerzen vor 4 Wochen anfingen, noch bevor ich zum Arzt ging. Nutze sie nun seit 3 Wochen:

          1. Woche beide um komplett das Bein zu entlasten
          2. Woche nur noch 1 Kruecke um kurze Wege mit leichter Belastung zu gehen
          3. Woche 1 Kruecke um laengere Wege (bis 1km) zu gehen

          Die Schmerzen in der Wade fingen eines Abends abrupt im Liegen an, waren stechend und liessen mich eine Zerrung vermuten. Es gab zwei moegliche Anhaltspunkte fuer die Ursache:

          - Ich war zuvor 2 Wochen gehumpelt und habe das Bein dabei wohl "suboptimal" belastet, da ich eine Knoechelverletzung vom Sport hatte
          - Ich verlor etwa 15-30 Minuten vor den Schmerzen bei einer schweren Klimmzuguebung den Halt und landete dadurch auf dem Bein (allerdings nur vielleicht aus einem halben Meter Hoehe). Hatte direkt danach aber keine Schmerzen!

          Es war danach so, dass die Wade generell beim Liegen nicht weh tat, es beim Gehen aber ein starkes Stechen gab. Ausstrecken des Beins zum Sitzen war anfangs auch schmerzhaft (ging aber nach ca. 10 Minuten weg).

          Zwischenzeitlich schien es besser zu werden, es wurde dann aber wieder schlechter und ich stieg auf Kruecken um. Die ersten Tage konnte ich dann trotz Kruecke nur unter starken Schmerzen auf Toilette gehen, da selbst ein minimales Schwingen des Beins in der Luft ein starkes Stechen verursachte, was dann gerade morgens 10-15 Minuten lang auch in Ruhehaltung anhielt.

          Eine Woche nach den ersten Schmerzen war ich dann beim Arzt und es wurde eine TVT in der Wade diagnostiziert - Deutlich unter der Kniekehle und ueber dem Fuss. Schon an diesem Tag war vor dem Arztbesuch beim Gehen mit Kruecken kein Schmerz mehr da. Ich bekam dann Kompressionsstruempfe, Heparin und Marcumar.

          Ich war dann ueber eine Woche schmerzfrei, belastet das Bein aber auch kaum. Als ich 2 Wochen nach dem ersten Schmerz wieder anfing kurze Wege (100m) mit einer Kruecke zu gehen, ging dies zunaechst gut, ich hatte dann aber einen kurzen Rueckfall: Einmal gab es ein beim Auftreten einen abrupten starken stechenden Schmerz in der Wade. Ich nahm sofort mit der Kruecke wieder etwas mehr Last von dem Bein und bewegte mich langsamer, und der Schmerz verschwand SOFORT. Das Bein fuehlte sich dann Abends und am naechsten Tag noch gereizt an. Am naechsten Abend schaffte ich es allerdings, vorsichtig 1km mit einer Kruecke zu gehen. Dies tat ich dann mehrere Tage erfolgreich.

          Vorgestern ging ich dann auch etwa 1km, wartete zwischenzeitlich noch 10 Minuten im Stehen (nicht gut wohl?!) auf den Bus, und setzte mich dann hin. Als ich dann etwas spaeter noch einen kurzen Weg ging, hatte ich auf einmal sofort wieder starke stechende Schmerzen bei Belastung. Seitdem fuehlt sich die Wade wieder etwas gereizter an und ich gehe deutlich langsamer und vorsichtiger. Ab und zu gibt es ein leichtes Ziehen, das mir signalisiert, ich sollte mich lieber nicht mehr bewegen.
          ==========
          Klingen diese Schmerzen in irgendeiner Weise typisch (wenn auch selten) fuer eine Thrombose, oder muesste ich hier eher von einer Nebenverletzung ausgehen, die ja auch vielleicht die Thrombose beguenstigt oder verursacht haben kann - z.B. Zerrung, leichter Faserriss, Muskelverhaertung, etc? Das Problem ist dann halt, dass es keine direkte Ursache zu geben scheint, da der Schmerz aus heiterem Himmel kam.

          Hauptmerkmale sind eben, dass der Schmerz auf einmal bei Belastung sofort sehr stark kommt und sich nicht ankuendigt. Er verschwindet dann sofort wenn ich die Belastung vom Bein nehme. Ausserdem sticht es statt dumpf zu druecken. Und ein "Rueckfall" mit Schmerzen laesst die Wade dann aktuell mehrere Tage gereizt/kaum belastbar anfuehlen.

          Habe die ersten Wochen nach dem Arztbesuch viele Magensiumtabletten genommen, tat das dann vor den erneuten Schmerzen nicht mehr. Vielleicht hat das irgendwas damit zu tun falls es sich z.B. um eine Muskelverhaertung handelt?

          Vielen Dank fuer Ihre Zeit!

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          • Re: Gehtraining


            Ach ja, meine Aerzte (Orthopaede, Kardiologe, Hausarzt) haben alle zugestimmt, dass es vorher eine Zerrung gegeben haben kann, aber nicht muss. Dazu wurde keine Diagnose gestellt, sie haben sich eher auf die Thrombose konzentriert, was ja auch Sinn macht.

            Kommentar


            • Re: Gehtraining


              Tja, ich bin nun sehr vorsichtig weniger als 50 Meter mit 1 Kruecke gegangen und hatte am Ende wieder Schmerzen. Diesmal sogar progressiv und eher drueckend statt sofortiges Stechen.

              Ich werde wohl 1 Woche das Bein gar nicht mehr benutzen und nochmal ganz von vorne anfangen muessen.

              Kommentar



              • Re: Gehtraining


                Zitat:
                Klingen diese Schmerzen in irgendeiner Weise typisch (wenn auch selten) fuer eine Thrombose, oder muesste ich hier eher von einer Nebenverletzung ausgehen, die ja auch vielleicht die Thrombose beguenstigt oder verursacht haben kann - z.B. Zerrung, leichter Faserriss, Muskelverhaertung, etc? Das Problem ist dann halt, dass es keine direkte Ursache zu geben scheint, da der Schmerz aus heiterem Himmel kam.
                Antwort:
                Ihre Schilderungen klingen in der Tat nicht wirklich typisch für Thrombose, sondern eher so als würde noch etwas anderes die Schmerzen hervorrufen. Sie schreiben ja weiter oben, dass Sie das Bein wegen einer Knöchelverletzung geschont haben. Sollten weitere Risikofaktoren hinzukommen, könnte das ja schon der Auslöser für die TVT gewesen sein. Und könnte nicht im Rahmen der Knöchelverletzung auch die Wade in Mitleidenschaft gezogen worden sein?

                Trotz Ihrer ausführlichen Schilderung kann ich nur vage TIpps geben - sorry. Mir scheint rein intuitiv, dass noch irgendetwas nicht richtig beachte wird. Schon dass jemand Krücken wegen einer TVT benutzt, ist nicht "normal".

                Dr. Schaaf

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                • Re: Gehtraining


                  Hallo Frau Dr. Schaaf,

                  zunaechst noch einmal vielen Dank fuer Ihre Antwort, die Aussage, dass starke Schmerzen bei leichter Belastung thromboseuntypisch sind, half mir schon weiter.

                  Ich war nun beim Hausarzt, dieser sieht es auch so, dass noch etwas anderes sein muss. Nach Ruecksprache mit dem Thromboseexperten wurde nun beschlossen, noch einmal mit Verdacht auf Muskelfaserriss ein paar Wochen abzuwarten. Ich erhalte auch ein Schmerzmittel.

                  Was mich nun von Ihnen noch interessieren wuerde ist die Frage, ob es sich auch um die "Schaufensterkrankheit" handeln koennte?

                  Kann diese parallel zu einer Thrombose auftreten? Mir ist der Unterschied nicht ganz klar. Ich habe nur gelesen, dass die "Schaufensterkrankheit" wohl eher mit Arterien statt Venen zusammenhaengt.

                  Gestern war ich im Zuge eines Arztbesuchs ueber eine Stunde verteilt etwa 600 Meter ohne Kruecken unterwegs. Ich hatte zwischendurch 5-6 Male kurz Schmerzen in der Wade, diese gingen aber immer wieder weg wenn ich kurz Pause machte und dann vorsichtig weiterging. Kurz im Sinne von einige Sekunden bis zu einer Minute.

                  Ich kam dann noch recht gut nach Hause und legte dann die Beine hoch. Als ich etwa 10 Minuten spaeter wieder aufstehen wollte, konnte ich das Bein ohne Schmerzen gar nicht mehr belasten. Alleine das Ausstrecken des Beins beim Versuch, auf den Boden aufzutreten, ging dann schon nicht mehr. Das war etwa 2 Stunden so bis ich schlafen ging, das Bein war quasi "verbraucht". Heute morgen konnte ich das Bein wieder aufsetzen.

                  Klingt diese Erfahrung irgendwie "Schaufensterkrankheitstypisch"? Kann diese parallel zu einer Thrombose auftreten? Ich bin erst 25, habe allerdings seit dem 16. Lebensjahr insgesamt etwa 3-4 Jahre taeglich geraucht, und war dazwischen nie lange komplett rauchfrei (habe es in den letzten Jahren aber nur alle paar Wochenenden gemacht). Das reicht doch wohl nicht fuer ein "Raucherbein"?!

                  Danke!

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                  • Re: Gehtraining


                    Ne, so schnell bekommt man kein Raucherbein.

                    Schaufensterkrankheit kommt tatsächlich von verengten Arterien (=Schlagadern, nicht Venen). Typisch sind Schmerzen, die beim Gehen kommen, eigentlich immer nach der selben Strecke und nach einigen Minuten Pause wieder verschwinden.
                    Ihre Beschwerden klingen aber nicht danach.

                    Dr. Schaaf

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                    • Re: Gehtraining


                      Hallo,

                      ich will gerne noch nachtragen, wie es weitergegangen ist, um den Thread zu komplettieren.

                      Das Problem war wohl, dass schon nach 2 Wochen Kruecken die Muskeln nicht mehr so dehnbar/belastbar waren. Dadurch kam es dann vermutlich bei Belastung zu einem Muskelfaserriss oder so etwas in der Richtung.

                      Ich habe nun einen Monat Krankengymnastik gemacht und kann jetzt problemlos mehrere 100 Meter gehen. Zwischenzeitlich fuehlte sich die Wade am naechsten Tag nach einer Gymanstikstunde an als waere ich einen Marathon gelaufen, weil die Belastung einfach so ungewohnt war.

                      Die Moral ist also, dass ein laenger stillgelegtes Bein unbedingt oft (zumindest aktiv) gedehnt werden sollte damit die Dehnbarkeit nicht verloren geht.

                      Ob ich nun beim zuegigen Gehen dann Schmerzen von der Thrombose bekomme, werde ich dann in den naechsten Tagen sehen.

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                      • Re: Gehtraining


                        Klingt doch gut...

                        Dr. Schaaf

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