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Thrombose übersehen?

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  • Thrombose übersehen?

    Am 13. November wurde ich von meiner Hausärztin mit Verdacht auf Thrombose ins Krankenhaus geschickt (obwohl der D-Dimer-Test negativ war). Am Vortag begann alles mit einem Ziehen in der Innenseite. Aus dem Ziehen wurden Schmerzen (konnte nicht mehr richtig gehen) und die Hausärztin stellte auch eine Schwellung von ca. 1 cm fest.

    Im Krankenhaus angekommen wurde mir wieder Blut genommen. Auch hier war der D-Dimer Test wieder negativ und auch die anderen Blutwerte waren in Ordnung. Zwei Ärzte haben mir Fragen gestellt und das Bein begutachtet - meinten gleich von Anfang an, dass es wohl keine Thrombose ist. Dann wurde noch ganz kurz ein Ultraschall gemacht, wo der Arzt lediglich feststellte, dass wohl etwas mit dem Muskel sein muss (unterschiedliche Farbe auf dem Ultraschallbild). Somit wurde ich wieder heimgeschickt. Ich freute mich, dass es keine Thrombose war, war aber dennoch etwas skepitsch, da ich mir das mit der Muskelüberlastung nicht so richtig vorstellen konnte. Wie dem auch sei, die wirklich starken Schmerzen waren dann von einem Tag auf den andern weg (ca. am 5. nach Beginn)

    Die Wochen vergingen und es wurde einfach nicht besser. Immer wieder leichte Schmerzen und das Bein war einfach dicker als das andere, wenn auch nur leicht. Wenn ich saß, wurde das Bein schwer wie ein Klotz. Zusätzlich hatte ich oft so ein Blubbern in der Wade. Da es mir keine Ruhe ließ, fuhr ich noch einmal in ein anderes Krankenhaus. Dort wurde dann eine Doppler-Sonografie gemacht und der Arzt konnte nichts feststellen. Zusätzlich war ich jetzt schon bei einer Venenspezialistin, die einen chronisch venöse Insuffizienz feststellte und mir Kompressionsstrümpfe und Lymphdrainagen verschrieb.

    Ich bekomme den Gedanken aber nicht los, dass es vielleicht doch eine Thrombose war und diese nur übersehen wurde. Kann das überhaupt sein? Oder kann mein jetziges Leiden davon kommen, dass ich das Bein ab Beginn der Beschwerden geschont habe und somit der Muskel verkümmert ist?
    Kann man feststellen, ob jemand eine Thrombose HATTE?

    Zu meiner Person: 23 Jahre, Nichtraucherin, kein Übergewicht, kein Sport, sitzende Tätigkeit, Pille Yasmin (die ich jetzt natürlich abgesetzt habe)

    Würde mich über eine Antwort sehr freuen!

  • Re: Thrombose übersehen?


    Man kann nicht immer feststellen, ob jemand eine Thrombose hatte. Gerade kleine Thrombosen heilen oft so gut aus, dass man nichts mehr sieht. Und wenn Sie wirklich eine TVT hatten, dann war sie wohl klein, denn sonst hätte man sie ja gesehen.

    Einerseits ist es extrem unwahrscheinlich, dass Sie eine TVT hatten, weil der D-Dimer zwei mal negativ war und Sie untersucht worden sind, immerhin zwei mal, egal wie umfangreich. Schnell untersuchen bedeutet nicht unbedingt, dass schlecht untersucht wurde.

    Andererseits passt Ihre Schilderung sehr genau zu einer TVT und ich wüsste spontan nicht, was es sonst gewesen sein sollte.

    Schauen wir nach vorn: Egal was war, wichtig ist, was kann man tun.
    Mein Vorschlag wäre, das Bein mal 4 Wochen so zu behandeln als wäre dort eine TVT gewesen. Ist auf jeden Fall hilfreich für die Venen, kann die Situation auf jeden Fall bessern und wenn sich gar nichts tut, dann hat man einen guten Grund, weiter zu suchen, z.B. ein MRT (Kernspin) machen zu lassen, um zu sehen, ob da immer noch was im Muskel ist, was ja nicht unbedingt von Überlastung kommen muss.

    Behandlung: Täglich Kompressionsstrümpfe (Kniestrümpfe reichen, müssen nur wirklich gut sitzen) und viel laufen, z.B. zwei mal 20 Minuten. Nicht schonen, nicht extra hochlegen.

    Dr. Schaaf

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    • Re: Thrombose übersehen?


      Vielen Dank für Ihre Antwort.

      Besteht überhaupt noch die Möglichkeit, dass das wieder normal wird? Meine Beschwerden sind schon sehr lästig.

      Ich kann Ärzten nicht mehr vertrauen. Ich habe das Gefühl, dass einem nicht mehr zugehört wird. Man nimmt sich leider keine Zeit mehr bzw. nicht ausreichend Zeit.

      Ich habe wirklich alles versucht, bin oft nicht Ernst genommen worden...

      Grüße

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      • Re: Thrombose übersehen?


        Ich bin mir gar nicht im Klaren adarüber, was es denn nun ist. Also kann ich auch nicht sagen, ob es wieder wird. Das ist nun mal das Problem des Internets.

        Dr. Schaaf

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        • Re: Thrombose übersehen?


          Mittlerweile ist ein mehr als ein Jahr vergangen und ich habe noch immer Beschwerden.
          Beim Arzt war ich jetzt länger nicht. Thrombose wurde bis jetzt immer ausgeschlossen. Aber ich kann das nicht glauben.
          Diese Beschwerden, die ich damals hatte, waren doch ziemlich eindeutig.. in Verbindung mit denen, die ich noch immer habe, denke ich, dass es noch eindeutiger ist.

          Mein Bein schwillt, obwohl ich Kompressionsstrümpfe trage, an!! (fühle ich und sieht man über dem Knöchel) Außerdem ist das Bein noch immer ständig dicker als das andere und blubbert und zuckt häufig. Dazu kommt, dass ich nur auf dem betroffenen Bein mittlereweile Besenreiser/Krampfadern sehen kann.

          Ich bin nun in psychotherapeutischer Behandlung und meine Therapeutin meinte, dass sie nicht ausschließen könne, dass meine Beschwerden psychosomatisch seien, weil ich, kurz bevor das angefangen hat, sehr viele Veränderungen durchmachen musste.
          Glauben Sie, dass sowas möglich ist? Dass man alle Beschwerden durchlebt, inklusive tatsächlicher Schwellung, obwohl man keine tatsächliche Thrombose hat?

          Ich weiß nicht mehr weiter. Die Kompressionsstrümpfe im Winter anzuziehen ist ja nicht so schlimm... im Sommer wird es aber sicher wieder eine Qual. Und Urlaub ist wohl auch nicht mehr so wie früher (zumindest wenn es in den Süden geht).
          Dazu kommt ständiges Grübeln, was man nun tasächlich hat...

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          • Re: Thrombose übersehen?


            Psychosomatik kann eine Menge, aber sicher keine Schwellung und auch keine Besenreiser.

            Sie sollten eine Phlebographie machen lassen, um absolute Sicherheit zu haben, dass keine Thrombose abgelaufen ist. Danach überlegen wir, wie es weiter gehen kann - einverstanden?

            Dr. Schaaf

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            • Re: Thrombose übersehen?


              Vielen Dank für Ihre Antwort.
              Kann man das so viel später noch feststellen?
              Ultraschall reicht nicht?
              Das Problem ist, dass ich von Ärzten nicht Ernst genommen werde. Es wird wahrscheinlich nie zu einer Phlebographie kommen, ich kann mich da nicht durchsetzen.
              Und selbst wenn das jetzt gemacht wird - kann man dann überhaupt noch was machen, wenn tatsächlich eine Thrombose übersehen wurde?

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              • Re: Thrombose übersehen?


                Eine Thrombose heilt praktisch nie ganz ohne Folgen aus. Das heißt, mit großer Wahrscheinlichkeit kann man in der Phlebographie noch was finden, wenn da was war.

                Andererseits geht es ja letztlich nicht darum, irgendwas zu finden, sondern darum, wie es Ihnen geht. Das bewegt eventuell auch Ihre Ärzte dazu, Ihnen keine weiteren Untersuchungen anzubieten.

                Dr. Schaaf

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