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Burn Out ?!

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  • Burn Out ?!

    Hallo Hr. Dr, Riecke,

    ich war vor ein paar Tagen beim Allgemeinarzt wegen Schlafstörungen. Bin jetzt krankgeschrieben und habe Burn-Out, meint der Arzt und soll zum Nervenarzt gehen, also Überweisung. Damit hatte ich nicht gerechnet.
    Tatsache ist, dass ich vor Arbeitstagen nicht schlafen kann, schlafe lange nicht ein, schlafe nicht durch und schon ganz gestresst bin vom bevorstehenden Tag. Vor freien Tagen schlafe ich gut.
    Ich habe Angst, in die Arbeit zu gehen, raffe mich aber immer auf, und bin während des Arbeitstages durchgehend angespannt und gestresst, habe Angst, was auf mich zukommt, dass ich es nicht schaffe. Die Konzentration ist auch nicht mehr toll.
    An arbeitsfreien Tagen, Wochenende, Urlaub aber bin ich fast so normal wie früher.

    ich habe keine Ahnung, was auf mich zukommt. Der Allgemeinarzt hat gesagt, ich brauche wohl keine Medikamnte sondern soll mit dem Nervenarzt über Verhaltenstherapie sprechen, weil ausserhalb der Arbeit die Situation viel besser ist. Damit ich den Stress wieder in den Griff kriege.
    ich will auch keinesfalls Medikamente und ich hätte nicht gedacht, dass das dieses Burnout ist, wobei das mit dem ununterbrochenen Stress stimmt. Bisher konnte ich damit umgehen, jetzt entgleitet mir das, vor allem diese vielen Befürchtungen schon im voraus, die ich habe.

    Grundsätzlich gefällt mir der Job, es steht halt immer unberechenbarer Stress im Raum, dafür tolle Kollegen und Mobbing oder sowas gibt es da nicht.

    Sieht meine Symptomatik denn nach Burn Out aus?
    Geht die Behandlung ohne Medikamente?
    Muss ich da in so eine Klinik ?
    Und wie lange kann ich da normalerweise nicht arbeiten ?


    vielen Dank





  • Re: Burn Out ?!

    "...schlafe lange nicht ein, schlafe nicht durch und schon ganz gestresst bin vom bevorstehenden Tag. "

    An dem Sozialfaktor Stress, also i.S. hoher Arbeitsbelastung, kann man nichts ändern. Aber sehr wohl an der subjektiven Interpretation von Stress.

    Sie werden sicher Menschen finden, die eine ähnliche Belastung haben, aber nicht subjektiv darunter leiden, gut schlafen und entspannen können und insgesamt guter Dinge sind.

    Man kann Erstaunliches leisten, wenn man danach völlig abschalten kann, ausfüllende Aktivitäten (Freude machenden Sport oder Sex), Hobbies und Erbnisse hat, die man richtig genießen kann. Diese Menschen denken außerhalb der Dienstsphäre überhaupt nicht an die Arbeitswelt, unterhalten sich zwar rational und distanziert darüber, eine Rolle spielt die Arbeit aber erst wieder auf dem Hinweg zu ihr.

    Das kann man lernen. Und so ist vermutlich auch der Gedanke Ihres Arztes zu verstehen, Sie zu einem Nervenarzt zu schicken, der dann eine Verhaltenstheraie empfehlen soll.

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    • Re: Burn Out ?!

      Hallo,

      so verstehe ich ihn auch. Früher konnte ich auch mit dem Stress umgehen. Aber mir ist total unklar wie das alles gehen soll.
      Kann man denn sowas überhaupt Burn Out nennen? Ich lese darüber und weiß nicht, ob das damit zu tun hat.
      Geht das auch ohne Meidkamente ?
      Und wie lange werde ich da jetzt wohl krankgeschrieben ? Gibt es da einen Durchschnitt? Oder ist Krankschreibung sinnlos?
      Ich habe überhaupt keine orientierung und Vorstellung.
      Ich überlege auch wie ich das alles dem Nervenarzt sagen soll, ich kann den nicht vollschwallen sondern muss das zusammenfassen, damit er etwas damit anfangen kann. Wenn ich selber mal darüber nachdenke, weiß ich, wie es mir geht.
      Beim Arzt sage ich bis auf eben letzte Woche, dass es mir gut geht. Das ist total komisch. Alleiine bin ich richtig erschöpft von dem Druck, beim Arzt ist dann Chaos im Kopf. Ich kann es dann nicht mehr gut in Worte fassen und denke plötzlich, das geht schon. Auch jetzt verwirrt mich das alles schon wieder so, daß ich mir überlege, einfach wieder weiterzumachen. Das mache ich schon länger so, aber so geht das auf Dauer nicht mehr.

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      • Re: Burn Out ?!

        "Und wie lange werde ich da jetzt wohl krankgeschrieben ?"

        Eine A.U.-Schreibung ist immer eine Art Abmachung zwischen Arzt und Patient. Wenn Sie sagen, dass Sie wieder arbeiten möchten, wird die A.U. beendet. Es gibt bis auf wenige Ausnahmen (z.B. ansteckende Infektionskrankheiten) da keine Vorschriften.

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        • Re: Burn Out ?!

          "Ich überlege auch wie ich das alles dem Nervenarzt sagen soll,"

          Am besten, Sie schreiben sich das Wesentliche auf. Man kann auch eine Anamnese selbst verfassen und dem Arzt überreichen. Das wird sehr geschätzt (es erspart ihm Arbeit).

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          • Re: Burn Out ?!

            Ich kann es dann nicht mehr gut in Worte fassen und denke plötzlich, das geht schon.
            Das geht vielen so, ein Nervenarzt weiß das, kann damit umgehen und stellt die richtigen Fragen um an seine Informationen zu kommen.
            Wenn du es schaffst zu wissen wie es dir geht, wenn du alleine darüber nachdenkst, dann solltest du versuchen das aufzuschreiben und ggf. dem Arzt zu lesen geben.

            Du kannst auch mal unter Depressionen nachlesen, Erschöpfungsdepression u.ä., denn Burnout ist eine Depression und nicht jeder findet sich in diesem Modebegriff wieder, sehr wohl aber bei den Depressionsformen die den Burnout beinhalten, aber nicht explizit nennen.
            Genau genommen gibt es die Diagnose Burnout nicht, es steht immer eine Depression auf der AU, der Begriff Burnout ist eine Prägung die mehr Akzeptanz und Verständnis in der Bevölkerung hervorruft und speziellen Therapien den Weg frei macht.
            Es bleibt aber trotzdem eine Depressionsform, die durch Überlastung hervorgerufen wurde und eben dadurch das man den Stress nicht mehr bewältigen kann.
            Welcher Art die Belastung ist spielt eigentlich keine Rolle, es muss also nicht nur der Job dran Schuld sein, aber welcher Manager möchte gerne mit dem Nervenzusammenbruch einer Hausfrau in einen Topf geworfen werden, also nennt man es Burnout und ausgebrannt, anstatt erschöpft und überfordert.

            Eine Krankschreibung macht Sinn, denn deine Akkus sind leer und brauchen Zeit um wieder aufzuladen, wenn du arbeiten gehst und diese ein Teil des Problems ist, werden deine Akkus immer weiter entladen, ohne das du sie in Ruhe wieder füllen kannst.
            In einer Therapie wirst du lernen wie du es am Besten anstellen kannst, wie du Kraft tankst, was dir gut tut und wie du das hin bekommst, auch wenn du arbeiten gehst.
            Du wirst Strategien entwickeln, die dir dabei helfen die Arbeit leichter nehmen zu können und mehr auf dich und das was du brauchst, um fit zu bleiben, zu achten.
            Damit kannst du auch ohne Therapie schon beginnen, jemanden zum Reden suchen dem du vertraust, Sport, Entspannungstechniken, überlegen was belastet, was Angst macht und Argumente finden die das wieder entschärfen und die du durch Wiederholungen verinnerlichst.

            Wie lange du krank geschrieben wirst hängt von deiner Verfassung ab, ich denke mal das die Zeitspanne da sehr auseinander gehen kann, einige sind nach ein paar Wochen wieder soweit, andere brauchen ein halbes Jahr und länger.
            Du solltest dich aber nicht damit unter Druck setzen, es dauert solange es dauert und wenn du wieder fit bist dann kann dir der Job und der Alltag auch in Zukunft nicht mehr so viel anhaben. Wenn du zu ungeduldig bist, zu früh wieder arbeiten gehst, dann kann es sich weiter verschlimmern und auf Dauer verlierst du dadurch mehr als wenn du in den sauren Apfel beißt und deine Erkrankung richtig auskurierst.

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            • Re: Burn Out ?!

              Oh doppelt gemoppelt, also aufschreiben, denn das ist nun erwiesenermaßen doppelt gut.:-)

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              • Re: Burn Out ?!

                Hallo Timo

                Bei einer Verhaltenstherapie lernst du vielleicht lauter und deutlicher Nein zu sagen. Oder: liebend gerne würde ich, aber ich habe die nächsten neun Tage schon ausgebucht für private Termine- oder du lernst vielleicht zugeben, schade, das ist nicht meine Stärke, aber trotzdem nett, mir das zuzutrauen....
                Ich hab gemerkt, wenn wir richtig gut drauf sind, dann trauen wir uns alles zu, können so viel, möchten so viel, sind so schnell, so eilig- aber wir sind nicht Dauergutdrauf sondern genau so auch schwach. Wenn man diese "Schwäche" immer wieder leugnet, dann gehts einem wie dir gerade.
                Mir kommt vor, das ist wie wenn man als erwachsener Mensch zugleich auch ein Kind ist- das zwar will, aber einfach nicht kann- so viel Tempo einhalten, so Ruckzuck schnell reden, denken, überlegen, planen, arbeiten etc. wie der Erwachsene in uns. Aber dieses Kind ist der Teil, der Macht hat alles zu sabbotieren- sogar früher leicht vollbrachte Tätigkeiten- nichts geht mehr- wenn dieses innere Kind nicht mehr will.

                Man ist nicht nur ein Berufstätiger- du siehst selber, diese Rolle wird dir zu lastig- wahrscheinlich würde es bereits reichen, wenn du einmal so richtig für Ausgleich sorgst und deinen Privatbereich, das Spiel, die Muße, den "sinnlosen" Zeitvertreib einmal genau so wichtig nimmst, oder ausdehnst, wie deinen beruflichen Trip.
                Wenn du eine Mutter wärst die sieht, ihr Kind ist hochgradig erschöpft und überfordert, was würdest du tun? Tabletten geben und in die Fersen treten und rufen, weiter, hopp, du schaffst es?
                Das Bombardement an Verpflichtungen kann man abstellen. Du brauchst eigentlich nur ganz gemächlich und stark verlangsamt alles machen, was man so macht- oft gemütlich nein sagen, schön mit Ruhe, bis du merkst, du hast deinen normalen Rhythmus wieder gefunden.

                Frag dich einmal, wie beliebt du sein willst- zuviele, die ein Burnout kriegen, die halten nicht aus, dass sie nicht für jeden ein toller Typ sind.

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