• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Depression ?

Einklappen

X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Depression ?

    LIebe MItlesende.

    vielleicht kann mir irgend jemand einen Rat geben, wie ich bei meinem Problem vorankomme.

    Seit etwa 2 Jahren habe ich verfestigend folgende Symptome:Ständige Sinnlosigkeitsgefühle mit Hoffnungslosigkeit, absoluter sozialer Rückzug, keine Fähigkeit mehr, eine emotionale Beziehung zu Jemandem aufzubauen, innere Unruhe und Nervosität. zudem hypochondiere ich, gebe dem aber selten nach. Bei dem ganzen bin ich ohne Einschränkung arbeitsfähig und komme allen Verpflichtungen nach, ausserdem mache ich etwas Freizeitport. Das wars dann aber weitgehend. Ich schätze, so kann ich auchnoch ewig vor mich hinleben.

    Ich bin jetzt mal zum Psychiater, der mir auch gut zugehört hat, um mir sagen zu lassen, was das eigentlich ist. Da war der Auftrag. Das konnte er mir aber nicht so genau sagen, eine Depression oder irgendeine Mischform und er kann nichts für mich tun (ausser evtl. Medikamente), für Psychotherapie bei ihm passe ich nicht und ich soll mir doch mal Tageskliniken ergoogeln, das würde gut zu mir passen. Der Termin war umsonst ausser der Hinweis auf Tagesklinik.
    Vor 10 Jahren hatte ich schon mal so einen kurzen Versuch mit Antidepressiva mit der Folge einer vegetativen Entgleisung gehabt. Der Internnist in der Notaufnahme meinte damals nach Untersuchung nur, alles gesund und ich soll solche Medikamente nicht nehmen, denn sie bekommen mir offensichtlich nicht gut. Mein Zustand hat sich damals von selbst normalisiert, als ich ein Jahr später in einer zufriedenstellenden Beziehungwar.
    Ich habe in den letzten Jahre auch ein paar Leute kennengelernt, die diese Tabletten genommen haben und ausnahmslos mittelfristig Probleme damit hatten (Absetzprobleme, weitere Verflachung). Ich nehme diese Medikamente auf jeden Fall erst, wenn ich hilflos umkippen sollte. Im Übrigen lese ich immer: Machen Sie was bei depressionen, gehen Sie zum Arzt, die Medikamente müssen überwacht werden und es gibt so tolle Möglichkeiten. In der Praxis damals habe ich es so erlebt, schnelles Rezept innerhalb von wenigen Minuten, kommen Sie mal in 6 Wochen wieder. Und das war es dann. So haben es mir andere auch erzählt, aber so kann es wohl nicht sein, wenn Depression ein so wichtigesThema ist.

    Ich habe mir nun Tageskliniken ergoogelt und ehrlich, den Schwerpunkt sehe ich da so in Beschäftigungtherapie, das brauche ich nicht.
    Ich nehme jetzt seit einer Woche Johanniskraut und bilde mir ein, dass es den Zustand eher etwas verschlechtert als verbessert, aber das kann auch sehr gut eingebildet sein.

    Ok, mich würde interessieren, ob hier Jemand irgendwelche Möglichkeiten ausser den Standardmedikamenten kennt, um solche Probleme zu lösen.
    Wie waren bei Euch Psychotherapien ? Wie habt ihr Ärzte ausgesucht ? Was habt ihr gemacht und was war wichtig ?

    Zu Psychotherapien: Hier kann man froh sein, wenn man überhaupt irgendwo einen Termin kriegt, weil sehr viele nur noch Privatversicherte und Selbstzahler nehmen. Wenn ich eine berechtigte Aussicht auf Erfolg hätte, würde ich ja sogar zahlen, obwohl ich eigentlich ja einen Haufen Versicherung abdrücke.

    Vielen Dank und Grüße






  • Re: Depression ?

    Hi,
    versuch doch mal einen Psychiater zu finden der Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie ist, keine Neurologie praktiziert.
    Es sollte vielleicht ein anderer sein, als der bei dem du warst.

    Natürlich kann ein Psychiater nicht viel mehr machen als Medikamente zu verschreiben, das gehört zu seinem Berufsbild und selten haben sie die Zeit großartig Gespräche zu führen, gerade wenn sie auch Neurologie praktizieren, da ist das Wartezimmer meist bis zum zum Erbrechen überfüllt.
    Manche geben aber auch Termine ohne das man Medikamente nimmt, was vielen hilft, einfach mal reden wenn noch keine Psychotherapie in Sicht ist.

    Was du über Antidepressiva berichtest stimmt meiner Meinung nach nur zum Teil, jene die als NW Müdigkeit haben, oder als Stimmungsstabilisator dienen, können schon solche Folgen haben.
    Es sind aber zum großen Teil NW und wenn man damit nicht klar kommt sollte man ein anderes Medi versuchen, es gibt viele und meist ist dann doch eins dabei mit dem man gut klar kommt.
    Bei Antidepressiva die solch NW nicht aufweisen, oder wo ich sie einfach nicht bekam, konnte ich an mir selber solch störenden NW nicht feststellen. Sie sollen ja auch vor allem regulierend wirken, d.h. das sie nicht die Persönlichkeit oder Wahrnehmung verändern, sondern nur das was nicht rund läuft ausgleichen. Es sei denn man hat eins das solch NW macht, was sehr oft auch gezielt eingesetzt wir und gewollt ist, aber da kann man halt wechseln wenns einem nicht gut tut.
    Ich kenne auch einige die froh sind so ein Medi zu haben, sich viel besser fühlen und mehr sie selber sind als zuvor.
    Es wäre also noch einen Versuch wert.

    Einen Termin für die Psychotherapie kannst du schneller bekommen wenn du die Absagen dokumentierst und bei KK anrufst, denen sagst das es unzumutbare Wartezeiten gibt, oder überhaupt keine Termine. Normalerweise werden dann bis zum Beginn des regulären Termins Privatstunden genehmigt, wodurch du einen schnelleren Termin bekommst.

    Johanniskraut ist auch ein Medikament, die Wechselwirkung sind bei weitem unübersichtlicher als bei Psychopharmaka und es hat genauso NW wie jedes andere Medikament auch. Ich bin ja der Meinung das wenn man Johanniskraut nimmt, dann kann man auch was chemisches probieren, gerade weil man dort engmaschig kontrolliert wird und eben auch viele Alternativen hat, falls es zu Problemen kommt.

    Selbsthilfemaßnahmen sind Ausdauersport, Meditationsformen, Gedankenkontrolle, Umdenken und lernen die eigenen Argumente zu widerlegen (was in einer Psychotherapie gut geht). Auch Rollenspiele können weiter helfen, oder einfach reden wodurch einem auch vieles klarer werden kann.
    Musik hören/machen, Malen Basteln, lesen, schreiben, tanzen gehen etc. solch Beschäftigungen sind als Therapie, auch zur Selbsthilfe, gut geeignet und das wird nicht umsonst so oder ähnlich in den meisten Kliniken angeboten, es tut halt vielen Menschen einfach gut.
    Das du gegen deine Symptome ankämpfst, Ängste usw. nicht zulässt ist auch eine Methode, manchmal ist aber gerade das Gegenteil sinnvoll, zulassen, durchdenken und gegen argumentieren, Ängste entkräften statt zu unterdrücken.
    Da muss man herausfinden was einem am Besten hilft, auch da kann eine Psychotherapie begleiten, beim Üben helfen und Anleitungen zur Selbsthilfe geben.

    Die Kliniken sind meist mit Ergotherapie, Sport, Musik oder sonstigen Therapien aufgestellt. Das sind krass gesagt Beschäftigungstherapien, aber eigentlich soll man dadurch zu sich selber finden, runter kommen, wieder ins Leben zurück finden. Das wird nicht gemacht um die Patienten einfach nur beschäftigt zu sehen, sondern weil es auch einen therapeutischen Nutzen hat, auch für das sozial verhalten, Unternehmungen usw., man lernt sich wieder zu trauen und sich selber zu vertrauen.
    Am Anfang geht es nur darum zur Ruhe zu kommen, was man dort sehr gut kann und dann eben wieder leben lernen und nicht zuletzt wird man ggf. auch Medikamentös eingestellt, was bei dir ja kein ganz unwichtiger Faktor wäre, zumindest falls du dem gegenüber irgendwann nicht mehr so abgeneigt bist.

    Kommentar


    • Re: Depression ?

      Hallo,
      vielen Dank für Deinen Beitrag,
      Ich war bei einem Arzt Psychiatrie/Psychotherapie, er konnte mir nach eigener Aussage leider nicht helfen und hat nicht mal eine Diagnose gestellt nach einer Stunde Gespräch, sondern es bei Allgemeinaussagen belassen und mich zu Tageskliniken (die ich raussuchen, beurteilen usw. soll) geschickt.


      Ich bezweifle nicht, dass Medikamente vielen Leuten helfen, aber die Nebenwirkungen sind stark und teilweise bzw. evtl. irreversibel, wie man gut nachlesen kann. Kann jeder nehmen, der mag, ich suche einen anderen Weg.
      Bei Johanniskraut habe ich lesen können, dass es klassischen Medikamenten gleichwertig sein soll, die Qualität der Studien kann ich nicht beurteilen, weil man ja nur an Sekundärliteratur rankommt.
      Jedenfalls scheinen mir Johanniskraut-Nebenwirkungen eher harmlos zu sein, hauptsächlich bei Einnahme anderer Medikamente, die über Cytochrom 3A4 verstoffwechselt werden, scheint es ein Problem zu geben, da Joh. ein Induktor ist, was natürlich ungut ist, weil das andere Zeug dann an Wirkung verliert. Oder wenn man es mit anderen Antidepressiva kombiniert, wäre das je nach Medikament sicherlich auch ziemlich bedenklich. Da ich nichts nehme, gibt es da auch kein Problem. Ich probiere es halt mal, werd schon sehen, was es bringt.

      Zugegebenermaßen bin ich etwas angefressen, weil ich eigentich der Meinung bin, es muss im Bereich der Psychiatrie mehr geben als Versuchsballons mit wirklich starken Medikamenten. Ich bin ja verpflichtungsmäßig voll funktionsfähig, da ist es schon fraglich, ob man gleich mit derart harten Wirkstoffen draufgehen muss. Und weil ich trotz der aufgewendeten Zeit wie oben beschrieben, den Eindruck habe, dass mein Sportorthopäde mehr interesse an meiner Gesundheit hatte, als jeder Psychiater, den ich aufgesucht habe, wobei das im Laufe der 10 jahre nur 3 waren, also keinesfalls repräsentativ ist. Um Medikamente mal auszuprobieren und in 6 Wochen mal zu sehen, ob und wie sie wirken, bräuchte ich eigentlich keinen Facharzt, Fachinformationen kapiere ich selber auch selber, und damit zusammenhängende Blutwerte kann ich auch beim Hausarzt checken lassen.


      Kommentar


      • Re: Depression ?

        weil ich eigentich der Meinung bin, es muss im Bereich der Psychiatrie mehr geben als Versuchsballons mit wirklich starken Medikamenten. Ich bin ja verpflichtungsmäßig voll funktionsfähig, da ist es schon fraglich, ob man gleich mit derart harten Wirkstoffen draufgehen muss. Und weil ich trotz der aufgewendeten Zeit wie oben beschrieben, den Eindruck habe, dass mein Sportorthopäde mehr interesse an meiner Gesundheit hatte, als jeder Psychiater, den ich aufgesucht habe, wobei das im Laufe der 10 jahre nur 3 waren, also keinesfalls repräsentativ ist. Um Medikamente mal auszuprobieren und in 6 Wochen mal zu sehen, ob und wie sie wirken, bräuchte ich eigentlich keinen Facharzt,
        Psychiatrie ist halt vorwiegend ein medizinisches Gebiet, aber sicher geht es auch anders, vor allem wenn Medikamente nicht helfen.
        Es kommt halt auch darauf an ob es angesagt ist jemanden ohne Medikamente trotzdem zu bestellen, falls derjenige z.B. in Phasen rutschen kann wo man etwas machen muss, oder die Gespräche, welche selten sehr lang sind, einfach einen Nutzen haben der Terminvergaben sinnvoll macht.

        Ich persönlich muss sagen das ich von meinen behandelnden Psychiatern immer einen guten Eindruck hatte, außer von einem, der jetzige schlägt das sogar noch um Längen, führt die Behandlung auch ohne Medikamente fort, weil er selber die Meinung vertritt das er nicht weiß was noch helfen könnte und eine blinde ausprobiererei nichts bringt. Ich glaube das ist einer der wenigen, dem es sogar ganz recht ist, wenn er den Leuten nichts verschreiben muss, wenn kein Nutzen zu erwarten ist schont er gerne sein Budget.
        Es ist aber sicher nochmal schwerer einen Psychiater zu finden, der einen begleitet, ohne das man jemals über längere Zeit Medikamente versucht hat, denn das ist ja die eigentliche Aufgabe, für Gespräche und Hilfsmaßnahmen, ganz ohne Medikamente, ist eher der Psychotherapeut zuständig.

        An deiner Stelle würde ich schauen ob du einen anderen Psychiater findest, das der eine Diagnose stellt und dich bei der Therapieform (Psychotherapie) berät.
        Im Grunde brauchst du aber keinen, denn das was du erwartest wirst eben eher bei einem Psychotherapeuten finden.

        Mit den Diagnosen ist es auch nicht immer so einfach, sie müssen öfter revidiert oder ergänzt werden, sind manchmal in einem ersten Gespräch nicht klar zu stellen. Das liegt auch irgendwo in der Natur der Sache, selbst ein Fachmann kann dir nicht in den Kopf schauen und eine sichere Diagnose erst stellen wenn er alles weiß, wozu ein Besuch manchmal einfach nicht ausreicht.
        Wobei mir dieser Psychiater, nach deinen Erzählungen, eher so vorkommt als wäre er überlastet, sieht keinen Sinn darin jemanden aufzunehmen der ihn als Arzt nicht braucht. Seine Psychotherapien werden ohnehin überlaufen sein, das ist fast immer so und so kann er dich auch nicht als Therapeut, sondern "nur" als Arzt behandeln, was du ja wiederum nicht möchtest und was ihm vielleicht auch zu viel war. Je nachdem welchen Inhalt das Gespräch hatte, wie er dich wahrgenommen hat usw. das sind halt auch nur Menschen die nicht mit jedem können und manchmal auch zu einer Ausrede greifen um keine weiteren Termine anzusetzen..

        Also wenn du es mit fachlicher Hilfe angehen willst, wäre eine Psychotherapie angesagt.

        Johanniskraut hilft ganz sicher bei vielen, es hat aber auch seine Grenzen, wenn die Probleme schwerwiegend sind.
        Da es auch noch hoch dosiert sein muss, ist es auch eine Geldfrage und man hat nicht so viele Alternativen.
        Antidepressiva regulieren quasi den Stoffwechsel im Gehirn, sonst nichts, wenn man da das richtige findet macht es auch keine NW, zumindest nicht auf Dauer und ewig muss man sie ja auch nicht nehmen, wenn man bei den Alternativen am Ball bleibt.
        Ich kann dich aber gut verstehen, wenn es auch so geht dann ist es ja ok, nur mit der Arztsuche wird es eben schwierig.

        Aber wozu einen Arzt, wenn der eh nur am Rande für die Punkte zuständig ist die ein Psychotherapeut abdeckt und sich mehr auf die chemischen Prozesse und deren medikamentösen Behandlung konzentriert, was du ja ohnehin ablehnst?
        Eine Diagnose bekommst du auch vom Therapeuten.

        Kommentar



        • Re: Depression ?

          PS.
          damit will ich aber nicht sagen das Antidepressiva harmlos sind, das sind sie sicher nicht.
          Wenn man sie nicht braucht sollte man auch die Finger davon lassen, wenn es aber nicht mehr geht, der Leidensdruck zu hoch wird und stetig weiter steigt, sind sie oftmals sehr hilfreich. Auch wenn sie nicht allen helfen können, so doch sehr vielen.

          Kommentar


          • Re: Depression ?

            Danke für dein Interesse.

            Ich glaube wirklich, jeder muss da seinen Weg finden. Ich würde mir auch nie zutrauen, anderen von diesen Medikamenten abzuraten. Ich stelle nur fest, dass ich das erst nehmen werde, wenn ich total auf dem Zahnfleisch krieche, also nicht mehr arbeiten kann, nicht mehr schlafen kann usw.
            Bis jetzt checkt niemand arbeitsmäßig, dass ich so daneben bin, es läuft wirklich gut. Verwandte merken halt, dass etwas nicht stimmt, weil ich mich nicht mehr in der Lage sehe, sie zu besuchen bzw. sehr schnell angestrengt und überfordert bin. Freundschaften habe ich jetzt seit 2 Jahren gar keine mehr, höchstens mal unverbindlich eine Stunde treffen.

            Vielleicht habe ich dem Arzt, bei dem ich war, auch Unrecht getan, aber der Termin war halt umsonst, was letztlich auch egal ist. Ich hatte in letzter Zeit einfach auch vermehrt so Gedanken wie Keiner mag mich, das habe ich auch direkt auf ihn bezogen, obwohl es ja in Ordnung ist, wenn er mir sagt, er kann nichts für mich tun. Das ist wenigstens eine klare Ansage, besser als dass ich noch 5 Mal umsonst hingehe.

            Ich bilde mir auch ein, dass das Johanniskraut vielleicht nach dieser Woche zu wirken anfangen könnte, was ich oben als Verschlechterung beschrieben habe. Meine Stimmung ist zwar überhaupt nicht besser, aber ich merke, dass ich mich seit 1 bis 2 Tagen zu ärgern anfange, auch über mich selber und meine Passivität. ich fühle mich irgendwie innerlich aktiver und nicht mehr so apathisch. Aber keine Ahnung, ob das damit zu tun hat.
            So ein Passivitätsbeispiel: Im Oktober wollte ich schon mal zu einem psychiater, ich rufe an und mir wird gesagt, sie nehmen niemanden mehr. Meine Schluss daraus: Ist eh sinnlos, ich krieg keinen Platz und denen ist das sowieso total egal. Und wieder habe ich 3 Monate einfach nur gewartet und zwar auf nichts.


            Kommentar


            • Re: Depression ?

              Das hört sich schon nach einer Depression an, vielleicht noch eine Angststörung.
              Da kann man mit einer Therapie auf jeden Fall was machen, in irgendeiner Weise kann man fast immer einen Nutzen aus einer Therapie ziehen, auch wenn es nicht immer sofort ist.
              Ich denke mal das es bei Johanniskraut ähnlich wie bei AD's ist, als erstes kann der Antrieb besser werden, die Stimmung hinkt hinterher.
              Das kann ein sehr unangenehmer Zustand sein und bei schweren Depressionen auch nicht ganz ungefährlich, wegen der Lebensmüdigkeit.
              Also kann das schon ein Anzeichen für die Wirkung sein, es kann aber noch etwas dauern bis deine Stimmung auf gleicher Höhe ist, wie der Antrieb.

              Du solltest auf jeden Fall versuchen weiter aktiv zu sein, Besuche zu machen, hinterher wäre es wichtig zu würdigen das du es geschafft hast und möglichst viel positives damit zu verbinden.

              Kommentar



              • Re: Depression ?

                Ja, ich werde mich nach einem Therapeuten umschauen, ich glaube, das ist für mich angesagter als ein Psychiater.
                Zu diesem Johanniskraut kann ich nichts Seriöses über Antriebssteigerndes finden, steht nur auf so Ratgeberseiten, aber da steht bekanntloch alles mögliche.. Aber ich vermute es fast auch. Ich habe mir da mal eine 4-Wochen-Packung zugelegt, ich gehe davon aus, dass in der Zeit zumindest ein Beginn der Wirkung spürbar sein müsste, ansonsten spreche ich halt nicht darauf an.

                Kommentar


                • Re: Depression ?

                  "..ich rufe an und mir wird gesagt, sie nehmen niemanden mehr. Meine Schluss daraus: Ist eh sinnlos, ich krieg keinen Platz und denen ist das sowieso total egal."

                  Hallo Fridolin,

                  diese Denkweise ist typisch bei einigen Depressionsformen. Das Verallgemeinern von etwas lediglich Situativem, das Selbstwertdefizit u.a.m.

                  Es gibt hier in diesem Forum einen sehr langen Beitrag von Alex_77, in dem Sie über einen Zeitraum von mehreren Monaten eine stetige Aufwärtsentwicklung beobachten können. Da Sie im Moment erfahrenen Betroffenen sicher mehr vetrauen als Ärzten (von denen ich einer bin), hatte ich den Gedanken, ob Sie sich nicht doch mal die Mühe machen und diesen Beitrag durch zu arbeiten.

                  Sie werden darin Erfahrungen mit Antidepressiva, aber besonders auch sehr taugliche Literaturhinweise finden. Z.B. wäre ein dort erwähntes Buch: "Feeling good" von David Burns genau die richtige Literatur für Sie.
                  Versuchen Sie es mal!

                  Viel Erfolg!

                  Dr. Riecke

                  Kommentar


                  • Re: Depression ?

                    Ergänzung

                    Die Überschrift des empfohlenen Beitrags: Streß, innere Unruhe, (kleinere) Zusammenbrüche - wie komm ich da raus?

                    Kommentar



                    • Re: Depression ?

                      Hallo Herr Dr. Riecke,

                      danke für den Hinweis auf den Beitrag und für die Buchempfehlung (Ratgeberliteratur sind meiner Meinung nach ziemlich schwierig auf ihre Nützlichkeit zu beurteilen, von daher bin ich dafür dankbar).
                      Ich suche gerade nach einem Therapieplatz über die Kassenbörse per Mail udn traue mich darauf wetten, dass die sowieso nicht antworten

                      Eine Frage hätte ich: Halten Sie meinen Johanniskrautversuch für potentiell tauglich (2 x 425 mg standardisierter Extrakt eines renommierten Herstellers) oder ist es vermutlich umsonst ? Würde mich mal interessieren, wie ein Profi die Wirksamkeit von Johanniskraut aus seiner Praxis sieht, da ich als Laie auch in Zeitschriften für Ärzte, die zugänglich sind, lesen kann, dass das Kraut (lt. Studien) gleich wirksam sein soll wie z.B. Citalopram oder Paroxetin und mitunter sogar eine höhere Responderate haben soll ? Wenn das stimmen sollte, wäre das ein unglaublich eleganter Weg.


                      Vielen Dank

                      Kommentar


                      • Re: Depression ?

                        "..Johanniskrautversuch für potentiell tauglich (2 x 425 mg standardisierter Extrakt eines renommierten Herstellers) oder ist es vermutlich umsonst ?"

                        Nein, umsonst ist es sicher nicht.

                        Sie halten ja auch die Mindestdosis von 900 mg etwa ein, niedriger dosiert wirkt es meistens nicht.
                        Aber Johanniskraut hat auch Nebenwirkungen und macht Interaktionen mit anderen Mitteln.
                        Doch das wissen Sie ja schon.

                        Viel Erfolg!

                        Kommentar


                        • Re: Depression ?

                          Sehr geehrter Herr Dr. Riecke,
                          noch eine Frage zu Johanniskraut. Ich habe also ein Extrakt (wie oben) von einem etablierten Pharmaunternehmen (apothekenpflichtig).
                          Allerdings sind mit diesem Extrakt keine Studien durchgeführt worden.
                          Meine Frage wäre: Empfiehlt sich ein teureres, wohl patentiertes Extrakt, mit dem Studien durchgeführt wurden (da gibt es ja nur 3 oder 4), oder sind die Präparate von etablierten Generikaherstellern vergleichbar gut ? Haben Sie dazu Kenntnisse aus der Praxis ?

                          Das Problem ist einfach, dass ich zwar Menge und Extraktionsverhältnis eines Extraktes gut vergleichen kann, aber nicht genannt wird, welche Rohstoffqualität extrahiert wurde und wie also konkrete Gehalt der wirksamen Bestandteile ist. Also meine obige Aussage "stańdardisiert" ist wohl nicht ganz richtig gewesen.

                          Kommentar


                          • Re: Depression ?

                            Was ist vor ungefähr zwei Jahren passiert? Oder irgendwann vorher?

                            Manchmal versteckt man selbst vor sich selber Gefühle, wie zum Beispiel eine Niederlage, oder eine richtig schwere Enttäuschung. Man steckts manchmal blitzschnell weg und scheinbar ist alles vergessen, aber im Hinterkopf wird nichts vergessen. Statt sich also dem zu stellen, diesem schlimmen Feeling wird eine Kapsel draufgelegt und zugestöpselt. Man spürt aber in Folge dann auch keine Freude mehr, weil das ja im selben Stübchen abläuft.
                            Lieber Fridolin, mach mal weiter, du bist schon auf dem Weg - du hast erzählt, dass du bereits Aggressionen spürst- das ist bereits eine Gefühlsstruktur, die eine stufe "tiefer" oder wie man es nimmt, höher ist als Wurschtigkeitsgefühl, oder reines Dahinvegetieren.
                            Alex hat angefangen akribisch mit zu schreiben, sich also alles zu erzählen begonnen, mit einem Zuhörer zumindestens, was dieses Erzählen einfacher macht, als würde man sich wem öffnen- im wahrsten Sinn des Wortes.

                            Höre hin, wenn du in dir hörst, alles Scheiße, keiner mag mich, ich hab Leberkrebs etc. - das ist wie wenn du jenem Teil von dir Gehör schenkst, der auch verantwortlich ist für deinen momentanen Rückzugswillen. Es ist praktisch ein "Geist", ein Wesenszug von dir, der schlecht wegstecken kann, lieber stirbt, krank wird, als seinen Schmerz zu verzeihen, den er wahrgenommen hat. So irgendwie. Ich bin Stimmenhörerin und hör fleissig zu. Als ich einmal mitgeschrieben habe, da war mir klar, es gibt Gründe, die sicher rechtfertigen, alle und alles hinter sich zu lassen- alles zu zerstören und nie je wen mehr zu vertrauen- es kommt halt drauf an, wie man hinschaut, oder in der Lage ist, zu verzeihen, oder zu verstehen.
                            Ich finde es sehr, sehr interessant, auch in diese Ecke meines Seins zu blicken. Ich verschließe mich dem nicht. Zugleich akzeptiere ich, dass Freude für mich nicht immer möglich ist, oder gut drauf sein, dazu hab ich schon viel zu oft Leid erlebt.
                            Ich halte Beide aber hoch, auch die Gedanken an viel, viel Freud, die mir widerfahren ist- das schreibe ich auch auf und diesen "Sender" höre ich auch ab.
                            Also, ich find, das Johanniskraut hat dir bereits geholfen. Mehr aber als das hat dir geholfen, oder hilft dir, Mittel zu suchen, um aus dieser "Höhle, oder Hölle- wie mans nimmt, zu entkommen. Das glaubt man mir nicht, aber ich bin sicher, in uns hört jemand mit, eine höhere Instanz, die ist geduldig und wartet, bis wir ausgeschmollt haben und uns wieder versöhnen wollen. So etwa- praktizieren wir alle also Hand geben und Türen wieder öffnen, zugleich wirds heller- ganz sicher. Je öfter du zu wem besonders bemüht bist, umso besser gehts auch dir. Lieben heilt.
                            Viele liebe Grüße
                            Elektraa

                            Kommentar


                            • Re: Depression ?

                              Alex nimmt sich rührend Chibbimoon an- er ist voller Einsatz und voll zu ihr hin geöffnet, mit großem Ernst und ganz, ganz viel Mitleid, echtes Mitleid, echte Liebe, die da wirkt. Natürlich auch in ihm- wenn er so liebt und bemitleidet, ist er zugleich auch ein Geber , der sich selbst gibt. Wenn ich wen mag, so richtig, dann sprudeln ja in mir Hormone, Botenstoffe, Synapsen feuern und "Neuronen schießen"- es wird also in uns ein Feld von positiver Energie ausgebaut- was ja nicht schadet, sondern ganz im Gegenteil, besonders nützlich ist, um wieder mehr zu sehen können, als erlebtes Leid.
                              Ich schätze, wir wollten alle wo landen, es macht extrem traurig, wenn wir wo nicht ankommen, wo wir uns eingebildet haben, oder vorgenommen haben, einmal zu sein. Wenn man nachgräbt, dann haben abgestumpfte Gemüter das Gefühl, die Wahrnehmung, sie haben alles Glück verpasst, erreichen es nie ( mehr).
                              Ich seh das anders mittlerweile, ich sag mir, die Erde ist rund, wir haben keinen Anfang hier, auch kein Ende, sondern kreuzen querfeldein, alles ist Ziel, alles ist Beginn. So tröste ich mich hinweg über angeblich versäumte schöne Momente. Trauer wechselt ab mit Gefühle der Hoffnung und Freude. Winter mit Frühling. Bei dir scheints wieder März zu sein, oder zumindestens Februar.
                              Komm wieder gut "heim" von deinem Ausflug in diese dunklen Welten.
                              Servus!

                              Kommentar


                              • Re: Depression ?

                                "oder sind die Präparate von etablierten Generikaherstellern vergleichbar gut ?"

                                Die Bioverfügbarkeit eines Mittels repräsentiert einen i.d.R. durch Studien ermittelten statischen Mittelwert. Trotdem wird dieser immer von dem sehr individuellen Resorptionsmechanismus modifiziert. Dieser schwankt situativ je nach Nahrungsart und Menge, Magen-Darm-Schleimhautzustand u.v.a.m. auch abhängig von psychischen Faktoren wie Einstellung, Glaube an Wirkung etc.

                                Wenn Sie also Zweifel an der Aussage hinsichtlich wissenschaftlicher Verlässlichkeit usw. haben, bleibt Ihnen gar nichts anders übrig, als auf das teuere Mittel umzusteigen, sonst mindern Sie die eigentliche Wirkung selbst.

                                Kommentar


                                • Re: Depression ?

                                  Hallo zusammen,

                                  ich habe nun 19 Tage Johanniskraut hinter mir und das empfohlene Buch gekauft.

                                  Das Johanniskraut wirkt seit ein paar Tagen ganz eindeutig, Aktivität und Stimmung, vor allem Gelassenheit, gehen nach oben. Ich fühle mich morgens richtig erholt, nach einem anstrengenden Tag bin ich abends noch etwas mürbe, aber es ist auch besser.Katastrophenszenarien Unruhe, Nervosität) auch bei Anforderungen und allgemein gehen deutlich zurück. Es fangen zaghafte Pläne an, was ich so mit meiner Freizeit machen könnte. usw.. Es ist nicht jeden Tag gleich, aber eine spürbare Aufwärtstendenz.
                                  11 Tage lang habe ich ein günstiges Johanniskrautptäparat (2x425 mg, Generikahersteller) aus der Apotheke genommen, da habe ich aber (noch) nichts gemerkt und bin dann auf ein bekanntes Orginalmedikament (1x600 mg) mit Studien umgestiegen, deren Zusammenfassungen ich zwar gelesen habe, aber dennoch kann ich die Studienqualität und eventuelle Interessen gar nicht einschätzen.
                                  Frage an alle: Wenn bei Euch Johanniskraut gewirkt oder etwas bewirkt haben sollte, gab es irgendeinen Unterschied zwischen einem teuren studiengepr. Präparat und einem günstigen ? Vielleicht wisst ihr was darüber. Ich würde auch lieber ein günstiges Medikament nehmen, denn der Preisunterschied beträgt doch um die 90%, aber natürlich den Aufwärtstrend nicht gefährden.

                                  Mit dem Buch bin ich noch beschäftigt, das erste Drittel habe ich: ich finde es hilfreich, allerdings ist es auch sehr us-amerikanisch im Schreibstil, es wird viel rumgeredet und dann irgendwann mal kommt es auf den wichtigen Punkt, alles wird 5 x wiederholt. Es ist also aus meiner Sicht hilfreich, aber auch schwatzhaft, der Autor hätte bei gleichem Inhalt die Seitenzahl aus meiner Sicht in jedem Fall halbieren können. Da ärgere ich manchmal, wenn ich 4 Seiten Wiederholungen und Gelaber lesen und auf der 5. Seite kommt es dann zum Wesentlichen :-)

                                  Schönes Wochenende

                                  Kommentar


                                  • Re: Depression ?

                                    Hi,
                                    ich denke das es vor allem wichtig ist das du mindestens 900mg Johanniskraut nimmst, ich persönlich würde meinen das auch die günstigeren Präparate wirken.
                                    Genommen hatte ich allerdings meist Laif, da es halt schon richtig dosiert war, von damaligen billigeren, hätte ich dann wesentlich mehr Tabletten nehmen müssen.

                                    Das Erklären und Widerholen im Buch macht meiner Meinung nach Sinn, erstens brauchen das viele psychisch kranke, um auch immer wieder erinnert zu werden und sich alles besser einprägen zu können und zweitens wollen die wenigsten ein trockenes "so ist es und fertig" Buch lesen, es wird sich wohl an der Zielgruppe orientieren und pragmatischere Menschen müssen sich halt arrangieren.;-)
                                    Viele lesen erst gar nicht weiter, wenn nicht alles genau beschrieben und erklärt wird und das möglichst in unterhaltsamer Form, so das alles ein wenig aufgelockert ist.
                                    Man könnte ansonsten sicher gleich ein Fachbuch für Psychotherapeuten kaufen.
                                    In Therapien herrscht ja auch das Prinzip der Wiederholung, sonst erreicht man nicht viel und für die meisten ist das auch sehr wichtig, da es gerade bei der Konzentration und dem dabei bleiben hapert.

                                    Kommentar


                                    • Re: Depression ?

                                      Hallo Tired,
                                      ja, mit dem Buch hast Du sicherlich recht, da muss ich mich arrangieren. Ich bin halt gewohnt, Texte prägnant zu lesen, und finde viele Wiederholungen und mehrere Beispiele eher nervig, mir reicht eins oder mal zwei. Inzwischen weiss ich ja, wie ich das Buch lese, und den Inhalt finde ich gelungen.

                                      Ich dachte auch, dass 900 mg Joh. das Ideal sind. Habe deswegen auch Kontakt mit dem Hersteller des teuren Präparats aufgenommen und die haben mir Studienergebnisse geschickt (wohl zumindest eine mittelgroße Studie), nach denen die Wirkung von 600 und 1200 mg weitgehend gleich ist (bei 600 sogar minimalst besser(Zufall ?), bei 1200 dafür ein paar völlige Remissionen mehr), bei hoher Ansprechquote bei 600 mg. Der Hersteller dieses teuren Präparats findet also 600 mg bezogen auf sein produkt gut, er dürfte eigentlich auch wenig Interesse haben, die Dosis gering zu halten, aber dieses Naturpharmawesen ist mir noch nicht so wirklich klar. Leider gibt es wenig Austauschmöglichkeiten zwischen Verwendern verschiedener Präparate, vor allem von Leuten, die selber mehrere getestet haben.

                                      Kommentar