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3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

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  • 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

    Hallo Dr. med. Bernhard Riecke und an die Community,

    ich habe vor knapp 3 Wochen Citalopram gegen meine Depressionen und Grübelzwänge erhalten. Die ersten 8 Tage 10 mg und dann auf 20 mg erhöht. Anfangs fühlte ich mich ganz gut, was wahrschenlich nur die Euphorie war, es endlich zum Arzt geschafft zu haben. Mittlerweile bin ich wieder komplett am Boden. Habe die Nebenwirkung einer geringen Ejakulation und brauche 3-5 Stunden um einzuschlafen.

    Es heisst man solle Geduld haben mit Citalopram, aber langsam verzweifle ich. Eine höhere Dosierung möchte ich auch nicht einnehmen. Mein Arzt meinte ebenfalls mehr als 20 mg sollte ich nicht einnehmen.

    MIt freundlichen Grüßen



  • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

    Hallo Rorschach,

    ich kenne das Gefühl und kann Dir da aus eigener Erfahrung nur raten: Hab Geduld, die ganzen SSRI brauchen Zeit! Ok - 3 Wochen sind zwar schon einige Zeit. Aber es kann in Einzelfällen auch bis zu 6 Wochen dauern. Also halte durch.

    Wenn es dann wirklich noch nicht weiterhilft, auf jeden Fall mit Deinem Arzt besprechen. Eventuell muß die Dosis dann doch erhöht werden, oder es muß ein anderes ausprobiert werden. Nicht jeder reagiert auf jeden SSRI gleich gut. Und was man auch wissen muß: Die Erforschung von Depressionen und wirksamen Medikamenten ist noch auf dem Weg! Teilweise weiß man noch nicht einmal ganz genau, warum und wie die Medikamente wirken - man kann lediglich beobachten, daß sie wirken.
    Das soll Dich jetzt nicht entmutigen - es soll Dir lediglich deutlich machen, daß Du hier nur mit Geduld etwas erreichen kannst. Was anfangs verflixt schwer sein kann, ooh ja.. :/

    Ich hab mit Citalopram damals gute Erfahrungen gemacht, mußte dann aber wegen einer verlängerten QT-Zeit umstellen auf Fluoxetin. Darauf reagierte ich deutlich verzögerte, deswegen kenne ich Deine aktuelle Unsicherheit sehr gut.

    Aber es wirkt. Gib ihm Zeit.

    Als Einschlafhilfe empfehle ich Dir "Baldriparan für die Nacht". Hat mir mein Psychiater geraten, und es hilft ganz gut. Braucht allerdings auch 2-3 Wochen, bis ein gewisser Wirkspiegel aufgebaut ist. Also auch hier Geduld.


    Insgesamt kann ich Dir aus eigener, (teils noch immer) leidvoller Erfahung nur sagen:
    Hab Geduld, ganz viel Geduld. So ne Depri kann fix vorbeigehen, sie kann sich aber auch etwas hinziehen. Bleib standhaft, gib nicht auf! Und verzweifle nicht - es ist "zum Glück" "nur" eine Krankheit. Zwar eine sehr fiese, aber eben nur eine Krankheit. Die kann man behandeln.


    Machst Du auch ne Psychotherapie? Würde ich Dir empfehlen! Wartezeiten liegen bei bis zu 6 Monaten, also am besten schonmal bei mehreren durchklingeln, selbst, wenn Du noch keine Überweisung hast.


    Ich drück Dir die Daumen, Du schaffst das

    Alex

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    • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

      Hallo Rorschach,

      wie lange hast du denn schon die Erkrankung und was hast du bisher sonst noch dagegen getan/versucht?

      Es stimmt schon das man den Medikamenten Zeit lassen muss, das Schwierige daran ist, wenn sich die Wirkung nicht schlagartig einstellt sondern eher einschleicht, dann bemerkt man es nicht so richtig, erst viel später im Rückblick.

      Deshalb wäre es gut ein Stimmungstagebuch zu führen, so kannst du besser nachvollziehen was sich wie verändert.
      Einfach Stimmungen und Grübeln in eine Skala von eins bis zehn einordnen und jeden Tag eintragen wie es war, möglichst mit Anmerkungen die das alles etwas klarer machen. Es wird ja auch viel von Außen Einfluss genommen, so kann es sein das die Cita tatsächlich wirken, aber deine Situation sich verschlechtert hat, wodurch die Wirkung vom Medikament natürlich teilweise verloren geht, was einem aber nur so erscheint.

      Wenn du aber innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen keinerlei Wirkung verspürst, dann solltest du nochmal mit deinem Arzt reden und ggf. das Medikament wechseln, oder eine Kombination versuchen.

      Da du am Anfang euphorisch warst, ist es für dich natürlich noch schwieriger zu beurteilen ob das Medi hilft. Denn, nach einer Euphorie geht die Stimmung immer wieder runter und das wird als Verschlechterung empfunden. Selbst wenn sie gemessen an dem Zustand vor der Euphorie besser ist, das wird dann aber nicht mehr richtig realisiert, ein Stimmungstagebuch hilft dabei das etwas objektiver zu sehen.

      Kommentar


      • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

        Hallo und vielen Dank für eure Antworten, @Alex_77: Ja ich werde die Medikamente definitiv mindestens 6 Wochen nehmen. Wenn sich keine Wirkung zeigt muss ich nochmals zum Arzt. Ich habe eine Überweisung zum Psychiater und zum Psychologen. Werde morgen die Termine ausmachen @Tired: Ich leide seit 5 Jahren daran und hab es nie zum Arzt geschafft... wieso weiß ich auch nicht. Hab Meditation ausprobiert, Gedanken aufgeschrieben. Sport aber leider nur eingeschränkt wegen meinem Rücken. Und einiges mehr. Die Gedanken nehme ich eh nicht mehr Ernst weil ich es das alles Hirnspuckerei ist. Jedenfalls ich warte die nächsten Termine ab und dann sehe ich weiter Ach ja ich bin 24 Jahre jung/alt. Also meine halbe Jugend verloren wegen dieser Krankheit. Gruß

        Kommentar



        • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

          Ach so, du warst noch gar nicht beim Psychiater.
          Dann habe noch so lange Geduld, Zwänge ist ein häufiges Problem und ein Psychiater weiß sehr genau was er geben muss, wenn etwas nicht befriedigend wirkt.

          War die Zeit wirklich verloren, die halbe Jugend?
          Manchmal lernt man auch sehr viel durch solche Erkrankungen und die folgenden Therapien, so viel das man von der Zukunft mehr profitiert als es ohne gewesen wäre.
          Sieh die Zeit nicht als Verlust, sondern als Wegweiser und nun bist du so weit die Richtung selber zu bestimmen, was manch ein gesunder niemals wirklich schafft.

          Kommentar


          • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

            Hey du

            Ja ich hoffe ich bekomme den Termin beim Psychiater schnell wie möglich bekomme.

            Ich habe einiges gelernt was mir in Zukunft helfen wird. Aber im Großen und Ganzen habe ich auf jeden Fall die halbe Jungend verloren. Vieles im Leben verbockt. All das muss ich wieder ausbügeln. Einerseits bin ich froh endlich zum Arzt gefunden zu haben und andererseits abe ich 5 Jahre verstreichen lassen. Ein halbes Jahrzent...

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            • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

              "Es heisst man solle Geduld haben mit Citalopram, aber langsam verzweifle ich."

              Das ist verständlich, weil die Erwartungen an ein Medikament von direkten Wirkvorstellungen geprägt sind. Wenn man z.B. wie beim Diabetes einen erhöhten Blutzucker hat, lässt sich der mit Insulingaben sehr schnell senken, ein erhöhter Blutdruck oder Schmerzen mit den entsprechenden Mitteln rasch günstig beeinflussen.

              Dieses häufige Prinzip funktioniert bei Depressionen und anderen Störungen des Hirnstoffwechsels überhaupt nicht, da die Bluthirnschranke eine direkte Einflussnahme blockiert (sie schützt das Gehirn aber dafür vor vielen negativen Einflüssen, also kein Grund, sie zu verteufeln).

              Um den Mangel oder das Missverhältnis bei den Transmittern, den sogenannten Botenstoffen, therapeutisch zu beeinflussen benutzt man quasi Umwege. So wird versucht, mit bestimmten Medikamenten (SSRI z.B. Citalopram) den normalerweise in einem bestimmten Ausmaß abgebauten Transmitter zu blockieren bzw seine Wiederaufnahme aus dem synaptischen Spalt zu verzögern, so dass er länger zur Verfügung steht. Der wichtigste Transmitter bei Depressionen ist das Serotonin, dessen Mangel durch den Wirkmechanismus der SSRI (SelektiveSerotoninWiederaufnahme Hemmung) vermindert und allmählich sogar ausgeglichen werden kann.

              Dazu ist immer eine bestimmte Zeitspanne nötig, die minimal 2-3 Wochen, aber auch viel länger sein kann. Hier spielen individuelle Faktoren eine Rolle. Sie sind leider nicht vorhersehbar.

              Wenn - der schon gegebene Rat ist völlig richtig - auch auch 6 Wochen noch keinerlei Besserung eingetreten ist, wäre ein Wechsel auf einen anderen SSRI angebracht. Das sollte aber unbedingt im Fachgebiet der Psychiatrie entschieden werden.

              Kommentar



              • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

                Vielen Dank für Ihre Antwort.

                Eine Frage hätte ich nun noch. Ich habe gehört das die Tage erst ab der 20 mg Einnahme zählen. Ich habe 10 Tage lang 10 mg eingenommen und nun seit 12 Tagen 20 mg. Das würde heissen ich bin nicht mal bei 2 Wochen angelangt weil ich die 20 mg erst seit 12 Tagen einnehme.

                Ist das so richtig oder falsch?

                Gruß und frohes Neues Jahr meinerseits an alle

                Kommentar


                • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung


                  Das würde heissen ich bin nicht mal bei 2 Wochen angelangt weil ich die 20 mg erst seit 12 Tagen einnehme.
                  Hi Rorschach,
                  nicht ganz.
                  Die 10mg. wirken nach ca. sechs Wochen, so oder so, bei den zusätzlichen 10mg musst du dich wieder von vorne gedulden.
                  Du hast also schon nach sechs Wochen der ersten Einnahme eine gewisse Wirkung, die aber vielleicht nicht stark genug ist. Das Medikament braucht diese Zeit ja auch um sich vollkommen zu entfalten, das du eine Wirkung bemerkst kann aber gut schon früher passieren, da der Wirkstoff ja über die Zeit und nicht schlagartig nach sechs Wochen frei gesetzt wird.
                  Du kannst also auch schon ein bis zwei Wochen nach der ersten Einnahme eine gute Wirkung haben, die sechs Wochen kann es halt dauern, deshalb sollte man die vor einem Wechsel erst mal abwarten, das heißt aber nur das die Wirkung dann spätestens da sein sollte, sie kann aber eben auch wesentlich früher bemerkt werden.

                  Wenn du das Medikament wechseln willst, dann solltest du die Zeit natürlich ab der ersten 20mg Einnahme rechnen, um der Aufdosierung ihre Chance zu lasen ihre maximale Wirkung zu entfalten und nicht vielleicht doch noch eine Wirkung zu verpassen.

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                  • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

                    Hallo zusammen.

                    Wollte noch mal ein Update zu meiner Situation da lassen:

                    Ich nehme mittlerweile seit 5 Wochen Citalopram ( Dosis derzeit 20 mg) und stelle nur eine geringe Besserung fest. Die 4 Woche war mit die beste. Da habe ich einen guten Antrieb gehabt und konnte auch mal glücklich sein. Ich weiß nun aber nicht ob es die Wirkung von Cita war oder ich mir das ganze einfach nur einbilde.

                    Die Nebenwirkungen bin ich fast alle samt los. Nehme die Tabletten nun Abends, weil ich wieder besser durchschlafen kann. Auch meine Ejakulation wird wieder besser.

                    Habe die nächsten Tage Termine beim Neurologen und beim Psychologen. Einige mussten ja bis zu 6 Monaten auf einen Termin beim Psychologen warten. Bei mir waren es zum Glück nur 2 Wochen.

                    Es ist schon frustrierend das die Tabletten nicht richtig einschlagen. Da hatte ich mich gefreut endlich wieder dieses Normale Lebensgefühl zu haben, aber es will einfach nicht so richtig...

                    Gruß

                    Roschach

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                    • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung


                      Es ist schon frustrierend das die Tabletten nicht richtig einschlagen.
                      Ich finde das hört sich insgesamt sehr gut an.
                      Die 20mg nimmst du ja noch keine fünf Wochen, oder?
                      Also hast du noch gute Chancen das sich die Wirkung weiter verbessert. Wenn das so ist, es aber dennoch nicht ausreicht, dann könntest du bei deinem Psychiater auch eine Erhöhung der Dosis ansprechen. Wenn ein Nutzen davon zu erwarten ist, dann wird er das auch machen, aber etwas Zeit solltest du der jetzigen Dosierung schon noch geben.

                      Antidepressiva, schlagen selten richtig ein, oft passiert das schleichend, wird deshalb auch nicht so positiv wahrgenommen wie es tatsächlich wirkt.
                      Wenn man Probleme hat, die Depressionen an der Lebenssituation liegen, dann können Medikamente das Aushalten der Situation leichter machen, aber ganz sicher wird es dadurch nicht gänzlich gut.
                      Sie können die Depressionen auch nicht immer vollkommen ausschalten, denn das Leben verläuft nicht immer gleich. Das die Stimmung schwankt, mal besser mal schlechter ist, ist relativ normal und dagegen können auch Medikamente nichts ausrichten. Sie halten dich auf einem guten Level, wenn du richtig eingestellt bist, sie können aber schlechtere Stimmungen nicht gänzlich regulieren, dann müsste das Medi ja selbstständig ein Depot anlegen und ausschütten oder horten, je nach Situation.
                      Das geht natürlich nicht, aber mit diesen Schwankungen hat fast jeder zu kämpfen, auch gesunde und das ist eben normal, was normal ist kann man nicht ausschalten. Es wird ja nur etwas reguliert, so ist man also den Schwankungen die normal sind immer noch ausgesetzt, sie sind nur belastender als bei anderen, da eben viele Gedanken und Ängste damit verbunden sind, womit man leben muss, es lernen muss, ansonsten hat man schlechte Karten.
                      Glücklichmacher, die man nimmt und welche dann so einschlagen das alle wieder gut ist, die gibt es nicht, das kann man nur mit sehr viel Arbeit an sich selber erreichen.
                      Medikamente sind dabei nur ein Hilfsmittel, das auch nur solange Bestand haben sollte wie man es braucht, bevor man selber Veränderungen herbei führen kann, die Einfluss auf deine Glückshormone und die Depressionen nehmen.
                      Dafür kannst du nur selber sorgen, die Medikamente helfen dabei, die Therapie natürlich auch und zusammen wird es dann irgendwann eine optimale Wirkung geben, wenn du selber erkannt hast wie du dir am Besten helfen kannst.

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                      • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

                        Hallo Tired,

                        ich habe 8 Tabletten mit 10 mg eingenommen und 29 mit 20 mg. Beides zusammen also 37 Tage. Ich hoffe es wird besser und ich muss nicht erhöhen. Dein Text klingt sehr aufklärend. Das hatte ich schon fast vergessen, dass auch gesunde Menschen mal am Boden liegen, oder mal einfach ein paar schlechte Tage haben. Ich habe im Internet rechechiert und festgestellt, dass bei den meisten Menschen Citalopram erst ab 6 Wochen richtig gewirkt haben. Scheinbar haben nur wenige das Glück ab der 2ten Woche die Wirkung zu spüren. Ich hoffe das Citalopram wirken wird. Jedenfalls muss ich dann abwarten was der Neurologe mir sagen wird.

                        Eine Frage habe ich noch Tired. Ich konnte mir nie richtig vorstellen das eine Psychotherapie einen Menschen heilen kann. Ich meine das Reden mit einem anderen Menschen tut gut aber was genau macht der Therapeut um einen wieder auf die Beine zu bekommen ?

                        Gruß

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                        • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

                          Das hängt von der Fachrichtung ab.

                          Ich bin bei einem kognitiven Verhaltenstherapeuten. Diese PT'en hören dem Patienten zunächst erstmal zu und versuchen dann mehr und mehr, die negativen Denkmuster herauszuarbeiten, mit denen der Patient sich selbst regelmäßig immer wieder runterzieht.
                          Pauschal gesprochen gibt es eine ganze Handvoll an Denk"fehlern", die man machen kann:

                          - Negative Verallgemeinerung
                          - Alles-oder-Nichts-Denken
                          - Sich selbst oder passierte Dinge als negativ abstempeln
                          - Übertreibung von Schlechtem und/oder Kritik
                          - Untertreibung von Gutem und/oder Lob
                          und noch ein paar mehr. Alles etwas aus dem Kopf; ich könnt jetzt meinen schlauen "Beck" zücken, muß aber gestehen, daß ich zu faul bin runterzugehen

                          Beispiele wären:
                          "Ich mache IMMER alles falsch." => Niemand macht IMMER alles falsch.
                          "Die anderen machen das IMMER richtig." => Niemand macht IMMER alles richtig.
                          "Typisch, daß das mal wieder mir passieren mußte." => Man stempelt sich selbst negativ ab. "Am besten" noch mit so nem tollen Zusatz wie "ich Idiot", "ich Dummkopf", usw.

                          Solche negativen Phrasen, die sich meistens bei Depressiven als in der Tat typische negative Gedankenmuster und "Logiken" festgesetzt haben, versucht der Therapeut mit dem Patienten aufzulösen, indem er die passenden Gegenargumente findet, s.o. => Niemand macht immer alles falsch, kann gar nicht sein. Jeder hat im Laufe seines Lebens auch sehr vieles schon richtig gemacht. Usw.

                          Diese Arbeit kann ein ordentliche Brocken sein, je nachdem, wie tief man sich schon in seine negative Gedankenwelt verrannt hat. Mitunter macht der PT dann auch ein Spiel mit vertauschten Rollen, spielt also selbst den pessimistischen Negativ-Denker und Depressiven und zwingt den Patienten dadurch, mittels Vernunft und Rationalität endlich mal eine positivere Sichtweise zu vertreten um zu erkennen, daß seine üblichen Argumente so nicht richtig sind und ihm schaden.

                          Wie gesagt, das macht ein (kognitiver) Verhaltenstherapeut. Die Methode ist recht gut wirksam, erfordert aber durchaus auch einiges an Arbeit. Seit Jahren und Jahrzehnten eintrainierte Denk- und Verhaltensmuster stellt man selbst bei bester rationaler Überzeugung leider nicht über Nacht um.

                          Wenn Dich das interessiert, kann ich Dir - begleitend zu einer Therapie - folgendes Buch empfehlen:

                          David Burns: Feeling Good - Depressionen überwinden

                          Ich habe mir das Buch im letzten Frühjahr gekauft, als ich meinen ersten Schub hatte, und es hat mir in vielerlei Hinsicht sehr gut die Augen geöffnet, wie mein Denken tickt.


                          Zu den übrigen Therapieformen kann ich mangels eigener Erfahrung wenig sagen.

                          Hoffe, das hilft Dir schon einmal weiter

                          Weiterhin gute Besserung, und gib die Hoffnung auf das Citalopram nicht auf. Bei mir hat es letztes Jahr auch irgendwas zwischen vier und sieben Wochen gedauert, bis als halbwegs ordentlich angeschlagen hat, und bestimmt nochmal nen Monat weiter, bis die Wirkung noch besser war. Vielleicht hat aber auch die Therapie langsam gewirkt... das ist manchmal auch echt schwer festzustellen, woran es gerade liegt, wenn es einem besser oder schlechter geht. Hab die letzten Tage auch wieder meine Hänger gehabt, daß ich schon dachte "auweia" - und heute ist es fast wie weggeblasen! Vielleicht liegt's an dem blauen Himmel, der Sonne und der schönen Winterluft (?)


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                          • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

                            aber was genau macht der Therapeut um einen wieder auf die Beine zu bekommen ?
                            Das kommt auf die Probleme an.
                            Es hilft manchmal schon wenn man Dinge weiter denkt, anders denkt, einen Gegenüber hat der quasi gegen argumentiert, bzw. die Denke in eine andere Richtung stupst.
                            Es gibt aber auch viele Übungen die man machen kann, sogar Hausaufgaben gibt es manchmal.
                            Man kann lernen wieder zu genießen, indem man mit bestimmten Übungen sein Denken ändert.
                            Das Gehirn gleicht ja irgendwo einem Verkehrsnetz, da gibt es Pfade, aber auch Autobahnen. Manche Verhaltensweisen und Denkmuster sind so verinnerlicht, das sie einer vierspurigen Autobahn gleichen, man schafft es einfach nicht einen anderen Weg zu nehmen, da dieser Zeit und Kraft kostet, außerdem weiß man gar nicht wo sich der richtige Weg befindet.
                            Man kann sein Denken und Verhalten so trainieren das die Autobahnen nicht mehr so oft benutzt werden, man sich anders verhält, die belastenden Gedanken durch positives Denken ersetzt.
                            Das kostet viel Übung und Geduld, der eingefahrene Automatismus, die Autobahnen, werden mit der Zeit kleiner, weniger, die geübten positiven Dinge werden mehr und passieren automatischer, der Trampelpfad wird größer zu einer Straße, während die Autobahn von Gras überwuchert wird, weil man sie kaum noch nutzt.
                            Natürlich bleiben die alten Bahnen im Gehirn erhalten, man kann also immer wieder in alte Muster zurückfallen, aber im Gegenzug werden neue Bahnen geschaffen und irgendwann benutzt man sie genauso so leicht und selbstverständlich wie die alten.
                            Du programmierst dich quasi selber um, das macht nicht der Therapeut wie manche glauben, er macht nur Vorschläge und gibt Tipps, du selber kannst dadurch deine Verhaltens und Denkmuster neu ordnen.

                            Dabei begleitet dich der Therapeut, durch Übungen und Gespräche, er hilft dabei das dir die Augen geöffnet werden, das du die Möglichkeiten dir selber zu helfen erkennst.

                            Bei Ängsten gibt es auch einige Übungen, z.B. Rollenspiele und die Ängste einfach mal richtig durchzudenken, ihnen den Schrecken zu nehmen, indem man darüber nachdenkt was denn nun wirklich schlimmes passieren könnte wenn dies oder jenes eintritt und ob es wirklich so schlimm ist wie es die Angst erscheinen lässt. Natürlich gibt es auch Übungen, die helfen die Angst besser zu kontrollieren und Empfehlungen für Meditationen, Sport o.ä., je nachdem was für dich angebracht wäre.

                            Was in der Therapie genau gemacht wird kommt auf die Therapieform an, auch darauf welche Lehre der Therapeut bevorzugt und ganz besonders auf dich selber. Denn es wird natürlich versucht dort das zu machen was dir am besten zusagt und was für deine persönlichen Probleme den größten Erfolg verspricht. Manchmal ist es wirklich schon genug einfach zu reden, zu denken, oder bestimmte Übungen zu verinnerlichen.
                            Zwar sind sich solche Therapien ähnlich, aber ein Teil davon richtet sich ganz nach dir und deshalb können sich Therapien dann doch unterscheiden, selbst wenn sie alle beim selben Therapeuten durchgeführt werden.

                            Dann kann es ja sein das die Wirkung die du verspürt hast vor allem den 10mg zu verdanken sind, bis die 20mg voll Wirken kann es vielleicht doch noch ein, zwei Wochen dauern.
                            Es hilft natürlich ungemein wenn du versuchst das positiv zu sehen, ungeduldig auf Wirkung zu warten und darüber zu verzweifeln drückt die Stimmung ja wieder, dämmt somit auch ein wenig die Wirkung, während positives Denken und Hoffnung sie sicher etwas fördern können.

                            Kommentar


                            • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

                              Oh, da habe ich Alex Beitrag verpasst, sonst hätte ich mich dem einfach nur angeschlossen, er hat es doch etwas besser und geordneter erklärt:-).

                              Kommentar


                              • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

                                Vielen Dank. Das gibt einem mehr Einblick und lässt auch besser vorbereiten

                                Kommentar


                                • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

                                  Hallo ich bins nochmal. Nach mittlerweile ca 6 Wöchiger Einnahme spüre ich vielleicht 30% der Wirkung. War beim Psychiater und der hat mir Cipralex 20 mg aufgeschrieben. Das entspricht 40 mg von Citalopram hat er gemeint. Ich soll einfach direkt auf Cipralex umsteigen.

                                  Sollte ich nicht erst Citalopram langsam absetzen und dann mich mit Cipralex hocharbeiten. Oder soll ich Cipralex direkt einnehmen, aber die ersten Tage nur eine halbe Tablette?

                                  Wie ist es außerdem mit den Nebenwirkungen von Cipralex`?

                                  Kommentar


                                  • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

                                    Hi,

                                    wenn Dein Psychiater gesagt hat, daß Du direkt umsteigen kannst, kannst Du das auch bedenkenlos tun. Meiner hat bei mir das gleiche gemacht mit der Umstellung von Citalopram auf Fluoxetin, auch von heute auf morgen, und dabei auch noch die Dosis um 10 mg gesteigert.

                                    Cipralex ist genauso wie Citalopram ein SSRI, die neuere Bezeichnung für Cipralex ist laut wikipedia Escitalopram.

                                    Wenn ich das mal richtig gelesen und verstanden habe, ist eine kurzfristige Umstellung innerhalb der SSRI grundsätzlich möglich und ungefährlich. Erst, wenn Du auf einen komplett anderen Medikamententyp, wie bspw. MAO-Hemmer, umstellen sollst / mußt, muß der SSRI vorher ordentlich aus- und der andere eingeschlichen werden. Denke aber, das kann Hr. Dr. Riecke noch etwas genauer erläutern.

                                    In jedem Fall denke ich, daß Du Deinem Psychiater da vertrauen kannst

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                                    • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

                                      Hier übrigens mal die möglichen NW'en für Cipralex / Escitalopram: http://de.wikipedia.org/wiki/Escitalopram => "Unerwünschte Wirkungen"

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                                      • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

                                        Hi,
                                        Cipralex ist Escitalopram und dieses dürfte wiederum aus Citalopram gewonnen werden.
                                        Es handelt sich im Prinzip also um den selben Wirkstoff, ist aber doppelt so hoch konzentriert, da der Teil der bei Citalopram keine medizinische Wirkung hat und bei der Herstellung entsteht, herausgenommen wurde.

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                                        • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

                                          Alles klar vielen Dank. Ich hoffe das es mir diesmal echt eine gut Wirkung gibt. Jedenfalls soll ich direkt 20 mg einnehmen, oder erst 10 mg ? Weil das wäre dann ja ne Steigerung von 20 mg auf 40 mg. Weil Cipralex ja doppelt wirkt wie Tired sagte. Nicht das ich dann heftige Nebenwirkungen bekomme.

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                                          • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

                                            Ob das dann auch tatsächlich als doppelte Dosis zählt und wirkt kann ich dir leider nicht sagen, da wird dein Arzt aufgrund seiner Erfahrungswerte schon wissen was er tut.

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                                            • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

                                              Geduld ist eine Tugend ;-) Ich nehme seit 2 Jahren citalopram die NWs die du beschreibst sind normal und auch das es etwas dauert bis sie wirken. Ich bin bei 30 mg nehme sie ebenfalls gegen zwangsgedanken und depris. Gedulde dich ich weiss es ist sehr schwer grade wenn es einem so schlecht geht. Vielleicht solltest du auch mal mit deinem arzt die dosis erhöhen denn 20 mg sind wahrhaftig etwas wenig grade bei Zwangs Störungen. Ich habe das selbe durch wie du und auch ich musste feststellen das es keine wunderpillen sind sondern ein Medikament das erst mal seine volle Wirkung in 6-8 Wochen entfalten kann und selbst da gibt es auf und Abs aber die hat man ohne citalopram auch ;-) Liebe grüße und kopf hoch

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                                              • Re: 3 Wochen Citalopram ohne Wirkung

                                                Schöner Beitrag, gestützt durch Selbsterfahrung. Danke!

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