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Was tun bei Panikattacke?

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  • Was tun bei Panikattacke?

    Hallo zusammen,

    ein Bekannter (Anfang 20) hat mir vor Kurzem erzählt, dass er immer wieder unter Panikattacken leidet.
    Als Grund dafür sieht er immense Herz-Kreislauf-Probleme (Herzrasen, Ohnmacht, etc.), die er früher hatte, die er aber dank 2 OPs (vor ca. 1,5 - 2 Jahren) in den Griff bekommen hat.

    Eine Panikattacke wird bei ihm z.B. ausgelöst, wenn er nachts alleine Auto fährt (er muss oft nachts arbeiten), dann beginnt oft sein Herz grundlos zu rasen, er erinnert sich wieder an das, was ihm damals passiert ist und muss eine Pause einlegen (raus an die Luft, kurz rumlaufen), damit er die nächste Etappe schaffen kann.

    Er war schon beim Psychiater und hat sich auch hypnotisieren lassen, aber nichts bringt ihm was.

    Medis nimmt er keine. Aber da ihm gegen eine aufkeimende Panikattacke nur Alkohol hilft (was er nicht sonderlich toll findet), möchte er halt irgendwas nehmen, was ihn nicht beeinträchtigt (gerade z.B. im Straßenverkehr) und die Panikattacken in Grenzen hält.

    Ich hab ihm jetzt mal nichts vorgeschlagen, sondern wollte erst mal hier im Forum nachfragen, ob jemand einen Tipp hat.
    Würde Baldrian helfen? Ich hab das eine zeitlang genommen (selbst Panikattacken, meistens abends) und war echt zufrieden damit.

    Vielen Dank für den einen oder anderen Ratschlag!

    Grüße
    Joyel


  • Re: Was tun bei Panikattacke?


    Hallo joyel

    Warum will dein Bekannter keine Medikamente nehmen? Man nimmt ja auch Kopfwehtabletten, wenn der Schädel pocht oder ein Zahn recht schmerzt. Im Grunde ist das ja ähnlich wie ein Migräneanfall.
    Rein vom psychologischem her wäre es gut, wenn er Notmedizin dabei hat. Das alleine kann schon eine gewisse Unterstützung sein, wenn man weiß, ich hab ja was dabei, was helfen kann.
    Wahnsinnig viele Mensche leiden bereits an diesem Symptom, es ist wirklich sehr häufig. Forschungen gabs bereits viele und man hat schon Medizin gefunden, die bremst, die hilft, die stärkt.

    Bei mir selber ist es so, dass ich zu gut weiß, wie sich eine Panikattacke anfühlt, ich habe vor etlichen Jahren ganz heftig darunter gelitten. Heute kenne ich keine Angst mehr vor solchen Befindlichkeitsstörungen. Ich nehme keine Medizin, meine Gelassenheit ist mir Medizin genug. Sieh ins Bewußtsein, und schau dich einmal dort um, da geht es wild zu...naja, ich werds verkraften- so ungefähr ist meine Denke drüber.
    Vielleicht hilft der Rat, dass man mitzählen sollte, wie lange das dauert. Vom ersten Anzeichen bis zum Schluss. Ich wette, das alleine ist schon so etwas wie eine Beherrschung dieser "wilden Hirnströmung" weil man ja als eigener Kontrolleur dann auftritt und nicht als mitgenommener, hilflos Ausgelieferter.
    Wie ist das, wenn einem schwindlig wird? Man hält sich dann auch sicherheitshalber wo fest. Vielleicht legt er sich bestimmte Gedanken zurecht, eine Filmszene im Kopf, die gegen steuern hilft. Wie zum Beispiel, sich einen ( geistig oder warum nicht echt))) Helm aufsetzen, der diese Regung unterbinden hilft.
    Ich tu so etwas ähnliches meist, wenn mich die Nervosität packen will und die Hektik. Dann bin ich besonders gemächlich und ganz bewußt langsam. Wie wenn ich sagen will: ICH bestimme das Tempo hier.

    Fürchte dich nie vor der Furcht. Hinter dieser Furcht ist meist ein gutes Ereignis, das für Aufregung sorgt vorher. Brings gelassen hinter dich, dieses Stören und Bocken oder lästige Blitzen im Kopf. Vielleicht sollte man das sehen wie Irrläufer- Vorboten eines Ereignisses, das auf keinem Fall schlimm sein wird.

    Auf alle Fälle wünsche ich, dass dein Bekannter sich nicht zu sehr aufregt, wenn wieder Mal Sturm angesagt ist im Wasserglas.

    Lieben Gruß
    Elektraa

    Kommentar


    • Re: Was tun bei Panikattacke?


      "Würde Baldrian helfen? Ich hab das eine zeitlang genommen (selbst Panikattacken, meistens abends) und war echt zufrieden damit."

      Es ist einen Versuch wert, er muss es nur ausreichend hoch dosieren.

      Kommentar


      • Re: Was tun bei Panikattacke?


        [quote Elektraa]Hallo joyel

        Warum will dein Bekannter keine Medikamente nehmen? Man nimmt ja auch Kopfwehtabletten, wenn der Schädel pocht oder ein Zahn recht schmerzt. Im Grunde ist das ja ähnlich wie ein Migräneanfall.
        Rein vom psychologischem her wäre es gut, wenn er Notmedizin dabei hat. Das alleine kann schon eine gewisse Unterstützung sein, wenn man weiß, ich hab ja was dabei, was helfen kann.
        Wahnsinnig viele Mensche leiden bereits an diesem Symptom, es ist wirklich sehr häufig. Forschungen gabs bereits viele und man hat schon Medizin gefunden, die bremst, die hilft, die stärkt.

        Bei mir selber ist es so, dass ich zu gut weiß, wie sich eine Panikattacke anfühlt, ich habe vor etlichen Jahren ganz heftig darunter gelitten. Heute kenne ich keine Angst mehr vor solchen Befindlichkeitsstörungen. Ich nehme keine Medizin, meine Gelassenheit ist mir Medizin genug. Sieh ins Bewußtsein, und schau dich einmal dort um, da geht es wild zu...naja, ich werds verkraften- so ungefähr ist meine Denke drüber.
        Vielleicht hilft der Rat, dass man mitzählen sollte, wie lange das dauert. Vom ersten Anzeichen bis zum Schluss. Ich wette, das alleine ist schon so etwas wie eine Beherrschung dieser "wilden Hirnströmung" weil man ja als eigener Kontrolleur dann auftritt und nicht als mitgenommener, hilflos Ausgelieferter.
        Wie ist das, wenn einem schwindlig wird? Man hält sich dann auch sicherheitshalber wo fest. Vielleicht legt er sich bestimmte Gedanken zurecht, eine Filmszene im Kopf, die gegen steuern hilft. Wie zum Beispiel, sich einen ( geistig oder warum nicht echt))) Helm aufsetzen, der diese Regung unterbinden hilft.
        Ich tu so etwas ähnliches meist, wenn mich die Nervosität packen will und die Hektik. Dann bin ich besonders gemächlich und ganz bewußt langsam. Wie wenn ich sagen will: ICH bestimme das Tempo hier.

        Fürchte dich nie vor der Furcht. Hinter dieser Furcht ist meist ein gutes Ereignis, das für Aufregung sorgt vorher. Brings gelassen hinter dich, dieses Stören und Bocken oder lästige Blitzen im Kopf. Vielleicht sollte man das sehen wie Irrläufer- Vorboten eines Ereignisses, das auf keinem Fall schlimm sein wird.

        Auf alle Fälle wünsche ich, dass dein Bekannter sich nicht zu sehr aufregt, wenn wieder Mal Sturm angesagt ist im Wasserglas.

        Lieben Gruß
        Elektraa[/quote]

        Elektrik ich ziehe den Hut vor dir!!!
        du u Tired ihr hilft mir und auch anderen Usern ungemein und ich bin frohEeuch in diesem Forum kennen gelernt zu haben.

        Kommentar



        • Re: Was tun bei Panikattacke?


          Danke Lanoya für dein Lob!

          Manchmal denke ich mir, komisch, aus den grausigsten, verbotensten Bereichen habe ich herausgefunden und die kleinen winzigen Steinchen bringen mich zum stolpern, wie eben die Frage, soll ich meinem Geliebten die Tür aufmachen, oder doch noch warten, bis er besser ist im Alleinseinkönnen endlich einmal? Er ist gerade vorgefahren. So eine Anhänglichkeit habe ich noch nie erlebt.

          Bis dann!
          Küsschen

          Kommentar


          • Re: Was tun bei Panikattacke?


            [quote joyel]
            Als Grund dafür sieht er immense Herz-Kreislauf-Probleme (Herzrasen, Ohnmacht, etc.), die er früher hatte, die er aber dank 2 OPs (vor ca. 1,5 - 2 Jahren) in den Griff bekommen hat.
            [/quote]

            Hi Joyel,

            das dein Bekannter genau weiß wo die Ursache liegt ist sehr vorteilhaft. Auf den Tatsachen wo die Ursache für die Herz-Kreislauf-Probleme lagen und er diese nun in den Griff bekommen hat, lassen sich wunderbar Gedankengänge aufbauen die bei Panikattacken beruhigend wirken können. Wenn er es schafft sich während einer Attacke bewusst zu machen wie diese zustande kam, die Ursache dafür aber nicht mehr besteht, kann es schon helfen die Attacke abzumildern.
            Er soll sich mal aufschreiben welche Gedanken auf ihn eine beruhigende Wirkung haben, um den Ängsten mit Rationalität die Stirn bieten können und sich damit immer wieder selber, ähnlich einem Mantra, einer Suggestion, zu überzeugen das die Panik ein Überbleibsel einer Krankheit sind die eigentlich schon erledigt ist.
            Mit etwas Glück verinnerlicht er über die Zeit dieses "Wissen", das alles ok ist und damit wird es auch besser.

            Kommentar


            • Re: Was tun bei Panikattacke?


              [quote Tired][quote joyel]
              Als Grund dafür sieht er immense Herz-Kreislauf-Probleme (Herzrasen, Ohnmacht, etc.), die er früher hatte, die er aber dank 2 OPs (vor ca. 1,5 - 2 Jahren) in den Griff bekommen hat.
              [/quote]

              Hi Joyel,

              das dein Bekannter genau weiß wo die Ursache liegt ist sehr vorteilhaft. Auf den Tatsachen wo die Ursache für die Herz-Kreislauf-Probleme lagen und er diese nun in den Griff bekommen hat, lassen sich wunderbar Gedankengänge aufbauen die bei Panikattacken beruhigend wirken können. Wenn er es schafft sich während einer Attacke bewusst zu machen wie diese zustande kam, die Ursache dafür aber nicht mehr besteht, kann es schon helfen die Attacke abzumildern.
              Er soll sich mal aufschreiben welche Gedanken auf ihn eine beruhigende Wirkung haben, um den Ängsten mit Rationalität die Stirn bieten können und sich damit immer wieder selber, ähnlich einem Mantra, einer Suggestion, zu überzeugen das die Panik ein Überbleibsel einer Krankheit sind die eigentlich schon erledigt ist.
              Mit etwas Glück verinnerlicht er über die Zeit dieses "Wissen", das alles ok ist und damit wird es auch besser.[/quote]

              So ungefähr gehe ich vor mit sämtlichen Problemen. Mit ganz nüchternem Blick hinsehen. Gefasst, ruhig und bedachte. Es gibt Situationen, die biegt man irgendwie ab, die wendet man ab, wenn man ganz in Ruhe bleiben kann. Jeder wird mir recht geben, der das schon erlebt hat, dieses stopp, mir passiert nichts.
              Genau das meine ich auch tired, was du sagst, Interesse - sich interessieren für das was passiert ist etwas ganz anderes, als wenn man sich ausgeliefert fühlt. Hoppla, was geschieht da, da passe ich aber jetzt einmal genau auf, das ist aber interessant...so ungefähr. <ich wette, so erlebe ich sicher auch meine letzte Stunde.
              Ich bin sicher, dass ich mich darum so sicher fühle, weil ich sicher bin, dass ich begleitet bin..das war jetzt ein grammatikaler Wurf..boah..auf gut Deitsch:"" was soll mir schon passieren- Manitou steht mir bei "" .

              Also ich finde das einfach klasse, dass man auf so eine Gedankenstütze bauen kann. Mir hilft sie gewaltig. Und wenn das nur eine Einbildung sein sollte, so ist diese echt lebensrettend in vielen Situationen.

              Haben wir etwa mehr von der Einbildung, dass wir hilflos sind, schutzlos und ohne Halt?
              Viele pflegen diese letztere Fantasie, das ist sooo schade!!!!

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              • Re: Was tun bei Panikattacke?


                [quote Elektraa]Haben wir etwa mehr von der Einbildung, dass wir hilflos sind, schutzlos und ohne Halt?
                Viele pflegen diese letztere Fantasie, das ist sooo schade!!!![/quote]

                Ich würds eher umgekehrt sehen.:-)
                Wir sind im Grunde klein und verletzbar, schon dadurch das man ein Individuum ist ist man alleine.
                Irgendwie schaffen es aber die meisten ein Ego aufzubauen das solche Überlegungen erst gar nicht aufkommen lässt, im Job, beim Partner, man zeigt das man Ziele hat und auch stark genug ist sie zu erreichen. Optimismus und Tatendrang überdecken alles was zweifeln oder zaudern lässt.
                Probleme kommen doch erst auf wenn man mal gespürt hat oder zu spüren bekommen hat, wie hilflos man vielen Dingen ausgeliefert ist. Solche Erfahrungen wecken doch erst das Bewusstsein für die eigene Verletzlichkeit und wie klein und hilflos man doch eigentlich ist, man versuch sich zu schützen, was dann Angst und Panik übernehmen.

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                • Re: Was tun bei Panikattacke?


                  [quote joyel]
                  Eine Panikattacke wird bei ihm z.B. ausgelöst, wenn er nachts alleine Auto fährt (er muss oft nachts arbeiten), dann beginnt oft sein Herz grundlos zu rasen, er erinnert sich wieder an das, was ihm damals passiert ist und muss eine Pause einlegen (raus an die Luft, kurz rumlaufen), damit er die nächste Etappe schaffen kann.
                  Grüße
                  Joyel[/quote]

                  Hallo Joyel, trinkt er Kaffee? Wenn ja, sollte er seinen Kaffeekonsum bzw. Koffeingenuss einstellen und schauen was passiert.
                  VG kristian

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                  • Re: Was tun bei Panikattacke?


                    Hallo !
                    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass eine Panikattacke kein lebensbedrohlicher Zustand ist. Es ist wichtig, dass man das weiß. Die Panikattacke ist der "Höhepunkt" einer vorausgehenden Mühle von Denken, Fühlen, Verhalten und damit einhergehender Angst die ihre Spitze in dieser Attacke findet.
                    Gelingt es, diese "schleichende Angst" (Angst vor der Angst) vor einem gewissen Punkt durch Denken und Verhalten zu unterbrechen, kommt es nicht mehr zur Panik. Angst ist eine Erkrankung unserer modernen Zeit. In den meisten Fällen und wenn es nicht gelingt sich selbst aus der Mühle zu befreien, kann eine Verhaltenstherapie äußerst erfolgreich sein !!! Man lernt dort, sich seiner Anst zu stellen - und siehe da: sie wird weniger und verschwindet.
                    Herzliche Grüße
                    G (ehemaliger Panikpatient)

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