• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Angst, nicht fliehen zu können und sich zu blamieren

Einklappen

X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Angst, nicht fliehen zu können und sich zu blamieren

    Hallo, Seit einiger Zeit habe ich das Problem, nicht mehr normal mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren zu können, wie vor einem Jahr. Zum Beispiel werde ich sehr aufgeregt und nervös und suche nach der nächsten unauffälligsten Fluchtmöglichkeit. Ich hab Angst, dass aufgrund der Aufregung mein Magen sich in irgendeiner Weise entleert und ich mich deshalb blamiere. Leider selbst schon im Auto mit fremden oder bekannten Leuten. Es ist mir unangenehm darüber zu sprechen. Lange vorher hatte ich schon Panik wenn ich wegen meinen monatlichen Blutungen "durchblute" und somit einen Fleck am Hintern hätte.. Ist jedoch seit Jahren nicht mehr passiert. Zusätzlich schwitze ich glaub ich am Hintern auch wenn ich Sport treibe und wenn ich mit dem Rad in die Stadt fahre, bin ich sofort der festen Überzeugung, dass ich offensichtliche Schweissflecken habe. Obwohl dort keine sind. (Schon oft genug im Spiegel nach gesehen, wenn ich schnell nach Hause geradelt bin.) Ich gehe nicht mehr aus dem Haus ohne ein Jäckchen zum umbinden dabei zu haben! Helle Hosen kommen gar nicht erst in Frage. Einfach der Gedanke daran, dass irgendwas peinliches passieren könnte macht mich nervös. In der Stadt konzentriere ich mich auf Orte und Toiletten wo ich mich verstecken kann. Hier kenne ich alle Orte, doch fliege ich bald für längere Zeit ins Ausland. Ja, der Flug (10 stunden) verursachst schon beim bloßen Wort ein unangenehmes Gefühl in meiner Magengegend. Ich hoffe, ihr könnt mir weiter helfen, wie ich diese Angst in meinem Kopf abschalten kann. Liebe Grüße, Amy


  • Re: Angst, nicht fliehen zu können und sich zu blamieren

    Hallo Amy,

    du solltest dich um einen Therapieplatz bemühen.
    Für den Flug kann dir dein HA vielleicht was verschreiben, oder du gehst zu einem Psychiater, der kann das alles eh besser beurteilen und dann auch das Richtige verschreiben und er kann dir Ratschläge im Bezug auf Psychotherapie und andere Möglichkeiten geben.

    Du solltest versuchen diese unangenehmen Situationen möglichst nicht zu umgehen, du hast ja schon gemerkt das es immer intensiver wird.
    Gut wäre es wenn du in Übung bleibst, ideal wäre es wenn du jemanden hättest dem du dich anvertrauen kannst und mit dem du dann zusammen "üben" kannst, Bus und Auto fahren, Stadtbummel, alles wovor du Angst hast.
    Du solltest halt drauf achten das du dich nicht überfordert, dich zwar überwindest solche Unternehmungen zu machen, aber wenn deine Grenzen erreicht sind auch schaust das du aus der Situation heraus kannst, z.B. im Bus halt früher aussteigst.
    Auch wenn du früher als geplant abbrichst solltest du die Zeit die du z.B. im Bus warst, als Erfolgserlebnis verbuchen und auf keinen Fall als Versagen weil du nicht die ganze Strecke durchgehalten hast.
    Es geht erst mal darum kleine Schritte, mit möglichst wenig Angst zu schaffen, das wird dann automatisch besser, aber nur wenn du eine positive Sicht auf deine Unterfangen hast, sie nicht abwertest weil du dir doof vorkommst, dich über ein paar geschaffte Haltestellen Busfahrt zu freuen.
    Geh das alles möglichst positiv an, nicht: Mist jetzt muss ich abbrechen weil ich es zu viel für mich ist", sondern: toll bis hierher habe ich es schon mal geschafft".

    Vielleicht hilft es auch wenn du die Angstszenarien mal zu ende denkst, was kann denn schon passieren?
    Zur Not kannst du ja eine Einlage tragen, nur um erst mal sicherer zu werden. Selbst wenn du dich übergeben müsstest, das ist auch schon anderen passiert, du wirst am Abend trotzdem noch in einem Stück sein. Du kannst dir auch eine sogenannte Kotztüte einpacken, vielleicht gibt das auch nochmal Sicherheit.
    Wenn dann noch eine Vertrauensperson dabei ist, wirst du in jeder Situation Hilfe haben, egal was passiert und wie gesagt, du kannst ja jederzeit aussteigen.

    Kommentar


    • Re: Angst, nicht fliehen zu können und sich zu blamieren

      Danke, für die schnelle Antwort! Die Idee zu einem Therapeuten zu gehen, würde ich gerne in die Tat umsetzen, doch fliege in wenigen Wochen für ein ganzes Jahr ins Ausland. Ich freue mich da sehr drauf und werde keine Angst davor haben, dass sich mein Problem verschlimmert, eher dass es sich bessert, wenn ich sozusagen ein "neues" Leben anfangen kann. Ich versuche so oft es geht positiv zu denken, denn ich weiß ja, dass es alles nur eine Kopfsache ist.. Danke für den Tipp mit dem Bus und Bahn fahren. Ich habe einen Freund, der über meine Angst Bescheid weiß.. Zwar nicht darüber, dass ich hauptsächlich Angst hab mir in die Hose zu machen, aber dass ich raus muss wenn es mir zu viel wird. Ich versuch morgen damit anzufangen. Ich stelle mir vor, dass mich alle Leute anstarren und ich mich total blamiere. Auch jetzt schon, wenn nichts ist und ich mich umdrehe, habe ich das Gefühl, dass mich alle angucken. Ich kleide mich schon ziemlich unscheinheilig, einfach um nicht aufzufallen. So viele schöne Kleider lasse ich in meinem Schrank hängen vor Angst aufzufallen. Mir mangelt es wohl irgendwie an Selbstvertrauen und das muss ich wieder herstellen. Ich würde mich über weitere Tipps freuen. Grüße, Amy

      Kommentar


      • Re: Angst, nicht fliehen zu können und sich zu blamieren

        Ich kann mir vorstellen das es dir auch helfen würde wenn du die ein oder andere Entspannungstechnik beherrschst, dich dann durch die Einkehr nach Innen aus kritischen Situationen herausnehmen kannst.
        Es würde natürlich etwas dauern bis es richtig funktioniert, aber Atemtechniken und Meditationen müssten da schon etwas bringen können.

        Kommentar



        • Re: Angst, nicht fliehen zu können und sich zu blamieren

          Ps,
          zieh dich doch mal total auffallend an, nimm deinen Bekannten und versuch so richtig ausgelassen zu sein.
          Auch wenn es schwer fällt, das nächste mal wenn du wieder unauffälliger unterwegs bist fühlst du dich sicher bewusst wohler, wenn du den Kontrast zum letzten mal vor Augen hast. Vielleicht gelingt es dir sogar das als humoristische Übung zu sehen und ein wenig Spaß aus der Sache heraus zu kitzeln.
          Wenn dein Bekannter dann noch einer ist der gut reagieren kann und locker drauf ist, so das die Brisanz für dich nicht mehr so im Vordergrund steht, wirds vielleicht auch zu einer nachhaltigen und guten Erfahrung.

          Kommentar


          • Re: Angst, nicht fliehen zu können und sich zu blamieren

            "...habe ich das Gefühl, dass mich alle angucken. "

            Ihre Schilderung der Beschwerden macht eine sozial-phobische Störung wahrscheinlich. Dabei sollte man wirklich die befürchteten Szenarien zu Ende denken und die Situationen suchen und nicht vermeiden.
            Üben Sie - wie Tired es schon beschrieben hat - Bus fahren und andere unangenehmen Situationen.
            Es hilft, wenn man anfangs jemanden zur Seite hat, mit dem man Gespräche führen und sich ablenken kann.
            Es ist übrigens möglich, dass es im Ausland deutlich besser geht.

            Kommentar


            • Re: Angst, nicht fliehen zu können und sich zu blamieren

              Dankeschön für eure hilfreichen Tipps.
              Ich habe mich jetzt extra mal paar Minuten in einen Bus gesetzt und bin paar Stationen gefahren. Er war anfangs nicht ganz so voll und deshalb war es sehr angenehm. Auf dem Rückweg hab ich eine Bahn genommen, die schon ziemlich voller war. Ich hab mich sogar hingesetzt und mich mit Musik abgelenkt. Es hat sehr gut geklappt. Die Angst ist nach paar Minuten verschwunden und ich hab versucht, mich nicht drauf zu konzentrieren und an schöne Sachen zu denken.
              Dann bin ich nochmal Bahn gefahren, zwar war ich aufgeregt aber es hat alles funktioniert. Ich übe auf jedenfall weiter und fühle mich schon etwas sicherer. Auch weil ich Freunde hab, die ich eingeweiht hab und die mich sehr gut ablenken können.

              Vielen Dank!

              Kommentar



              • Re: Angst, nicht fliehen zu können und sich zu blamieren

                Hallo Amy,

                das freut mich sehr das es zu klappen scheint.
                Auch das du Eingeweihte hast ist sehr gut und wird dir helfen, wenn es mal nicht so geht wie du willst.

                Umso mehr du solch guten Erfahrungen machst, desto mehr wächst dein Vertrauen in dich und es wird von Mal zu Mal etwas leichter.

                Du bekommst das sicher hin, nur nicht nachlassen.;-)

                Kommentar


                • Re: Angst, nicht fliehen zu können und sich zu blamieren

                  "Auch weil ich Freunde hab, die ich eingeweiht hab und die mich sehr gut ablenken können."

                  Und dann haben Sie noch das Forum hier...

                  Kommentar