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Depressionen

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  • Depressionen

    Hallo,

    ich war dieses Jahr für 3 Monate zu einer stationären Behandlung wg. mittelschweren bis schweren depressiven Episoden, chronifizierter Schlafstörung, atypischer Essstörung und v.a. gemischte Persönlichkeitsstörung .
    Ich bin nun seit knapp 8 Wochen wieder zu Hause und befinde mich seit ca. 7 Wochen in der betrieblichen Wiedereingliederung mit 3 Std. täglich.
    Wenn ich auf der Arbeit als Erzieherin bin ist es okay, aber wenn ich zu Hause bin geht nichts mehr.
    Ich könnte von Freitag abend bis Montag früh im Bett liegen bleiben, da ich am Wochenende völlig fertig bin.
    Zur Zeit habe ich das Gefühl das es schlimmer ist, als vorher.
    Der Klinikaufenthalt war wirklich gut und die letzten Tage ging es mir auch gut und ich hatte auch das Gefühl es ist Zeit nach Hause zu gehen und das ich die Umstellung schaffen werde.
    Jetzt habe ich das Gefühl nur falsche Entscheidungen zutreffen und im Alltag merke ich das mir die Kraft und Motivation fehlt.
    Während des Klinikaufenthaltes hatte sich mein Schlaf deutlich verbessert, aber seit ich zu Hause bin finde ich kaum in Schlaf trotz Medikamente. (Seroquel 200 mg und Valdoxan 25 mg)
    Ich weiß nicht wie ich mit der Wiedereingliederung weiter machen soll.
    Ich würde gerne ab Mitte Januar auf 5 Std. täglich erhöhen und ab Februar wieder voll arbeiten, aber tief in Innersten weiß ich das das nicht funktionieren kann.
    Aber wenn ich auf den 3 Std. bleibe habe ich das Gefühl zu versagen, da nichts vorwärts geht und kein Erfolg zu sehen ist. Und erstmal die Wiedereingliederung abbrechen könnte ich gar nicht, obwohl es zur Diskussion steht, denn dann habe ich total versagt.
    Am 27.12. muss ich eine Entscheidung treffen und ich denke egal welche ich treffe es ist die falsche!!!
    Weder mein Arbeitgeber oder andere machen mir Druck, sondern im Gegenteil alle sagen ich soll mir Zeit lassen und die Zeit nehmen die ich brauche, aber das kann ich auch nicht mehr hören.
    Ist es normal das man wieder so tief fällt?
    Ich merke auch das ich allen anderen helfen kann, aber mir kann ich das nicht zu gestehen was ich anderen Rate!
    Bin in psychotherapeutischer Behandlung und begleitend mache ich eine Kunsttherapie!


  • Re: Depressionen


    Das es nach der Klinik wieder schlechter gehen kann halte ich nicht für ungewöhnlich. Du bist dann wieder ein Stück weit auf dich alleine gestellt, sollst viel verändern und unterliegst wieder einem gewissen Druck den du in einer Klinik nicht hattest.
    Ich denke das Hauptproblem ist das du dir selber Druck machst, du stellst viel zu hohe Erwartungen. Das du schon jetzt, ganz am Anfang, geplant hast ab wann du wieder ganztägig arbeitest und dich deshalb verrückt machst, zeigt wie sehr du dich selber vorantreibst.
    Du bist quasi noch in der Rekonvalenzzeit und die solltest du dir auch geben und nicht im voraus bestimmen wie lange sie zu dauern hat. Wenn du es jetzt langsamer angehen lässt hat das durchaus seine Berechtigung und ist kein Grund dich selber abzuwerten, du kannst ja nichts dafür das du krank geworden bist und Genesung braucht Zeit, das musst du selber akzeptieren lernen.
    Du musst nicht im Februar voll arbeiten, also warum machst du dir schon einen Leistungsplan und lässt es nicht einfach auf dich zukommen, entscheidest nach befinden. Wenn du den selbst auferlegten Leistungsdruck beiseite legen kannst, dann wird es dir sicher schon etwas besser gehen. Es kann doch gar nichts passieren wenn du den lieben Gott einfach einen guten Mann sein lässt und dir deine Ziele im Gleichschritt mit der Verbesserung deines Gesundheitszustandes setzt, auch so wirst du ans Ziel kommen. Vielleicht sogar schneller, als wenn du dich selber verrückt macht und mit der Brechstange arbeitest.

    Ist das denn auch Thema in der Therapie? Übst du dort ein wenig gelassener und geduldiger mit dir selber zu werden?
    Gegenüber anderen scheinst du diese Qualitäten ja zu haben, miss dich selber nicht mit strengeren Maßstäben. Stell dir vor du wärst eine Freundin von dir und erzähle dir als diese, deine Probleme, was würdest du raten? Was würdest du einer Freundin sagen wenn sie mit deinen Problemen zu dir käme? Sicher wäre es ein guter Rat, du solltest dich dann auch selber dran halten.

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    • Re: Depressionen


      Vielen Dank für die Antwort!!!

      Aber ich muss doch auch irgendwie planen und gucken wie es weiter geht. Meine Krankheitsvertretung kann nur noch bis Mitte Februar bleiben und dann würde es wieder zu einem Personalwechsel kommen und die Kollegen müssen immer weiter Mehrarbeit leisten, weil ich es nicht schaffe und ich denke die müssen doch auch planen können.
      Und irgendwo bin ich schon Schuld, da ich das ganze zu lange ignoriert habe und wenn ich es mir vorher eingestanden hätte wäre es doch nicht so weit gekommen. Ich habe viele Jahre alles verdrängt und nicht wahrhaben wollen.
      Ja, das Thema ist Bestandteil der Therapie und es dreht sich häufig darum und wir sind auch auf der Suche nach der Ursache, aber es ist schwierig.

      Was ich anderen Rate kann ich mir selbst nicht zu gestehen, weil das mir was anderes ist, aber ich kann auch nicht erklären warum!
      Mir sind die anderen Mitmenschen wichtiger!!!

      Kommentar


      • Re: Depressionen


        >>>Aber ich muss doch auch irgendwie planen und gucken wie es weiter geht. Meine Krankheitsvertretung kann nur noch bis Mitte Februar bleiben und dann würde es wieder zu einem Personalwechsel kommen und die Kollegen müssen immer weiter Mehrarbeit leisten, weil ich es nicht schaffe und ich denke die müssen doch auch planen können.
        Und irgendwo bin ich schon Schuld, da ich das ganze zu lange ignoriert habe und wenn ich es mir vorher eingestanden hätte wäre es doch nicht so weit gekommen. Ich habe viele Jahre alles verdrängt und nicht wahrhaben wollen.<<<

        Wenn du dich übernimmst werden auch alle Pläne über den Haufen geworfen, wenn du dir nicht sicher bist ob du im Februar wieder fit bist sind zumindest alle darauf vorbereitet.

        Selber Schuld? Quark. Du hast es dir nicht eingestanden weil die Gesellschaft so tickt, weil es ein Makel in deinen Augen ist und du Angst vor den Reaktionen deines Umfeldes hattest, aber das ist doch nicht deine Schuld sondern die der Leistungsgesellschaft.
        Außerdem gestehen sich die wenigsten so etwas früh genug ein, die Überzeugung das es sich auch so wieder bessert oder die Angst vor den Konsequenzen stehen da im Wege. Außerdem werden nimmt man die Anzeichen erst ernst wenn es wirklich ernst ist, man übergeht sie so gut man kann und realisiert gar nicht was da in einem passiert. Das ist schon fast normal und keine Frage der Schuld.
        Außerdem ist das vorbei, was war kannst du nicht mehr ändern. Du kannst aber das was kommt beeinflussen und dadurch das du dich nicht übernimmst sorgst du am Ende auch dafür das du eine verlässliche Mitarbeiterin bist. Wenn du deine Grenzen akzeptierst und dazu stehst wirst du niemanden enttäuschen, wenn du sie aber wieder über strapazierst weil du niemanden enttäuschen willst wirst du am Ende das Ziel verfehlen und nicht halten können was du vorschnell zugesagt hast.
        Werd erst mal gesund, egal was du denkst was die anderen denken, wahrscheinlich sehen die das nicht einmal ansatzweise so verbissen wie du.

        Kommentar



        • Re: Depressionen


          Hallo Ocarlo,

          schön, dass Sie sich wieder gemeldet und berichtet haben. Aber am wichtigsten ist natürlich die Therapie, die Sie gemacht haben.

          Das tiefe Loch jetzt ist nicht ungewöhnlich, denn die Zeit und das Ausmaß vor der Behandlung waren zuviel, als dass es jetzt schon wieder gut sein könnte.

          Es gab früher bei ähnlichen Beschwerden und Störungen eine Faustregel: Es dauert mindestens halb solange, bis zur Genesung, wie die Beschwerden bestanden.

          Das ist für viele Störungsbilder zwar nicht mehr zutreffend, aber überlegen Sie doch mal, wie lange Sie schon gelitten hatten.

          Die nähere Zukunft: Immer braucht man einen groben Zeitrahmen, einen groben.
          Um den Druck zu mildern, empfehlen sich zwei Varianten. Falls es eher besser wird Plan A (Sie arbeiten mehr Stunden) oder Plan B, dann geben Sie sich Zeit.

          Ihr Umfeld wird es mit tragen.

          Beste Grüße

          Dr. Riecke

          Kommentar


          • Nachtrag


            Mir fällt auf, dass Sie nie von positiven Kompensationsmöglichkeiten berichten: Partnerschaft, Freunde, Hobbys ...
            Gibt es das nicht?

            Kommentar


            • Re: Depressionen


              Hallo Tired,

              ich habe über viele Jahre hinweg nicht gemerkt oder merken können/wollen. Warum das so ist, kann ich nicht sagen.
              Ja das ist richtig, die Anderen sehen das nicht so verbissen, sondern eher das Gegenteil.
              Ich habe eigene und sehr strenge Regeln und Werte die mich persönlich betreffen, so formulierte es das Team in der Klinik
              und da bin ich auch wieder gedanklich festverankert und kann auch nicht davon loslassen, weil ich denke es muss so sein und nicht anders, obwohl ich auch irgendwo weiss das es falsch ist.
              Wenn es nach meiner Therapeutin geht, dann bin ich nicht wirklich arbeitsfähig und sollte mir noch mehr Zeit geben und Stunden auf
              keinen Fall erhöhen.

              Kommentar



              • Re: Depressionen


                Hallo Dr. Riecke,

                die Therapie war gut und ein wichtiger Schritt, aber es hat fast 7 Wochen gebraucht bis ich in der Klinik wirklich angekommen bin und auf das Pflegeteam zu gehen konnte. Fast genauso lange hat es gedauert bis ich selbst gemerkt habe das ich die Therapie für mich mache und nicht für andere.
                In den letzten zwei Wochen habe ich die meisten Fortschritte gemacht und ich hatte um zwei Wochen verlängert gehabt.
                Wenn ich mir überlege, das es halb so lange dauert mit der Genesung, wie die Beschwerden entstanden, dann macht mir das gr. Sorgen und Angst, da ich das ganze über viele Jahre mit mir trage wie ich so nach und nach festgestellt habe.
                Plan A (Std. erhöhen) ist wenn ich ehrlich bin in nächster Zeit nicht umsetzbar laut Therapeutin und Arzt.
                Plan B (Zeit lassen) macht mich sehr unzufrieden, weil ich das Gefühl habe immer mehr die Kontrolle zu verlieren und das macht mir Angst.
                Mein Umfeld trägt es mit, aber ich habe zur Zeit das Gefühl es nicht zu können.

                Eine Partnerschaft gab es nie.
                Zur Zeit ziehe ich mich wieder aus dem sozialen Umfeld zurück.
                Seit meiner Wiedereingliederung meide ich auch ca. 12 Kindergarten- und Krippenkolleginnen, die in einem anderen Gebäude arbeiten, aber zu unserem Team dazu gehören. Ich bin täglich im Kindergarten, der sich nur auf der anderen Straßenseite befindet, aber ich gehe nicht zu meinen Kollegen und begrüße sie o.ä.

                Ich war nach dem Kliniaufenthalt so sicher das ich Sport machen werde, was mir während des Klinikaufenthaltes sehr wichtig war, aber ich schaffe es nicht zu Hause umzusetzten.
                Mir fehlt die Kraft, der Antrieb und die Motivation.

                Kommentar


                • Re: Depressionen


                  Hallo,
                  ich hatte den Termin bei meinem Arzt wg. des neuen Wiedereingliederungplanes und es sind weiterhin bis Ende Januar drei Std. täglich.
                  Ich fühle mich dabei nicht so gut, weil das Gefühl des Versagens immer wieder durchkommt und ich auch immer wieder den druck verspüre mich bestrafen zu müssen.
                  Und ich merke auch wie die Kollegen es mittragen, aber auch das der totale Rückzug von ihnen nicht positiv ankommt und ich mir damit keine Freunde mache. Ich erwarte kein Verständnis o.ä. von ihnen, aber ich weiß auch nicht wie ich mich ihnen gegenüber verhalten soll. Und ich merke das es mich auch nicht stört bzw. mag ich nicht den Kontakt zu ihnen suchen. Und ich überlege auch wie ich Anfang Januar um meinen Geb. herum komme, da ich den überhaupt nicht feiern will, aber ich kann auch keinen Urlaub nehmen durch die Wiedereingliederung.
                  Nur wenn ich das den Kollegen mitteile, dann werd ich bei einigen auf totales Unverständnis treffen.
                  Zur Zeit habe ich das Gefühl am Liebsten alles hinschmeißen zu wollen und mich total zurückziehen,aber das geht auch nicht!! Ich habe das Gefühl nichts richtig machen zu können und merke auch wie es sich körperlich auswirkt. (Durchfall, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Magenschmerzen usw.)

                  Kommentar


                  • Re: Depressionen


                    Wissen deine Kollegen das du Depressionen hast?
                    Wenn ja könntest du die Flucht nach vorne versuchen. Rede mit ihnen, erkläre ihnen wie sich die Situation für dich darstellt und auch das du im Moment nicht so kontaktfreudig sein kannst. Ich denke selbst wenn sie dich nicht verstehen werden sie doch akzeptieren das du den Geburtstag nicht feierst und auch sonst etwas anders bist als normalerweise.
                    Andererseits bin ich der Meinung das es dir vielleicht sogar gut tun würde wenn du ein wenig feierst, du solltest aufpassen das du dich nicht zu sehr abschottest.

                    Denk dran, die Ursachen für dein schlechtes Gewissen usw. sind in deinem Kopf, wenn du mehr Zeit mit den Kollegen verbringst und du auf diese Weise immer wieder erfährst das es für sie nicht so tragisch ist wie du es denkst, hilf dir das vielleicht das Ganze etwas entspannter sehen zu können.

                    Eigentlich müsste die Chefetage auch die Möglichkeit haben eine Hilfskraft für die Eingliederungszeit einzustellen, wenn sie das nicht tut liegt es nicht in deiner Verantwortung das die anderen mehr Arbeit haben, es liegt in der Verantwortung der Geschäftsleitung für vorübergehenden Ersatz zu sorgen.

                    Kommentar



                    • Re: Depressionen


                      Nein, meine Kolegn wissen es nciht und ich will es auch nicht öffentlich machen. Ich denke, das es nicht gerade förderlich ist
                      und es mir auch total unangehnem ist und ich selbst manchmal das Gefühl habe nicht dazustehen zu können bzw. es selbst nicht eingestehen will das die Situation so ist.

                      Es ist eine Krankheitsvertretung für mich eingestellt worden.

                      Kommentar


                      • Re: Depressionen


                        Hi Ocarlo,

                        wenn die Kollegen nichts davon wissen wäre es sicher auch nicht empfehlenswert das zu thematisieren.

                        Das es eine Vertretung für dich gibt ist doch schon mal sehr gut.
                        Ich denke wenn du deine Krankheit akzeptieren könntest, dann ginge es dir auch besser.
                        Du scheinst nicht die Krankheit als Ursache deiner Probleme zu sehen, sondern sie eher als eine persönliche Schwäche einzustufen. Leute mit Depressionen bekommen oft von Unwissenden gesagt das sie sich doch mal zusammenreißen sollen dann würde es schon gehen, bei dir scheint es so zu sein das du es zu dir selber sagst und dich damit klein machst.
                        Das ist aber nicht so, hinter einer Depression steht viel mehr als Unwillen oder Schwäche, die Krankheit erzeugt das, es sind die Symptome und jemand der darunter leidet kann das nicht so beeinflussen wie er es gerne hätte. Die Schwere der Krankheit bestimmt die Zeit der Genesung, das kann auch länger dauern und ist sicher nichts wofür der Erkrankte die Verantwortung trägt oder was er beeinflussen kann. Mehr als an deiner Genesung zu arbeiten kannst du nicht tun und das tust du ja auch.

                        Bist du denn gut informiert? Vielleicht hilft es dir wenn du dir Infomaterial besorgst und lesen kannst das es vielen so geht, auch sehr starken zuvor unverwüstlich erscheinenden Menschen.
                        Es ist einfach eine Krankheit und niemand kann etwas dafür wenn es ihn trifft, auch du nicht. Wenn du aus körperlichen Gründen in dieser Situation wärst, würdest du dich dann auch so schlecht fühlen weil die Knochen noch schmerzen und du es nicht ändern kannst? Im Grunde ist es genau das Gleiche, nur das Depressionen die schwächere Lobby haben, sogar von demjenigen der darunter leidet werden sie nicht so akzeptiert wie physische, besser messbare Krankheiten. Deshalb sind sie aber nicht weniger ernsthaft als Krankheit, die man halt bekommen kann, einzustufen.

                        Kommentar


                        • Re: Depressionen


                          Wenn ich aus körperlichen Gründen in der Situation wäre, dann wäre es für mich etwas anderes und es wäre so auch offensichtlich das etwas nicht geht und da wüßte ich auch das es bald wieder weg ist.
                          Ich habe mir viele Bücher gekauft gahbet und gelesen, aber ich kann mich nicht damit identifizieren. Und wenn ich Bücher lese oder Berichte, dann sind es in meinen Augen auch Personen die etwas geleistet haben und auch wirklich ein streßigen Beruf haben o.ä.
                          Aber ich kann nur sehr schwer damit umgehen, das ich nicht mehr die Leistung bringen kann, wie es früher war und ich es nicht mal schaffe Dinge zu tuen die mir mal wichtig waren und Spaß gemacht haben.
                          Ich kann jedem anderen Hilfe geben und zu hören und habe Verständnis für jeden und bei mir kann ich es überhaupt nicht umsetzen oder akzeptieren.
                          Und das ganze Positive von dem Klinikaufenthalt kann ich auch nicht halten oder zur Zeit darauf aufbauen. Das was mich so ärgert ist, das ich vieles vom Kopfe her weiß, aber trotzdem nicht ändern kann!!!

                          Kommentar


                          • Re: Depressionen


                            >>>Das was mich so ärgert ist, das ich vieles vom Kopfe her weiß, aber trotzdem nicht ändern kann!!!<<<

                            Ich glaube das geht vielen so, die Verbindung zwischen Wissen und Tat muss dann die Therapie herstellen.
                            Gib nicht auf.

                            Kommentar


                            • Re: Depressionen


                              "Wenn ich mir überlege, das es halb so lange dauert mit der Genesung, wie die Beschwerden entstanden,.."

                              Das war eine längst verlassene Faustregel, die heute nicht mehr gilt!

                              Kommentar


                              • Re: Depressionen


                                "Und wenn ich Bücher lese oder Berichte, dann sind es in meinen Augen auch Personen die etwas geleistet haben.."

                                Dieses Leistungsdenken zieht durch Ihre gesamten Berichte. Ist es auch Inhalt der Psychotherapie?

                                Kommentar


                                • Re: Depressionen


                                  Dr. Riecke:
                                  Ja, es ist Thema der Psychotherapie und war auch Thema während des Klinikaufenthaltes!!! Es dreht sich immer wieder um das Thema!!!! Aber ich habe in Kürze meine 25 Psychotherapiestunde und ich weiß noch nicht wie es weitergeht, bisher wurde noch nicht darüber gesprochen.
                                  Haben Sie Erfahrungen, wie lange es Bedarf wieder aus der chronischen Schlafstörung heraus zukommen?

                                  Tired:
                                  Wenn Kopf und Verstand einem wenigstens mal das selbe Gefühl/ Empfinden vermitteln würden, aber selbst dem kann ich nicht vertrauen!!! Und in der Therapie arbeiten wir daran, aber es ist ein sehr langer Prozeß und er kommt mir auch schwierig vor!!!
                                  Ich mag den Geb. aufkeinen Fall feiern und es ist für mich ein Zwang und ein Druck, wenn ich zur Zeit Verabredungen usw. treffen muss. Ich fühle mich dabei überhaupt nicht wohl!!!

                                  Kommentar


                                  • Re: Depressionen


                                    >>>Und in der Therapie arbeiten wir daran, aber es ist ein sehr langer Prozeß und er kommt mir auch schwierig vor!!!<<<

                                    Ist er auch, eine Therapie so zu machen ist kein Zuckerschlecken.
                                    Eine große Hürde ist, das eine Therapie sehr oft aus viel Überwindung besteht, keiner kann dir den Weg abnehmen. Sich dazu überwinden Dinge zu tun die einen auch an Grenzen bringen gehört dazu, der Therapeut kann einen unterstützen und dir dabei helfen dich schrittweise voran zu arbeiten, etwas die Angst nehmen.

                                    Das braucht Zeit und das ist auch richtig so, gehst du zu schnell vor, weit über deine Grenzen hinaus bewirkt es eher das Gegenteil. Man geht bis an seine Grenze und dann möglichst noch einen kleinen Schritt weiter, aber man muss diesen kleinen Schritt auch wagen um weiter zu kommen und wenn das geschafft ist kommt der nächste kleine Schritt. Immer so das du es noch aushältst, aber dich trotzdem überwinden musst.

                                    Ich weiß, für mich ist es einfach das hier hin zu schreiben, die Umsetzung ist es eben nicht. Da kann ich auch ein Lied von singen und mit den eigenen Fortschritten kann ich auch wirklich nicht prahlen (meistens gelingt es mir auch nicht mich zu überwinden, oder meine Einstellung zu mir selber zu ändern), aber leider ist es so und eine einfachere Methode habe ich auch noch nicht finden können.
                                    Das ist genau wie du sagst, eigentlich weiß man ganz genau was zu tun ist, aber man tut es nicht. Das ist meiner Meinung nach auch nicht nur eine Frage des Wollens, sondern besonders des Könnens. Für mich ist es das Schwierigste herauszufinden wie man sich überwinden kann und seine Einstellung zu bestimmten Dingen und auch Themen soweit relativieren kann, das man nicht mehr an sich selber scheitert. Selbst wenn man die Antwort weiß, sie geht irgendwie doch nicht so in den Kopf hinein das man etwas ändern könnte.
                                    Trotzdem ist es wichtig immer weiter am Ball zu bleiben, sonst rutscht man noch mehr ab. Ein wenig bringt die Therapie meistens doch, nur sieht man nicht was sie gebracht hat, sondern nur was sie nicht gebracht hat.

                                    Kommentar


                                    • Re: Depressionen


                                      "Haben Sie Erfahrungen, wie lange es Bedarf wieder aus der chronischen Schlafstörung heraus zukommen? "

                                      Manchmal gelingt das nach einer einzigen hypnotherapeutischen Sitzung, oft dauert es so lange, bis die belastenden Modalitäten des Alltags behoben sind.

                                      Kommentar


                                      • Re: Depressionen


                                        Hallo Tired,

                                        du beschreibst das mit der Therapie so wie es mir vorkommt. Man weiß vieles, aber kann es aus den unterschiedlichsten Gründen nicht umsetzten oder sehen.
                                        Zu Beginn konnte ich die Fortschritte der Therapie sehen, aber in der letzten Zeit kann ich das gar nicht mehr, leider!!!

                                        Wie lange muss man den für die Therapie einplanen?
                                        Ich habe jetzt Anfang Januar meine 23 Std. und ich weiß, nicht wie es weitergeht, da bisher noch nichts besprochen wurde. Wer entscheidet denn ob die Psychotherapie fortgesetzt wird und wer muss das beantragen?

                                        Kommentar


                                        • Re: Depressionen


                                          Hallo Dr. Riecke,
                                          wie beschrieben habe ich die Schlafstörung wohl über viele Jahre hinweg entwickelt und behandelt wird sie erst seit diesem Jahr. Man gewöhnt sich irgendwann an den Zustand und es wird für einen normal kaum oder nicht mehr zu Schlafen.
                                          Was passiert bei einer hypnotherapeutischen Sitzung?
                                          Aber ich habe keine belastenden Modalitäten im Alltag, da ich doch nichts mache außer drei Std. am Tag arbeiten und dann bin ich zu Hause.

                                          Kommentar


                                          • Re: Depressionen


                                            So wie ich das kenne wird irgendwann eine Bestandsaufnahme gemacht, wo sich etwas gebessert hat und wo noch Bedarf besteht.
                                            Wenn eine Verlängerung notwendig ist (das scheint bei dir der Fall zu sein) stellt der Therapeut mit dir zusammen den Verlängerungsantrag, das ist kein großes Ding und dem wird auch meist ohne Probleme entsprochen.
                                            Wenn du eine VT machst, kannst du davon ausgehen das am Ende bis zu 80 Stunden genehmigt werden. Ein Gutachter entscheidet über den Antrag bzw. gibt seine Empfehlung an die Krankenkasse, der stützt sich aber auf das was dein Therapeut in seinem Antrag schreibt.
                                            Bei mir waren es 60 Stunden die ohne Probleme zusammen kamen, dann meinte der Therapeut das noch eine Verlängerung etwas schwieriger würde und wir haben das anders gelöst.

                                            Jeder braucht seine Zeit um sich zu trauen dem Therapeuten gegenüber etwas offener zu sein und seine Schamgrenze zu überwinden. Die erste Zeit kam mir mehr wie eine Eingewöhnungsphase vor, weil es mir sehr widerstrebt mich hinzusetzen und jemand anderem mein Herz aus zuschütten, das ist immer noch so.

                                            Ich denke im Bezug auf eine Verlängerung musst du dir keine Sorgen machen, bei meiner ersten Verlängerung war von meinem Hauptproblem noch nicht einmal die Rede gewesen und ich habe weit über ein Jahr gebraucht um das irgendwann mal überhaupt erwähnen zu können, um es aber gleich wieder zu ignorieren.
                                            Ich denke es ist auch normal das die Therapie hin und wieder ins Stocken gerät, da ist es hilfreich sich zwischendurch mal eigene Gedanken zu machen woran es hängt und was man erwartet, um das Ergebnis wieder in die Therapie einbringen zu können.

                                            Es ist auch hilfreich wenn man Dinge die man nicht so aussprechen kann aufschreibt und den Zettel dann mit zur Therapie nimmt, irgendwann traut man sich dann auch ihn dem Thera zu geben (am besten wenn die Stunde abgelaufen ist()).
                                            Bei mir gibt es Sachen über die ich in der Therapie nie rede, aber manchmal kriege ich es hin ein wenig davon in einer Mail zu schreiben. Meist schreibe ich dann auch dazu das ich es nicht in der Therapie thematisieren will. Ich denke es ist wahrscheinlich auch so hilfreich, auch wenn dann nicht drüber gesprochen wird hat man sich trotzdem wieder einen Schritt weiter gewagt.

                                            Ich denke jeder muss für sich herausfinden wie er die Therapie am besten gestalten kann um voran zu kommen. Sei es nun durch das Gespräch, oder unter Zuhilfenahme von anderen Kommunikationsmöglichkeiten der schriftlichen Form, wenn beides kombiniert wird kann das sehr viel bewirken.

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                                            • Re: Depressionen


                                              "Aber ich habe keine belastenden Modalitäten im Alltag, da ich doch nichts mache außer drei Std. am Tag arbeiten und dann bin ich zu Hause."

                                              Sie dürfen den Begriff "Belastung" nicht auf Arbeit oder die bekannten Stressoren einengen.

                                              Ihre ganzen Berichte sind voller "Belastungen", d.h. Einflüssen, die Sie b e l a s t e n.

                                              Auch Defizite im Leben registriert man, verdrängt sie, nimmt sie aber mit in das Unbewusste, das wieder die Schlafarchitektur beeinflusst.

                                              Anders formuliert: zufriedene Menschen haben meist einen gesunden Schlaf.

                                              Sind Sie ein zufriedener Mensch?

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                                              • Re: Depressionen


                                                Vielen Dank für die schnelle Antwort! Ich wede dann wohl mal meine Therapeutin fragen, wie es weiter geht!
                                                Ich mache eine tiefenpsychologische Therapie!
                                                Ich bin mit meiner Therapeutin zufrieden und denke das es auch paßt, aber wie du sagst, es ist nicht leicht sich jdm. Fremden zu öffnen und dann mit teilweise sehr privaten Themen. Manchmal denke ich nach der Stunde hätte ich nicht das ein oder andere Thema ansprechen sollen, aber der Mut war nicht da!!! Ich bin jetzt seit einem Jahr dabei und es ist immer manches Mal immer noch ein komische Gefühl dabei, aber ich bin froh diesen Schritt gegangen zu sein, was alles andere als leicht war und noch heute ist.
                                                Ich habe nach der letzten Stunde angefangen mir in einem Buch Stichworte zu notieren, da mich die Stunde noch Tage später sehr beschäftigt hatte.
                                                Manchmal bin ich auch unsicher was in die Therapie gehört und was nicht. Es gibt Themen die die direkte Familie betreffen und dann kreisen bei mir immer die Gedanken was wird sie über meine Familie denken und ich kann doch meine Familie nicht schlecht darstellen o.ä. oder es ist mir auch einfach unangehnem manches anzusprechen.
                                                Ich weiß gar nicht so richtig was das "Hauptproblem" ist. Ich bin bisher eher Meister des Verdrängens gewesen, aber das funktioniert zur Zeit so gut wie gar nicht!
                                                Ich merke, wie mich das ganze zur Zeit sehr beschäftigt und verunsichert zu gleich. Und ich habe den richtigen Weg für mich nocht nicht gefunden, um damit umzugehen!!

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                                                • Re: Depressionen


                                                  Aber ich sehe das nicht als "Belastung" bzw. weiß ich nicht wie ich manches einordnen soll. Aber wenn ich darüber nachdenke, gibt es doch einiges was mich beschäftigt oder beeinflust und belastet, alleine die Situation mit der Wiedereingliederung, Verhältnis zu den Kollegen, familiäre Situationen usw.

                                                  Bin ich ein zufriedender Mensch? Was heißt zufrieden, ich weiß das vieles zur Zeit nicht so ist, wie es normal ist und wie es vorher mal war bei mir und Zufrieden bin ich wohl nicht, da ich alleine schon mit der Wiedereingliederungssituation nicht glücklich bin usw., aber ich weiß auch nicht wie ich es ändern kann und es wird Dinge geben in meinem Leben, die ich schon abgehakt habe, wie Partnerschaft, Familienplanung usw.
                                                  Aber das sind wirklich keine Themen die mich beschäftigen. Es ist so wie es ist!!!
                                                  Die Situation so zu akzeptieren wie es zur Zeit ist macht mir Probleme und es nicht zu schaffen sie zu ändern obwohl ich es doch will.
                                                  Ich bin mit mir als Person unzufrieden, aber nicht mit meinem Umfeld o.ä.

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