• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Alkohol in der Frühschwangerschaft

Einklappen

X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Alkohol in der Frühschwangerschaft

    Liebe Frau Mittmann,

    ich habe leider bis zur 4+1 SSW ziemlich viel Alkohol konsumiert (nicht täglich, aber ich hatte 3 Rauschtrink-Episoden in der 2. Zyklushälfte), weil ich nicht davon ausgegangen bin schwanger zu sein und mein Schwangerschaftstest an diesen Tag auch negativ ausgefallen ist. Evtl. durch einen Anwendungsfehler aufgrund von Luftfeuchtigkeit, weil ich den Test während der Wartezeit auf die Toilette gelegt habe und Duschen gegangen bin. Jedenfalls ging ich an diesen Tag nicht aus Schwanger zu sein und da ich Zyklusschwankungen von 28 bis 32 Tage hatte, ging ich davon aus, dass meine Periode eben ein paar Tage später beginnt. In der 4+5 SSW war der Test eindeutig positiv.

    Ich habe im gesamten Zyklus viel Alkohol getrunken, besonders viel jedoch an meinen Geburtstag, der aber während meiner letzten Periode lag und dann ab der 2. Zyklushälfte, wo ich nach Definition 3 Rauschtrinkepisoden hatte.

    In der Woche 1+3 SSW 0,5l Bier und 3-4 SSW Wodka, 2+1 375 ml Cinzano Asti und 1 Fl. Schöfferhofer-Grapefruit, 2+2 ein Glas Weißwein sowie am 2+6 habe ich vier Cocktails (Frucht- und Sahnecocktails) getrunken, wo die Menge zusammen ca. 1 Liter betrug. Zudem war ich in Prag in Urlaub (3+2 SSW, 3+3SSW) und habe an beiden Tagen ca. 1,5 Liter Bier getrunken. Zusätzlich hatte ich dort auch ein Bierbad. Wieviel Bier dort enthalten ist weiß ich leider nicht. Zumindest wurden die trockenen Inhaltsstoffe des Bieres mit etwas Bier vermischt und dann in das Badewasser gegeben. Dort lag ich dann mit einer Unterbrechung von 30 Minuten ca. 60 Minuten in der Wanne.
    Danach hatte ich keine Rauschtrink-Episoden mehr. In der 3+4 SSW ein Sekt zum Frühstück, 3+6 SSW 2 Tequila zum Abendessen und das letzte Mal Alkohol habe ich in der 4+1 SSW konsumiert, dass war ein Cocktail. Danach selbstverständlich kein Alkohol mehr.

    Ich habe dies auch schon mit meiner Frauenärztin besprochen, die mich auch erstmal beruhigt hat und meinte, dass so früh in der Schwangerschaft meist nichts passiert. Sie wollte auch nicht mal die genaue Menge des Konsums wissen, weil sie meinte, dass spiele in dieser Phase keine Rolle. Da Hop oder Top. Leider keimen seitdem ich jetzt in der 34 + 2 SSW bin (korrigierter SSW: mein Entbindungstermin wurde beim 1. Ultraschall-Screening um 5 Tage zurückdatiert) wieder große Ängste auf. Zunächst hat mich die Zurückdatierung weiter beruhigt, weil ich durch meinen unregelmäßigen Zyklus von einem jüngeren Schwangerschaftsalter ausgegangen bin. Nur holt mein Kind seitdem 2. Screening in der 20+1 SSW kräftig auf und ist in seiner Entwicklung 2 Wochen weiter. Schwangerschaftsdiabetes wurde ausgeschlossen und in einer Uni-Klinik (Pränataldiagnostik) wurde dann eine fetale Makrosomie festgestellt. Oder ist mein Kind vielleicht doch 2 Wochen älter als wie geschätzt?

    Ich habe von dem Alles-oder-Nichts-Prinzip gehört. Leider sind im Netz recht unterschiedliche Angaben über die Dauer zu finden. Mal heißt es 13 oder 14 Tage nach Eisprung, dann bis zur 4. Oder 5. Woche. Andere Seiten sprechen, dass eine Einnistung nach 10 Tagen abgeschlossen ist. Ist dann auch das Alles-oder-Nichts-Prinzip abgeschlossen? Ich hatte eine Einnistungsblutung ca. 5 Tage vor meiner eigentlichen Periode, die ich fälschlicherweise als Zwischenblutung abgestempelt habe. Heißt das, dass dann das Alles-oder-Nichts-Prinzip nur bis dann gilt? Im Internet habe ich auch mehrere Berichte gelesen, wo Frauen auch in den ersten Wochen was getrunken hatten und deren Kinder nun behindert sind. Auch auf Seiten für FASD oder in Interviews mit Experten für FASD ist zu finden, dass besonders Alkohol in der Frühschwangerschaft und besonders Rauschtrink-Episoden gefährlich sind. Wie schätzen Sie das Risiko ein, wenn ich bis zur 4+1 SSW Alkohol in der beschriebenen Menge konsumiert habe. Und was spricht für das Alles-oder-Nichts-Prinzip?

    Alle 3 Ultraschall-Screenings waren unauffällig. Habe jedoch keine Feindiagnostik durchführen lassen. Meine Ärztin hielt dies nicht für nötig.

    Trotzdem mache ich mir Gedanken über FAS oder FASD.
    Ich habe Angst davor, dass mein Kind unter Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrationsschwierigkeiten, verminderte Intelligenz etc. leiden wird und nie ein normales und selbstständiges Leben führen kann, weil ich schuld daran bin. Ich habe durch meine Arbeit auch entfernt mit solchen Menschen zu tun und weiß wie schwer deren Leben sein kann. Da ich in knapp 6 Wochen entbinde, möchte ich bestmöglich vorbereitet sein und hoffe auch meine restliche Schwangerschaft wieder genießen zu können. Ich hoffe sie können mir weiterhelfen und irgendwie meine Fragen beantworten.

    Entschuldigen Sie auch den langen Text, ich wusste leider nicht wie ich Ihnen die Situation kürzer schildern könnte.

    Liebe Grüße
    Julia

  • Re: Alkohol in der Frühschwangerschaft

    Hallo Julia,
    Sie können ohne Sorge sein! Zu dem Zeitpunkt der Schwangerschaft des Rauschtrinkens bestand bei Ihnen das Alles-oder-Nichts Gesetz.
    Das umdatieren des Schwangerschaftsalters ist nur in der Frühschwangerschaft korrekt, da sich in den ersten Wochen der Schwangerschaft die embryonale Entwicklung gleich verläuft. Zu einem späteren Zeitpunkt kann es variieren und daher sollte man nach der 20. SSW keine Terminkorrektur mehr vornehmen. Zumal Sie einen klaren Hinweis haben, ab wann der Schwangerschaftstest positiv war.
    Alles gut und Ihnen eine gute Geburt!
    Viele Grüße
    Annette Mittmann

    Kommentar