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M Scheuermann oder Unfallfolge?

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  • M Scheuermann oder Unfallfolge?

    Sehr geehrter Dr. Ulrichs,
    mit 24jähriger Soldat erlitt ich bei einem Dienstunfall (Hubschrauberabsturz) einen Trümmerbruch des rechten Oberschenkels, wobei das Hüftgelenk in Mitleidenschaft gezogen wurde, und eine
    "Keilförmige Umformung des 3. Wirbelkörpers der oberen Brustwirbelsäule mit Verlängerung im Längsdurchmesser, Höhenminderung im vorderen Abschnitt auf 2/3 der Normalhöhe und Eindellung der Deckplatte durch eine Kompressionsfraktur ohne Änderung der Wirbelsäulenstatik, degenerative knöcherne Anlagerungen an der vorderen Ober- und Unterkannte".

    Weil ich mich wegen meines Hüftgelenkes mit zwei Gehhilfen fortbewege strahlen die anhaltenden Schmerzen von dem dritten Brustwirbel seitwärts und auch in den Bereich des 4. Brustwirbels aus.
    Paravertebrale Infiltrationen lindern die Schmerzen zwar, aber sie sind trotzdem nur schwer erträglich.
    Ein als Gutachter bestellter Orthopäde führte, obwohl ich ihm die schmerzhaften Stellen angab, in seinem Gutachten aus, daß ich im Bereich der Brustwirbelsäule keinen Druckschmerz verspüre.
    Er kam zu dem Ergebnis, daß meine Beschwerden von einem in der Jugend erlittenen Morbus Scheuermann herrühren würden und nicht den Verletzungsfolgen zuzuordnen seien.
    Mit Schwimmen, Judo und Langlauf verbrachte ich meine Jugend und wurde tauglich gemustert.
    Während meiner Dienstzeit war ich mehrere Jahre in einer Kampfkompanie und habe bei Märschen zwischen 40 und 130 km (Durchschlageübung 2 Tage) mit Sturmgepäck, Rucksack und schweren Waffen (z. B. Panzerfaust=16kg) nicht ein einziges Mal den Truppenarzt wegen Rückenbeschwerden aufgesucht.
    Meine ersten Rückenschmerzen hatte ich nach dem Absturz. Wegen den wahnsinnigen Schmerzen in meiner Wirbelsäule weigerte ich mich, mich von den Plfegern aus meinem Bett auf den Röntgentisch heben zu lassen.
    Erst nach gutem Zureden durch die von den Pflegern herbeigerufene Oberärztin habe ich das dann schreiend ausgehalten.
    Seit meinem Unfall habe ich starke Verspannungen im Rücken und Krämpfe, die sich von dem geschädigten Wirbel seitlich bis unter die Schulterblätter ziehen.

    Für mich haben die Schmerzen noch den gleichen Ausgangspunkt wie nach dem Unfall, es fällt mir deshalb schwer, zu glauben, daß der Morbus Scheuermann so plötzlich aufgetreten ist.
    In dem Artikel von m-ww.de werden unter Ursachen für die die Erkrankung auch exogene Faktoren wie starke mechanische Beanspruchungen der Wirbelsäule genannt, so daß der Musterungsarzt doch eigentlich meinen Morbus Scheuermann hätte feststellen müssen mit dem Hinweis, daß ein Tragen von schweren Lasten und somit der Einsatz in einer Infanteriekampfkompanie meiner Gesundheit infolge der nachteiligen Entwicklung meines (damals schon feststellbaren?) Rückenleidens nicht förderlich wäre.
    Aus den vorstehend Gründen hätte ich auch im Hinblick auf meine soziale Absicherung doch gern Gewißheit über die genaue Ursache meiner Beschwerden.
    Für einige Worte und vielleicht einen Hinweis auf eine ärztliche Fachrichtung, die meine Schmerzen objektivieren und zuordnen könnte, wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen
    V. J. W.


  • RE: M Scheuermann oder Unfallfolge?


    Die Orthopädie ist bei diesem Problem genau die richtige Fachdisziplin.
    Es handelt sich nicht um ein rheumatologisches Problem.

    Während der Musterung werden im allgemeinen nur orientierende Untersuchungen durchgeführt, so daß Vorschädigungen der Wirbelsäule ohne Röntgenbild und Vorbefunde i.d.R. nicht festgestellt werden können.
    Als wahrscheinlichste Ursache für die momentanen Beschwerden kommt aber der Hubschrauberabsturz in Betracht.

    MfG

    Ulrichs

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