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reaktive arthritis

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  • reaktive arthritis

    Hallo Liebes Forum,

    meine Krankheitsgeschichte zieht sich nun seit knappen 8 Wochen durch mein noch so junges Leben.
    Ich hoffe diese Zeit bald überstanden zu haben...

    Beginnend möchte ich davon berichten, dass alles mit starken Halsschmerzen Mitte August begonnen hat. Ich ging von einer leichten Sommergrippe aus und holte mir hierfür in der Apotheke die typischen Mittelchen wie Dolodobendan etc.
    Gleichzeitig wurde ich richtig heißer und konnte mich in lauten Räumen fast nicht mehr unterhalten.
    Ich habe den großen Fehler gemacht und bin damals trotz meiner Abgeschlagenheit am Tag darauf auf ein Volksfest gefahren und habe da natürlich nichts ausgelassen ( Alkohol, Zigaretten, lautes Sprechen, feiern, tanzen, wenig Schlaf etc. ) nun ja..ich glaube ich habe somit meinen Körper und mein Immunsystem etwas herausgefordert.
    jedenfalls wurde es überraschenderweise nicht besser sondern schlimmer. Komischerweise begann ausserdem mein Finger an anzuschwellen und stark zu Schmerzen. ich schenkte dem aber nicht viel Beachtung, weil ich davon ausging, dass es wieder verschwindet.
    In der Woche darauf wurden die Halsschmerzen unerträglich und auch die Stimme nicht besser. Ich fühlte mich richtig krank und schwach.
    Allerdings hatte ich bis auf diese Symptome keine weiteren. Ich dachte nach 1-2 Wochen wäre ich auskuriert und alles ist wieder gut. Pustekuchen.
    ALs die Halsschmerzen solche schlimmen Ausmaße angenommen haben, dass ich nicht mehr in der Lage war, meinen Kopf zu drehen und das Schlucken die reinste Hölle war, bin ich in die Notaufnahme der HNO Klinik gefahren. Hier sagten sie mir, dass sie nichts auffälliges erkennen können und eigentlich soweit alles okay ist. Trotzdem trotz gaben sie mir Antibiotika mit. Ich war natürlich erstmal froh, weil ich dachte dass es damit jetzt endlich bergauf geht.
    Auch hier irrte ich mich. Es wurde noch schlimmer. Am Wochenende darauf, war es sogar so schlimm, dass ich durch die Halsschmerzen richtige Schnappatmung bekam und die Schmerzen so extrem waren, dass es in meinen Ohren zum piepsen angefangen hat.
    Wieder machte ich mich auf in die HNO Klinik. Hier sagen sie mir nun, dass es sich wohl um nichts bakterielles handele sondern einen verschleppten Virus. Nun bekam ich Kortison auf Basis einer 10-Tages Therapie.
    Hier kam dann endlich die Besserung. Es schlug sofort an und wurde endlich besser...
    Allerdings waren die Halsschmerzen besser aber nicht wirklich weg, auch die Stimme war noch nicht wieder ganz die alte.
    So nun zu meiner eigentlichen Frage..:
    Nach den 10 Tagen, fing mein rechter fuß plötzlich an zu Schmerzen. Es bildete sich eine rote Stelle, die bei Druck sehr empfindlich war. Ich hatte darüber auch eine kleine Schwellung. Es schmerzte so schlimm, dass ich zu humpeln begonnen habe und die Schmerzen auch bei Stillstand (also besonders Nachts) nicht auszuhalten waren. Ein paar Tage später, begann auch mein linker Fuß an der Innenseite und an der Sehne zu schmerzen.
    Hierbei konnte man aber äußerlich gar nichts sehen.
    Ich ging zu meinem HA und bat um ein großes Blutbild, da ich doch schon etwas verunsichert war inzwischen.
    Gesagt, getan. Es stellte sich heraus: EBV Infektion! Damit wären die Halsschmerzen erklärt. Allerdings nicht die Schmerzen im Fuß und Finger.
    Mein HA überwies mich zum Rheumatologe, weil er eine infektreaktive Arthritis vermutete.

    Dort war ich dann auch, und musste nochmal Blut abgeben. Speziell für die Rheumafaktoren etc.
    Auf dem normalen Blutbild habe ich keinen Rheumafaktor. Bei dem 2. Blutbild kam dann heraus das HLAB27 negativ ist, CCP bei 1,4 liegt und ANA 1<100 ist. Alles nicht dramatisch sagte mir der Rheumatologe, da angesichts der EBV Infektion solche Werte hervorgerufen werden können und auch das EBV solche Schmerzen auslösen könne. Er meine er möchte noch 3-4 Wochen abwarten, bis die EBV Infektion abgeklungen ist, bevor er aktiv wird.
    So. nun bin ich wieder gesund. Halsschmerzen weg, Stimme wieder da...nur die Füße schmerzen höllisch.
    In der früh, ist es so schlimm, dass ich erstmal gar nicht stehen kann und sie richtig brennen und stechen.
    Es hilft nur Ibuprofen und Kühlung.
    Gestern waren die Schmerzen abends so schlimm, dass ich ins Krankenhaus gefahren bin um mich mal unterrichten zu lassen, was da los ist.
    Ich hatte angst, dass meine Gelenke oder sonstiges Schaden nimmt.

    Hier wurden meine Füße untersucht und festgestellt, dass mehrere Sehnenansätze entzündet sind.
    Dem Arzt hatte ich alles geschildert und er meinte ebenfalls es handele sich um einen reaktiven Infekt in Verbindung mit dem EBV oder auch den anfänglichen Halsschmerzen, welche vielleicht anfangs noch bakteriellen Ursprungs waren und das dauere nun mal. Das Immunsystem reagiert wohl über.

    Morgen mache ich einen Termin beim Rheumatologen um zu erfahren wie es weitergehen kann.

    Nun meine Frage:
    heilt das wieder aus? Momentan habe ich eine Lebensqualität von 0 und habe in der früh wahnsinnige schmerzen davor aufzustehen.
    wie lange dauert eine solche Arthritis und was kann man dagegen machen?
    Sind solche starken Schmerzen normal?
    und kann es sein, dass der geschwollene Finger auch eine Rolle spielt, obwohl dieser zeitgleich mit den Halsschmerzen aufgetreten ist und man doch bei einer reaktiven Arthritis sagt, dass diese erst 2-4 Wochen danach einsetzt?


    Sorry für den langen text....Danke schon mal.
    Viele Grüße

  • Re: reaktive arthritis

    Sollte es sich tatsächlich um eine reaktive Arthritis handeln, dann heilt das in der Tat wieder aus, und zwar von alleine. Gleichzeitig oder unmittelbar nach dem Infekt aufgetretene Gelenkschmerzen sind typisch für die reaktive Arthritis. Hier kann symptomatisch behandelt werden.

    MfG,

    Ulrichs

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    • Re: reaktive arthritis

      Hallo Herr Dr. Ulrichs,

      vielen Dank für Ihre Antwort.
      nachdem ich nun die sichere Diagnose reaktive Arthritis, nach EBV Infekt habe, hat mir mein Arzt eine 6 Montige Behandlung mit Sulfasalazin verschrieben.
      Hierzu finde ich im Internet und nach der Information meines Arztes verschiedene Aussagen zum Wirkungseintritt.
      Laut Internet kann es bis zu 3 Monaten dauern und mein Arzt meine etwa 4-5 Wochen.
      Können Sie mir hierzu genaues sagen?
      Gibt es noch weitere Möglichkeiten akute Schmerzschübe zu stillen, ausser Ibuprofen und Kühlpacks anzuwenden?
      Manchmal holen mich solche Schübe extrem ein und da weiss ich mir erstmal bis zum Wirkungseintritt der Ibuprofen gar nicht zu helfen.

      Kann es auch sein, dass eine solche reaktive Arthritis schneller abheilt als der angesetzten 6-12 Monate?

      Vielen dank im Voraus und liebe Grüße

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      • Re: reaktive arthritis

        Ja, eine reaktive Arthritis kann auch viel schneller wieder verschwinden, und zwar von selbst.
        Sie sollte symptomatisch behandelt werden, also entzündungshemmend, um Beschwerden zu lindern. Das kann durch Ibuprofen und/oder Sulfasalazin erreicht werden.
        Bei letzterem kann es eine Weile dauern, bis eine Wirkung spürbar wird (ist bei vielen sogenannten Basismedikamenten so), die Zeit bis Wirkungseintritt kann stark schwanken, sodass wohl beide Angaben nicht falsch sind. Sulfasalazin wird sonst bei rheumatischen Erkrankungen zur Entzündungshemmung und dauerhaft eingesetzt, sodass die Problematik der verzögerten Wirkung zweitrangig ist.

        MfG,

        Ulrichs

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