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Systemischer Lupus Erythematodes

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  • Systemischer Lupus Erythematodes

    Sehr geehrte Experten,

    ich bin 30 Jahre alt, weiblich und bei mir wurde 1998 per Biopsie ein chron. membranöse Glomerulonephritis diagnostiziert, die sich zunächst in einem nephrotischen Syndrom äußerte. Ich bekam Captopril verordnet. Dieses Medikament nehme ich bis heute ein. Die Proteinurie liegt nur noch bei 110 mg/24 Std. Die Krea-Clearence und Krea sind normal.

    Anfang März 2009 habe ich öfter Schwierigkeiten mit Schwindelattacken. Es äußert sich wie Benommenheit oder es fühlt sich an, als ob man in ein Loch tritt, wo aber keins ist. Wie eine falsche Wahrnehmung beim Gehen. Ich fühlte mich öfters schlapp und manchmal sind meine Augen lichempfindlich, so dass ich vermehrt eine Sonnenbrille aufsetzen muss. Aufgrund der Symptome war ich beim Orthopäden, beim Neurologen, EKG, Herzultraschall, Belastungs-EKG, HNO-Arzt. Die Dianosen der Ärzte waren: Fehlhaltungen der HWS, Muskelverspannungen, Sonderform der Migräne, Stress, Craniomandibuläre Dysfunktion,MS, Borreliose...jeder sagte was anderes.

    Meine Nephrologin testet 2009 dann auf SLE, weil die GN wohl eine Vorstufe davon sein kann. Sie fand einen ANA-titer von 1:500, andere Autoantikörper waren negativ.

    Weil ich immerwiederkehrend Schwindelattacken habe bis heute, hat meine Hausärztin nun den ANA-Titer nochmals getestet, er war 1:1280, homogenes Muster und in Mitose positiv. Daraufhin schickte sie mich zum Rheumatologen, der machte einen Bluttest. Die Werte waren alle normal. Auf SLE hat er nicht getestet, als ich ihn danach gefragt habe. Er meinte, dass die anderen Werte, wie CRP, BSG, Leukos, Krea usw. dann auch schlechter sein müssten und der erhöhte ANA-Titer von der Glomerulonephritis kommen. Er meinte dann, dass ich wiederkommen soll, wenn ich im Gesicht "Ausschlag" oder so habe.

    Was meinen Sie dazu? Bei Diagnosestellung der GN vor 13 Jahren, war der ANA-Titer negativ, auch alle anderen Autoantikörper. Jetzt ist der ANA-Titer positiv. Was soll ich denn jetzt tun? Ich habe große Angst, dass ich doch noch SLE haben könnte. Was meint er mit Ausschlag im Gesicht? Ich habe im Gesicht sowieso schon immer trockene, empfindliche Haut, die manchmal richtig spannt. Manchmal bin ich auch sehr pickelig oder fleckig im Gesicht. Manchmal habe ich auch rote Wangen und rote Nase: ist das so ein "Schmetterlingserythem"? Oder normaler Ausschlag, Rötung etc. Wie kann ich denn sowas unterscheiden?
    Ich habe großte Angst vor SLE und meine Schwindelattacken kommen und gehen....Von der Hausärztin ist jetzt geplant, dass ich - wie immer - aller 6 Monate zur Nephrologin soll und dass die dann den ANA-titer nochmal kontrolliert. Ich mache mir große Sorgen und kann kaum noch Ruhe finden...es beschäftigt mich sehr...


  • Re: Systemischer Lupus Erythematodes


    Ich habe noch vergessen zu erwähnen, dass ich auch beim Schädel MRT war, da war nur ein "solitärer unspezifischer Demyelinisierungsherd im Marklager, in Höhe Cella Media. In erster Linie mikroangiopathischer Herd". Sonst war alles ok. Die Neurologin meinte zu diesem Befund, dass wäre normal.

    Des weiteren habe ich einen Vitamin B12 Wert kurz vorm Mangel stehend - kriege jetzt aller 3 Monate - eine Spritze.

    Zusätzlich habe ich seit Oktober letzten Jahrens eine Refluxösophagitis (war bei Magenspiegelung) und leichte Gastritis Typ C.

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    • Re: Systemischer Lupus Erythematodes


      Die Vorgeschichte einer möglicherweise autoimmun bedingten Glomerulonephritis zusammen mit den aktuellen Beschwerden sowie dem erhöhten ANA-Titer rechtfertigen eine intensive rheumatologische Abklärung (bei einem Facharzt für Rheumatologie).

      Es muss sich nicht um SLE handeln, jedoch kommt dieser auch trotz fehlenden anderen Symptomen und Schmetterlingserythem (eine Hautrötung im Gesicht in der symmetrischen Form eines Schmetterlings) durchaus in Frage. Andere Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises kommen ebenfalls in Frage.

      Außerdem müssen alle möglichen neurologischen Ursachen der Schwindelattacken sicher ausgeschlossen werden.

      Das alles kann wiederholte Arztbesuche bedeuten, da eine rheumatologische Diagnose oftmals sehr schwierig zu stellen ist.
      Ein therapeutischer Versuch mit entzündungshemmenden Medikamenten kann auch weiterhelfen.

      MfG,

      Ulrichs

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      • Re: Systemischer Lupus Erythematodes


        Danke für die Antwort. Wenn die Nephrologin 2009, wo ich die Beschwerden auch schon hatte, auf SLE getestet hat und die anderen Autoantikörper alle negativ waren,kann es denn sein, dass sie sich bis 2011 positiv entwickeln können? Oder ist einmal negativ immer negativ?

        Kann ein ANA-Titer allein, wirklich auch von einer Glomerulonephritis kommen?

        Bei 2 Neurologen war ich bereits. Der eine sagte eben, dass es ne Sonderform der Mirgräne wäre und der andere meinte es wäre psychosomatisch.

        Ich traue mich bald nicht mehr zum Arzt und habe Angst, dass ich für ein Hypochonder gehalten werde.

        Ich hoffe meine Hausärztin gibt mir nochmal einen Überweisungsschein für einen Rheumatologen. Aufgrund der ersten Untersuchung ist für sie der "Fall ja auch abgehakt", weil sie denkt es kommt von der GN. Ich mache beim Hausarztmodell mit, d.h. ich kann mich nicht einfach mit Praxisgebühr beim Rheumatologen anmelden....

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        • Re: Systemischer Lupus Erythematodes


          Besteht der Verdacht auf das Vorliegen einer rheumatischen Erkrankung, sollten die Autoantikörper und auch die Entzündungsparameter im Blut regelmäßig überprüft werden, insbesondere jedoch dann, wenn der Patient einen Schub verspürt.

          Im vorliegenden Fall muss allerdings sorgfältig unterschieden werden, woher die Entzündungszeichen stammen, wenn noch eine mögliche weitere chronische Entzündungsreaktion im Körper vorhanden ist.

          MfG,

          Ulrichs

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          • Re: Systemischer Lupus Erythematodes


            Nochmals danke für Ihre Antwort. Ich habe mir jetzt mal von meiner HÄ Befunde von der Magenspiegelung geholt. Ich habe seit Oktober 2010 auch Probleme mit Sodbrennen und Übelkeit. Hier der Befund:

            1. Dünndarmschleimhaut: Normalbefund
            2. Antrum, Corpus: nicht atrophische Mukosa vom Antrum- und Corpustyp. Helicobacter-negative Gastritis, Typisierung: C (grenzwertig zu gastritischer Minimalreaktion),
            Antrum und corpus: Chronizität +, Aktivität +
            3. Ösophagus: Parabasalzellen überschichtet, höhenanteilig >15%. Epithel ankanthotisch. Interzellularspalten gering erweitert. Kein Infiltrat intraepithelial. Pilze negativ. Miterfasste drüsige Schleimhaut hyperämisch und stark plasmazellvermehrt, hier keine Dys- oder Metaplasie.

            Diagnose: Hyperregeneratorische Ösophagopathie auf der Basis einer ausgeprägt chronischen, hier gering aktiven RÖ vom Kardiatyp.

            WEnn ich was "Falsches" esse habe ich immer wieder Probleme mit Überkeit, ständigen Luftaufstoßen und meine Zunge ist manchmal weiß belegt und manchmal gelb belegt. Nehme Iberogast. Panto- und Omeprazol hat es noch schlimmer gemacht, habe auch noch einen leichten B12- Mangel.

            Kann das Ergebnis der Magenspiegelung auch auf einen SLE oder anderes hinweisen? Oder ist das eine Extrasache?

            Gestern hatte ich dann noch eine Zahnop, weil ich hinter einem Zahn eine Entzündung hatte. Es wurde eine Wurzelspitzenresektion gemacht. Zahnfleischentzündungen habe ich auch immer, obwohl ich regelmäßig eine Zahnreinigung durchführen lasse beim zahnarzt und ich auch schon eine Paradonthosebehandlung machen lassen habe.

            Können die Entzündungen in Ihrer Gesamtheit auch zu diesen Titer von 1:1280 führen? Also Zahnentzündung, Zahnfleischentzündung, Speiseröhrenentzündung, Nierenentzündung, leicht Magenschleimhautentzündung?

            Ich habe nächste Woche einen Termin bei der Nephrologin. Sie möchte jetzt testen, ob Lupus oder sowas in Frage kommt. Der Rheumatologe, wo ich war hat gesagt, dass den ANA-Titer die Nephrologin auch überprüfen kann. Sie will aber noch andere Antikörper bestimmen.

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            • Re: Systemischer Lupus Erythematodes


              Mir ist nochmal was eingefallen: kann es sich eventuell auch um einen medikamenteninduzierten SLE handeln? Steht in der Packungsbeilage von Captopril (erhöhte ANA-Titer, Autoimmunkrankheiten wie SLE).

              Wie kann man das nachweisen? Habe was von Antikörpern gegen Histon gelesen. Wäre das dann ein Beweis für Nebenwirkung von Captopril?

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              • Re: Systemischer Lupus Erythematodes


                Da ein Lupus auch immer innere Organe betreffen kann, könnte natürlich ein solcher hinter den verschiedenen Entzündungsgeschehen stecken. Das kann abschließend nur der Rheumatologe beurteilen.

                Trotzdem ist es sinnvoll, dass die Nephrologin noch weitere Untersuchungen macht.

                Ob der Lupus medikamenteninduziert ist, kann letztendlich nur durch einen Auslassversuch überprüft werden. Der sollte jedoch nur in enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt durchfeührt werden.

                MfG,

                Ulrichs

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                • Re: Systemischer Lupus Erythematodes


                  Sehr geehrter Herr Dr.,

                  nun war ich nochmals bei der Nephrologin. Der ANA-titer war wieder erhöht, alle anderen Autoantikörper waren negativ. Krea, Krea-Clearence sind normal, kein Blut im Urin, nur wieder leicht Protein von 110 mg.

                  Die Nephrologin meint, dass ich momentan keine Autoimmunerkrankung wie Lupus hätte. Ich hätte durch den Titer eine Neigung dazu. Mehr bisher allerdings nicht. Sie hat mich jetzt statt aller 6 Monate aller 3 Monate bestellt und will es weiter kontrollieren. Eine Glomerulonephritis könnte den Ana-Wert beeinflussen sagt sie.

                  Verstehe ich das falsch: Ist eine Glomerulonephritis nicht eine Autoimmunerkrankung? Und der Ana-Wert sagt nichts darüber aus, inwieweit diese aktiv ist oder nicht?

                  Ich versteh das nicht so richtig....

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                  • Re: Systemischer Lupus Erythematodes


                    Sehr geehrter Herr Dr.,

                    ich habe noch eine Frage vergessen: ich nehme seit mehreren Jahren die Pille Lamuna 30.

                    Stellt das jetzt ein Problem dar, wenn ich momentan keinen SLE habe, aber eben hohe Ana-Titer-Werte?

                    Mit der Gynäkologin habe wir andere Sachen besprochen bzw. ausprobiert. Ein Präparat ohne Östrogen (Cerazette) hat nicht funktioniert. Davon habe ich Eierstockzysten, Schmerzen und ständige Zwischenblutungen bekommen. Lamuna 20 (also etwas schwächer dosiert) hat auch nicht funktioniert. Andere Sachen kommen nicht in Frage, da ich auch immer sehr starke Regelschmerzen hatte (ohne Pilleneinnahme). Die Schmerzen waren teilweise so stark, das kein Schmerzmedikament geholfen hat und sie sich wehenartig angefühlt haben.

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                    • Re: Systemischer Lupus Erythematodes


                      Dass "momentan kein SLE vorliegt", kann aufgrund des ANA-Wertes und der Untersuchung auf Autoantikörper nicht ohne weiteres festgestellt werden. Das sollte besser von einem Rheumatologen beurteilt werden, der dann auch mögliche Medikamenteneinnahmen als Ursache in Betracht ziehen kann (medikamenteninduzierter SLE - die Pille gehört eher nicht dazu).

                      MfG,

                      Ulrichs

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                      • Re: Systemischer Lupus Erythematodes


                        Sehr geehrter Herr Dr.,

                        ich war beim Rheumatologen. Er hat auch das gesagt, was die Nephrologin gesagt hat. Es müssten neben dem ANA-Titer andere Autoantikörper positiv sein, speziell dsDNA-Antikörper. Er meint, dass die ANA`s mit der Glomerulonephritis zu tun haben. Und er hat auch gesagt, dass ich zu Autoimmunerkrankungen neige.

                        Was ich immer noch nicht verstehe: meine Nephrologin hat im Bericht an meine Hausärztin geschrieben, dass die Glomerulonephritis momentan nicht aktiv ist und sie auch keinen Hinweis für eine andere aktive Autoimmunerkrankung wie SLE hat.
                        Ist die Glomerulonephritis damit geheilt? Kann ein eventueller SLE denn auch inaktiv sein und aber trotzdem "in mir stecken"? Warum steigt der ANA-Titer dann von 1:500 auf 1:1280 an, wenn die Krankheit inaktiv ist? Müsste es nicht so sein, dass ein steigender Titer auch eine aktive Entzündung anzeigt? Gibt es denn überhaupt einen ANA-Titer nur allein in Verbindung mit einer Glomerulonephritis, so wie der Rheumatologe zu mir sagte, also ohne eine Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis?

                        Können Sie mir das bitte nochmal erklären?

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                        • Re: Systemischer Lupus Erythematodes


                          Es gibt sehr viele verschiedene Formen der Glomerulonephritis. Entzündungen in der Niere können auch mit dem SLE vergesellschaftet sein.
                          Dieser verläuft zumeist in Schüben, d.h. dazwischen kann die Erkrankung auch "inaktiv" sein.

                          MfG,

                          Ulrichs

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                          • Re: Systemischer Lupus Erythematodes


                            Sehr geehrter Herr Dr.,

                            die Biopsie ergab damals in der Uniklinik eine "membranöse Glomerulonephritis im Stadium III". Also die Form der GN wäre ja dann membranöse. Und als Symptom hat sie sich in Form eines nephrotischen Syndroms geäußert (also hohe Eiweißausscheidung, Ödeme an Augenlidern und Knöcheln/Unterschenkeln, Hyperlipidämie). Die Uniklinik schrieb damals in den Bericht: "idiopathische membranöse Glomerulonephritis" und "keine Hinweis für einen System. Lupus Erythematodes". Der ANA-titer war damals negativ und die anderen Autoantikörper auch.

                            Kann denn dann im Laufe der Zeit - so wie mir der Rheumatologe sagte - der ANA-Titer auf einmal positiv werden? dsDNA-Antikörper und ENA sind immer noch negativ. Kann es dann nur ganz allein an der membranösen GN liegen?
                            Können Sie mir diese beiden Fragen bitte noch beantworten?!?

                            Kommentar


                            • Re: Systemischer Lupus Erythematodes


                              So etwas kann natürlich vorkommen.
                              "idiopahische membranöse Glomerulonephritis" heißt ja nichts anderes, als dass die Ursache derselben unbekannt ist.

                              Leider läßt sich aus der Ferne keine Diagnose stellen. Die weiteren Untersuchungen müssen abgewartet werden.

                              MfG,

                              Ulrichs

                              Kommentar


                              • Re: Systemischer Lupus Erythematodes


                                Sehr geehrter Herr Dr.,

                                ich habe nochmal Fragen:

                                am 12.07. schrieben sie mir, dass aufgrund meiner Vorgeschichte (membranöse Glomerulonephritis) neben einen system. Lupus erythematodes auch andere Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis in Frage kommen. Können Sie mir sagen, welche genau das sind?

                                Könnte die "Hyperregeneratorische Ösophagopathie aufgrund einer Refluxösophagitis vom Kardiatyp" und die "Gastritis Typ C" auch mit einer Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis zusammenhängen? Omeprazol und Pantoprazol vertrage ich nicht und das Sodbrennen hört auch nicht auf...

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                                • Re: Systemischer Lupus Erythematodes


                                  Neben dem SLE kommen auch andere Kollagenosen in Frage.
                                  Die Probleme in der Speiseröhre könnten auch damit zusammenhängen.

                                  Das sollte der behandelnde Rheumatologe beides abklären.

                                  MfG,

                                  Ulrichs

                                  Kommentar