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Koloskopie

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  • Koloskopie

    Sehr geehrte Frau Dr. Schönenberg,

    ich, 37 Jahre weiblich, war im Krankenhaus und dort wurde eine Koloskopie gemacht. Folgendes stand im Befund:

    Vorbefund Darm:

    - Lymphfollikel im Rektum, ED 2014
    initiale Koloskopie durchgeführt bei Eisenmangelanämie, histologisch aktivierte intramukosale Lymphfollikel, immunhistochemisch mit reaktiv entzündlichen Veränderungen vereinbar, ohne Anhalt für intraepitheliale Neoplasie oder Malignität

    - Hämatochezie 2015, Sigmoidoskopie mit erneutem Nachweis von Lymphfollikeln
    - letzte Sigmoidoskopie im Januar 2018, abermals Nachweis von Lymphfollikeln

    - aktuell: Koloskopie mit Nachweis von zahlreichen hyperplastischen Lymphfollikeln. Im terminalen Ileum, Coecum, Ileozökalklappe, Ascendens und Rektum finden sich zahlreiche ca. 2 mm große Läsionen, die sich von der Schleimhaut kaum unterscheiden. Im C. transversum, descendens und Sigma sind diese nahezu nicht zu finden. Keine Blutungsquelle im eingesehenen Bereich.

    V.a. hyperplastische Lymphfollikel, Histologie noch ausstehend.

    .....auf dem Befund sind noch Bilder drauf. Auf einem Bild sind überall weißlich-gräuliche leicht erhabene Flecken zu sehen. Auf dem zweiten Bild sieht es aus wie ganz kleine rundlich-eiförmige dicht aneinandergereihte Gebilde die darmschleimhautfarbend sind.

    Im Blut wurde nach Tuberkulose gesucht. Dieser Test war negativ. Ansonsten fanden sich auch keine Darmkeime wie Yersinien, Clostitien etc.....Gynäkolisch wurde keine Infektion wie Clamydien oder Syphilis gefunden. Candida Albicans waren "mäßig viel" in der Stuhlprobe. Der Gastroenterologe sagte allerdings, dass Candida jeder im Darm hat und davon würde das auch nicht kommen.

    Meine Hausärztin hatte nun den Verdacht, dass es sich vielleicht um eine autoimmune Geschichte handeln könnte, da ich bereits 2 Autoimmunerkrankungen habe (Niere und Schilddrüse).

    Was sagen Sie zu den bisher vorliegenden Befunden? Und: Könnte meine Hausärztin mit ihrer Idee Recht haben? Und warum gibt es nie eine Behandlung, obwohl diese Follikel schon seit mehreren Jahren im Darm sind und sie sich ja nun vermutlich noch mehr ausgebreitet haben?

    Ich danke im Voraus für Ihre erste Einschätzung.


  • Re: Koloskopie

    Ohne Kenntnis aller Befunde und ohne Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung aus der Darmschleimhaut kann man nur spekulieren, dies würde Ihnen nicht helfen......
    MfG
    Dr. E. S.

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    • Re: Koloskopie

      Sehr geehrte Frau Dr. Schönenberg,

      jetzt habe ich den vorläufigen histologischen Befund. Folgendes steht drin:

      Material: Ileum-, Kolon-, und Rektumbiopsien

      Klinisch: polypoide Schleimhautveränderung DD Lymphfollikel im Rektum, endoskopisch Verdacht auf hyperplastische Lymphfollikel im Ileum, Zökum, Ileozökalklappe, Aszendens und Rektum.

      Makroskopisch:
      1. Ileum: eine ff. Biopsie 0,2 cm im Durchmesser
      2. Zökum,
      3. Aszendens: jeweils eine ff. Biopsie 0,1 cm im Durchmesser
      4. Transversum,
      5. Deszendens,
      6. Sigma,
      7. Rektum: jeweils eine ff. Biopsie 0,2 cm im Durchmesser

      Beurteilung:
      1. Ileumschleimhaut ohne wesentlichen pathologischen Befund.
      2.-7. Kolorektale Schleimhaut mit geringgradig chronischer Entzündung mit geringer Gewebseosinophilie (bis zu 8 eosinophile Granulozyten/HPF) neben herdförmiger Schleimhautblutung sowie teils miterfassten ortsständig lymphatischen Gewebe.

      Kommentar: Im eingesehenen Material finden sich keine spezifisch entzündlichen Veränderungen im Sinne einer chronischen entzündlichen Darmerkrankung oder anderweitig spezifisch entzündlichen Genese (z. b. mikroskopische Kolitis). Die geringen weitgehend unspezifisch imponierenden Veränderungen könnten allenfalls im Rahmen einer postinfektiösen Genese zu diskutieren sein. Kein Anhalt für Malignität.

      Was sagen sie zu dem Befund? Ich hatte keine Magen-Darm-Grippe, auch waren mehrere Stuhlproben auf pathologe Keime negativ. Einzig wurden mäßig viele Candida albicans nachgewiesen, aber der Gastroenterologe sagte, dass es davon nicht kommt, weil die jeder im Darm hat. Ich hatte ja schon seit 2013 diese Lymphfollikel im Darm. Damals ja auch kein Lymphom...im damaligen Bericht "reaktiv entzündliche Veränderungen". Kann ich denn so lange eine Infektion haben? Ich kann das irgendwie nicht glauben....

      Könnten diese eosinophilen Granulozyten im Kolon/Rektum auch etwas mit Allergien zu tun haben? Frage deshalb, weil meine Hautärztin schon mal die Idee einer Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln hatte...Ich habe auch chronische Nesselsucht mit Angioödem....

      Wie schätzen Sie das anhand der Befunde ein?

      Kommentar


      • Re: Koloskopie

        Die geringe Vermehrung der Eosinophlen Zellen könnte im Zusammenhang mit einer allergischen Neigung gedeutet werden.
        Darüber hinaus sind Lymphfollikel im Darm nicht ungewöhnlich, insbesondere im terminalen Ileum sind Sie völlig normal, oft stark ausgeprägt bei jungen Menschen. Machen Sie sich also nicht allzu viele Gedanken, der Befund ist insgesamt nicht beunruhigend.
        MfG
        Dr. E. S.

        Kommentar



        • Re: Koloskopie

          Sehr geehrte Frau Dr. Schönenberg,

          also gehe ich richtig in der Annahme, das die kleinen Veränderungen im Darm keine Symptome machen können? Ich bin immer noch auf der Suche nach einer Erklärung für meine fatigue Symptome.

          mein Gamma GT ist jetzt ständig erhöht und Harnstoff erniedrigt. Im Ultraschall sah die Ärztin eine Fettleber (kein Alkohol) und 3 Gallensteine. Könnte die Fettleber mit den Gallensteine zu tun haben und warum nimmt man die Galle dann nicht raus, nur weil ich noch keine Kolik hatte? Mein Gewicht 80 kg bei 1,63 cm.

          Kann man eine Fettleber von einer Autoimmunhepatitis im Ultraschall sicher unterscheiden. Ich Frage deshalb, weil ich ein laborblatt noch bei mir zu Hause liegen habe, wo der Ana Titer 1:1280 war und als Empfehlung darauf steht, dass ena und dsDNA Antikörper nachgefordert werden sollen, aber auch Werte für Autoimmunhepatitis...die ena und dsdna sind negativ....die für die leber hat keiner bisher bestimmt. Sollte ich das versuchen nachzuholen?

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          • Re: Koloskopie

            Eine sonographische Fetleber ist ein ganz allgemeines unspezifisches Phänomen, kann Ausdruck sehr vielfältiger Veränderungen sein. Sie ist oft Begleitphänomen bei Übergewicht und zuviel Zucker in der Ernährung (nicht nur Alkohol, wie so landläufig gedacht wird...). Die Autoimmunhepatitis wird aus einer Fülle verschiedener Tests diagnostiziert (z.B. Antikörper gegen glatte Muskulatur, SMA) und dies kann manchmal sehr kompliziert sein. Der erhöhte ANA Titer sollte unbedingt im Verlauf kontrolliert werden, oft gewinnt man erst im Verlauf von Monaten Klarheit und kann den Befund besser einschätzen.
            Die Gallenblase wird nur operiert, wenn die Gallensteine Symptome, z.B. Koliken, Entzündung auslösen, "stumme" Gallensteine belässt man.
            Ich hoffe, meine Informationen beruhigen Sie und helfen auch weiter....
            MfG
            Dr. E. S.

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