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Gallensäureverlustsyndrom

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  • Gallensäureverlustsyndrom

    Sehr geehrte Frau Dr. Schönenberg,

    ich melde mich nochmals bei ihnen, da es neue "Erkenntnisse" gibt. Vielleicht erinnern sie sich?

    Ich leide seit 12 Jahren an Durchfällen, habe diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Lebensmittelallergien.

    Seit fast 9 Monaten habe ich auch Blut,- und Schleimbeimengungen im Stuhl. Dazu heftige Schmerzen im re. Unterbauch. Die Beschwerden bestehen auch nachts!
    Ich habe Verwachsungen im re. Unterbauch (hatte aber noch nie eine OP!) und eine geringe Mengen Aszitis im kl. Becken. ANA ist erhöht.
    Ich habe eine Eisnemangelanämie (trotz Sustitution i.v), VitB12 Mangel und Folsäuremangel.

    Morbus Crohn steht im Raum, ist aber noch nicht gesichert. Momentan laufe ich noch unter "Reizdarm".

    Jetzt wurde eine Gallensäureverlustsyndrom festgestellt und ich habe Lipocol verschrieben bekommen.
    Ich habe meine Gallenblase noch, hatte auch keine Bestrahlung oder OP am terminalen Ileum.

    Wenn man alle Symptome/Diagnosen zusammen sieht, spricht das doch eher für eine CED als für ein Reizdarmsyndrom?
    Die Mangelzustände sind doch ebenso wie die mangelnde Gallerückresorbtion im letzten Teil des Dünndarms angesiedelt?

    Für ihre Einschätzung wäre ich sehr dankbar!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Frühjahrsmüde


  • Re: Gallensäureverlustsyndrom


    Wenn sich die Stuhlkonsistenz unter der Lipocoltherapie verbessert, gilt dies als Beweis für ein Gallensäureverlustsyndrom.
    Dann wäre auch der Verdacht auf eine chron. entzündliche Darmerkrankung sehr konkret.
    Ich weis nicht mehr, haben Sie Magen- Darmspeigelung bzw. eine MR Sellink UIntersuchung des Dünndarmes gehabt ?
    MfG
    Dr. E. S.

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    • Re: Gallensäureverlustsyndrom


      Guten Tag Frau Dr. Schönenberg,

      ich hatte ein MRT Sellink, allerdings OHNE Kontrastmittel (weder i.v, noch oral), habe aufgrund meiner Allergien/UV´s nur Wasser mit Gelantine zu trinken bekommen.
      Dabei kam heraus:

      - geringe Menge Aszites im kl.Becken
      - kleine Leberzyste
      - Verwachsungen im re. Adnexbereich mit Dünndarmschlingen
      Nicht weiter beurteilbar, wg. fehlendem KM.

      Bei der Gastro,- Koloskopie:

      - im Colon ascendens 2,2 cm große Schleimhautläsion
      - histologisch meherere hyperplastische Lymphfolikel
      - keine Hämorrhoiden

      - chron. inaktive Antrumgastritis
      - Speiseröhre distal entzündet/gerötet mit Schleimhautpolster
      - leichte Refluxösophagitis

      Im Sono 6 Wochen davor:
      - Bild wie Z.n Ileitis terminalis

      Dazu kommen ein Damm-Abszess 2009 und schubweise Gelenkbeschwerden.

      MFG,
      Frühjahrsmüde

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      • Re: Gallensäureverlustsyndrom


        Auch ohne endoskopischen Beweis spricht vieles für einen M. Crohn (Dammabszess, Sono, Gelenkbeschwerden), leider ist die Aussage des MR Sellink nur eingeschränkt beurteilbar. Versuchen Sie erst einmal die Therapie mit den Gallensäuren, vielleicht bringt es ja Linderung. Bei M. Crohn ist es (leider) relativ häufig so, daß eine eindeutige klare Diagnose erst nach längerem Verlauf gestellt werden kann.
        MfG
        Dr. E. S.

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        • Re: Gallensäureverlustsyndrom


          Danke für ihre Antwort.
          Darf ich nochmal fragen?

          Habe gestern erstmals eine halbe Tablette genommen. Da Lemonaroma enthalten ist, möchte ich vorsichtig testen.

          Leider hatte ich heute Nacht heftige Bauchschmerzen im rechten Unterbauch.
          Heute Morgen hatte ich dann weichen Stuhl mit Fettbeimengungen.
          Ist das eine Nebenwirkung des Lipocols?
          Mein behandelnder Arzt ist leider im Urlaub...

          MfG,
          Frühjahrsmüde

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          • Re: Gallensäureverlustsyndrom


            Alternativ gibt es auch andere Colestyraminpräparate (wegen der Zusatzstoffe). Alle diese Präparate werden nicht gut vertragen, der Trick ist, immer ganz niedrig dosiert anzufangen und langsam zu steigern (z.B. Start mit 0,5 Beutel, wochenweise steigern).
            MfG
            Dr. E. S.

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            • Re: Gallensäureverlustsyndrom

              http://www.medizin-wissen-online.de/...erlust-syndrom

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              • Moor
                Moor kommentierte
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                Gallensäureverlust ist nach meiner Lesart eigentlich zu viel GS im Darm. Bitte, Frau Dr. Schönenberg, können Sie das klären?


            • Re: Gallensäureverlustsyndrom

              Normalerweise werden die Gallensäuren in der Endstrecke des Dünndarms vom Körper wieder aufgenommen (etwa wie Recycling). Wenn der Endbereich des Dünndarmes, das sogenannte terminale Ileum erkrankt ist oder operativ entfernt wurde, können die Gallensäuren nicht absorbiert werden, sie verbleiben im Darm, gehen in den Dickdarm und wirken hier abführend. Diese Störung nennt man dann Gallensäureverlustsyndrom.
              MfG
              Dr. E. S.

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