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Somatoforme Störung/Angststörung

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  • Somatoforme Störung/Angststörung

    Hallo, ich habe ein riesiges Problem das angefangen hat als ich um die 15 Jahre alt war. Ich hatte massiven Druck und bei mir machte sich eine Apathie als Gegenreaktion breit. Nicht pathologisch, aber dennoch war es ein erstes Anzeichen von dem was kam. Dadurch das der Druck nicht abnahm, war ich immer angespannter, hatte das Gefühl nicht mehr entspannen zu können. Ich spürte direkt wie so eine Art Spannung mein Nervensystem hoch und runter fuhr, bei jeder Sache die mich unter Druck setzte.
    Und dann eines Tages ging es schlag auf schlag. Ich hatte meine erste spürbare extrasystole, und zeitgleich meine erste panikattacke, wo ich dachte dass ich sterbe.
    Seit diesen Tag leider ich unter Extrasystolen, massiven Panikattacken, einer generalisierten dauerhaften Angst.

    Das ist nun fast 10 Jahre her. Ich bin nun 24, und ich leider immer noch extrem. Das Problem welches nach einiger Zeit noch dazu kam, ist schwer zu beschreiben, ich nenne es mal eine somatoforme Störung. Ich habe tausende Symptome die ich gar nicht alle aufzählen kann. Aber ich sage mal, am einfachsten ist es so zu sagen, dass mein Körper sich nicht normal anfühlt. Ich spüre Dinge die ich normal nicht spüren sollte. Ich spüre meinen Herzschlag, ich spüre meinen Blutdruck, jede Faser in den Muskeln, die Gelenke, es tut einfach alles weh. Ich bin auch überhaupt nicht belastbar. Wenn ich aus der Wanne steige, habe ich das Gefühl Ohnmächtig zu werden, mir wird schwarz vor Augen, bei kleinster Anstrengung bin ich total aus der Puste, und brauche Minuten um mich zu beruhigen. Ich habe Sinustachykardien, Extrasystolen, jeden Tag Bauchschmerzen, Muskelzucken, Neurologische Probleme etc.
    Wie es sich für mich anfühlt ist einfach dass mein Nervensystem total kaputt ist. Da herrscht keinerlei Balance mehr, es ist immer Überreizt und diese Reize tangieren dann meine Organe, wie zB das Herz, und lösen dann gewisse Symptome aus.

    Nun bin ich von Arzt zu Arzt, ich war in den letzten 6 Jahren sicherlich bei 10 verschiedenen Internisten/Kardiologen. Diese haben die Extrasystolen beurteilt, und auch das Herz untersucht, und sagen, dass dies schon vorkommen kann, es aber keinerlei Behandlung bedarf. Organisch bin ich gesund.
    Ich war auch bei Neurologen, im Mrt, im CT etc
    Ich habe dann den Schritt zu einem Psychiater getan, der aber mir leider auch nicht weiter helfen kann. Ich bekam ein Antidepressivum, welches ich gar nicht vertragen habe. Ich war total aggressiv, hatte schwerste Panikattacken und Angstzustände, vermutlich durch das erhöhte Noradrenalin. Ich bekam dann ein zweites AD, und zwar Mirtazapin, was auch gar nicht hilft. Es hilft ein wenig gegen die Panikattacken, aber die generealisierte Angststörung und diese somatoforme Störung ist absolut nicht davon affektiert.

    Die Ärztin weiß auch nicht was sie da machen kann, und ich stehe absolut ohne Idee da, was ich machen kann, damit mein Nervensystem endlich wieder normal funktioniert.
    Das einzige was mir einigermaßen hilft sind Massagen und wenn ich mich in Positionen begebe, wo durch die Belastung Körperregionen zu zittern beginnen (zB Hocke an der Wand), da dadurch anscheinend irgendwie diese Spannung des Nervensystems abgebaut wird.

    Ich hoffe, jemand kann mir hier helfen
    Ich danke.



  • Re: Somatoforme Störung/Angststörung

    Hi,
    hast du auch eine Psychotherapie gemacht?
    Hast du es schon mal mit Sport und Entspannungstechniken versucht?

    Es gibt auch noch weitere Medikamente, die man bei Nervenschmerzen einsetzt und bei Angststörungen, hast du über die zwei Antidepressiva hinaus noch etwas versucht?

    Kommentar


    • Re: Somatoforme Störung/Angststörung

      Hi, ja eine Psychotherapie habe ich schon gemacht, die hat leider gar nicht geholfen. Das war eher so ein Managment wie ich mein Leben verbessern kann, aber eben mit den Beschwerden. Ich hätte gern keine Beschwerden, da ist mir dann das Drumherum relativ egal.

      Sport ist so eine Sache. Ich bin überempfindlich. Das heißt wenn ich Sport mache, habe ich das Gefühl dass ich sterbe. Ich habe bei kleinster Anstrengung die maximale Herzfrequenz, wach auch dann Nachts schweißgebadet auf, weil mein Körper damit gar nicht klar kommt.
      Ich musste als ich 18 war, meinen Grundwehrdienst machen, das heißt jeden Tag Sport, jeden zweiten Tag mindenstens 15 kilometer laufen, das waren 2 Monate die Absolute Hölle, dannach war ich aber sehr sportlich, hatte auch keine subjektiven Kreislaufbeschwerden mehr, konnte dann auch zügig 20-30 kilometer durchlaufen.
      Hab dann aber eine Pause gemacht mit dem Sport, und nach 2-3 Monaten war ich schon wieder an nem Punkt, wo ich dachte ich kollabier, nur weil ich vom Stuhl aufgestanden bin.

      Also Sport hilft mir schon, aber ich schaffe einfach nicht wieder diesen Weg da durch, bis ich an nem Punkt bin, wo ich mich an meinen Körper gewöhne, weil ich ihm eben betätige.
      Jetzt ist es halt totale Schonung, und bei jedem Herzstolpern, denk ich halt, okay das wars jetzt.

      Entspannungstechniken habe ich auch probiert. Ich meditiere viel, was mir hilft mich mit meinen Körpergefühl anzufreunden. Ich mach auch ab und an progressive Muskelentspannung. Aber dies hilft wenn dann immer nur sehr kurzzeitig, da sich alles unterbewusst sofort wieder anspannt, und mein Nervensystem wieder reizt.

      Ich habe Betablocker versucht, die sogar mehr als die Antidepressiva geholfen haben. Und das schon in kleinsten Dosen.
      Nur mir wurde von einer Dauermedikation mit Betablockern abgeraten da ich organisch gesund bin.

      Ich weiß dass es noch Pregabalin zB gibt, aber meine Psychiaterin will diese nicht verschreiben, aus welchen Gründen auch immer.
      Ich bin mir wegen den Nebenwirkungen da auch nicht so sicher, man hört oft relativ unschöne Sachen im Bezug auf dieses Medikament.

      Ich danke dir sehr herzlich für deine Antwort!

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      • Re: Somatoforme Störung/Angststörung

        Was du versuchen kannst sind Spaziergänge die du immer mehr ausdehnst und zügiger absolvierst, natürlich alles in deinem Tempo und dann kannst du dich langsam dem Walken annähern, später vielleicht mal dem laufen.
        Treppen laufen, vielleicht ein paar Übungen zusammen suchen die gut für die Muskulatur sind, mit ganz wenigen beginnen und langsam steigern.
        So übernimmst du dich nicht, hast aber dennoch eine Steigerung und vor allem tust du Muskeln und Nerven etwas gutes.
        Meist wird Sport am Anfang übertrieben, eben das man denkt es geht nicht mehr und dann sein gelassen.
        Du solltest aber so beginnen, dass du am Ende zuhause ankommst und denkst dass immer noch was gehen würde.

        Mir hat mal vorübergehend eine Kombi aus Magnesium und Kalium gegen das Herzstolpern geholfen (und Bewegung brauchts auch unbedingt).

        In Sachen Psychotherapie, ja, da wird oft klar gesagt dass man eventuell nie wieder Symptom frei sein wird, das kann niemand wissen.
        Der Therapeut kann die Symptome auch nicht behandeln, er kann sich nur um mögliche Ursachen kümmern und darum dass du zurecht kommst.
        Da ist es ein wichtiger Baustein mit den Symptomen leben zu können, das heißt ja nicht dass sie immer bleiben und je besser du das kannst desto mehr rücken sie auch in den Hintergrund, wenn die Ursache Ängste sind dann können sie auch ganz verschwinden.
        Es gibt ja auch Erkrankungen die nicht wirklich messbar sind wie die Fibromyalgie, sprich mal den Neurologen darauf an und vielleicht auch mal nach einem guten Schmerztherapeuten schauen, eine Ü vom Neurologen in eine Institutsambulanz könnte auch weiterhelfen.

        Es gibt auch Medikamente die dabei helfen mit den Symptomen besser klar zu kommen, fällt mir leider gerade der Name nicht ein, aber der Psychiater müsste das wissen.
        Genauso wie es einen Blutdrucksenker gibt der auch bei Kopfschmerzen als Dauermedikation zur Vorbeugung eingesetzt wird, ich glaube Verapamil, frag mal ob das vielleicht ginge, dann könntest du das mal probieren.

        Auf jeden Fall würde ich versuchen eine Ü für die neurologische Ambulanz zu bekommen, zumindest sind bei denen schwierige Symptomatiken manchmal eher bekannt als bei niedergelassenen.

        Mehr fällt mir dazu leider nicht ein.......

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