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Schön Wetter Verhalten

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  • Schön Wetter Verhalten

    Guten Abend,
    ich weiß nicht ob ich hier richtig bin und ob Sie mir hier helfen können.

    Es geht um das Verhalten meines 12Jährigen Sohnes.
    Seit ein paar Jahren geht er schon immer den einfachsten Weg, ist mega stur und alles was er nicht kennt muss man ihn zu „zwingen“ es zu machen oder er geht dem aus dem Weg.
    Er fixiert sich schon vom Kindergarten an immer nur auf ein oder zwei Kinder als Freunde und lässt ungerne mehrere an sich ran und denkt dann man mag ihn nicht.

    Er ist unserer Meinung nach Spielesüchtig und versinkt im Spiel (auch in TV) ohne Zeit oder Umwelt mit zubekommen. Wir haben eine Elternkontrolle auf sein Handy und er hat ein Limit pro Tag, er versucht es zu Umgehen oder trifft sich mit seinem besten Freund zum zocken.
    Für ihn gibt es nur noch das Thema Handyspiele und gerade durch Corona noch extremer.
    Er ist im Fußballverein und da hat er so lange gebraucht uns für zu überreden und war vor 4 Jahren Glücklich das er endlich gehen durfte und jetzt geht er nur noch weil er ja „muss“.

    Jetzt ist unser Sohn seit Sonntag im Fußballcamp und heute riefen die Betreuer an, dass er für kaum was zu ermutigen ist. Dass er die volle Aufmerksamkeit der Betreuer „braucht“ und sich eher abseits aufhält, nur einen Jungen an sich ran lässt und die anderem ja nur gut sind wenn es eine Aktion ist die ihm auch wirklich spaß macht. Am Telefon sagte er, er will zurück zu seiner Gewohnheit ….
    Der Betreuer sagte, dass unser Sohn ein „schön Wetter Verhalten“ hat und alles andere mit „stur“ abgeblockt wird.

    Wir waren noch nie Eltern, die jeden Willen durch gelassen haben und haben immer versucht unseren Kindern bei zubringen, dass man auch mal Dinge tun muss wo man keine Lust zu hat.
    Wir haben schon immer darauf geachtet, dass die nicht zu lange am TV oder an der Konsole sind oder halt am Handy spielen ….

    Wir stehen gerade echt Ratlos da?
    Wie soll das weiter gehen?
    Wie können wir ihn ein wenig vom jetzigen Verhalten weg lenken?

    Danke
    LG


  • Re: Schön Wetter Verhalten

    Dass er Regeln umgeht, sich zum Zocken trifft und sich da auch vertieft, bedeutet noch nicht dass er süchtig ist, das kann auch ein Austesten der Grenzen sein, aber natürlich ist das ein schmaler Grad.
    Macht ihr denn viel als Familie, Ausflüge, Spielabende, draußen sein?

    Dass er anscheinend seine Routine braucht und sozial lieber überschaubar lebt, das kann natürlich ein Hinweis sein dass er da eingeschränkt ist, er ist dann aber einfach so und mehr als ihm Alternativen für Aktivitäten anzubieten, dabei zu schauen dass es Dinge sind die ihm Spaß machen und die ihn nicht überfordern könnt ihr selber kaum tun.

    Nehmt ihn ernst und nehmt auch seine Wohlfühlzone ernst, er muss nicht so sein wie man es sich selber wünscht, er ist wie er ist, versucht ihm mit Verständnis anstatt mit Auflagen zu begegnen.

    Wenn du dir große Sorgen machst, besonders im Bezug auf eine Sucht, dann solltet ihr vielleicht mal mit jemandem reden der sich auskennt, professionelle Hilfe suchen um das abzuklären.
    Ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten, oder auch Psychiater, kann vielleicht Aufschluss darüber geben ob er möglicherweise eine Phobie hat, oder zur Sucht neigt.
    Je nachdem kann man dann gegensteuern, auch mit Hilfe von Beratungsstellen, seine Art Menschen Lieber zu meiden sollte man aber nicht mit Druck zu ändern versuchen, sondern eben über gemeinsame Aktivitäten und man sollte nicht das was man als Ergebnis anstrebt an den eigenen Vorstellungen für das Kind messen, seine Persönlichkeit respektieren.

    Habt ihr denn das Gespräch mit ihm gesucht, also ein Gespräch auf Augenhöhe und ohne erhobenen Zeigefinger?

    Kommentar


    • Re: Schön Wetter Verhalten

      Habt ihr noch mehr Kinder? Wie alt und wie sind die so unterwegs?

      Das er Grenzen austestet...eigentlich normal...und auch wichtig? Da sollte man als Erwachsener souverän reagieren und das nicht in Machtkämpfe entgleiten lassen...

      Kann man andere von ihrem (Fehl)Verhalten weglenken...oder sollte man nicht schauen warum das so gekommen ist...und die Umstände ändern?

      Als Erwachsener hat man auch Vorbildfunktion...wie handhabt ihr das als Eltern mit Medien und Handy?

      Auf YouTube habe ich interessante Vorträge von Andre Stern oder Gerald Hüther dazu angehört über die Suchtgefahren und warum Kinder, oft besonders Jungs, dahin "flüchten"...auch was für dich?

      Wie ist er denn in der Schule unterwegs? Tut er sich da leicht...gab es einen "Leistungseinbruch" (wobei ich von Noten, vom bewerten anderer nichts halte...eine Referentin zum Thema Mobbing sagte mir mal das Noten auch Gewalt an der Schule sei...)

      Alles hier nur als Zusatz zu Tired...wichtig ist es mit ihm auf Augenhöhe zu kommunizieren, ihn zu sehen, mitsamt seinen Bedürfnissen, Ängsten...und seinem Potential...

      Kommentar


      • Re: Schön Wetter Verhalten

        Dass er Regeln umgeht, sich zum Zocken trifft und sich da auch vertieft, bedeutet noch nicht dass er süchtig ist, das kann auch ein Austesten der Grenzen sein, aber natürlich ist das ein schmaler Grad.
        Macht ihr denn viel als Familie, Ausflüge, Spielabende, draußen sein?

        Dass er anscheinend seine Routine braucht und sozial lieber überschaubar lebt, das kann natürlich ein Hinweis sein dass er da eingeschränkt ist, er ist dann aber einfach so und mehr als ihm Alternativen für Aktivitäten anzubieten, dabei zu schauen dass es Dinge sind die ihm Spaß machen und die ihn nicht überfordern könnt ihr selber kaum tun.

        Nehmt ihn ernst und nehmt auch seine Wohlfühlzone ernst, er muss nicht so sein wie man es sich selber wünscht, er ist wie er ist, versucht ihm mit Verständnis anstatt mit Auflagen zu begegnen.

        Wenn du dir große Sorgen machst, besonders im Bezug auf eine Sucht, dann solltet ihr vielleicht mal mit jemandem reden der sich auskennt, professionelle Hilfe suchen um das abzuklären.
        Ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten, oder auch Psychiater, kann vielleicht Aufschluss darüber geben ob er möglicherweise eine Phobie hat, oder zur Sucht neigt.
        Je nachdem kann man dann gegensteuern, auch mit Hilfe von Beratungsstellen, seine Art Menschen Lieber zu meiden sollte man aber nicht mit Druck zu ändern versuchen, sondern eben über gemeinsame Aktivitäten und man sollte nicht das was man als Ergebnis anstrebt an den eigenen Vorstellungen für das Kind messen, seine Persönlichkeit respektieren.

        Habt ihr denn das Gespräch mit ihm gesucht, also ein Gespräch auf Augenhöhe und ohne erhobenen Zeigefinger?
        Wir versuchen viele Ausflüge zu machen, sind aber auch oft in Holland da wir da ein Mobilheim haben. Da hat er seine Freunde und zocken oder spielen zusammen.

        Wir nehmen ihn sehr ernst und natürlich ist er wie er ist, trotzdem kann ich als Mutter nicht hinsehen wenn er komplett in seine Handywelt versinkt.

        Wir führen viele Gespräche und ohne Vorwürfe o.ä., wir reden immer sehr offen miteinander und ein Zeigefinger gibt es nicht ... wir versuchen gemeinsam Wege zu finden.
        Zur Zeit fällt es ihm aber mehr als schwer, ein Tag hält es und dann ist es vergessen

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        • Re: Schön Wetter Verhalten

          Habt ihr noch mehr Kinder? Wie alt und wie sind die so unterwegs?

          Das er Grenzen austestet...eigentlich normal...und auch wichtig? Da sollte man als Erwachsener souverän reagieren und das nicht in Machtkämpfe entgleiten lassen...

          Kann man andere von ihrem (Fehl)Verhalten weglenken...oder sollte man nicht schauen warum das so gekommen ist...und die Umstände ändern?

          Als Erwachsener hat man auch Vorbildfunktion...wie handhabt ihr das als Eltern mit Medien und Handy?

          Auf YouTube habe ich interessante Vorträge von Andre Stern oder Gerald Hüther dazu angehört über die Suchtgefahren und warum Kinder, oft besonders Jungs, dahin "flüchten"...auch was für dich?

          Wie ist er denn in der Schule unterwegs? Tut er sich da leicht...gab es einen "Leistungseinbruch" (wobei ich von Noten, vom bewerten anderer nichts halte...eine Referentin zum Thema Mobbing sagte mir mal das Noten auch Gewalt an der Schule sei...)

          Alles hier nur als Zusatz zu Tired...wichtig ist es mit ihm auf Augenhöhe zu kommunizieren, ihn zu sehen, mitsamt seinen Bedürfnissen, Ängsten...und seinem Potential...
          Wir haben noch eine 10jährige Tochter, sie hat keine Geduld für lange Spiele.
          Unser Sohn schafft es stunden Gesellschaftsspiele mit uns zu spielen, unsere Tochter gerade mal 10min. Dafür ist sie aber mehr am spielen oder sich mit Freunden am treffen ....
          NEIN, für uns sind beide Kinder unsere Nummer 1 und wir lieben beider mehr als unser Leben

          Medien und Handy sind auch für uns kein tabu und mein Mann ist PC Techniker, aber wir versuchen Tagsüber unsere Handys am Tisch zu lassen und TV ist bei uns sowieso erst gegen Abend dran.
          Mein Mann spielt auch sehr gerne am Handy, aber er hat genauso Handyfreie Zeit einzuhalten wie unser Sohn

          Von der Schule her haben wir "eigentlich" keine Probleme, er macht das was er tun muss und ist im mittelfeld auf dem Gymnasium dabei. Er hat noch kein Berufswunsch und daher ist der Lernantrieb nicht der höhste, aber ok

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          • Re: Schön Wetter Verhalten

            Vielleicht könnt ihr mit eurem Sohn einen Pakt schließen.
            Es gibt ein Limit für die virtuelle Welt, die restliche Zeit wird real was unternommen, oder gespielt.
            Das Limit gilt für alle, außer ihr müsst beruflich was machen bzw. für die Schule, das zählt dann nicht.
            Wenn es alle durchhalten gibt es eine Belohnung, die Familie macht etwas gemeinsam was selten ist, Kino, Essen gehen, Schwimmbad, was auch immer, etwas was alle sehr gerne machen.
            Wenn einer schwächelt, die Zeit überzieht, dann hat er kein Stimmrecht, muss machen was die anderen entscheiden, wenn alle schwächeln, dann entscheidet der mit den wenigsten Überziehung, bzw. wenn es nur einer schafft dann ist der der Boss beim Aussuchen.
            Das ist natürlich anpassungsfähig und man könnte es auch auf die Freunde ausweiten, als winkt Belohnung eine große Kinderparty.

            Ansonsten einfach mal bei einer Jugendberatung Rat holen, ggf. auch mal die Suchthilfe fragen wie man am effektivsten gegensteuern kann.

            Im Grunde ist es ja so, die Medien füllen seine Zeit, sind diese nicht mehr verfügbar dann ist da ein Loch und natürlich entsteht dadurch der Drang wieder zu spielen.
            Es muss Alternativen geben die eine Herausforderung sind, im interessanten Sinne, wo er was schafft was seinen Selbstwert stärkt und das ihm am Ende produktiver erscheint als sein Handyspiel.

            Erinnerst du dich noch an die Schatzsuchen die man früher veranstaltet hat?
            Vielleicht wäre etwas in der Art was für ihn, vielleicht mit Nachtwanderung und übernachten auf einer Wiese im Zelt, halt ein bisschen Abenteuer.
            Natürlich geht das nicht jeden Tag, aber du verstehst sicher in welche Richtung ich das meine.

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