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Können Epilepsiemedikamente einen so verändern?

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  • Können Epilepsiemedikamente einen so verändern?

    Sehr geehrter Experte,

    wie bereits geschrieben, habe ich eine schwere Epilepsie. Ich hatte vor einigen Tagen wieder einen Grand Mal Anfall (sekundär generalisiert).
    Mir ist in den 30 Jahren Antiepileptika aufgefallen, dass diese Medikamente positiv sowie negativ auf die Psyche wirken können. Am Schlechtesten ging es mir psychisch mit Zonegran und Topamax. Unter Zonegran veränderte ich mich total. Ich bekam Aggressionen, ein Problem, das ich sonst nie habe. Im Gegenteil lange Zeit war ich immer die mit einer Sozialen Phobie, die sich, wenn die anderen Kinder gespielt haben immer weit weg in die Ecke gesetzt hat.
    Unter Topamax wurde ich psychotisch wie noch nie und dadurch, dass ich keine Schmerzen mehr gespürt hatte, habe ich ziemlich schlimme Dinge mit mir gemacht.
    Können Medikamente einen Menschen psychisch und vom Charakter her so verändern?
    Die psychotischen Symptome, das seltsame Verhalten, Stimmenhören etc. hörten mit Absetzen von Topamax auf. Spontanheilung!

    Zur Zeit bekomme ich Fycompa (neben Lamotrigin und Vimpat). Wie merkt ein Arzt, ob man anfängt sich psychisch zu verändern wegen Medikamenten? Damals haben die Ärzte erst reagiert bei Topamax als ich "total durcheinander war". Ist es nicht sinnvoll das früher zu merken?
    Ich habe in der Psychiatrie viel erlebt und versuche diese Kliniken zu vermeiden. Ich habe mich ein Dreivierteljahr nicht geritzt (angeblich Borderline) merke aber wie ich wieder Stimmungsschwankungen bekomme, die ich vorher nicht hatte. Woran merke ich, ob ich psychisch wegen einem Medikament wieder seltsam werde bevor ich in die Psychiatrie gegen meinen Willen komme?
    In meinen schlimmen Phasen hatte ich diese psychotischen Ängste, bei denen man sich ständig bedroht fühlt. Ich erzählte immer ich käme ins Gefängnis und ganz seltsames Zeug. Die Oberärztin in der Psychiatrie wollte damals immer, dass ich Tavor schlucke, da sie mich in dem Zustand nicht sehen konnte. Was ist das für eine seltsame Angst und Anspannung, wenn man psychotisch ist? Mit meiner früheren Sozialen Phobie ist dieser Zustand nicht zu vergleichen.

    Wenn ich meine Krankengeschichte so betrachte, ist es ja auch nicht schlecht, wenn ein Neurologe gleichzeitig Psychiater ist oder? Mein Arzt meinte ich hätte Topamax damals mit meiner Vorgeschichte nie bekommen dürfen.

    Subjektiv am positivsten auf meine Psyche wirkt Lamotrigin, vielleicht sogar besser als viele Antidepressiva, die ich schon hatte.

    Viele Grüße

  • Re: Können Epilepsiemedikamente einen so verändern?

    "wenn ein Neurologe gleichzeitig Psychiater ist oder?"

    In Ihrem Fall unbedingt empfehlenswert.

    Aber insgesamt ist Ihre Krankengeschichte zu komplex, um in einem Forum entscheidende Impulse oder helfende Ratschläge zu erwarten.

    Am besten sind Sie vermutlich bei einem Nervenarzt aufgehoben, der ja sowohl die Neurologie als auch die Psychiatrie überblickt und vor allem Sie richtig kennt.

    Hilfreich wäre ein Tagebuch, wie es Schmerz- und Anfallspatienten führen, in dem Sie Veränderungen nach Medikamentenwechsel und wichtige Ereignisse eintragen.
    Das würde auch dem Behandler helfen.

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    • Re: Können Epilepsiemedikamente einen so verändern?

      Sehr geehrter Herr Doktor,

      was halten Sie von Depot-Neuroleptika, die gespritzt werden? Mein Problem ist nicht das an das Medikament denken, sondern ich tue mich schwer Psychopharmaka zu nehmen, da ich schon so viele Medikamente gegen körperliche Krankheiten habe.
      Wenn nicht diese extremen Zustände durch die medikamentenbedingte Psychose gewesen wären, hätte ich mich auf Xeplion auch nicht eingelassen. Ich hatte vorher in der Klinik Risperdal, das als ich solche Wahnvorstellungen und Halluzinationen hatte, gut geholfen hat. Ist Risperdal mit Xeplion verwand?

      Viele Grüße und vielen Dank

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