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Enttäuschung nach Diagnose "gesund"?

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  • Enttäuschung nach Diagnose "gesund"?

    Hallo liebes Forum

    Ich weiß derzeit nicht wie ich mit einer bestimmten Situation umgehen soll und hoffe ihr habt den ein oder anderen Gedanken für mich. Googeln hat nichts weiter gebracht...

    Also... vor einer Woche hab ich /W, 31/ den Blinddarm raus bekommen, soweit alles gut. Gestern war ich bei meiner Hausärztin und sie hat mir erzählt, dass im Blinddarm etwas tumorartiges gefunden wurde, was als bösartig einzustufen ist. Ich würde aber noch einen Anruf vom Krankenhaus bekommen.

    Heute kann dann der Anruf. Es sei alles gut, alles entfernt und ich gelte als geheilt. Das Schlimme ist, ich kann mich darüber nicht freuen. Es ist, als sei ich in ein unendliches Loch gefallen, nachdem der Doc sagte dass alles okay sei. Es fühlt sich mehr wie eine riesen Enttäuschung an.

    Das kann doch nicht richtig sein, dass ich so... naja, ich denke es nicht, es ist dieses Gefühl. Vor allem gibt es so viele Menschen die wirklich krank sind und darunter leiden... für mich fühlt es sich einfach so krank an dieses Gefühl zu haben ;-(

    Soll ich beim nächsten Termin Ende der Woche mit meiner Ärztin darüber sprechen? Ich hab so Sorge, dass sie mich von dann an nicht mehr ernst nimmt wenn es mir nicht gut geht. Dass sie mich für einen Hypochonder halten wird. Wobei ich wirklich nur zum Doc gehe wenn es mir richtig schlecht geht...Und sie ist die erste Ärztin, bei der ich mich gut aufgehoben fühle und das will ich nicht kaputt machen


  • Re: Enttäuschung nach Diagnose "gesund"?

    Das wäre eher ein Thema für einen Psychiater, oder Psychotherapeuten, nicht unbedingt für die Hausärztin.
    Hast du denn eine Idee weshalb du so fühlst, vielleicht eine unterschwellige Angst dass da doch noch was ist, aber die Untersuchungen abgeschlossen wurden?

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    • Re: Enttäuschung nach Diagnose "gesund"?

      Hej Tired,

      danke für Deine sehr schnelle Antwort.
      Warum ich so fühle ist eine sehr gute Frage. Ich habe schon oft versucht dem auf den Grund zu gehen... seit ich denken kann hatte ich dieses Gefühl, wenn andere krank waren sie etwas zu beneiden. Aber so stark und deprimierend wie jetzt war es noch nie.

      Krankheit, vor allem etwas schwerwiegenderes, hat ja meist zur Folge vom normalen Leben erstmal Abstand zu nehmen....wovor sollte ich mein Leben lang weg wollen.

      Erfahrungen mit Therapeuten hab ich gemacht als ich etwa 18 war (Svv). Leider hatte ich immer das Gefühl dort nicht richtig zu sein und deren Zeit und Kompetenz zu verschwenden. Ich würde nur Aufmerksamkeit wollen... daher auch heute noch, dass ich erst zum Doc gehe wenn es wirklich fies wird.

      Es deprimiert mich, mich nicht verstehen zu können

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      • Re: Enttäuschung nach Diagnose "gesund"?

        Fühlst du dich denn ausreichend geliebt, bekommst du genug Aufmerksamkeit, oder hat dir da was in der Kindheit gefehlt?
        War es schön wenn du krank warst als Kind, hast du dann vorgelesen bekommen und bist verwöhnt worden und sobald du gesund warst war die Beachtung für dich und die Sorge weg?

        Hast du vielleicht Ängste und Stress wegen der Schule gehabt, der Arbeit und wenn du krank warst war es die Möglichkeit dem zu entliehen?

        Also wenn man gemobbt wird und sehr darunter leidet, dann kann krank sein einer Befreiung ähnlich kommen, das merkt sich auch das Gehirn und verknüpft mit dem Krank sein ein gutes Gefühl, ähnlich wenn man in der Kindheit zu wenig Zuwendung hat, aber diese bekommt sobald man krank ist.

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        • Re: Enttäuschung nach Diagnose "gesund"?

          "...dass ich erst zum Doc gehe wenn es wirklich fies wird."

          Haben Sie denn jetzt noch das Gefühl, dass die Sache doch nicht abgeschlossen ist und eine Art "Restangst" besteht, doch ein latent malignes Geschehen in sich zu tragen?

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          • Re: Enttäuschung nach Diagnose "gesund"?

            Hej Tired,

            wenn ich als Kind krank war, oder mir was passiert war, dann waren meine Eltern, bzw meine Mutter, eher genervt und ärgerlich. Ich bin von einem Boot ins Wasser gefallen und hab dafür Backpfeifen kassiert.

            Der Wechsel auf die weiterführende Schule brachte tatsächlich Mobbing mit sich, krank zu sein hab ich aber nie als Mittel gesehen dem zu entfliehen, ich war in Sachen Anwesenheit eine Musterschülerin. Das änderte sich mit dem Wechsel aufs Gymnasium, der Tatsache dass man sich dort seine eigenen Entschuldigung schreiben konnte und dem weiteren Mobbing. In meinem ersten Job hatte ich dann mit einem Kollegen zu tun der mir die Arbeit derart... ja, fast zur Hölle gemacht hat, dass ich gekündigt habe. Mein aktueller Job... ich liebe meine Kollegen, aber der Job an sich ist unglaublich...aussaugend. Er nimmt mir alle meine Energie.

            All diese kranken Gedanken und dieses sich schrecklich fühlen, nur weil ich feige bin und weglaufen will? Das hört sich so nichtig und falsch an. Und schwach.
            Aktuell habe ich einen Partner der mich liebt wie keiner zuvor. Er schenkt mir Geborgenheit, Wärme, ich kann mich anlehnen und bin für ihn gut wie ich bin. Sehr wertvoll.

            Es ist viel schlimmer, als eine Restangst.
            Es ist eher eine Resthoffnung. Und das fühlt sich schrecklich an das so zu schreiben.
            Ich glaube schon, dass die Ärzte ihren Job gut gemacht und alles entfernt haben.

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            • Re: Enttäuschung nach Diagnose "gesund"?

              Es ist ja keine Feigheit, wenn das Hirn etwas positives mit krank sein verknüpft weil man dies irgendwann mal so erfahren hat.
              Das alles ist eher ein unbewusster Prozess, sagt nichts über die Persönlichkeit aus.

              Machst du denn eine Psychotherapie? Warst du schon mal bei einem Psychiater?
              Das würde ich mal versuchen um der Sache auf den Grund zu gehen und wenn der Job so zehrend ist dann rebelliert natürlich auch die Psyche, will Erholung und wenn du nicht genug bekommst, dann versucht sie diese über solch einen Umweg zu bekommen.
              Einfach krank sein und niemand kann meckern, auch man selber nicht, weil es ja höhere Gewalt ist.

              Sport kann auch helfen, z.B. Kampfsport, dessen Kampfgeist sich auch auf solche Gefühle überträgt, in dem Sinne besser damit umgehen zu können.

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              • Re: Enttäuschung nach Diagnose "gesund"?

                "Ich bin von einem Boot ins Wasser gefallen und hab dafür Backpfeifen kassiert."

                Eine derartige Haltung der Eltern ist leider prägend für die Persönlichkeitsentwicklung, besonders wenn das schon in der Frühkindphase (bis 3. Lj.) passiert.

                Da wäre bei einer Psychotherapie vor allem Selbstwertstabilisierung angebracht.

                Selbstwertdefizite lassen sich aber auch ohne Psychotherapie positiv beeinflussen.
                Besonders der sogenannte interpersonale Anteil > soziales Netz, Sozialkompetenz z.B..

                Auch der Tipp von Tired, Kampfsport zu erlernen und eine Gruppensportart (Volleyball z.B.) zu betreiben, kann bei einer günstigen Teamkonstellation sich sehr günstig auf Ihr Wohlbefinden auswirken - körperlich und psychisch.

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                • Re: Enttäuschung nach Diagnose "gesund"?

                  Naja, ich fühle mich jedenfalls ziemlich schlecht dass ich so denke und fühle...

                  Ich bin in keiner Form von Therapie eingebunden. Allein die Sorge als Hypochonder dazustehen, nicht erst genommen zu werden und die Zeit von Leuten zu stehlen die wirklich Hilfe brauchen lässt mich so ein "Hilfsprojekt" nicht einfach so in Angriff nehmen.

                  Auch wenn meine Psyche den Umweg über den Körper nimmt, es gelingt ihr ja kaum. Dass der Blinddarm tatsächlich entfernt werden müsste war etwas, was ich insgeheim zwar gehofft, aber nicht wirklich erwartet habe. Es ist jetzt nicht so dass ich ständig krank wäre, ich bin in meinem Umfeld eher der Inbegriff von gesund und stark.

                  Vielleicht zeigt sich in meinen Gedanken auch nur der Wunsch danach dieses Bild was alle von mir haben gerade zu rücken... meinem Körper geht's gut, den Rest sieht man nicht. Vllt das einfach zu "zerbrechen", ohne als die dazustehen, die plötzlich ein bisschen zu wenig Aufmerksamkeit bekommt... Ich weiß nicht ob das nachvollziehbar ist

                  In Sachen soziales Netz und netzwerken bin ich eine absolute Niete, ich verstehe oft nicht, was andere Menschen so schön daran finden mit anderen Zeit zu verbringen. Ich bin zwar gern mit meinem Partner zusammen, brauche aber auch sehr viel Zeit in der ich niemanden sehen muss. Was denn einer Gruppe von Freunden toll sein soll... in meinem Kopf stehlen sie mir nur Zeit. Das klingt sicher furchtbar

                  Das mit Kampfsport... Vllt sollte ich es probieren

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                  • Re: Enttäuschung nach Diagnose "gesund"?

                    Ich bin in keiner Form von Therapie eingebunden. Allein die Sorge als Hypochonder dazustehen, nicht erst genommen zu werden und die Zeit von Leuten zu stehlen die wirklich Hilfe brauchen lässt mich so ein "Hilfsprojekt" nicht einfach so in Angriff nehmen.
                    Naja, solche Probleme sind einer Erkrankung geschuldet, ein Hypochonder ist kein Spinner der sich was einbildet, sondern jemand der eine Krankheit hat und das wissen auch die entsprechenden Fachleute, es ist deren täglich Brot und sie nehmen diese Leute ernst, die Beschwerden sind auch definitiv nicht eingebildet.

                    Das Problem ist der schlechte Ruf von Angsterkrankten, denen viel unterstellt wird ohne dass es stimmt, aber in Therapien passiert das natürlich nicht, Zeit wird da auch nicht verschwendet, da es um eine echte und ernst zu nehmende Krankheit geht, für die halt eine Behandlung nötig geworden ist.

                    Also nur so, falls dein Leidensdruck mal steigen sollte und du dich wegen dieser Vorurteile und dem verzerrten Bild, nicht traust Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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                    • Re: Enttäuschung nach Diagnose "gesund"?

                      Hmm, ja, schlau was Du schreibst.
                      Danke Dir

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