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Diazepam statt Alprazolam

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  • Diazepam statt Alprazolam

    Hallo, bin ein jahrelanger Angstpatient ohne Angstlöser geht's bei mir fast kaum noch durch den Tag. Leider nehme ich schon seit jahren Alprazolam und bin abhängig. Nur wirkt das natürlich kaum noch ausser man nimmt größere Mengen 4-5 Tabletten am Tag. Dieses Dosierung ist natürlich nicht mehr tragbar. Nun habe ich vom Hausarzt statt den Alprazolam Psychopax Tropfen bekommen.

    Meine Frage nun, wie wirken Psychopax und kann man so ohne weiteres umsteigen? Das schlimmste an Alprazolam sind ja für mich persönlich die Entzugserscheinungen wie Unruhe und Schlaflosigkeit. Bei neuen Medikamenten bin ich nicht überraschend ziemlich ein Feigling um es offen auszudrücken. Ist es ein stärkeres Medikament und was für eine Wirkung "erwartet" mich bzw Nebenwirkung. Oder kann man sagen wenn ich mit Alprazolam keine Probleme hatte wird Psychopax auch passen.

    Bitte um Ratschläge und Meinungen.

    Danke im Voraus.


  • Re: Diazepam statt Alprazolam

    Hi,
    also wenn du nun auf Diazepam umsteigst und es dauerhaft weiter nimmst, also nicht zum Aussteigen aus dieser Medikamentengruppe, dann wird es im Grunde nicht viel ändern.
    Eine Abhängigkeit von Diazepam ist sehr unangenehm und der Spiegel wird durch die lange Halbwertzeit kontinuierlich steigen, die Dosis aber dennoch bald nicht mehr ausreichen, die lange Halbwertzeit ist auch ein Problem beim Entzug.

    Eine Sucht kann eigentlich genau das machen was du zu bekämpfen versuchst, Angst, Panikattacken, Herzrasen, Schweißausbrüche, nicht über den Tag kommen usw.
    Eigentlich müsste der HA doch eine Abhängigkeit überprüfen, diese Medikamente so verschreiben dass nur eine bestimmte Dosis genommen werden kann.

    Weshalb hat er dich nicht auf einen Entzug angesprochen, in eine Klinik überwiesen?
    Wie gesagt, bei solchen Abhängigkeiten kann am Ende das Medikament genau die Symptome verursachen die du zu bekämpfen suchst.
    Du solltest also vielleicht eher in eine Klinik gehen, einen kontrollierten Entzug machen und dann mit den Ärzten schauen welche Medikamente gegen deine Symptome helfen.
    Benzos sind reine Notfallmedikamente, maximal drei Wochen sollte man sie nehmen und das ist schon für manchen zu lange.

    Mach einen Termin bei einem Psychiater und besprich das mit ihm, mich würde es nicht wundern wenn dein nicht durch den Tag kommen, zumindest zu einem guten Teil deiner Medikamentation zu verdanken ist, die ja auf diese Weise weiter fortgeführt wird und dann wirst du automatisch wieder an den Punkt kommen an dem du jetzt mit dem alten Medi bist.
    Und wie gesagt, durch seine lange Halbwertzeit ist Diazepam ein Stück weit unberechenbarer und bei Sucht schwieriger in den Griff zu bekommen, als jene Mittel mit einer geringeren Halbwertzeit.
    Also eventuell suchttechnisch nochmal was unangenehmer als bei dem alten Mittel und somit bekämpfst du Feuer mit noch mehr Feuer.
    Gerade deshalb wäre jetzt der Zeitpunkt zu einem Facharzt zu gehen und mit ihm zu besprechen was zu tun ist.

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    • Re: Diazepam statt Alprazolam

      "..mich persönlich die Entzugserscheinungen wie Unruhe und Schlaflosigkeit."

      Leider haben alle Benzos ein Abhängigkeitspotenzial mit den fast immer ähnlichen Entzugserscheinungen.

      Da Sie vermutlich noch jünger sind (bei über 80jährigen gelten andere Kriterien), ist eine regelrechte Entzugsbehandlung der sinnvollste Weg.

      Wenn Sie einen erfahrenen Psychiater finden und richtig motiviert sind, ist eine derartige Therapie auch ambulant möglich - einfacher natürlich stationär.

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      • Re: Diazepam statt Alprazolam

        Hallo also ich krempel den Thread noch mal noch. Ich damals das Diazepam nicht genommen und einfach weiter auf das Alprazolam vertraut weil es mir bekannt ist und ungern neue Medikamente nehme.

        Ich weiß jetzt werden erstmal Reaktionen wie Therapie oder Entzug kommen. Aber jetzt steck ich halt in dem Schlamassel und möchte einfach nur eine simple Antwort. Der HA will das Alprazolam ohne Facharztbefund nicht mehr austellen. Ich werde auch den FA aufsuchen und das mit ihm besprechen. Meine Frage ist halt wenn ich am Ende komplett ohne Alprazolam dastehen sollte könnte ich auch eine weile mit Diazepam "über die Runden" kommen? Wie ist die Wirkung und würde erst mal statt dem Alprazolam helfen? Wie ich oft gehört habe sind diese Medikamente eigentlich Jacke wie Hose, gehören also zur selben Gruppe von Medikamenten. Frage deswegen halt weil ich nicht in kurzer Zeit von 2 Medikamenten gleichzeitig süchtig werden will. Möchte das Diazepam mehr ein wenig zur Überbrückung das ich das Alprazolam nicht mehr so oft brauche.

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        • Re: Diazepam statt Alprazolam

          Hallo Spartan,

          ich sehe das genauso wie Tired.
          .
          Ich bin nach jahrelanger Dauertherapie mit Tavor vor einigen Jahren wieder von dem Medikament weggekommen, aber auch ich war beim Ausschleichen unruhig. Das musste ich auch aushalten.
          Es ist sicher gut, wenn Du mal zum Psychiater gehst. Ich habe auch einen netten Arzt, der Verständnis für die Situation hat.

          Ich bin gerade dabei mir das Ritzen abzugewöhnen. Das macht mich unruhiger als das Absetzen der Benzos. Vielleicht schaffe ich das ja auch noch.

          Liebe Grüße

          Kommentar


          • Re: Diazepam statt Alprazolam

            "Ich werde auch den FA aufsuchen und das mit ihm besprechen."

            Das ist in Ihrer Lage am sinnvollsten.

            Es wäre ungünstig, wenn Sie eine Art "Zweitmeinung" vor der ersten beeinflussen könnte.
            Richtig ist auf alle Fälle, dass Sie den Langzeitgebrauch von Benzodiazepinen generell kritisch sehen.

            Kommentar


            • Re: Diazepam statt Alprazolam

              Danke für ihre Antwort Hr. Doktor. Aber das ist gerade leider nicht die Antwort die mir schnelle Hilfe bringt. Ich hab heute bei mehreren Psychiatern angefragt, meisten kosten Geld und die Kassenärzte haben monatelange Wartezeiten. Diese Zeit in der ich kein Alprazolam bekomme muss ich mit etwas anderem überbrücken. Es ist also fast schon sowas wie eine "Notfall Meinung" gefragt. HA hilft nicht weiter, kann ihn auch nicht wechseln weil wir gerade im Quartal sind. FA ist so schnell wie ich es bräuchte nicht aufzusuchen. Therapien, Entzüge das sind alles Dinge die man angehen kann. Aber bei mir ist gerade schneller Rat gefragt. Würde das Diazepam helfen das ist eigentlich alles was ich wissen möchte.

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              • Re: Diazepam statt Alprazolam

                Du hast mehrere Möglichkeiten.
                Einmal kann dir dein HA Dringlichkeit bescheinigen, indem er dir einen Code, Überweisung und eine Telefonnummer gibt, über die du dann einen schnelleren Termin bekommst, aber nicht bei einem Facharzt deiner Wahl.
                Zum anderen kannst du in eine psychiatrische Institutsambulanz gehen und dich dort beraten lassen, ggf als Notfall, also ohne Termin.

                Ich weiß nicht ob das auch auf Alprazolam zutrifft, aber von Diazepam sagt man dass die Sucht, also vornehmlich der Entzug, sehr unangenehm sein soll.
                Du würdest also eventuell Feuer mit noch heißerem Feuer bekämpfen, falls es hilft und du es solange nimmst bis sich der Körper dran gewöhnt hat.
                Ist natürlich nur Theorie, im Grunde denke ich auch nicht dass es da einen signifikanten Unterschied gibt, aber ich kenne das Alprazolam auch nicht aus eigener Erfahrung.

                Wäre es nicht vielleicht eine Strategie es mit einer Dosis Diazepam zu versuchen die annähernd der Dosis des anderen Medi entspricht (also wenn du vom Fachmann eine entsprechende Antwort bekommst) und wenn es funktioniert diese direkt langsam und beständig zu reduzieren, bis du auf Null bist?
                Also nicht einfach Monate auf einen Termin warten und das Medi weiter nehmen weil es hilft, sondern direkt den Entzug zu starten und dazu vielleicht auch eine PIA mit einzubeziehen?

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                • Re: Diazepam statt Alprazolam

                  "Würde das Diazepam helfen das ist eigentlich alles was ich wissen möchte."

                  Diazepam ist ein typisches Notfallmedikament, das einen muskelrelaxierenden Effekt hat, der bei Ihnen aber nicht gebraucht wird.

                  Es ist in der Intensivmedizin und in der Neurologie unverzichbar, sollte aber nicht ohne besondere Erfahrung mit einem anderen Benzo kombiniert werden.

                  Auch als Monotherapie sollte es in Ihrem Fall nur sehr kurz genommen werden.

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                  • Re: Diazepam statt Alprazolam

                    Also ich hab seit ca 1-2 Wochen in Eigenregie das Alprazolam zumindest für meine Verhältnisse etwas runtergefahren. Nach ziemlichen Schwierigkeiten Anfangs wie Unruhe, Schlaflosigkeit usw hatte ich die letzen 1-2 tage das Gefühl das es mir besser geht. Also nicht mehr so ein starkes verlangen mach Alprazolam. Dafür ist aber Jetzt die Grundkrankheit die wahrscheinlich vom vielen Alprazolam lange verschleiert blieb wieder ans Licht gekommen. Ich hatte heute seit langem wieder eine Handfeste Panikatte. Zuerst wurde mir etwas schwumrig, dachte wird schon bin etwas rad gefahren und bin nicht der sportlichste. Plötzlich habe ich aber angefangen nach luft zu schnappen, ich dachte ich ersticke. Dann hab ich halt etwas höhere Dosis Alprazolam genommen. Erst dann bin ich zur Ruhe gekommen. Also mal auf Eigenregie einfach mal Benzo weg lassen ist nicht. Umso unverständlicher das mich der HA ohne irgendein Plan einfach fallen lässt. Ich werde mir jetzt einen Psychiater suchen, und wenns ein Wahlarzt ist.

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                    • Re: Diazepam statt Alprazolam

                      Gute Entscheidung!

                      Ich verstehe es auch nicht, da wird viel zu lange was verschrieben und wenns dem Arzt bewusst wird tut er so als hätte er nichts damit zu tun.
                      Früher war das Standard, aber heute sollte auch dein HA wissen dass er eine Verantwortung hat, die er schon aus dem Berufsethos heraus zu erfüllen hat.

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                      • Re: Diazepam statt Alprazolam

                        "Umso unverständlicher das mich der HA ohne irgendein Plan einfach fallen lässt."

                        Die Behandlung einer Benzo-Abhängigkeit ist ziemlich kompliziert und gehört keineswegs in den Aufgabenbereich eines Hausarztes.

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