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Extreme Angst vor Schizophrenie

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  • Extreme Angst vor Schizophrenie

    Guten Mittag !

    Ich weiß wirklich nicht mehr weiter und bitte hier in dem Forum um Hilfe, weil es mir (M,23J) aktuell sehr sehr schlecht geht..

    Alles hat angefangen als ich vor ca. 3 Monaten davor war, in den Urlaub zu fliegen. Da ich seit 12 Jahren nicht mehr geflogen bin hatte ich im vornherein natürlich ein wenig Angst zu fliegen; und dadurch, dass das Reiseziel Ägypten war, welches meine Freundin ausgewählt hat, hatte ich noch mehr Befürchtungen wegen Terrorismus, Essen etc.

    Am Abend vor dem Flug waren wir bei einem Verwandten, weil unser Flug von der Stadt aus ging. Am Abend habe ich, was ich zu tiefst bereue, 2-3x an einem Joint gezogen, weil ich dachte das dies meine Anspannung löst (hatte vorher 1-2 Kontakt zu Cannabis, welches ich einigermaßen vertragen habe ). Dies war aber, wie sich heraustellte, ein großer Fehler, da ich nicht wollte, dass meine Freundin etwas merkt. Also habe ich mir mit Absicht schlechte Gedanken gemacht, sodass ich nicht lustig oder high wirke, sondern normal. Dies ging aber gewaltig nach hinten los, sodass ich auf einmal extreme Panik hatte und einfach nur noch wollte, dass es aufhört. Irgendwann konnte ich dann einschlafen, nachdem ich komplett blass und schwach war. Ich war noch bei "realen" Gedanken, aber ich wollte einfach nur dass es aufhört und habe ständig gefragt, wann ich wieder normal bin und hatte Angst davor, dass es für immer so bleibt.

    Am nächsten Tag ging es mir bis zur Sicherheitskontrolle schlecht und mir war übel. Nach der Sicherheitskontrolle ging es dann einigermaßen, sodass wir mit 3 Stunden Verspätung fliegen konnten. Dort angekommen verbrachten wir den Abend im Hotel und auch der Tag dannach war so weit normal. Am 3. Tag allerdings hatte ich einen Sonnenstich mit extremer Übelkeit, Schwäche etc.
    Als ich dies hatte, erwähnte meine Freundin, dass im Nachbarhotel vor 2 Wochen jemand verstorben sei, an dem Essen. Dies wirkte sich natürlich nicht besser auf meinen Zustand aus und ich hatte wieder Angst. Der restliche Urlaub war eigentlich nicht schön, obwohl ich sagen muss, dass es tagsüber einigermaßen in Ordnung war, aber sobald es dunkel wurde, war ich sehr traurig und musste weinen und wollte einfach nur nach Hause.. Ich habe nach einem Ersatzflug gesucht, meinte Freundin hat es mir aber verboten, vorher nach Hause zu fliegen, auch nachdem ich ihr gesagt hatte, wie schlecht es mir geht. Ich durfte nicht!
    Also habe ich leider im Internet das Googeln angefangen, weil ich immer stärker so ein Art Gefühl der Benommenheit verspürt habe. Nach einiger Recherche im Internet, kamen dann auch Begriffe wie Derealisation, Psychose ( v.a durch Cannabis ) Schizophrenie etc. ; Ab dem Zeitpunkt ging es mir zunehmend immer schlechter und ich war mir sicher, so eine Krankheit zu haben. Ich habe mir unzählige Foren-Beiträge durchgelesen und gesehen, dass es viele gibt die so etwas durchmachen.

    Als ich wieder daheim angekommen bin, ging es mir immer noch sehr schlecht, ich habe sehr oft geweint und war sehr viel alleine, weil ich bei meinen Eltern war, ich hatte noch Urlaub. Ich konnte nachts sehr sehr schlecht schlafen, habe mir extrem viele Gedanken gemacht und 1-2 x ein Art Gedankenkarusell, sodass ich nicht einschlafen konnte. Dieses Karusell habe ich seit ca. 2 Monaten nicht mehr.

    Als ich nach einiger Zeit wusste, dass es so nicht weitergeht, ging ich zum Allgemeinarzt, welcher mir eine Überweisung zum Psychotherapeuten gab mit dem Verdacht auf Depressionen. Ich hatte Glück und fand nach ca. 1-2 Wochen ein Gespräch bei einem Therapeuten. Bis zu dieser Zeit hatte ich aber täglich im Internet mehre Stunden Beitrage zu Schizophrenie durchgelesen.

    Beim Therapeuten erzählte ich ihm alles, vor allem das mit der Benommenheit, sodass er nach dem ersten Gespräch schon meinte, dass ich zu 99% eine Angststörung habe. Diese Diagnose wurde später durch ihn bestätigt, sodass ich für den ersten Moment wieder ein bisschen Ruhe hatte. Zu Erwähnen ist evtl. noch, dass ich schon immer sehr viel Angst vor Krankheiten wie Krebs, Herzkrankheiten usw. hatte. Ich war erst in diesem Jahr beim Kardiologen, weil ich Extrasystolen hatte, welche aber kurz nach dem Gespräch mit dem Kardiologen verschwanden. Nach dieser Zeit ging es auch einigermaßen gut, ich konnte fast wieder normal arbeiten und meinen Hobbies nachgehen usw.. Ich hatte nur noch relativ oft dieses Benommenheitsgefühl, welches aber nicht den ganzen Tag vorhanden war, sondern nur ca. die hälfte des Tages. Vor allem früh war ich davor befreit und abends als ich mit meiner Freundin im Bett lag.

    Ich hatte 5 Stunden beim Psychotherapeuten, musste dann aber für 3,5 Wochen unterbrechen, weil ich wegen meines Berufszieles überlegt habe die Therapie privat zu zahlen, sodass ich keinen Eintrag bekomme. Diese Therapiepause hat mir überhaupt nicht gut getan, sodass ich letzen Samstag, so kaputt war, dass ich nicht in die Arbeit gehen konnte. Den ganzen Samstag war ich tief-traurig und hätte einfach ohne Grund weinen können. Schnell machte ich wieder Test zum Thema Depression, weil ich mich sehr depressiv gefühlt habe. ( Der Therapeut hat damals Depression ausgeschlossen, zu dem Zeitpunkt war ich aber nicht so traurig wie an besagten Samstag ) Dies zog sich bis Sonntagabend durch und wieder hatte ich sehr viel Zeit Recherche über psychische Krankheiten zu betreiben.

    Montag wurde es dann wieder besser und ich war nicht mehr traurig und hatte auch dieses Benommenheitsgefühl fast nicht mehr. Nur war ich dann schon wieder in der Phase alles im Internet zu recherchieren und habe mir Erfahrungesberichte zum Thema Schizophrenie durchgelesen. Das Problem ist nun, dass ich alle Erfahrungsberichte und das waren wirklich unzählige, auf mich beziehe und genau so denke bzw. mir das Denken angewohnt habe wie einer, der schizophren ist. Ich konnte früher immer diese Realitätsprüfung machen, wie der Therapeut es mir gesagt hat. Nun habe ich aber manchmal das Gefühl, diese Prüfung nicht mehr machen zu können, oder die Angst? Ich weiß es nicht. Ich habe über einen gehört, der meinte, dass alles Fake ist und einem alles nur vorgespielt wird, und nun habe ich auch Angst, dass es so ist. Und ich weiß eben nicht mehr, ob alles Real ist. Auch habe ich gelesen, dass man überhaupt nicht weiß ob das Leben wirklich echt ist oder nur Einbildung und dass es dafür keine Beweise gibt.
    Ich durchleben im Endeffekt die Erfahrungen, die ich gelesen habe. Ich projiziere die Empfindungen auf mich, welche ich gelesen habe, vor allem das mit dem Real sein oder der Wirklichkeit.
    Ich weiß nicht ob ich diese Selbstprüfung noch machen kann. Ich habe so extreme Angst davor krank zu sein, dass ich seit Tagen wieder an wirklich nichts anderes denken kann, mich nichts ablenkt und ich einfach nur zittrig bin und Schmerzen in der Brust und im Kopf habe. Das einzige was noch relativ gut funktioniert ist der Schlaf. Ich habe bis jetzt keine Halluzinationen aber ich weiß nicht ob, das, was ich denke schon Wahngedanken sind. Jedes mal wenn ich etwas höre, sehe oder mitbekomme etc. zwinge ich mich so zu denken wie einer der krank ist. Obwohl ich nicht weiß ob das wirklich Zwang ist, oder ob ich einfach schon schizophren bin. Ich hatte noch nie so extreme Angst und den nächsten Termin habe ich zwar schon morgen, aber mittlerweile weiß ich nicht mal ob ich dem Therapeuten zu 100 % glauben kann. Ich mache mir Gedanken darüber, wie ich es gelesen habe, dass alle gegen einen sind und alles nur Lüge etc. ist. Das macht mich verrückt und ich weiß nicht wie ich da wieder rauskommen soll. Es macht mich wirklich fertig. Diese Gedanken und diese Denkweise sind einfach nur noch krank. Wenn ich schon schizophren bin, dann will ich wenigstens dass es als Diagnose feststeht und ich evtl. Medikamente dagegen bekomme, ich will einfach nur das Leben, so wie es war, vor dem Urlaub zurück. Damals musste ich mir über sowas überhaupt keine Gedanken machen und konnte unbeschwert leben.. Aber seitdem ist alles nur noch ein täglicher Kampf.. Ich hoffe mir kann hier jemand helfen und Entschuldigung, wenn der Text so lange ist, aber ich bin einfach nur extrem verzweifelt.

    Falls mir jemand antwortet, vielen vielen Dank.


  • Re: Extreme Angst vor Schizophrenie

    "Falls mir jemand antwortet..."

    Das geschieht hier immer, Sie werden sehen.

    Nach Ihrer Schilderung hat Ihr Therapeut mit der VD-Diagnose Angststörung offenbar Recht.

    Der häufigste Inhalt der befürchtenden Gedanken ist tatsächlich Krankheit, bei den somatischen Krebs, bei den psychischen Schizophrenie.

    In beiden Fällen sucht sich die Angst Varianten, bei denen es kaum Hilfe zu geben scheint.
    Der Angstinhalt hinkt aber der Realität weit hinterher. Und das wird sicher auch noch eine Weile so bleiben.

    Tatsächlich ist die medizinische Wissenschaft in den letzten Jahren aber sehr erfolgreich gewesen. Beim Krebs - besonders in der hämatologischen Onkologie - ist das inzwischen bekannt, bei der Schizophrenie leider nicht.

    In der modernen Psychiatrie wird sogar bezüglich der schizophrenen Psychosen (wie es korrekt heißen sollte) schon die Formulierung gebraucht: "Besser eine schizophrene Psychose als eine Persönlichkeitsstörung."

    Eine akute schizophrene Psychose mit Wahn und Halluzinationen ist nach richtiger Behandlung oft nach drei bis vier Wochen völlig symptomfrei und kommt in vielen Fällen auch nicht wieder.

    Leider ist das in das Bewusstsein der Bevölkerung noch nicht durchgedrungen und bei Suchen im Netz finden Sie nichts darüber, nur Verunsicherung.

    Kommentar


    • Re: Extreme Angst vor Schizophrenie

      Vielen Dank Dr. Rieke für die Antwort..
      Der Gedanke, dass schizophrene Psychosen relativ gut heilbar sind bringt mir schon ein wenig Ruhe..
      Dennoch wäre es schön, wenn Sie sich evtl. noch kurz Zeit nehmen könnten und mir beantworten ob mein oben genanntes Verhalten in irgendeiner Form in Richtung Psychose geht..

      Vielen vielen Dank

      Kommentar


      • Re: Extreme Angst vor Schizophrenie

        "in irgendeiner Form in Richtung Psychose geht.."

        In keiner Weise!

        Kommentar