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Begutachtung neurologisch psychiatrisch

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  • Begutachtung neurologisch psychiatrisch

    Hallo,

    1. Mich würde sehr interessieren, wie eine neurologisch psychiatrische Begutachtung in der Regel abläuft ? Es soll überprüft werden, in welchem Umfang Beschwerden mit einem früheren schweren Unfall in Verbindung stehen.

    2. Ist es eigentlich möglich chronische Schmerzen und psychische Beschwerden irgendwie zu messen? Oder ist man der Meinung/Einstufung eines Gutachters vielmehr ausgeliefert?

    3 Kann ein längerer Betäubungsmittelkonsum auch als Unfallfolge mit bewertet werden? Würde mich bei der Begutachtung schon gerne dazu äussern, ich möchte nur vermeiden, das meine Beschwerden wohlmöglich nachher darauf geschoben werden.

    Viele Grüße

  • Re: Begutachtung neurologisch psychiatrisch

    "..in welchem Umfang Beschwerden mit einem früheren schweren Unfall in Verbindung stehen."

    Das hängt von der Art des Unfalls und den beteiligten Organsystemen ab.

    Beim schweren Schädel-Hirn-Trauma z.B. werden nach kognitiver Beeinträchtigung, emotionaler Instabilität und vegetativen Beschwerden gefahndet. Dafür gibt es auch Messmethoden.

    Wenn die Schmerzmitteleinnahme in direkter Beziehung zum Unfall steht, müssen Sie keine Beziehungsumkehr befürchten.

    Überhaupt ist es immer besser, sachlich zu bleiben und eine demonstrative Steigerung bei der Beschwerdeschilderung zu vermeiden.
    Da das so oft vorkommt, haben die Gutachter dafür einen geschulten Blick.

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    • Re: Begutachtung neurologisch psychiatrisch

      Sehr geehrter Herr Dr.Riecke,

      vielen Dank für ihre Antwort.

      Es geht hier um einen schweren Verkehrsunfall, der lange zurück liegt.
      Die Folgen sind orthopädische Einschränkungen mit stark verminderter Belastungsfähigkeit/Schmerzen und psychische Störungen/Trauma. Dies soll nun erstmals bewertet werden.
      Eine rezeptierte Schmerzmitteleinnahme erfolgt in dem Sinne nicht. Aber ich konsumiere schon länger Cannabis. In welche Beziehung würde der Konsum da zum Unfall stehen? Für mich wäre es schlimm, wenn psychische Beschwerden auf diesen Konsum geschoben würden.

      Meine Beschwerden wurden schon recht Umfangreich schriftlich für den Termin festhalten. Was ist mit "demonstrative Steigerung der Beschwerdeschilderung" genauer gemeint ? Über ein kurzes Beispiel wäre ich Dankbar.

      Kommentar


      • Re: Begutachtung neurologisch psychiatrisch

        Ich kenne mich da zwar nicht wirklich aus, außer dass ich das ein oder Gutachten bekommen habe, aber ich denke da solltest du auf dein Gefühl hören.
        Cannabis sind zwar in der Schmerztherapie salonfähig geworden, aber wie der Gutachter das einschätzt ist wieder eine andere Frage.
        Wenn nicht klar kommuniziert wird, könnte auch angenommen werden dass du schon vorher konsumiert hast und da weiß man gar nicht welche Auswirkungen das hätte, aber es gibt viele Vermutungen in Sachen Psyche, wo es wieder vom Gutachter abhängig ist wie er das einordnet.

        Es ist aber definitiv so, dass Cannabis erst "offiziell" als Arzneimittel akzeptiert wird, wenn alles andere versagte und wenn du rein gar nichts in Sachen Schmerztherapie versucht hast, dann könnte dir das als eine Rechtfertigung für Cannabiskonsum ausgelegt werden.

        Sicher gibt es da Richtlinien wie was zu beurteilen ist und verantwortungsvolle Gutachter werden dir keinen Strick draus drehen, nur wenn du dummerweise Pech hast, dann kann es doch zu Unstimmigkeiten kommen.

        Ich würde den Konsum nicht erwähnen, außer ich hätte in dem Moment das absolut sichere Gefühl dass es erwähnt werden sollte.

        Warum willst du das erzählen?
        Gibt es dafür einen besonderen Grund?
        Vielleicht dass du ansonsten keine Schmerztherapie hattest und dadurch die Schmerzen natürlich nicht so gewürdigt werden könnten wie es nötig wäre?
        Dann wäre abzuwägen, inwiefern der Beweis der Schmerzen notwendig ist und wenn du es authentisch rüber bringst, dann würde das auch jeder Gutachter akzeptieren, sofern er nicht in irgendeiner Weise pro Versicherung ist.
        Ich jedenfalls habe die Erfahrung gemacht, dass es am Besten ist da ganz unvoreingenommen hin zu gehen und auf die Fragen so zu reagieren wie es gerade angebracht erscheint und sich auch (teilweise) vom Gefühl leiten zu lassen, aber sicher gibt es auch eine Menge gegenteiliger Erfahrungen.
        Im Grunde habe ich auch einfach immer nur gesagt wie es ist und bin damit ganz gut gefahren, auch bei grenzwertigen Fragen, da habe ich mir erst gar keinen Kopf gemacht was besser wäre und was nicht.

        Aber, natürlich, wenn es schief geht dann würde man sich wünschen es vorher besser gewusst zu haben, das geht aber nicht.#
        Die Gutachter sind nicht vollkommen durchschaubar und somit kann man nicht vorher wissen was man besser nicht gesagt hätte, oder besser doch gesagt hätte.

        Kommentar



        • Re: Begutachtung neurologisch psychiatrisch

          "Was ist mit "demonstrative Steigerung der Beschwerdeschilderung" genauer gemeint ? Über ein kurzes Beispiel wäre ich Dankbar."

          Aus Furcht, dass der Gutachter z.B. Schmerzen nicht ernst nimmt und demzufolge auch nicht hinsichtlich des Grades der Einschränkung bewertet, werden in der Schilderung schon sprachlich die höchsten Steigerungsstufen verwendet.
          Bei der körperlichen Untersuchung stöhnen die Patienten schon beim leichten Berühren, können sich kaum bücken, weil die LWS so schmerzt. Lässt der Gutachter dann aber einen Stift fallen, heben sie ihn höflich auf -- ohne eine Einschränkung zu haben.

          Reicht Ihnen das Beispiel?

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          • Re: Begutachtung neurologisch psychiatrisch

            Hallo Tired,

            Danke für Deine Antwort!

            Richtig, wie der Gutachter das einschätzt ist eine andere Frage. Nein einen bestimmten Grund gibt es nicht das ich dies offen legen wollte, ich bin einfach lieber bei der Wahrheit, aber werd es mir Dank Dir wohl gut überlegen. Wenn man aufgrund des Unfalls unter anderem eine Persönlichkeitsstörung hat, möchte man natürlich nicht das dies auf Cannabis Konsum geschoben wird, genauso wenn es um Angstzustände geht.

            Ich war bei dem Verkehrsunfall noch ziemlich jung, deshalb hat der Cannabis Konsum erst ca. 5-6 Jahre später begonnen.
            In dem Zusammenhang könnte ich noch erzwähnen, das ich nach dem Unfall im Krankenhaus eine ganze Zeit Morphium gegen die Schmerzen bekommen habe.

            Ansonsten habe ich bisher keine Schmerztherapie bekommen, also ist der Cannabis Konsum in Eigenregie das einzigste. Der Konsum von Schmerztabletten scheue ich sehr, deshalb kommt es ganz selten dazu.



            Guten Tag Herr Dr. Riecke,

            vielen Dank für das Beispiel, natürlich reicht dieses vollkommen aus.

            Diese Furch besitze ich auch, habe wirklich Angst vor einer falschen und unausreichenden Bewertung meiner Bescherden/Einschränkungen. Ein weiteres Problem bei mir ist, das ich meine schwere Situation nicht wirklich jemandem gegenüber verkörpern kann. Aus dem Grund habe ich mir wie schon erwähnt einige Notizen zu meinen Beschwerden vorbereitet. Dort verwende ich aber auch die Wörter "sehr","häufig" und "stark", ob dies zuviel des guten ist, keine Ahnung. Ich wüsste nicht wie ich dies anders vermitteln sollte.

            Kommentar


            • Re: Begutachtung neurologisch psychiatrisch

              Vielleicht entschärft es etwas, wenn du die Wörter wie es dir geht, gegen eine Skala austauschst.

              Ich finde ja es wirkt to much, vorbereitet.
              Keine Ahnung ob das gut ist, ich selber ging immer vollkommen unvorbereitet in Gutachten, habe einfach gesagt wie es ist und auch als der kaputte Fuß das Thema war, hatte ich mir (aus Gewohnheit) Mühe gegeben nicht zu hinken, oder zu stolpern, was auch gut gelungen ist.
              Das Gutachten war trotzdem ok.

              Nun kommt es da sicher auch auf den Verlauf an, der ja durch die behandelnden Ärzte dokumentiert wird, wo es zum Teil um messbare Beschwerden geh, ein längerer Zeitraum dokumentiert wird und wo der Gutachter meist auch Einsicht hat. (Schweigepflichtentbindung).

              Warst du denn überhaupt in Behandlung?
              Man sollte meinen das spielt keine Rolle, aber natürlich wird auch geschaut ob jemand zwischenzeitlich beim Arzt war und wenn nicht, dann wird auch mal angenommen dass die Beschwerden dann eben doch nicht groß genug waren.

              So etwas kann man natürlich durch psychische Besonderheiten erklären, z.B. Angst vor Medikamenten, oder Ärzten, ich glaube dann ist es aber sehr speziell und wirklich vom Gut Will des Gutachters abhängig.

              Kommentar



              • Re: Begutachtung neurologisch psychiatrisch

                Die frage ist, ob diese Form des entschärfens wirklich nötig erscheint, aber Danke für die Idee mit der Skala. Für mich sind meine Angaben/Beschwerden keineswegs übertrieben dargestellt. Natürlich habe ich mir aber auch Gedanken gemacht, das es zu gut vorbereitet wirken könnte. Aber aus Erfahrungen, das allgemein wenig Zeit bei Ärzten bleibt, der Tatsache das ich mich schwer jemandem gegenüber öffnen kann und dazu über die hälfte vergessen würde oder aus Scham nicht erwähnen würde, sprechen für mich stark dafür.

                Unterlagen aus der ärztlichen orthopädischer Dokumentation, sollten bei dem Psych. Gutachten laut Unfallversicherung vorliegen. Aber ich gehe davon aus in sehr abgespeckter Form, da meine Akte dort sehr umfangreich ist.

                Ob ich überhaupt in Behandlung war, in psychischer oder orthopädischer Hinsicht? Das ganze ist sehr Komplex über die vielen Jahre, auf jedenfall war ich in beiderlei Hinsicht schon Aktiv. Aber sicher beurteilt das jeder anders,
                Genau dieses "mal annehmen/mutmaßen" des Beschwerdemaßes aufgrund solcher Hintergründe ist für mich nicht akzeptabel.
                Man kann ja auch nicht einfach sagen, jemand der Antidepressiva nimmt, dem geht es schlecht und jemand der keine nimmt, dem geht es noch zu gut. Da gibst Du mir doch sicher recht oder?

                Du hast eine gute Spürnase, es ist wirklich so, das ich unter anderem Angst vor Ärzten, OPs, Medikamenten habe. Mir fällt es sehr schwer zu vertrauen, was sicher auch an den vielen gemachten negativ Erfahrungen in allen Lebensbereichen liegt.
                Gut Will spielt wohl immer eine Rolle, ich denke die Persönlichkeitsebene ist auch sicher wichtig.



                Kommentar


                • Re: Begutachtung neurologisch psychiatrisch

                  Hallo Tired,

                  du meintest ja, es wirkt to much vorbereitet.

                  Zur Begutachtung soll ich aber laut Einladungsbrief auch schriftliche Angaben zu, Beschwerden, Tagesablauf etc. machen.
                  Also kann mir in der Hinsicht nicht der Gutachter vorwerfen, das wäre zu gut vorbereitet.
                  Bezüglich den wörtlichen/sprachlichen Steigerungsstufen, die Dr. Riecke erwähnt hat, dürfte einem so etwas doch nicht negativ ausgelegt werden, wenn es der Wahrheit entspricht oder wie ist das?

                  Wie schon erwähnt, fällt es mir leichter schriftlich genauere Angaben zu machen. Ich denke Verbal werde ich eh ziemlich zurückhaltend sein, so das ein wirkliches Beschwerdemaß garnicht festgestellt werden kann.

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                  • Re: Begutachtung neurologisch psychiatrisch

                    Nein, der Gutachter wird dir da nichts vorwerfen, er braucht ja diese Informationen.

                    In erster Linie geht es um Sachlichkeit, die du nicht aus dem Auge verlieren solltest.
                    Natürlich kannst du anmerken dass die Situation einen immens hohen Leidensdruck aufgebaut hat, oder eben was dir da auf dem Herzen liegt.

                    Es gibt aber Grenzen, zwischen sachlichen Beschreibungen, die natürlich auch für den Leidensdruck gelten und überzogenen Einblicken und dem Vorgehen dass viel Drama auch viel hilft.

                    Deshalb meine ich ja, du solltest da auf dein Gefühl hören, das was ist ehrlich sagen, oder schreiben, aber nicht versuchen über die Dramaturgie Einfluss zu nehmen.

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                    • Re: Begutachtung neurologisch psychiatrisch

                      Ist wahrscheinlich schwer verständlich wie ich das meine.
                      Sachlich gut vorbereitet zu sein schadet nichts, denn schließlich wissen die meisten ziemlich gut über ihre Erkrankung bescheid, ein Auswendig lernen würde hingegen auffallen.
                      Man darf auch ruhig mit Fragen überfordert sein, oder ins Stocken kommen weil man was nicht so gut beschreiben kann, das kann man ja auch so kommunizieren.
                      Auch wenn du dann da sitzen würdest und Verzweiflung aufkommt, du gar anfangen würdest zu weinen, so wäre das kein Beinbruch, sondern authentisch und damit durchaus glaubwürdig.
                      Wenn du das aber jetzt liest und dir sagst, aja, dann drück ich mal etwas auf die Tränendrüse und übe das schon mal ein weils ein Vorteil sein kann, dann wird es nicht mehr authentisch sein und damit unglaubwürdig.

                      Es ist also sich ein Stück weit drauf einzulassen wie es sich bei der Begutachtung entwickelt und dabei ehrlich und damit authentisch zu bleiben, ohne etwas künstlich herbei zu führen weil es von Vorteil sein könnte.

                      Ich zumindest denke dass ist die beste Strategie und damit muss man sich auch keinen weiteren Kopf machen, was am Ende raus kommt kann man sowieso nicht vorhersehen.
                      Es geht bei dir ja auch viel um körperliche, also messbare Probleme und welche Auswirkungen diese auf die Psyche haben können ist den Gutachtern bekannt.
                      Der wird also seine Erfahrungs und damit Vergleichswerte einfließen lassen und die müssten eigentlich eher bestätigt werden wenn du bei dir bleibst, bei dem wie es ist und nicht darüber nachdenkst wie was auf den Gutachter wirken könnte.

                      Ich habe auch schon solch schriftliche Stellungnahmen verfasst und wenn das an einem schlechten Tag war Sachen rein geschrieben, wo ich am nächsten Tag (als es schon abgeschickt war) nur dachte oje, die halten mich für total überzogen und bemüht unbedingt was raus zu schlagen.
                      Es ist mir aber nicht auf die Füße gefallen, vielleicht gerade weils in dem Moment war wie es wirklich war.
                      Genauso hatte ich auch schon Stellungnahmen die sich nicht so tragisch anhörten, auch die sind mir nicht auf die Füße gefallen.
                      Es kann also beides von Vorteil sein, solange man bei dem bleibt was auch wirklich ist und es auch Befunde gibt die das stützen, egal ob es nun um Physis oder Psyche geht.
                      Natürlich kann man nie sagen wie das nun von diesem einen Menschen der das liest, oder hört, aufgefasst wird, aber genau darüber sollte man sich keinen Kopf machen weil es ab einem bestimmten Punkt gar nicht berechenbar ist.
                      Der für den Gutachter sichtbare rote Faden ist wohl entscheidend, den kann der Begutachtete aber nicht (vorher)sehen, oder beeinflussen.

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                      • Re: Begutachtung neurologisch psychiatrisch

                        jegliche schriftliche wörtliche Steigerungsstufen würdest du komplett auslassen ? Sind natürlich nur vereinzelt vorhanden.

                        Nein, keine Sorge, ist generell sehr sehr lange her das ich geweint habe. Und Schauspielern konnte ich noch nie.
                        Von Familienseite wurde mir schon ein paar mal gesagt, der Ernst der Lage würde bei mir nicht rüberkommen, hab wohl ein hang dazu das Negative
                        mit zu positivem/stabilen Eindruck zu überspielen. Ich werde versuchen so authentisch wie möglich zu sein.

                        In wie weit meine Körperlichen Probleme Messbar sind, keine Ahnung. Jedenfalls hat man bei den meisten Chirurgen auch nicht gerade den
                        Eindruck gehabt, sie würden verstehen was ich für Beschwerden habe. Einmal drückte mir ein Arzt nur mal auf den Fuss und fragte, tut das weh? Dies
                        verneinte ich, dann kam darauf nur die Antwort, das es dann nur um einen optischen Makel gehen würde. Dies und sehr viele Erlebnisse mehr,haben mich wohl auch ziemlich geprägt.

                        Ich kann nachvollziehen was Du meinst, solche NACHHER anders sehen Erlebnisse hatte ich auch schon häufiger. Auch bei der aktuellen
                        Beschwerdenschilderung, bin ich hin und her gerissen, bestimmte punkte weg zu lassen oder habe das Gefühl es ist noch viel zu unpräzise.

                        Unter anderem habe ich auch ein paar für mich relevante Erinnerungen festgehalten. Würde hier gern öffentlich ein paar Beispiele nennen aber das wäre mir schon zu persönlich. Jedenfalls Denke ich,es könnte irgendwie Missverstanden werden, aber für mich stellen diese Angaben schon schlüsselerlebnisse dar, die einem Fachmann mehr Infos zur Sachgerechten Bewertung liefern könnten.

                        Da der Termin demnächst ansteht, werde ich mich sowieso überraschen lassen müssen, hat mir auf jedenfall etwas Sicherheit gegeben sich dazu auszutauschen. Danke in jedem Fall für Deine persönlichen Eindrücke und Ratschläge.

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                        • Re: Begutachtung neurologisch psychiatrisch

                          jegliche schriftliche wörtliche Steigerungsstufen würdest du komplett auslassen ? Sind natürlich nur vereinzelt vorhanden.
                          Nein, nicht komplett.
                          Wenn die Steigerungen zum Alltag gehören und eine Folge des Unfalls sind, das Leben definitiv negativ beeinflussen, dann ist das ja ein Teil der Erkrankung.
                          Nur das Dramatisieren würde ich nicht machen, also mehr Steigerungen rein bringen als wirklich da sind.

                          Wenn es nun auch um die psychischen Folgen geht, dann würde ein praktizierender Psychiater das wohl mit in die Beurteilung und Diagnose aufnehmen, es wäre ein Hinweis wie sich die Krankheit darstellt.

                          Wie das nun Gutachter sehen und beurteilen, ob sie da ähnlich vorgehen, oder statt es mit ins Krankheitsbild einfließen zu lassen eher argwöhnisch betrachten, das kann ich dir leider nicht sagen und ist sicher auch wieder ein Stück Glückssache an was für einen Menschen du gerätst.

                          Ich kenne das ja auch nur aus meiner Sicht und da hatte ich keine Nachteile von beschriebenen Steigerungen, die ja auch wirklich so waren und auch meiner Meinung nach wichtig für die Beurteilung sind.
                          Und mündlich habe ich meist gar nicht so viel erzählt und wohl auch eher den Eindruck gemacht als ginge es nicht gar so übel.
                          Bei der wichtigsten Begutachtung war eine Ärztin da die gleich einen Verdacht hatte und somit einen Draht zu dem Problem, was sicher ein großer Vorteil war und auch ein gutes Gefühl dafür dass es dann doch nicht so gut geht.
                          Natürlich waren dabei auch die Befunde hilfreich.
                          Es muss aber auch kein Nachteil sein keine Befunde zu haben, aber man sagt ja immer, offiziell hast du erst eine Krankheit wenn du oft zum Arzt gehst und viele Medikamente versucht hast, ewig krank geschrieben bist.
                          Von meinem Eindruck her würde ich das aber nicht pauschalisieren, denke eher es ist eine Komplettierung und Hinweise darauf wie die Chancen sind dass sich noch was verbessert, was ja nur gut beurteilt werden kann wenn schon einiges versucht wurde.
                          Das ändert aber nichts am Ist-Zustand und der ist sicher das Wesentliche bei so deinem Gutachten, auch die Spitzen des Befindens.

                          Ich kann dir aber nicht sagen wie es bei Gutachtern im Allgemeinen ankommt, wenn man seine Situation so drastisch beschreibt wie man sie empfindet, ob das für die Beurteilung wirklich so wichtig ist, oder ob es vom Gutachter gleich wieder relativiert wird und als übertrieben empfunden.
                          Das kann wohl nur einer beantworten der auch selber Gutachter ist.

                          Ich persönlich würde nicht auf Steigerungen verzichten wenn sie meiner Meinung nach wichtig für das Gesamtbild sind und generell einfach so vorgehen wie es mir am schlüssigsten erscheint. Was der Gutachter draus macht liegt eh nicht in deiner Hand, von daher kannst du ohnehin nicht mehr machen als deinem Empfinden zu folgen und damit hast du dann auch das beste gemacht und dir hinterher nichts vorzuwerfen.

                          Kommentar


                          • Re: Begutachtung neurologisch psychiatrisch

                            Vielen vielen Dank, dann werde ich das auch alles so lassen, dann warte ich mal ab wie es ablaufen wird, durch Dich und Deine Aufklärung werde ich sicher etwas entkrampfter zum Termin gehen.

                            Kommentar


                            • Re: Begutachtung neurologisch psychiatrisch

                              Hallo Herr Dr. Riecke,

                              nach dem sehr schräg abgelaufenen psych. Gutachtentermin würde ich gerne kurz ein paar Dinge schildern.

                              Es wurde in dem Einladungsbrief zum Gutachten gefordert Angaben zu Beschwerden,frühere Krankheiten, Tagesablauf, Krankheiten in der
                              Familie, Mediakamenteneinnahmen zu machen und diese zum Termin mitzubringen.
                              Nun hatte ich vorab über Monate einiges zusammen geschrieben, auch zusätzlich zu den gefoderten Angaben, in Form von Wichtigen rückblickenden Gedanken und prägenden Situationen in Verbindung mit dem/den Unfall/Beschwerden.

                              Als ich im Behandlungsraum dann meine Din A4 Blätter übegeben wollte, wurde mir gesagt, die wollte er nicht haben, die hätte ich für mich gemacht um sie ihm vorzutragen. Dann hatte ich schon einen mächtigen Schock und war sehr in mich gekehrt.
                              Dann musste ich die aufgeschriebenen Beschwerden vorlesen, zwischendurch musste ich aber jedesmal wieder stoppen, da paralell vom Arzt in sein
                              Diktiergerät gesprochen wurde. Nachdem wir in 15 Min mit den reinen Hauptsympthom und Gefühl Begriffen zu den Beschwerden fertig waren, wurden noch 3-4 Fragen gestellt. Dann meinte der Arzt, wir wären dann fertig mit dem Termin.
                              Daraufhin habe ich gesagt, ich hätte hier noch viele wichtige Angaben auf den mitbebrachten Din A 4 Blättern.
                              Dann nahm der Arzt mir die Blätter aus der Hand, schaute gerademal 5-10 Sekunden über die 6 Din A4 Blätter und gab sie mir wieder, sagte Nein die bräuchte er nicht. Und nochmal versuche ich es darauf ein letztes mal, in dem ich sagte, ich lasse ihnen die Dokumente gerne hier, dann können sie sich diese in Ruhe anschauen. Und auch dies wurde verneint, als wollte der Arzt auf Teufel komm raus vermeiden weitere Daten aufzunehmen oder noch mehr Zeit mit meinem Fall beschäftigt zu sein.

                              Ich bin schockiert/verunsichert vom Gutachtentermin. Ich kann mir so etwas einfach nicht erklären. Es wäre echt Super nett wenn sie mir ihren Eindruck dazu schildern könnten.

                              Bin der festen überzeugung, in der kurzen Begutachtungszeit, wie auch den geringfügig erhobenen groben Daten und Fragen an mich, kann keine Fundierte Einschätzung erwartet werden.

                              Freundliche Grüße

                              Kommentar


                              • Re: Begutachtung neurologisch psychiatrisch

                                "Es wäre echt Super nett wenn sie mir ihren Eindruck dazu schildern könnten."

                                Das mache ich lieber nicht.

                                Ich kann nur versichern, dass bei mir Begutachtungen anders verlaufen sind.

                                Doch Sie können jetzt ohnehin nur abwarten, was der Kostenträger Ihnen irgendwann mitteilt.
                                Erst dann könnten Sie Einspruch erheben, wenn Sie sich etwas davon versprechen.

                                Kommentar


                                • Re: Begutachtung neurologisch psychiatrisch

                                  Solange sie diesen Ablauf und das Vorgehen/Verhalten ebenso für sehr befremdlich bestimmen können, wäre ich schon etwas erleichtert.

                                  Ich habe mich ziemlich genötigt gefühlt die Beschwerden vorlesen zu müssen, ohne jegliche Reaktion oder Rückfragen und eben dann die Dokumentenannahme so hart verweigert wurde.

                                  Kommentar