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Warum hat man diese Tages- und Gefühlsschwankungen am Anfang von Antidepressiva

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  • Warum hat man diese Tages- und Gefühlsschwankungen am Anfang von Antidepressiva

    Im Moment schwanke ich noch sehr mit meinem Empfinden. Ein Tag so ein Tag so. Manchmal komme ich nicht so schnell aus dem Bett, einmal ist der Vormittag okay, einmal ist der Nachmittag besser, der Abend ist zu 90 Prozent immer schön und mir geht es gut. Ich nehme seit 2,5 Wochen Citalopram 20mg. Es wird in Summe schon besser aber sehr, sehr langsam. Teilweise bin ich oft noch recht unkonzentriert, gerade in Anwesenheit von Menschen bzw. auf Terminen.

    Vielleicht stresse ich mich und mache mir selbst zuviel Druck dass ich schnell Gesund werde. Das im Moment mein Selbstvertrauen und der Glaube an Besserung noch nicht gerade überwältigend ist sorgt mich auch. Gerade das sich selbst beobachten und checken wie es mir gerade geht sollte man ja nicht machen. Oft habe ich auch noch das Gefühl ein wenig neben mir selbst zu stehen, dass wechselt aber auch und ist Tagesabhängig je Situation.

    Wie ging es euch in den ersten 8 Wochen nach Beginn der Einnahme von Antidepressiva und ich bin zum Teil oft noch recht unkonzentriert und habe so ein leichtes Benommenheitsgefühl. Das ein wenig neben sich stehen hat schon vor der Einnahme von Citalopram begonnen. Soll eine Begleiterscheinung der Depression sein. Ich denke und grüble noch viel und die große Motivation fehlt mir auch noch ein wenig.

    LG und danke für eure Antworten.


  • Re: Warum hat man diese Tages- und Gefühlsschwankungen am Anfang von Antidepressiva

    Hallo Natureboy,
    habe zu spät gesehen dass du nochmal einen extra Thread zu dem Thema aufgemacht hast.
    Ich hänge den Beitrag den ich im anderen Thread geschrieben habe einfach nochmal ran, da bleibt es ein wenig übersichtlicher, mit dem Thema.

    Es ist so dass jeder normale Mensch Stimmungsschwankungen hat und die werden auch nicht durch ein AD beseitigt.
    Denk nur mal an die Morgenmuffel.

    Ein AD gleicht eine Fehlproduktion aus, die optimale Wirkung ist also der Normalzustand, darüber hinaus kann es weder glücklicher noch eine beständige und gleichbleibende Stimmung bewirken.

    Die AD brauchen auch so lange um richtig zu wirken, weil erst der Serumspiegel stabil sein muss, der Körper stellt sich um und das dauert beim einen länger, beim anderen kürzer.
    Wenn sich die Depressionen nach ca. 6 Wochen immer noch nicht zufriedenstellend gebessert haben, dann muss auch eventuell noch mal höher dosiert werden, was dann auch wieder eine Weile dauert bis die Wirkung voll da ist.

    Das Allerwichtigste ist,,dass du auch neben der der AD Einnahme die Depressionen bekämpfst, mit Psychotherapie wo du auch zuhause weiter dran arbeiten musst, Selbsthilfemaßnahmen wie Sport.
    Ein Medikament kann meiner Meinung nach nicht alles auffangen was eine Depression verursacht, es sei denn es liegt ausschließlich an dem was das AD regulieren kann.
    Wenn äußere Einflüsse, eine eher düstere Lebenseinstellung und was es noch so alles gibt, eine große Rolle spielen dann wird es vielleicht nicht ganz so gut wirken und du musst schauen was du in deinem Leben ändern kannst um besser drauf zu sein.

    Stimmungsschwankungen können Medikamente auch nur so weit ausgleichen wie sie wirken, wenn es dir mit AD super geht und dann passiert etwas dass die Depressionen verschlimmert, oder es ist einfach nur morgens aus irgendwelchen Gründen schlimmer, dann kann das Mittel auch nicht alles auffangen, da es eben nicht allumfassend wirkt, sondern nur in einem bestimmten Spektrum.
    Wie gesagt, falls es so bleibt kann man ggf. etwas höher dosieren, es muss aber geschaut werden ob die Schwankungen tatsächlich immer der Depression geschuldet sind, oder eben die normalen Hochs und Tiefs sind, die jeder Mensch hat und gegen die es kein Medikament gibt.

    Von den AD's wird oft viel erwartet, manche glauben es wären Glückspillen die eingenommen werden und dann geht es immer gut.
    So ist das aber nicht, sie regulieren nur etwas das aus dem Tritt geraten ist, sie machen aber nicht glücklich und sie können nicht bessern was zum Menschen, zur Persönlichkeit, dazu gehört.
    Würde ein negativer Mensch ein AD nehmen, ohne dass er depressiv wäre und keine Störung vorliegt, in der Produktion der Hormone, Serotonin und was es da alles so gibt (also durchaus organisch), dann würden ihm die Medikamente herzlichst wenig helfen, seine miese Stimmung würde bleiben wie sie ist.

    Versuche diese Schwankungen als normal zu sehen, sie werden sich auch noch bessern.
    Dein Körper muss sich auch erst einmal an das Medi gewöhnen, möglicherweise gibt es leichte NW, das alles braucht etwas Zeit.
    Bei Depressionen und deren Behandlung ist Zeit und Geduld ohnehin ein Muss, kaum jemand geht zum Arzt, bekommt ein Medi und ist nach einigen Tagen wieder gut drauf.
    Das gibt es nicht, aber mit einer positiven Einstellung und wenn du den Schwankungen und neben dir stehen, nicht so viel Bedeutung beimisst, es als vorübergehende Erscheinungen akzeptierst, dann wirken sogar die Medikamente etwas schneller.;-)

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