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Prostatakrebs

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  • Prostatakrebs

    Guten Abend Herr Dr. Kahmann

    meine Werte nach transrektal ultragesteuerter Biobsie, total 8 Stanzen
    Prostatavolumen knapp 30 ml
    Rektalpalpation mit etwas asymetrischer, linksbetonter, indolenter und unverdächtigter Prostata.
    PSA-Wert 5.65, PSA-Ratio 15,9%
    Gleasen-Score 3+3 =6
    2 Zylinder (von total 8) von links und rechts Tumorbefall mit mittelgradig differenzierten Adenokarzinom.

    Vorschläge des Urologen für Behandlung:
    - operativ
    - Strahlentherapeutisch
    - active surveillance

    was ist Ihr Vorschlag

    herzlichen Dank für die Antwort

  • Re: Prostatakrebs


    Hallo Walter E


    Hatte vor 3 Jahren das gleiche Ergebnis.
    PSA 5,4 Gleasen-Score 3+3 =6
    Allerdings 6 Stanzen.
    Habe die Brachytherapie (Seed) gewählt.
    Eingriff Januar 2005.
    3Tage Krankenhausaufenthalt.
    Bin sehr zufrieden !

    Alles Gute
    DUF66

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    • Re: Prostatakrebs


      Hallo Walter,
      bei Ihnen liegt ein Prostatatumor der low risk Gruppe vor, d.h. mit einem niedrigen Risiko der ausbreitung des Tumors ausserhalb der Prostata (cT1c, PSA kleiner 10, Gleason kleiner 7)
      Für diese Tumoren kommen verschiedenen Therapien in Betracht. Zunächst die Radikaloperation, d.h. die Entfernung der Prostata mit den Samenblasen. Dann die externe Bestrahlung und als dritte Option die Implantation von Seeds. Als weitere -nicht invasive- Methode kommt ausserdem noch wie von Ihrem Urologen genannt das active surveillance in Frage. Die Radikaloperation ist die Standardtherapie in Deutschland, in anderen Ländern wie z.B. den USA hat die Seedimplantation gleich gezogen. Die Heilungschancen sind bei allen drei Therapieformen in Ihrem Fall gleich.
      Die Kattan Nomogramme geben für Ihre Tumorparameter eine Chance, dass der Tumor in den 5 Jahren nach Therapie nicht wieder auftritt von 90-92% an und zwar für alle 3 Optionen gleiche Chancen.

      Die 3 Therapieoptionen unterscheiden sich jedoch im Risiko für Nebenwirkungen. Hier ist gerade im Bereich der Inkontinenz die Radikaloperation deutlich schlechter als die Seedimplanatation. auch bei der Impotenz scheint die seedimplantation besser zu sein als die Radikaloperation. Häufigste Nebenwirkung bei den seeds ist eine Drangproblematik bei Wasserlassen was auch mit Brennen beim Wasserlassen einhergeht.

      Bezüglich der active surveillance wäre es noch interessant, wie schnell der PSA Wert angestiegen ist und wie alt Sie sind. Active surveillance bedeutet, dass Sie engmaschig kontrolliert werden müssen. Regelmäßige PSA Kontrollen und auch erneute Biopsien. Wie häufig diese Biopsien wiederholt werden müssen, ist noch in der Diskussion. Wie gesagt, hier wären die o.g. Infos noch wichtig.

      Die Entscheidung, welche Therapie durchgeführt werden soll, muss gemeinsam zwischen Ihnen und Ihrem Urologen ggf. mit einer zweiten Meinung eines Urologen/Strahlentherapeuten, getroffen werden. Ihre Frage nach meinem Vorschlag ist shwer zu beantworten, das geht meistens nur in einem persönlichen Gespräch, bei dem man Ihre Vorstellungen mit den Chancen und Risiken der einzelnen Therapieoptionen in Deckung bringen muss. Ich bin ein bekannter Unterstützer der Brachytherapie, da ich diese für die bei richtiger Indikation -wie bei Ihnen- als Therapie mit den besten Verhältnis zwischen Wirkung (Heilungschancen gleich wie bei der Radikaloperation) und Nebenwirkungen sehe.

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      • Re: Prostatakrebs


        guten Tag Herr Dr. Kahmann

        auf nachfolgende Fragen finde ich keine schlüssige Antworten:

        - welche weiteren Vorkehrungen sollten vorgenommen werden nach einer Gewebsentnahme mit Krebszellen?

        - Metastasierung von Prostatakrebs infolge Einfluss durch Biopsie?
        - Metastasierung von Prostatakrebs infolge Einfluss durch RPE in Randzone?
        - Verkürzung des Penis, dadurch Voraut zu lang, dadurch evtl. Hygieneprobleme?

        Brachytherapie: welches sind die zur Zeit erprobten Anwendungen?
        Gehört die "Reals Time Methode" mit implantierten lod-125 Seeds dazu?
        - Kombinationsvariante über Haut + Seeds?

        - Protonenbestrahlung? eine Variante? in welchem Institut angewendet?
        Was ist in naher Zukunft von der Forschung zu erwarten?

        Für die Beantwortung meiner Fragen bedanke ich mich herzlich

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        • Re: Prostatakrebs


          Zunächst die einfachste Frage zuerst: die Protonenstrahlung. Derzeit in Deutschland nicht verfügbar. Wur zwar von einigen Kollegen in München schon massiv beworben, die Kollegen haben zwar 150 Mio. € verpulvert, aber noch keine technische Realisierung der Protonentherapie erreicht. Die Ergebnisse der Protonenanlage aus Loma Linda in den USA sind nicht besser bei der Prostata als die der externen Bestrahlung oder Brahytherapie.
          Nach der Biospie sind zunächst keine weiteren Vorkehrungen zu treffen. Bin mir aber nicht sicher, ob ich Ihre telegrammartigen Fragen richtig verstehe.
          Es wurde immer wieder diskutiert, ob eine Biospie das Metatstasierungsrisiko erhöht, es gibt keine Daten, die diese Theorie untestützen. Das gleich gilt für die Metatstasierung durch die Radikaloperation. Auch hier gubt es keinen Beweis für eine solche These.
          Bezüglich der Brachytherapie: bei dem bei Ihnen gefundenen Stadium ist eine Kombination aus Seeds und externer Bestrahlung nicht indiziert. Lediglich die Monotherapie mit seeds, heirzulande fast ausschließlich mit Iod 125. Auch die Real-Time Methode oder aber aucg dynamische Dosimetrie werden durchgeführt. Kommt darauf an wo Sie sich behandeln lassen.

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          • Re: Prostatakrebs


            guten Tag Herr Dr. Kahmann

            ich hab gelesen, wie wichtig eine umfassende Untersuchung betreff möglichem Kapseldurchbruch ist,für die Findung der geeigneten Theapie.

            ergänzend zu meiner Frage
            - welche weiteren Vorkehrungen sollten vorgenommen werden nach einer Gewebsentnahme mit Krebszellen?
            ist eine Zweituntersuchung der Stanzen durch einen erfahrenen Pathologen empfehlenswert?

            Zusatzuntersuchungen?
            Magnetresonanztomographie mit endorektaler Spule (MRTS)
            Positronenemissionstomographie, kombiniert mit Computertomografie (PET/CT) mit C11- oder F18-Cholin als Tracer (Marker).
            USPIO-Verfahren (USPIO = Ultrasmall Paramagnetic Iron Oxyde). neues Diagnoseverfahren zum Erkennen bereits befallener Lymphknoten.

            Der Urologe sagt, es seien keine weiteren Staging- Untersuchungen nötig.
            Bin somit total verunsichert.

            wäre sehr dankbar für Beurteilung
            herzlichen Dank

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            • Re: Prostatakrebs


              Eine Zweitmeinung eines Pathologen ist routinemäßig nicht zwingend notwendig, kann aber bei Zweifeln oder bei grenzwertigen Befunden sicher mehr Gewissheit bringen. Zweifel an den Pathologien werden von oftmals selbsternannten Refrenzpathologen gestreut. Es gibt sicher in jeder Region Pathologen, die sich auf die Prostata spezialisiert haben und dadurch viele Präparate sehen. Diesen Pathologen kann man die Schnitte zur Zweitmeinung vorlegen.
              Bei dem bei Ihnen gefundenen Low-risk Tumor sind weitere Untersuchungen nicht zwingend vorgeschrieben, da das Metastasierungsrisiko theoretisch so gering ist, dass man durch die Untersuchungen keine neuen Aufschlüsse erwartet. Gerade z.B. ein Knochenszintigramm ist nicht indiziert.
              Die MRT mit endorektaler Spule kann jedoch gerade im Bereich der Prostatakapsel noch weitere Hinweise gebe, ob diese vom Tumor befallen ist und somit ein höheres Ausbreitungsrisiko besteht. Die USPIO und das PET/CT können besseren Einblick in das Risiko der Lymphknotenmetastasierung geben. Das Risiko liegt bei Ihnen gemäß der Partin Tafeln jedoch unter 1%, so dass die Kosten-Nutzen Relation eher gering ist. Insofern würde ich am ehesten ein MRT als das PET/CT oder das USPIO empfehlen.

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