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PK Behandlungsmethode

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  • PK Behandlungsmethode

    Ich bin 51 Jahre alt und habe einen PSA Wert von 7,6 und nach einer Biopsie den Befund eines einseitigen Prostatakarzinom bekommen.

    Zur Klassifikation wurden mir die Werte T2b – N0 – M0 und Greaeding G2
    sowie Gleason 3+3=6 mitgeteilt.

    Die Befundmitteilung der Pathologie lautet: Das Biopsiematerial wurde anhand der Probe 1 von rechts basal immunhistochemisch untersucht. Erwartungsgemäß zeigen die atypischen Drüsenformationen eine negative Reaktion mit Zytokeratin M 903, entsprechend einem Verlust der Bazalzelldifferenzierung sowie eine positive Reaktion mit P504.
    Diagnose: Glandulären Prostatakarzinoms
    Grading nach Gleason 3+3=6

    Mein Urologe hat mir folgende Behandlungsmöglichkeiten mitgeteilt.

    1. Perineale Radikale Prostatektomie
    2. Retropubische Radikale Prostatektomie
    3. Brachytherapie LDR mit Seeds
    4. Brachytherapie HDR (After Loading)

    Da sich nach einiger Zeit eventuell neue Krebszellen bilden können, wie sieht es dann die Behandlung nach einer Strahlentherapie aus, soweit ich gehört habe kann dann nicht mehr erneut bestrahlt werden und eine Radikale OP wäre auch nicht mehr möglich.

    Welche der oben genannten Behandlungsmethoden sind für die Zukunft am sichersten?



  • RE: PK Behandlungsmethode


    Zunächst ist die HDR Brachytherapie in Ihrem Tumorstadium nicht wirklich indiziert. Die 3 erst genannten Therapieformen und auch die nicht genannte externe Bestrahlung sind mögliche Therapieoptionen, die Sie wählen können. Eine erneute Bestrahlung nach fehlgeschlagener erster Strahlentherapie ist in den meisten Fällen nicht mehr möglich. Falsch ist jedoch die Aussage, dass nach einer Bestrahlung nicht mehr operiert werden kann. Dies ist möglich, jedoch mit Risiken verbunden und sollte nur in spezialisierten Zentren durchgeführt werden. In der Hand eines erfahrenen Kollegen ist die Op nach Bestrahlung jedoch sicher durch zu führen.
    Gibt man Ihre erte in die sog. Kattan Nomogramme ein , so ergibt sich folgendes Bild:
    5 Jahre ohne erneuten PSA Anstieg für
    Radikaloperation 77%,
    externe Bestrahlung 70% und
    Brachytherapie 87%.
    (eingegebene Werte waren PSA 7,6, Gleason 6, cT2b, 72 Gy externe Dosis).

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    • RE: PK Behandlungsmethode


      Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort auf meine Fragen.

      Von der externen Strahlentherapie hat mir mein Urologe abgeraten, da ich erst 51 Jahre alt bin wäre nach ca. 15 Jahren mit Spätfolgen der Bestrahlung zu rechnen.

      Wieso ist die HDR Brachytherapie (After Loading) in meinem Fall nicht vorgesehen?
      Mein Urologe meinte die Therapie mit Seeds wäre für mich nicht mehr geeignet.
      Auf welche Brachytherapie beziehen sich die 87% ohne erneuten PSA Anstieg?

      Kommentar


      • RE: PK Behandlungsmethode


        Die Kattan Nomogramme geben die werte für die Seedimplantation an. Sie haben ein sog. low risk Tumor mit Ct2, Gleason 6 und PSA kleiner 10. Hierfür sind die Therapeioptionen Radikaloperation, externe Bestrahlung und Seedimplantation vorgesehen. Das afterloading wird wegen des höheren Nebenwirkungsrisikos speziell am Enddarm für die höheren Risiken vorgesehen. deshalb bin ich der Meinung, dass diese Therapie in Ihrem Stadium nicht angebracht ist. Hier irrt Ihr Urologe.

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        • RE: PK Behandlungsmethode


          Ich bin mir nicht sicher, ob die Annahme mit dem T2b so stimmt und dass das ein cT2b sein soll.
          Ich glaube nicht, dass ein Gleason 3+3 einseitig oben und unten tastbar war und dass der Befund T2b eher vom Pathologen und seiner Stanzendiagnose in 2 Quadranten der Prostata stammt als vom Urologen mit seinem Tastbefund.
          Denn wenn nichts tastbar war, ist es ein cT1c und damit nach allen Nomogrammen eine günstigere Prognose.

          Gruss Ludwig






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          • RE: PK Behandlungsmethode


            Falls es ein cT1c ist, ist die Therapie mittels Afterloading noch weniger sinnvoll. Es ist richtig, dass dann die Prognose günstiger ist. Die Antwort, ob es tatsbar war oder nicht, kann uns nur der Urologe geben.

            Kommentar


            • RE: PK Behandlungsmethode


              Hier in diesem Forum läuft alle Beratung natürlich auf radikale Therapien hinaus, Operation, vorzugsweise Bestrahlung. Ratsuchende werden dahin gebracht, sich Therapien zu unterziehen, die irreparable, mindestens langanhaltende Schädigungen , beschönigend "Nebenwirkungen" genannt, verursachen können. Weder werden Hinweise gegeben, wie man sich vor Wahl einer Therapie umfassend informieren kann, noch werden alternative Therapieansätze erwähnt, welche die Risiken für neu Erkrankte bei gleich guten Erfolgsaussichten minimieren könnten. Es wird da immer eine "Heilung" in Aussicht gestellt, welche in Wirklichkeit eine Amputation und eine Verstümmelung der Geschlechtsorgane bedeutet, ohne dass eine überzeugende Garantie für die Befreiung vom Krebs geboten weden kann. Weder wird der meist unbegründeten Angst entgegengewirkt, noch werden gründlichere Diagnosemöglichkeiten vorgeschlagen, um erst einmal die Aggressivität des Krebses, seine Biologie genau zu ergründen.
              Eine gute erste Informationsquelle ist das KISP Forum (www.prostatakrebse.de).
              Ein wesentlich besseres Diagnoseinstrument als die sehr von subjektiver Einschätzung geprägte Gleason Score Bestimmung ist eine DNA-Bild-Zytometrie, wie sie kürzlich in einer von der Gmünder Ersatzkasse herausgegebenen Broschüre "Prostatakrebs Diagnose und Prognose " beschrieben worden ist und auch als PDF-Datei unter www.gek.de Bereich Service-Broschüren - Therapie Broschüren zur Verfügung steht und
              herunterladbar ist. Wenn eine DNA-Bildzytometrie bestätigt, dass es sich um ein sog. low risk Karzinom mit homogen peridiploider DNA-Struktur handelt (was nach Schätzung der Pathologen zu mehr als 50% der Fall ist), könnte es sein, dass der Tumor ausser regelmässiger Beobachtung gar keiner Behandlung oder - im Falle von Progression - höchstens einer zeitlich limitierten maximalen Hormonblockade bedarf.
              Leider ist es schwer und eine wenig einträgliche Sache, neue Erkenntnisse und Therapieansätze unters Volk zu bringen. Und die Urologischen Behandlungsrichtlinien geändert zu bekommen, wird wegen tangierter wirtschaftlicher Interessen der Behandlungsindustrie sicherllich noch schwieriger sein als die Öffnung der Ladenschlusszeiten es gewesen ist. Aber wenigstens das ist ja nun endlich vollbracht.
              Reinardo

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