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Prostata-Ca mit Knochenmetast.

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  • Prostata-Ca mit Knochenmetast.

    Sehr geerhte Herren,
    ich wende mich heute an Sie, weil ich leider mit meinem Latein am Ende bin.
    Es geht um meinen Vater, er ist 70 Jahre alt und hat Prostata-Ca mit Knochenmetastasen. Leider weiss ich nicht seit wann diese Diagnose bei meinem Vater bekannt ist. Mein Vater hat NIE ein Wort darüber uns Kindern gegenüber gesagt, auch hat meine Mutter geschwiegen.......tja und nun ist es wohl zu spät.
    Ich bin gelernte Artzhelferin und habe somit die Krankenhausberichte gelesen (er war wegen V.a. Bandscheibenvorfall im Krankenhaus) aber die Diagnose auf dem Bericht lautete leider: metastasierendes Prostata- Ca. Er war dann zur Bestrahlung und auf dem MRT konnte man dann das "Ausmass" der Knochenmetastasen sehen. Eine macht ihm zu schaffen, diese sitz in der linken Hüfte und er hat starke Schmerzen. Gegen diese nimmt er Morphiu, daher bekommt er Obstipation und kann dann tagelang nicht essen. Mein eingentliches Problem bzw. meine GROSSE SORGE ist es, dann er sehr starke Ödeme hat, sein Bauch wird immer dicker und ich vermute, dass sich an den Knöcheln Ulcus crusis bildet. Mein Vater hat hochgradig Zucker. Der Hausarzt ist 3 Wochen in Urlaub, ausserdem muss ich dazu leider sagen, ist dieser nicht sehr zuverlässig, als ich ihn um Wassertabletten geben habe, bekam ich zur Antwort, dass er sich auf diesem Gebiet nicht auskennt und er nicht weiss ob Wassertabletten in diesem Falle nützlich seien.
    Haben Sie mir vielleicht einen Tip wie ich meinem Papa noch helfen kann, es tut mir im Herzen weh wie ich sehen wie er leidet und starke Schmerzen aushalten muss.

    Für Ihre Antwort danke ich Ihnen schon im Voraus.

    Nicole


  • RE: Prostata-Ca mit Knochenmetast.


    Hallo Nicole,
    ich denke Ihr Vater sollte sich zunächst einen neuen Hausarzt suchen. Ein Hausarzt, der sich mit Ödemen nicht auskennt, ist sehr ungewöhnlich, da dies eigentlich in sein Gebiet gehört. Die Ödeme können vielseitige Ursachen haben und müssen nicht direkt mit dem Prostatakrebs zusammen hängen. Bekommt Ihr Vater eine medikamentöse Therapie für den Prostatatumor? Ich meine jetzt nicht die Schmerzmedikation sondern eine spezifische Therapie für die Prostata wie z. B. Hormontherapie und Zometa. Die Hormontherapie kann zu Wassereinlagerungen führen. Wissen Sie den PSA Wert Ihres Vaters? Ggf. sollten SIe mit seinem Urologen über die Erkrankung sprechen, um nähere Aufschlüsse zu bekommen.

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    • RE: Prostata-Ca mit Knochenmetast.


      Hallo Herr Dr. Kahmann,

      vielen Dank für Ihre schnelle Info.

      Mein Vater war vor einem Jahr im Krankenhaus und da wurde die Prostata "abgescharbt". Mehr nicht, ich weiss bis heute nicht, warum man die Prostata nicht kpl. entfernt hat. Er bekam dann nach der OP 3-monatsspritzen. Seit 4 Monaten bekommt er alle 4 Wochen eine Zometa Infusion. Den PSA Wert weiss ich leider nicht, als ich ihn wissen wollte hiess es, dass man diesen erst in 4 Wochen untersucht, weil der Urologe in Urlaub geht :-( ich weiss nur, dass er wohl etwas gesunken ist.
      Ich war bereits persönlich bei dem Urologen und habe ihn so manches gefragt. Leider hat er mir fast keine Info gegeben, aber nicht wegen der Schweigepflicht, sondern eher weil er die "Lage" nicht so bedrohtlich sieht. Der Hausarzt und der Urologe sind sich auch nie im Klaren welcher Arzt für Welches Gebiet zuständig ist. Der Hausarzt meinte es wäre die Aufgabe des Urologen ihn zur Chemo zu schicken und der Urologe meint, dass mein Vater 100 Jahre alt werden kann..........dies glaub ich leider nicht :-(
      Können dies auch Nebenwirkungen der Zometa Infusion sein, wenn er diese bekommen hat, geht es ihm meistens 2 Tage danach sehr sehr schlecht. Können Sie mir einen Rat geben, was er bei Verstopfung machen kann. Heute hat er wieder gebrochen, da er nicht zur Toilette gehen kann. Er benutzt Brotdrunk, weil Abführtropfen nicht wirken.

      Nicole

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      • RE: Prostata-Ca mit Knochenmetast.


        Es ist sehr schade, dass Sie in Mitten des Kompetenzstreites zwischen Urologen und Hausarzt gelandet sind. Wenn Ihr Vater so massive Probleme mit der Verstopfung durch die Opiate hat, sollte er ggf. eine Schmerzambulanz in einer Klinik in der Nähe aufsuchen, um die Schmerzmedikation umgestellt zu bekommen auf Präparate, die hoffentlich nicht so starke Abführprobleme bereiten. Wenn Ihr Vater nach der Zometa Infusion so starke Probleme hat, sollte man auch darüber nachdenken, ob man diese nicht besser absetzt. Es muss doch schon PSA Werte im Verlauf geben, die der Urologe bisher bestimmt hat. Die Aussage, dass die Lage nicht so ernst ist und Ihr Vater 100 Jahr alt werden kann, kann ich so nicht teilen. Ein metastasiertes Prostatakarzinom hat Überlebenszeiten im Bereich von wenigen Jahren unter konsequenter Betreuung. Reden sie nochmals eindringlich mit dem Urologen und dem Hausarzt, damit diese die Probleme Ihres Vaters ernst nehmen. Am besten gehen Sie zusammen mit Ihrem Vater zu diesen Ärzten, evtl. verharmlost Ihr Vater die Probleme wenn er alleine bei den Ärzten ist. Das sehen wir auch in unserer Praxis häufig, dass erst die Angehörigen den Ernst der Lage richtig darstellen.

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        • RE: Prostata-Ca mit Knochenmetast.


          Hallo Herr Dr.Kahmann,

          ich dachte immer diese Zometa Therapie wäre sehr wichtig um die Knochen zu stärken, sodass die Metastasen keine Chance habe diesen so stark anzugreifen. Oder habe ich dies falsch verstanden. Ich werde nochmals versuchen mit dem Urologen Kontakt aufzunehmen (leider haben im Moment ja alle Ärzte Ferien :-))
          Leider kann ich nicht mit meinem Vater zusammen bei den Ärzten vorsprechen, da dieser ja leider nicht mehr gehen kann und der Urologe in einem Ärztehaus ist wo es KEINEN Fahrstuhl gibt.

          Zur momentanen Lage:
          Seit gestern erbricht mein Vater nur noch. Heute morgen hat meine Mutter dann den Notdienst gerufenm weil er weder flüssig noch festes bei sich behält und somit nur noch Galle kam (und das an ihrem 40. Hochzeitstag)!! SCHADE!!!
          Der Notdienst hat ihm dann wohl eine Sprizte gegen die Übelkeit gegeben und wird sich im Laufe des Tages nochmals melden. Evtl. wird er ihm eine Infusion anhängen. AUCH DIESER ARZT meinte, dass mein Vater ein Medikamenten-Coctail nimmt, dass überhaupt nicht zusammen passt. Die Diuretika und das Morphium würden sich nicht vertragen!!

          Ich hoffe es ist noch nicht zu spät sich jetzt wirklich KONSEQUENT dahinter zu klemmen und schnellstmöglich eine ambulante Schmerztherapie durchzuführen.

          Ich werde heute mittag mal nach einem aktuellen PSA Wert suchen gehen.

          Eine Frage noch zum Schluss!!!
          Haben Sie schon mal was von einer "lokalen" Schmerztherapie gehört. Ich habe eine Lektüre darüber gelesen. Es wird hierbei ein Katheter an die betroffene Stelle geführt ( in unserem Falle wäre es die Hüfte) und dann wird ein Schmerzmittel direkt an diese Stelle geleitet.

          Vielen Dank

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          • RE: Prostata-Ca mit Knochenmetast.


            Ich denke mit den Problemen, die Ihr Vater hat, sollten sie ein Krankenhaus aufsuchen. Dort werden die Medikamente richtig eingestellt und auch Einläufe etc zum Abführen eingeleitet. Die Situation klingt für mich so komplex, dass meines Erachtens dies der einzig richtige Weg ist.

            Zometa ist wie Sie richtig sagen zur Verringerung der Knochenmetatstasen, die wie ich in Ihrem ersten Beitrag entnommen habe, bereits bestehen. Zometa wird bestehende Knochenmetastasen nicht komplett vernichten können, sondern hilft bei der Stabilisierung des Knochens. Nur wenn Sie sagen, dass Ihr Vater durch das Zometa massive Probleme hat, sollte man es vielleicht doch absetzen.

            Lokale Scmerztherapie wird die Schmerzsituation wahrscheinlich nicht in den Griff bekommen. Im Krankenhaus gibt es bestimmt einen Schmerztherapeuten, der sich der Situation annehmen kann.

            Ich denke wirklich, dass es an der Zeit ist, dass Ihr Vater sich im Krankenhaus vorstellt!

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            • RE: Prostata-Ca mit Knochenmetast.


              welches Krankenhaus wäre Ihrer Meinung von Vorteil?
              Eher die Klinik in Karlsruhe wo er zur Bestrahlung war oder ein Krankenhaus bei uns in der Nähe. Ich habe leichte Bedenken, ob die "normalen" Krankenhäuser überhaupt etwas mit ihm anfangen können!!

              Der Arzt kommt gleich nochmals weil sich das Erbrechen und die Übelkeit kein bischen gebessert hat. Dann werde ich persönlich mit dem Arzt reden. Er will ihm eine Infusion anlegen, wegen der bereits verlorenen Flüssigkeit.

              Ich bin auch noch daran bemüht den Letzen und Vorletzen PSA Wert zu erfahren!! Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.
              Bis dahin VIELEN DANK

              Ihre Nicole

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              • RE: Prostata-Ca mit Knochenmetast.


                Hier bin ich wieder!!!

                Also der Artz war nochmals da und hat ihm einen NaCl Infusion angehängt. Auch danach war es nicht wesentlich besser. Um 20 Uhr muss ich nochmals nach ihm schauen wie es ihm geht, entweder ich kann die Nadel entfernen oder der Arzt muss nochmals kommen und nochmal eine Infusion dran hängen, ebenfalls muss der Zucker noch kontrolliert werden. Da mein Vater insulinpflichtigen Diab. mellitus hat. Falls dieser unter 100 sein sollte bekommt er hierfür auch noch eine Glucose-Infusion. Die roten Stellen an den Beinen meines Vaters stammen wohl von zu niedrigen Thrombos. Leider weiss man nicht ob medikamenten indiziert.
                Ich werde versuchen schnellstmöglich einen Termin bei uns zu bekommen in einer Onkologischen Klinik (auch zur Schmerztherapie).

                Der letzte PSA Wert lag bei 20 ( ca. 6 Wochen alt) und der PSA Wert davor lag bei 27!

                Nicole

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                • RE: Prostata-Ca mit Knochenmetast.


                  Hallo Herr Dr. Kahmann,

                  ich wollte Sie nur darüber informieren, dass mein Papa soeben mit dem Krankenwagen abgeholt wurde in nun auf dem Weg ins Krankenhaus ist!!!!!! Das Erbrechen wurde kein Stück besser, deshalb kam der Arzt nochmals und hat auch ohne zu Zucken die Papiere fertig gerichtet.
                  Vielen Dank für Ihre Ratschläge.. ich werde mich melden sobald ich weiss was nun mit meinem Papa gemacht wird.

                  Nicole

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                  • RE: Prostata-Ca mit Knochenmetast.


                    Hallo Herr Dr. Kahmann,

                    mein Papa ist jetzt im Krankenhaus. Der momentane PSA Wert liegt bei 65.
                    Er hatte DANK DES HAUSARZTES eine Medikamentenvergiftung!!!!!!!!!!!!! Und alle Lymphdrüsen sind angeschwollen und der ganze Körper ist entzündet!!!!!!

                    Ich habe auch einen Bericht gefunden, vielleicht könnten Sie mir hierzu eine Info geben:

                    Stanzbiopsat aus beiden Prostatalappen:
                    re. Lappen:
                    Prostatagewebe und ausgedehnte Infiltrate eines malignen epithelialen Tomor. Tumorzellen besitzt ein spärlich bis mäßig entwickeltes Cystoplasma und einen mittelgrossen hyperchromatischen Kern.

                    li. Lappen:
                    Prostatagewebsanteile mit einem nodulären Umbau. In dem Nodi finden sich mittelkalibrige Prostata-spezifische Drüsen. In einem sehr kleinen Partikel lassen sich spärliche Infiltrate des bereits oben beschriebenen Tumors nachweisen.

                    Stanzbiopsate aus beiden Prostatalappen mit Infiltraten eines gering differenzierten Adenocarzinoms, rechts etwa 80% des Gewebes und links weit weniger als 5% des Gewebes betreffend. Malignitätsgrad G3, Gleason-Score 8 (3+5)

                    Vielen Dank für Ihre Info

                    Nicole

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                    • RE: Prostata-Ca mit Knochenmetast.


                      Es liegt ein beidseitiger Tumor vor, die Klassifikation nach Gleason geht von 2 bis 10. Der wert von 8 ist ein recht hoher wert, was einen aggressiv wachsenden Tumor anzeigt.

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