• *** Aus aktuellem Anlass ***

    Haben Sie Fragen zum Coronavirus, die Sie gerne von einem Experten beantworten lassen würden? In unserem neuen Corona-Forum beantwortet unsere Expertin Frau Dr. med. Athanassiou kostenlos all Ihre Fragen zum Thema!

  • Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Neues Ergebniss

Einklappen

X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Neues Ergebniss

    Hallo, hatte einen Anruf von Prof. Bonkhoff der eine zweitbegutachtung meiner Proben gemacht hat.
    Das erste Ergebniss hatte ich ja geschrieben.
    Also damals war es 3+3=6, PSA 5,7, Alter 52j.
    laut Prof. habe ich jetzt 4+3=7
    Er sagte es käme nur noch eine Op in Frage.
    Was meinen Sie Herr Dr.Kahrmann?
    Sollte das wirklich das letzte Wort sein? Wie ich mich fühle brauche ich wohl nicht zu schreiben.
    Wenn doch noch laut Ihrer Aussage eine andere Therapieform in Betracht kommt, sagen Sie doch bitte gleich evtl.Erfolgsaussichten,Nebenwirkungen usw, dazu.
    Wäre Ihnen sehr Dankbar.
    Gruß Wolfgang


  • RE: Neues Ergebniss


    Hallo Mistral,
    ich bin sprachlos. Herr Bonkhoff überschreitet meines Erachtens seine Kompetenzen massiv, wir haben ähnliche Fälle hier in Berlin, wo er als Pathologe aktiv in die Therapieentscheidung eingreift. Mehrere meiner Kollegen haben sich diesbezüglich schon beschwert. Ich bin am überlegen, ob ich eine Anfrage beim Berufsverband der Pathologen starte, wie man darauf reagieren soll.
    Ich weiss nicht, worauf Herr Bonkhoff seine Aussage stützt, dass nur eine OP in Frage kommt, gibt man Ihre Werte in die Kattan Nomogramme ein, so erhält man eine 5 Jahres PSA freie wahrscheinlichkeit von 84% bei der Radikal-OP, 81% bei den seedsu und 88% bei der externen Bestrahlung, einen ähnlichen Wert wie bei der externen Bestrahlung ist auch bei der Kombination aus Seeds und externer Bestrahlung zu erwarten. Die Aussage von Herrn Bonkhoff entbehrt somit der wissenschaftlichen Grundlage.

    Kommentar


    • RE: Neues Ergebniss


      Danke für Ihre Antwort.
      Ich weis es auch nicht. Was würden Sie mir jetzut Raten?
      Habe mit einer SHG hier in Essen gesprochen der meinte ich solle nach Dortmund gehen zu Prof. Truz.Er führt eineMinimal invasive Schlüssellochtherapüie durch. Das ganze sei auch noch sehr erfolgreich.
      Nach ihrem Bericht eben, bin ich natürlich wieder ganz verunsichert.
      Ich hatte nähmlich schon diese Seed Therapie fest im Kopf.
      Was soll ich tun? Man ist so Hilflos in dieser sache.
      Geben Sie mir doch einmal einen Rat was nun zu tun ist.
      Gruß Wolfgang
      Ps.: Er sagte auch noch dazu, eine Seed Therapie käme nicht mehr in Frage für mich.
      Kann ich dem Mann noch glauben schenken?

      Kommentar


      • RE: Neues Ergebniss


        Sicher ist die Op eine Möglichkeit der Therapie. Die Schlüssellochchirurgie hat den Vorteil, dass man keinen großen Schnitt braucht; innen im Körper ist es die gleiche Op mit den gleichen Risiken wie Inkontinenz und Impotenz. Bei einem Gleason von 7 sind Sie nicht mehr innerhalb der Empfehlungen der deutschen Gesellschaft für Urologie für die Seeds. Nach internationalen Leitlinien wie z.B. die der amerikanischen Brachytherapiegesllschaft kann man eine Seedtherapie anbieten, dennoch sollte man überlegen, ob man diese nicht als Kombination aus 110Gy Seeds und einer reduzierten Bestrahlung von aussen mit 45 Gy durchführt. Auch der Weg der alleinigen Bestrahlung von aussen ist gem. der Kattan Nomogramme besser als die Radikaloperation. Ich denke nicht, dass Herr Bonkhoff diese Tabellen zu Rate gezogen hat, wenn er solche Aussagen wie von Ihnen beschrieben macht. Ich weiss nicht, worauf er seine Schlüsse begründet, prinzipiell steht es dem Pathologen aber auch nicht zu, sich in Therapieentcheidungen ein zu mischen.
        Bleibt zu überlegen, ob Sie sich nicht von einer interdisziplinären Sprechstunde beraten lassen. Hier beraten Urologen und strahlentherapeuten zusammen. Dadurch wird vermieden, dass Sie nur einseitig beraten werden. Die Selbsthilfegruppe kann Ihnen sicher sagen, wo es eine derartige Sprechstunde in Ihrer Nähe gibt.

        Kommentar



        • RE: Neues Ergebniss


          Lieber Hr. Dr. Kahmann,
          hier der Bericht von Prof. B in Berlin.
          Histologie
          In der Stanzbiopsie I Links Infiltrate aus nehrfach fusionierten Drüsen mit großen Kernen mit geringer Schleimhautbildung und Infiltration der Organkapsel. Hier zwei benachbarte Nervenscheideninvasionen. Das angrenzende extraprostatische Fettgewebe zeigt hier jedoch keine Tumorinfiltrate.
          Stanzbiopsie II Links mit ebenfalls fusionierenten teils mehrreihigen Drüsen mit geringer luminarer Schleimbildung und großen Kernen.Hier keine Infiltration der Organkapsel.

          Diagnose
          Stanzbiopsie der Fraktion 1 links mit einem 15mm messenden Infiltrat eines glandulären Prostatacarcinoms Gleason 4 (60%)+3=7. 70% der Stanzfläche ist tumorinfiltriert. Der Tumorausläufer infiltriert die Organkapsel und zeigt hier zwei Nervenscheideinvasionen. Das unmittelbar angrenzende extraprostatische Fettgewebe ist jedoch an dem vorliegenden Material tumorfrei.
          Satnzbiopsie der Fraktion 2 links mit einem 5mm mmesenden Infiltrat eines glandulären Prostatacarcinoms Gleason 4(60%)+3=7. 33% der Stanzfläche ist tumorinfiltriert.Der Tumorausläufer befindet sich noch im Drüsenfeld der Prostata.

          Erklären Sie mir doch kurz diesen Befund. Ist noch alles selbst in der Prostata? Was kann man hier machen ausser einer total OP? usw.
          Vielen Dank, Gruß
          Wolfgang

          Kommentar


          • RE: Neues Ergebniss


            Lieber Hr. Dr. Kahmann,
            hier der Bericht von Prof. B in Berlin.
            Histologie
            In der Stanzbiopsie I Links Infiltrate aus nehrfach fusionierten Drüsen mit großen Kernen mit geringer Schleimhautbildung und Infiltration der Organkapsel. Hier zwei benachbarte Nervenscheideninvasionen. Das angrenzende extraprostatische Fettgewebe zeigt hier jedoch keine Tumorinfiltrate.
            Stanzbiopsie II Links mit ebenfalls fusionierenten teils mehrreihigen Drüsen mit geringer luminarer Schleimbildung und großen Kernen.Hier keine Infiltration der Organkapsel.

            Diagnose
            Stanzbiopsie der Fraktion 1 links mit einem 15mm messenden Infiltrat eines glandulären Prostatacarcinoms Gleason 4 (60%)+3=7. 70% der Stanzfläche ist tumorinfiltriert. Der Tumorausläufer infiltriert die Organkapsel und zeigt hier zwei Nervenscheideinvasionen. Das unmittelbar angrenzende extraprostatische Fettgewebe ist jedoch an dem vorliegenden Material tumorfrei.
            Satnzbiopsie der Fraktion 2 links mit einem 5mm mmesenden Infiltrat eines glandulären Prostatacarcinoms Gleason 4(60%)+3=7. 33% der Stanzfläche ist tumorinfiltriert.Der Tumorausläufer befindet sich noch im Drüsenfeld der Prostata.

            Erklären Sie mir doch kurz diesen Befund. Ist noch alles selbst in der Prostata? Was kann man hier machen ausser einer total OP? usw.
            Vielen Dank, Gruß
            Wolfgang

            Kommentar


            • RE: Neues Ergebniss


              Der Tumor ist noch auf die Prostata beschraenkt und hat nach Aussage von Hr. Bonkhoff die Kapsel nicht ueberschritten. Jedoch beschreibt Herr Bonkhoff eine Nervenscheideninfiltration was ein prognostisch unguenstiges Zeichen ist. Dies gilt aber auch fuer die OP. Ich habe Ihnen bereits die moeglichen Optionen aufgezeigt und wuerde mich da nur wiederholen. Vielleicht koennen Sie ja Herrn Bonkhoff fragen, warum er nur die OP als Option sieht und uns die Antwort hier mitteilen.

              Kommentar



              • RE: Neues Ergebniss


                Herr Dr. Kahmann,
                habe Prof. Bonkhoff nicht mehr gefragt.
                Ich selbst werde mich für eine reine Brachy entscheiden.
                Was meinen Sie dazu?
                Danke Wolfgang

                Kommentar


                • RE: Neues Ergebniss


                  Hallo Wolfgang,
                  die Brachy ist eine der Optionen, man sollte bei Gleason 7 in beiden Seiten eine kombineirte Therapie aus Seeds und externer Bestrahlung andenken. Die Gefahr des extrakapsuären Wachstums ist gegeben und kann durch die Kombination ggf. günstiger beeinflusst werden

                  Kommentar