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Nachbehandlung nach Operation

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  • Nachbehandlung nach Operation

    Im Juli 2004 wurde eine radikale Prostatektomie in der Uni-Klinik Mannheim vorgenommen. Der PSA-Wert betrug damals 3,6 .
    Der Operationsbefund pT2c pN0 R0 Gleason 7 (3+4). Ich habe die Operation sehr gut überstanden und keinerlei Beschwerden ( keine Harninkontinenz, eine erektile Disfunktion hat sich nach einem Jahr gegeben).
    Die vierteljährlichen Nachuntersuchungen ergaben bei dem PSA-Wert keine messbaren Ergebnisse (Auskunft des Urologen, also wohl auf jeden Fall 0,...)
    Meine Frage: Trotz des bisher günstigen Verlaufs besteht natürlich stets die Befürchtung eines Wierdauftretens des Tumors. Kann man zur Nachsorge sinnvoll etwas tun. Ich nehme im Moment zusätzlich Selen (120 mg) und Zink ein. Mehr ist nach Meinung meines Urologen nicht notwendig. Von einer Mistel-Therapie wurde mir in der REHA abgeraten, eine solche Therapie wäre bei Prostata-Krebs nicht sinnvoll, eventuell sogar gefährlich.
    Besten dank für eine Antwort


  • RE: Nachbehandlung nach Operation


    Eine gesunde Lebensweise mit wenig rotem Fleisch, ausreichend Obst und Gemuese, ggf. zusaetzliche Pflanzenextrakte falls sie nicht 5 units pro Tag Obst und gemuese zu sich nehmen. Zink ist derzet mit Selen empfohlen (wie sie es ja bereuts einnehmen) und eine positive Einstellung sind zusammen mit regelmaessiger Nachsorge eine gute Voraussetzung, dass der Tumor nicht wieder auftaucht. Es gibt sicher noch viele weitere Empfehlungen, Vitamin E (kommt wieder aus der Mode) oder Vit D (wird wieder propagiert) oder sonstige Zusatzstoffe, Es hat sich leider gezeigt, dass viele dieser Empfehlungen keinerlei wissenschaftliche Basis haben und nach ein paar Jahren wieder verschwunden sind.

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    • RE: Nachbehandlung nach Operation


      Da war noch die Mistel - was halten Sie davon?

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      • RE: Nachbehandlung nach Operation


        Wir empfehlen die Misteltherapie nicht proaktriv, da der Nutzen umstritten ist. Möchte der Patient begleitend zu einer kurativen Therapie oder auch palliativ Mistelpräparate einsetzen, so verordnen wir diese jedoch. Die Misteltherapie wirkt immunmodulierend und unterstützt die Tumortherapie. Es gibt starke Verfechter der Misteltherapie bei Prostatakrebs (Dr. Wagner Prostatakrebs und Misteltherapie) aber auch Gegner, die in der Misteltherapie bei Krebserkrankungen auch Gefahren sehen. Die Misteltherapie ist sicher die am besten etablierte biologische Immuntherapie und kann unter Umständen sogar von der Krankenkasse übernommen werden.

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        • RE: Nachbehandlung nach Operation


          'Die Misteltherapie ... kann unter Umständen sogar von der Krankenkasse übernommen werden.'
          - - - - -

          Stimmt nicht, nicht "kann" und nicht "unter Umständen". Bei Krebs (und davon ist hier die Rede) wird Mistel von der gesetzl. Kassen IMMER bezahlt, so entschied der Gemeinsame Bundesausschuss - vgl. die Arzneimittelrichtlinie vom 16.03.2004:

          F. Gesetzliche Verordnungsausschlüsse bei der Arzneimittelversorgung und zugelassene Ausnahmen

          16. Apothekenpflichtige nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel gemäß § 34 Abs. 1 Satz 2 SGB V

          16.1 Apothekenpflichtige nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel sind von der Versorgung nach § 31 SGB V ausgeschlossen. Die Verordnung dieser Arzneimittel ist nach § 34 Abs. 1 Satz 2 ausnahmsweise zulässig, wenn die Arzneimittel bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen als Therapiestandard gelten.

          16.2 Eine Krankheit ist schwerwiegend, wenn sie lebensbedrohlich ist oder wenn sie aufgrund der Schwere der durch sie verursachten Gesundheitsstörung die Lebensqualität auf Dauer nachhaltig beeinträchtigt.

          16.3 Ein Arzneimittel gilt als Therapiestandard, wenn der therapeutische Nutzen zur Behandlung der schwerwiegenden Erkrankung dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entspricht.

          16.4 Schwerwiegende Erkrankungen und Standardtherapeutika zu deren Behandlung sind:
          ....
          − Mistel-Präparate, parenteral, auf Mistellektin standardisiert, nur in der palliativen Therapie von malignen Tumoren zur Verbesserung der Lebensqualität
          ....

          .

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          • RE: Nachbehandlung nach Operation


            ist ja nicht ganz korrekt. Wie imletzten Abschnitt dargelegt gilt diese Regelung nur in der palliativen Therapie zur Verbesserung der Lebensqualität. In der kurativen Therapie ist es gem. dieser Bestimmung nicht erstattungsfähig, wird von einigen Krankenkassen dennoch übernommen.

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            • RE: Nachbehandlung nach Operation


              Es kommt ausschließlich darauf an, WIE der verschreibende Arzt argumentiert, also eine Frage der Interpretation. Mistel allein war noch nie eine eigenständige kurative Therapie, immer nur eine begleitende. Begleitend was? Das liegt doch auf der Hand - eben die kurative Therapie, um gerade deren Nebenwirkungen zu lindern (= palliative Wirkung); ohne diese palliatie Wirkung der begleitenden Misteltherapie würde die "Lebensqualität" auch nichts taugen (das beste Beispiel: gerade bei / noch während der Strahlentherapie). Alles also völlig im Einklang mit der Arzneimittelrichtlinie. Es sind keine Fälle bekannt, dass die GKV bei solcher Argumentation die Misteltherapie nicht übernommen hat; sollte die GKV die Übernahme der Mistelkosten dennoch abgelehnt haben, heißt es lediglich, dass der Arzt noch viel zu lernen hat, wenn er nicht in der Lage ist, den Misteleinsatz für seinen Patienten kassenfähig zu begründen.

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              • RE: Nachbehandlung nach Operation


                .

                Noch einmal:

                "...nur in der palliativen Therapie von malignen Tumoren zur Verbesserung der Lebensqualität"

                Das sind ALLE Fälle der Krebsbehandlung, eine andere als palliative Anwendung von Mistel gibt es nicht. Der §F/16ff besagt lediglich, dass Mistel nicht kassenfähig ist bei Heuschnupfen, Akne und anderen Leiden, die kein Krebs sind.

                "...Gegner, die in der Misteltherapie bei Krebserkrankungen auch Gefahren sehen."

                Die Behauptung der Gegner ist ein durch nichts gestützter Okkultismus, anderenfalls müsste es langjährige Studien darüber geben, wie sie sonst immer verlangt werden; diese können jedoch nicht vorgelegt werden. Dagegen definiert das Gesetz (die Arzneimittelrichtlinie) die Misteltherapie als "Therapiestandard, dessen therapeutische Nutzen zur Behandlung der schwerwiegenden Erkrankung dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entspricht" und benennt Krebs auch nanmentlich als diese "schwerwiegende Erkrankung". Danach steht es dem Arzt nicht zu, die Mistelverordnung dem Krebsptienten zu verweigern, nur weil er irgendwo gehört hatte, dass ein anderer Arzt erzählte, einer seiner Patienten meinte, es hätte ihm nicht bekommen.

                Daher: Verordnet der Arzt dem Patienten die Mistel aus Unkenntnis oder anderen Beweggründen nur auf Privatrezept, sind die Apothekenrechnungen (ca. 125 Euro je 21 Ampullen) dann grundsätzlich dem Arzt vorzulegen und die Erstattung notfalls als Schadenersatz geltend zu machen.

                .

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                • RE: Nachbehandlung nach Operation


                  Ihre Argumentation ist leider falsch. Palliativ bedeutet in der Medizin ein Stadium der Behandlung nach dem kurativen Therapieziel. Erst wenn die luration nicht mehr möglich ist, spricht man von Palliativmedizin. Insofern ist die Erstattung der Misteltherapie begleitend zur kurativen Therapie ein Betrug an der Solidargemeinschaft und man muss sich nicht wundern wenn die Medizin in Deutschland teurer wird, wenn Ärzte durch Patienten genötigt werden Medikamente und falschen Kautelen zu verordnen.

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                  • RE: Nachbehandlung nach Operation


                    HAllo, was mich sehr interessieren würde, wo hast du die Reha gemacht in der man Mistel nicht besonders geeignet findet?
                    Ich stehe auch auf dem Standpunkt, nachdem ich schon einiges über die Mister und eine Misteltherapie gelesen habe.
                    Spreche ich es aber in meiner SHG an, dann falle ich mit meiner Meinung immer hinten runter.
                    Jetzt würde ich gerne mit der Reha Verbindung aufnehmen und erfahren - evtl. kannst du mir dies aber auch mitteilen- worin ist die nicht pro-Einstellung zur Mistertherapie begründet.
                    Wäre schön bald von dir zu hören.
                    Gruß
                    Schnurzel

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