• *** Aus aktuellem Anlass ***

    Haben Sie Fragen zum Coronavirus, die Sie gerne von einem Experten beantworten lassen würden? In unserem neuen Corona-Forum beantwortet unsere Expertin Frau Dr. med. Athanassiou kostenlos all Ihre Fragen zum Thema!

  • Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Histologisches Gutachten

Einklappen

X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Histologisches Gutachten

    Hi,
    ich hätte gerne zu meinem besseren Verständnis einige Abschnitte in meinem hist. Gutachten erklärt bekommen, da mir einige Dinge unklar sind. So ...erst einmal das histologische Gutachten:
    Makroskopischer Befund:
    Ein 29g schweres, max. 3.5 cm messendes Prostatektomiepräparat mit jeweils 2:1cm messenden, an typischer Stelle gelegenden Samenblasen und den jeweils 3 cm messenden Samenleiterstümpfen.

    Mikroskopischer Befund:
    Apex prostatae, die Samenblasen bds. und die Resektionsränder der Samenleiter mit gehörigem tumorfreien Aufbau.
    In ca. 60% des rechten Prostatalappens Infiltrate eines epithelalen Tumors, bestehend aus atypischen kleintubulären Drüsenproliferanten mit mäßig plaomorphen und hyperchromatischen Zellkernen. Gelegentlich zeigt sich pathologisches Sekret im Innern der Neolumina. Die Kapsel wird gelegentlich von Tumorausläufern erfasst, jedoch an keiner Stelle überschritten. Im linken Prostatalappen teils regelhaftes Prostatparenchym mit einschichtig hochprismatisch ausgekleideten tuboloalveolären Drüsen, jedoch auch aufgeweitete, mit atrophischen Epithel ausgekleideten Formationen. Hier kein Tumorwachstum.

    Begutachtung:
    Prostatektomiepräparat mit Infilraten eines mäßig differenzierten Adenokarzinoms der Prostata in ca. 60% des rechten Lappen. Tumorfreier linker Lappen, tumorfreie Samenblasen beidseits, tumorfreie Apex prostatae, tumorfreie Resesktionsränder der Ductus deferntes, intakte Prostatkapsel.
    Anmerkung: In den vorangegangenen Schnellschnitten wurde kleinherdig Tumor im Bereich von Gefäßnervenbündeln gefunden. Die nachfolgend eingesandten Nachresektate waren Tumorfrei.

    pT3a(einseitige extrakapsuläre Ausbreitung in den Gefäßnervenbündeln), pN0 R0, G2, Gleason -grading 6

    Und hier meine Fragen: 1. Es wurde pT3a angegeben aber im Gutachten steht " Die Kapsel wird gelegentlich von Tumorausläufern erfasst, jedoch an keiner Stelle überschritten. " pT3a bedeutet doch, daß die Kapsel überschritten worden ist..oder?

    2. angegeben wurde " In den vorangegangenen Schnellschnitten wurde kleinherdig Tumor im Bereich von Gefäßnervenbündeln gefunden. Die nachfolgend eingesandten Nachresektate waren Tumorfrei. " Hier heißt es das IM BEREICH der Gefäßnervenbündel etwas gefunden wurde. Zum Schluß aber heißt es "pT3a(einseitige extrakapsuläre Ausbreitung in den Gefäßnervenbündeln), pN0 R0, G2, Gleason -grading 6 " -- nicht im Bereich sondern in den Gefäßnervenbündeln ---

    Irgendwie wiederspricht sich das doch, oder habe ich nur falsch interpretiert ?


  • RE: Histologisches Gutachten


    pT3a bedeutet laut TNM Klassifikation kapselüberschreitender Tumor (einseitig oder beidseitig). Die Prostatakapsel ist laut Pathologen intakt jedoch hat sich der Tumor entlang der Gefäßnervenbündel ausgebreitet. Dies scheint sich auf den ersten Blick zu widersprechen, was der Pathologe mit der Aussage "die Kapsel ist intakt" angibt, ist dass der Tumor nicht direkt aus der Prostata herausgewachsen ist. Die Aubreitung entlang vorgegebener Strukturen (Gefäßnervenscheiden) hat die Kapsel selbst nicht "durchbrochen" der Tumor ist aber dennoch ausserhalb der Prostata, deshalb pT3a. Man kann sich das vielleicht so vorstellen, dass in einem Haus ein Tier nicht die Wand durchbricht, um nach draussen zu kommen sondern entlang des Stromkabels der Steckdose nach aussen kommt. Es hat die Wand nicht durchbrochen und ist trotzdem raus.
    Die Sache mit den Schnellschnitten heisst, dass initial im Schnellschnit im Bereich der Gefäßnervenbündel Tumorreste vorhanden waren, weshalb nachreseziert wurde und die Schnellschnitte danach tumorfrei waren.

    Kommentar


    • RE: Histologisches Gutachten


      Vielen Dank für die schnelle Antwort !


      Nochmal zu der Sache mit den Gefäßnervenbündel.
      Es hieß, das IM BEREICH der Gefäßnervenbündel etwas gefunden wurde.
      Weiter unten heißt es nicht im Bereich sondern IN DEN Gefäßnervenbündeln.
      Für mein Verständnis bedeutet "in den ", daß eventl. etwas über die Nerven in den "was auch immer-Kreislauf"geraten sein könnte und nun im Innern irgendwo schlummert. Hoffentlich liege ich falsch damit.

      Kommentar


      • RE: Histologisches Gutachten


        Ich kann Ihnen da nur bedingt Auskunft über die semantischen Feinheiten des Pathologen geben. Ggf. können Sie Auskunft direkt vom Pathologen bekommen. Jedoch kann ich Ihnen sagen, dass über die Nerven nichts in den Kreislauf gelangen kann. Über die Gefäße wäre das möglich. Was der Pathologe beschreibt, ist, dass sich der Tumor entlang der vorbestehenden Strukturen ausgebreitet hat, jedoch in den weiteren Schnellschnitten nichts mehr zu finden war. Ob sich der Tumor über die Blutbahn bereits ausgebreitet hat ist nicht zu sagen, dies kann auch über andere Blutgefäße der Prostata passiert sein. Die Wahrscheinlichkeit ist aber eher gering.

        Kommentar