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Gleason-Score 8

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  • Gleason-Score 8

    Sehr geehrter Dr. Kahmann,

    mein PSA-Wert ist in den letzten 5 Jahren von 1,9 auf zuletzt 9,35 gestiegen. Auch das freie PSA hatte sich ungünstig entwickelt. Eine erste Biopsie 10/2009 war negativ. Nach einem MRT mit Endorektalspule wurde in meiner Prostata 02/2012 ein verdächtiger Bereich festgestellt. Der PSA-Wert war zu diesem Zeitpunkt bei 6,5. Bei einer sich anschließenden Biopsie mit 14 Stanzen, zwei davon gezielt in dem verdächtigen Bereich, wurde in einer Stanze HGPIN festgestellt. Da der PSA Wert Ende August bei nun 9,32 lag, wurde bei mir diesen Monat erneut eine Biopsie mit 4 Stanzen, nochmals in dem durch den MRT-Befund verdächtigen Bereich, durchgeführt.

    Die Diagnose lautet:

    1.Tumorfreies Prostatagewebe.
    2.Infiltration eines azinären Adenokarzinoms in 2 mm einer Prostatastanze, Gleason-Score 4+4=8
    3. Infiltrationen eines azinären Adenokarzinoms in 3 mm einer Prostatastanze, Gleason-Score 4+4=8
    4. Tumorfreies Prostatagewebe.

    Welche Therapiemöglichkeiten habe ich?

    Vielen Dank im Voraus.


  • Re: Gleason-Score 8


    Bei Ihnen liegt ein Tumor des intermediären bis hohen Risiko vor. Bei dieser Konstellation gibt es verschiedenen Therapieoptionen, die in Betracht kommen. Zum einen kann eine Radikaloperation der Prostata angestrebt werden, bei der die Prostata zusammen mit den Samenblasen komplett entfernt wird. Als weitere Option kommt eine Bestrahlung von außen in Betracht. Wegen des erhöhten Risikos einer Beteiligung der Lymphknoten (LK) sollte eine Entfernung der LK erfolgen, dies kann in einer laparoskopischen OP (Schlüssellochchirurgie) geschehen.
    Als weitere Alternative steht eine Kombination aus Brachytherapie und externer Bestrahlung zur Verfügung, auch hier sollten die LK untersucht werden.
    Alle diese Verfahren haben spezifische Vor- und Nachteile bezüglich des Inkontinenz- und Impotenzrisikos aber auch bezüglich Irritationen beim Wasserlassen.
    Sind Sie bereits durch Ihren Urologen oder ein Zweitmeinungszentrum informiert worden?

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    • Re: Gleason-Score 8


      Sehr geehrter Dr. Kahmann,

      ich hatte gestern ein Gespräch mit meiner Urologin, Sie favorisiert die Operationsmethode, sie meint das man bei einem auftretenden Rezidiv dann immer noch bestrahlen könnte und die Nebenwirkungen auch generell geringer wären. Bei einer zuerst erfolgenden Bestrahlung dagegen, wäre bei einer sich anschließende Operation wegen einem Rezidiv mit anschließenden erheblichen Nebenwirkungen zu rechnen. Ich hatte eigentlich zu der Brachytherapie und externer Bestrahlung tendiert, aber nach den Ausführungen meiner Urologin bin ich jetzt unschlüssig. Können Sie mir trotzdem zu einer Brachytherapie + Bestrahlung raten oder sind die zu erwartenden Nebenwirkungen zu groß?

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      • Re: Gleason-Score 8


        Die Brachytherapie ist eigentlich gerade die Therapie, die mit den geringsten langfristigen Nebenwirkungen einhergeht. Die Inkontinenzraten sind viel niedriger als bei der Radikaloperation und auch die Erektionsstörungen sind seltener. Die hauptsächliche Nebenwirkung sind irritative Symptome im kurz bis mittelfristigen Verlauf.

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        • Re: Gleason-Score 8


          Hallo Andree,

          Ich sehe da ein Problem bei Dir: Dein PSA ist von Februar bis August um fast 3 mg/ml gewachsen. Es wächst also schnell, was bedeuten könnte, dass Dein Tumor zumindest den Rand der Kapsel erreicht hat. Von dem, was ich selbe erfahren habe, als Betroffene und als aktiver Mitglied einer Prostatakrebs Selbsthilfegruppe, würde ich vermuten, das Dein Tumor schon zu mindestens Samenblasen und benachbarte Lymphknoten befallen hat.
          Bei Gleson Score von 8 verbreitet sich der Krebs schnell und oft bei niedrigem PSA.
          Ich würde Dir in keinem Fall eine Brachy empfehlen, ich finde eine Da Vinci OP als eine mehr versprechende Methode.
          Bei mir, beim Gleason score 4+3 und schnell steigendem PSA, aber nicht höherem als 5,5, war mit Standard Untersuchungen keine Gefahr gesehen, aber nach der OP hat man gesehen, dass der Tumor im Bauch gestreut hat.
          Jetzt nach 2 Jahren habe ich schon Absiedlungen in der Wirbelsäule.
          Habe Mut, lasse Dich operieren, bestrahlen und auch sofort eine Hormonblockade machen..

          Halte durch. Ich kann mein Leben mit der Krankheit besser geniesen als früher, weil ich jetzt bewuster lebe.
          Wenn Du ein Kontakt mit mir aufnehmen möchtest, bin ich jede Zeit bereit mit dir meine Erfahrungen zu teilen. Am besten über http://prostatakrebs-tipps.de/kontakt/

          Alles Gute, Kopf Hoch,
          Jacek W

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          • Re: Gleason-Score 8


            Hallo andre665,

            also auch ich habe Gleason 8 (3+5) gehabt. Mein PSA stieg ebenfalls kontinuierlich und man fand nichts. Bildgebende Verfahren haben nichts angezeigt. Jahrelang musste ich suchen. Nach 5 Biopsien dann der Befund, damals hatte ich PSA 31ng/ml, mit PSA 3,56 ng/ml hatte alles begonnen !!
            Mir war klar, es sollte eine OP mit Bauchschnitt werden, auch habe ich meinem Operateur gesagt, er sollte keine Rücksicht auf einen Nerverhalt legen, aber Klarheit schaffen. Ergebnis PT2c und tumorfreie Lymphknoten (16 Stück an der Zahl). Mein Operateur meinte auf jeden Fall eine vorsorgliche Bestrahlung bei gleichzeitiger Hormonblockade. Mir war bewusst, ich verschieße damit alle Pfeile, die zur Verfügung stehen aber die Studienlage rät offenbar bei meiner Konstellation dazu. Das war 2008 heute bin ich fast ein Jahr hormonblockadefrei und habe Gott sei Dank noch immer PSA 0,00 ng/ml.bei Testosteron 14,0 Auch ich lebe bewußter, und bin für die Zeit dankbar, in der es so gut läuft. Vielleicht haben meine Ärzte und ich alles richtig gemacht. Ich schreibe das, weil ich Ihnen Mut machen will. Treffen Sie die richtige Entscheidung! Übrigens zum Thema Potenz. Vielleicht ist das von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Ich komme mit der Vakuumpumpe gut zurecht und die Kontinenz wurde durch hartes Training zu 99% wieder hergestellt (hat aber ein paar Monate gedauert)

            Alles Gute, helmut51

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            • Re: Gleason-Score 8


              Sehr geehrter Dr. Kahmann,

              ich habe mich mittlerweile für eine Kombinationstherapie entschieden. Eine 3-jährige Hormonentzugstherapie mit 150 mg Bicalutamid täglich begann ich vor 2 Wochen, bis jetzt ohne Nebenwirkungen.

              Der PSA Wert 1 Tag vor Beginn dieser Therapie lag bei 11,9 ng/ml.

              3 Monate nach Beginn der Hormonentzugstherapie soll bei mir eine TomoTherapy HD mit mindestens 78 Gray durchgeführt werden.

              Eine vor kurzem bei mir durchgeführte F18-Cholin-PET-CT-Untersuchung ergab keinen Nachweis von Metastasen. Jedoch wurde mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 % ein beidseitiger Samenblasenbefall diagnostiziert.

              Welchen Einfluß hat dieser Befund auf die von mir angestebte Therapie hinsichtlich Heilungschancen und Rezidivwahrscheinlichkeit?

              Vielen Dank im Voraus.

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              • Re: Gleason-Score 8


                Sehr geehrter Dr. Kahmann,

                es wäre sehr nett wenn Sie mir noch auf meine Frage vom 05.11. antworten könnten?

                Vielen Dank im Voraus.

                MfG
                andre665

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                • Re: Gleason-Score 8


                  Solange die Strahlentherapeuten über den Befund des PET/CT Bescheid wissen und den möglichen Tumorbefall in den Samenblasen mit in das Bestrahlungsfeld legen, wird der Tumor ausreichend behandelt. Ein Befall der Samenblasen reduziert prinzipiell die Heilungswahrscheinlichkeit und muss bei der Planung der Therapie mit berücksichtigt werden.

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